Sommerandachten 2014

Montag, 15. September | Gott als Helfer und Beschützer | 2. Chronik 7,11-22

Sommerandacht

>>> 2. Chronik 7,11-22 >>>

„Ich werde freundlich auf jeden Menschen blicken, der hier zu mir betet, und werde auf seine Bitte hören.“ ( Vers 15, Gute Nachricht)

Diesen Satz sprach Gott zu Salomo, der einen Tempel für ihn gebaut hatte. Jedem, der Buße tut, wird Gott vergeben. Salomo hat zu ihm gebetet, dass er ihm bei allen seinen Plänen hilft. Gott verspricht ihm, dass seine Familie über Israel Herrscher sein wird, solange sie ihm treu sind.
Auch wir werden durch diesen Text erinnert, dass wir uns nicht von Gott abwenden. Das, was Gott zu Salomo gesagt hat, gilt genauso auch für uns.
„Ich bin immer bei dir, weil ich dich liebe. Ich will dein Licht und dein Beschützer sein - jeden Tag. Nie verlasse ich dich. Versprochen! Bis ans Ende der Welt werde ich bei euch sein!“ ( nach Matthäus 28,20)
Gott hat für jeden von uns einen Plan. Er geht mit uns auf allen unseren Wegen und verlässt uns nie. Jedoch nur, wenn wir ihm vertrauen. Gott möchte für jeden von uns nur das Beste.
Salomo hat ihm zu Ehren einen Tempel gebaut und Gott um seinen Segen gebeten. Wenn wir unseren Nächsten etwas Gutes tun oder ihnen helfen, brauchen wir oft die Hilfe von Anderen. Gott steht uns immer zur Seite und unterstützt uns.
Wenn wir Probleme haben, können wir uns jederzeit an Gott wenden, er hört uns immer zu. Auch wenn man manchmal länger auf eine Antwort von ihm warten muss, kommt sie auf jeden Fall. Gott hat auch die Gebete von Salomo erhört und ihm gegeben, was gut für ihn war.
Gott ist kein Kaugummiautomat, in den man oben Geld hineinsteckt und unten herauskommt, was man sich aussucht. Wir bekommen das von Gott, was für unser Leben am besten ist. Er weiß, was wir sehr gut oder auch weniger gut können. Gott zeigt uns, welchen Weg er für uns ausgesucht hat. Für jeden Menschen hat er andere Dinge geplant. Auch wenn wir uns manchmal fragen, warum wir genau dies tun sollen, hat es einen bestimmten Grund.
Wenn es uns mal nicht so gut geht, können wir jederzeit mit Gott reden. Wir müssen dafür nicht bezahlen und es zieht keinen Akku. Im Gegenteil. Nach einem Gebet fühlt man sich befreit, da man sich Gott als bestem Freund anvertrauen kann. Garantiert behält er alles für sich und erzählt unangenehme Dinge nicht weiter.
Salomo wusste das auch und hat ganz im Vertrauen mit Gott geredet. Er hat Gott alles erzählt, was ihm auf dem Herzen lag. Gott hat seine Gebete erhört und für Salomo das Beste daraus gemacht.
Gott hat Salomo aber auch gesagt, dass er sich nicht von ihm abwenden solle. Wenn Salomo nichts mehr mit Gott zu tun haben möchte, wird es auch dem Volk Israel schlecht gehen. Aus diesem Grund sollen auch wir bei Gott bleiben. Er ist unser Helfer und Beschützer. Zu ihm können wir jederzeit kommen und mit ihm reden, denn Gott ist überall und immer erreichbar.

Janka Eichert, Kirchberg

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Dies war der letzte Andachtsblog für diesen Sommer …

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Liebe Grüße vom Team des ZK-Jugendwerks

Sonntag, 14. September | Mich alleine lassen würdest du nie | Psalm 39

Sommerandacht

>>> Psalm 39 >>>

Ich erinnere mich an Zeiten, in denen ich das Gefühl hatte, dass mir nichts zustoßen kann. Als Kind bin ich Bäume und Klettergerüste geklettert, ohne mir Sorgen zu machen. Du kennst das sicher auch. Als wir Kinder waren, da haben wir nicht darüber nachgedacht, was alles so passieren kann.

Heute geht es mir da schon anders. Ich weiß, was alles passieren kann, ich habe auch dauernd die Vorstellung, dass ich fallen oder sonst etwas könnte. Es kann so viel passieren! Ja ich bin mir meiner Endlichkeit bewusst. Das Leben ist nicht unendlich, das Leben kann ganz schnell ungeplante Wendungen nehmen. Das Leben ist ein Geschenk und kein Anspruch.

In Psalm 39 beschreibt der Psalmbeter diese Vergänglichkeit des Lebens, seines Lebens und des Lebens der Menschen überhaupt. Aber es ist nicht bloß eine neutrale Feststellung, nein er fühlt sich wie ein Nichts, sein Leben eine Nichtigkeit. Da scheint sein Leben echt einen Tiefpunkt erreicht zu haben. Zu Beginn bemüht er sich noch, will seine Emotionen kontrollieren und dann bricht es aus ihm heraus. Ich kenne solche Emotionen auch. Wo alles so sinnlos und leer, ja so nichtig erscheint, wo ich mir vorkomme wie ein Nichts. Wo alles hoffnungslos ist.

Und dann passiert die wundersame Erfahrung. Der Psalmbeter schöpft neue Hoffnung und erkennt: „Meine Hoffnung setze ich ganz auf dich“ (Vers 8). Und dann legt er Gott alles zu Füßen. All seine Not, all seine Gefühle, alles was ihn beschäftigt.

Kennst du das? In dieser tiefen Krise nicht mal sicher sein, ob ich Gott mal anschreien darf? Darf ich so überhaupt mit Gott reden? Gerade in Krisen, in der Frage nach Vergänglichkeit und nach Sinn, kann ich das ja gar nicht brauchen, noch unsicher zu sein, ob und wie ich Gott ansprechen kann. Da kann so ein Psalm helfen.

Ich liebe die Psalmen, gerade auch diejenigen, in denen die Beter und Beterinnen klagen. Sie zeigen zeigen die Echtheit, die Wahrheit des Lebens. Das Leben läuft nicht nur rund, es ist nicht alles wunderbar, nein, wir haben auch tiefe Krisen. Das Wunderbare ist, dass wir all unsere Emotionen, all unsere Not Gott anvertrauen, ja ihm zuschreien dürfen. Wir können uns auf Gott verlassen, er ist da und nimmt uns an.
Ich schreibe manchmal selbst „Psalmen“ und bei diesem fiel mir wieder ein Psalm ein, den ich in einer Krise geschrieben habe. Im Rückblick lese ich ihn und freue mich darüber, dass ich dennoch Gewissheit und Hoffnung auf Gott hatte. Das wünsche ich dir auch, dass du das in den Krisen in deinem Leben dennoch hast: die Hoffnung auf Gott. Die Gewissheit, dass er da ist.

wo bist du?
wo bist du, Gott, gewesen?
als ich die krise meines lebens hatte
als ich nicht mehr weiter wusste
als ich beziehung abbrechen musste
als ich mich abwandte
und mein leben nicht mehr verstand
wo warst du?
du rettest mich nicht vor der härte des lebens
du hältst katastrophen nicht fern von mir
allein mich allein lassen würdest du nie.

Damaris Hecker, Pastorin,
Jungscharsekretärin SJK, aus Nürnberg

Samstag, 13. September | Die blitzende Herrlichkeit Gottes | 2. Chronik 7,1-10

Sommerandacht

>>> 2. Chronik 7,1-10 >>>

Stell dir einmal vor, du nimmst an einem Gottesdienst zur Einweihung einer neuen Kirche teil. Der Kirchsaal ist prunkvoll geschmückt. Es wurde nur edelstes Baumaterial verwendet und unzählig viele Menschen bestaunen dieses wunderschöne Gotteshaus. Während der Zeremonie kommt plötzlich ein gewaltiger Blitz vom Himmel herab und die Herrlichkeit Gottes erfüllt den ganzen Raum. Wie würdest du reagieren? Wärst du total verängstigt, überwältigt oder vielleicht sprachlos? Zugegeben, die Vorstellung, dass es während eines Gottesdienstes blitzt, ist schon etwas eigenartig. Aber genau das ist Salomo und seinem Volk passiert. Sie waren nicht sprachlos. Im Gegenteil. Sie warfen ihr Angesicht zu Boden und sangen Loblieder über die Gnade und Güte Gottes. Was muss das wohl für ein Gefühl gewesen sein, die Herrlichkeit Gottes so gewaltig zu erleben? Und was man sich auch schnell fragt, wenn man das liest: Zeigt sich Gott auch heute noch? Diese Frage kann mit einem klaren „Ja“ beantwortet werden! Vielleicht lässt es Gott nicht ganz so „krachen“ wie damals zur Tempeleinweihung. Aber trotzdem dürfen wir immer wieder seine Gegenwart erleben. Sein „Blitz“ kann uns beispielsweise während einer Predigt genau ins Herz treffen oder Gott zeigt sich in den Gedanken oder er sendet Menschen zu uns, die wir dann als ein Geschenk des Himmels bezeichnen. Gott möchte JEDEN treffen! Nur tut er dies auf seine Weise. Hat Gottes „Blitz“ dich auch schon getroffen?

Seraphine Martin aus Schneeberg

Freitag, 12. September | Höre es im Himmel | 2. Chronik 6,22-42

Sommerandacht

>>> 2. Chronik 6,22-42 >>>

Wenn jemand zu Unrecht beschuldigt wird, andere belogen, bestohlen oder ihnen in irgendeiner anderen Form geschadet zu haben,
dann schaffe Gerechtigkeit, Herr, und verhilf ihm zu seinem Recht.

Wenn zwei Menschen streiten und sich gegenseitig beschimpfen und mit Worten verletzen,
wenn sie dann ihre Taten bereuen, sich versöhnen und dich gemeinsam loben,
so höre du es im Himmel!

Wenn jemand seine Mitmenschen hintergeht und betrügt und dann seine Fehler erkennt, es ihm Leid tut und er es wiedergutmachen will,
schenke du ihm dein Ohr, Herr!  Vergib ihm seine Schuld, schärfe seinen Verstand und zeige ihm einen Weg, wie er das Vertrauen seiner Freunde wiedergewinnen kann.

Wenn in einem Land die Erde bebt und Häuser Menschen unter sich begraben,  
wenn ein Taifun über eine Insel stürmt,  
wenn der Regen das Land und die Keller in den Städten und Dörfern überflutet,
wenn unter den Menschen Kriege ausbrechen
– wenn also die Welt von Katastrophen getroffen wird,
dann höre du im Himmel die Gebete der Menschen. Höre die Schreie aller, die deine Hilfe brauchen und sei mit deiner Kraft bei ihnen.

Wenn Menschen unterschiedlicher Herkunft erkennen, dass ihr Glaube an dich sie wie Schwestern und Brüder vereint und sie dich gemeinsam loben,
so höre es im Himmel. Setze ihre Bitten in die Tat um, damit alle Menschen sehen, dass du mitten unter ihnen bist.

Wenn Menschen unterdrückt, gefangen genommen und gefoltert werden, weil ihr Glaube nicht akzeptiert wird und sie dennoch daran festhalten,
dann erkenne du im Himmel ihr Leid und schenke Ihnen die Kraft, ihre Not zu ertragen.

Wenn sie jedoch glauben, besser als andere zu sein;
wenn sie Menschen anderer Herkunft und Kultur verspotten und vertreiben,
wenn sie andere, die ihre Heimat verlassen und in einem neuen Land auf ein besseres Leben hoffen auf dem offenen Meer ertrinken und verdursten lassen, weil sie befürchten, dass die Neuankömmlinge ihren Alltag durcheinander bringen und ihnen Arbeitsplätze wegnehmen wollen,
dann höre du es im Himmel.  
Wenn sie ihre Fehler einsehen und sagen: „Wir haben vieles falsch gemacht und uns anders verhalten als du, Herr, es dir wünschst“,  dann vergib ihnen.
Gib ihnen Hoffnung, wenn sie selbst an einem Ort fremd sind und sich nach dir sehnen.
Zeige ihnen, wie sie dich, Herr, finden können und schaffe einen Anlaufpunkt, an dem sie dir nahe sein können.
Vergib uns, wenn wir uns von dir entfernen.

Höre unsere Gebete und schenke uns deine Gegenwart zu jedem Zeitpunkt, Herr. Zeige uns immer wieder aufs Neue, dass wir auf dich hoffen dürfen, damit wir einander auch in schwierigen Zeiten Trost und Mut zusprechen können.
Jeder soll deine Nähe und Liebe erkennen und sich daran freuen.

Benjamin Frank, Annaberg-Buchholz

Donnerstag, 11. September | Die Freiheit Gott zu loben | 2. Chronik 6,1-21

Sommerandacht

>>> 2. Chronik 6,1-21 >>>

Liebe Oma!
Heute haben wir in der Kirche die Einweihung des neuen Kirchenraumes gefeiert. Seit langer Zeit haben die Erwachsenen daran gebaut, und Mama sagt, es wurde viel Geld hineingesteckt. Der Gottesdienst war ganz besonders: alle waren schick angezogen und so fröhlich. Es gab ganz viele Lieder, und sogar wir Kinder durften den ganzen Gottesdienst da bleiben. Als der Pastor dann geredet hat, war die Gemeinde ganz still. Erst fand ich es etwas langweilig als er diesen langen Text aus der Bibel vorgelesen hat, aber dann hat er angefangen von seiner Arbeit in Saudi-Arabien zu erzählen. Stell dir mal vor, die Menschen dort werden mit Gefängnis und sogar Tod bestraft, wenn sie von Gott erzählen. Sie dürfen gar nicht in die Kirche gehen oder die Kirchen werden zerstört. Das alles hat mich sehr traurig gemacht. Und dann war ich plötzlich sehr froh, dass ich hier in Deutschland leben darf. Der Pastor hat gesagt, dass es eine große Ehre ist und ein Segen Gottes, dass wir heute seine Kirche einweihen dürfen, dass wir laut beten dürfen oder sogar singen und lachen, und dass ich morgen in der Schule meinen Freunden davon erzählen kann, wie toll die neuen Räume geworden sind. Wir haben dann noch eine ganze Minute still dagesessen und an die gedacht, die so eine Kirche nicht haben können, und ich war fast ein bisschen traurig. Aber dann hat der Chor angefangen zu singen und wir haben alle mitgesungen, und im Anschluss gab es noch ein riesen Kuchenbuffet – es gab auch Erdbeerkuchen, mein Lieblingskuchen.
Papa hat dann auf dem Heimweg gesagt, dass er die Geschichte aus der Bibel nun besser verstehen kann. Salomo war der, der bei der Einweihung von dem Tempel damals geredet hat und er war total dankbar, dass er für Gott einen solchen tollen Tempel bauen konnte. Echt schade, dass du nicht dabei sein konntest. Ich freu mich schon auf den nächsten Besuch bei dir, dann kann ich dir Bilder von unserer neuen Kirche zeigen.

Liebe Grüße
Deine Marie


Etwas zum dankbar sein...
Wenn du Nahrung im Kühlschrank, Kleidung auf dem Leib, ein Dach über dem Kopf und einen Schlafplatz hast...
bist du reicher als 75 % dieser Welt.
Wenn du Geld auf der Bank, in deiner Brieftasche oder auch nur irgendwo herumliegen hast…
gehörst du zu den Top 8 % der Reichen dieser Welt.
Wenn du heute Morgen gesund aufgewacht bist...
geht es dir besser als der einen Million, die diese Woche nicht überleben werden.
Wenn du nie die Gefahr eines Krieges direkt um dich herum erlebt hast, die Einsamkeit einer Gefangenschaft, den Schmerz von Folterung oder das Elend von Hunger...
geht es dir besser als 500 Millionen anderer Menschen in dieser Welt.
Wenn du an einem Gottesdienst teilnehmen kannst ohne die Furcht, verfolgt, bedroht, verhaftet, gefoltert oder getötet zu werden...
bist du gesegneter als 3 Milliarden anderer Menschen in der Welt.
Wenn deine Eltern noch leben und immer noch verheiratet sind...
gehörst du zu den Seltenheiten, sogar in Deutschland.
Wenn du diese Zeilen lesen kannst...
bist du gesegneter als über 2 Milliarden Menschen in dieser Welt, die gar nicht lesen können.
(Verfasser unbekannt)

Anne Richter (Kirchheim unter Teck)

Mittwoch, 10. September | Den Tempel einweihen | 2. Chronik 5,1-14

Sommerandacht

>>> 2. Chronik 5,1-14 >>>

Der Neubau steht, und alle Vorbereitungen für das große Fest sind getroffen. Es gibt mehr als genug zu Essen. Das Geschirr ist poliert. Der Boden glänzt, und selbst in den Ecken findet sich kein Krümel mehr. Alle sind gekommen. Die Band steht auf Position. Jeder weiß, was er zu tun hat. Alle haben sich schick gemacht. Das Inventar hat noch keine Gebrauchsspuren. Heute wird alles eingeweiht. Die Vorfreude ist groß. Aber das Wichtigste fehlt noch.

Aber: Was macht das Wichtigste aus? Eine schnöde Kiste? Pardon, Massivholz mit zwei Steintafeln darin, was für eine Plackerei.
Das wahrlich Besondere liegt an der Erinnerung an die Bedeutung des Inhaltes. Damals, als Mose direkt von Gott die Worte erhalten hat, die er dann auf die Steintafeln schrieb. Die Nachricht in Stein gemeißelt. Heute würden wir sagen: Schwarz auf Weiß. Deutlicher geht es nicht. Also: Die Lade kommt, und alles folgt seiner Ordnung. Bis Gottes Gegenwart spürbar wird. Es bleibt nicht bei dem Symbol der Lade für Gottes Gegenwart. Gott selbst zieht ein. Er beansprucht den Raum für sich. Und dann geht alles etwas anders als geplant weiter. Aber keiner stört sich daran. Die Musik ist wunderschön und verschmilzt zu einer Einheit im Loben und Danken. Gott, dem Schöpfer, die Ehre zu geben geschieht in aller Öffentlichkeit. Das bedeutet: Hier ist Leben! Denn Tote loben Gott nicht.

Und heute? Wie unwahrscheinlich ist es doch, dass ein Zettel vom Himmel fällt, auf dem der persönliche nächste Schritt steht. Und wo nimmt Gott überhaupt Wohnung? Ich werde fündig in den Korintherbriefen. Dort wird beschrieben, dass der Heilige Geist, also Gott selbst, in uns, der Gemeinde, wohnt. Sogar, dass der Körper eines Menschen als Tempel für den Heiligen Geist dient.

Ich möchte es wagen, hier eine Parallele zu ziehen. Was kann wohl alles passieren, wenn ich Gott einlade Einzug zu halten? Ihm den Raum zugestehe, der ihm zusteht, weil ich ihn als Gott anerkenne? Ich denke, dass es mehr Ordnung in mein Leben bringt. Es gibt eine wichtige Sache und alles andere fügt sich da ein. Vielleicht auch mal etwas anders als geplant. Vielleicht auch mit Mühen verbunden. Und das bringt mich wieder dazu, Gott zu loben und ihm zu danken. Daraus folgt, dass ich für andere sichtbar lebendig werde. In dem Moment, in dem ich nachlasse, Gott die Ehre zu geben, werde ich geistlich leblos und kann auch kein Zeugnis für Gott sein.

Wie ist es bei dir? Wohnt der Heilige Geist in dir? Wie hat er Einzug gehalten? Ist es nötig mal wieder Großputz zu machen und ein Fest zu feiern?

Annegret Jeser, Hamburg-Harburg

PS: Zu meiner Gliederaufnahme und dem damit verbundenen Bekenntnis habe ich viele Freunde und Bekannte eingeladen. Leider waren dann nur sehr wenige dabei, aber ich bin froh darüber, daraus ein Fest gemacht zu haben. Jetzt mehr denn je.

Dienstag, 9. September | „…an deinem Segen ist mir mehr gelegen als an Gold!“ | 2. Chronik 3,1-17

Sommerandacht

>>> 2. Chronik 3,1-17 >>>

Neun Mal das Wort „Gold“ in einem Textabschnitt. In dem Text, ohne ihn vorher zu lesen, wird es wohl um etwas Wertvolles gehen.
Und tatsächlich: Es geht um etwas Wertvolles - um den Tempelbau unter Salomo.
Man merkt schnell, wie wichtig der Tempelausbau war, denn es sind exakte Werte angegeben und genau beschrieben, welche Materialien verwendet worden.

„Und den großen Raum verkleidete er mit Wacholderholz, und er verkleidete es mit gutem Gold.“ (Elberfelder Studienbibel, 2. Chronik 3,5)
„Und er machte im Haus des Allerheiligsten zwei Cherubim, eine Bildhauerarbeit. Und man überzog sie mit Gold.“ (Elberfelder Studienbibel, 2. Chronik 3, 10-11)
Was kann man aus den beiden Versen erkennen? Vielleicht, dass man keinen blassen Schimmer hat, was Wacholderholz ist (Wacholder ist ein strauchförmiges Gewächs, welches hauptsächlich auf der Nordhalbkugel vorkommt und hat, wenn man Google glauben mag, eine gleichmäßig dichte Struktur und eine schöne Farbe) oder dass in diesen beiden Versen schon zweimal das Wort „Gold“ gefallen ist?!
Was ich für mich aus diesem Text erkannt habe, ist, dass der Tempelbau wirklich ein wichtiges Ereignis war. Sonst hätte man diesen nicht so ausführlich beschrieben und jedes Detail aufgegriffen. Alle Maße sind exakt angegeben. Außerdem war es nicht gerade unwesentlich, dass für den Bau die bestmöglichsten Materialien genutzt wurden, die zur Verfügung standen: Gold, Wacholderholz, Edelsteine. Die Cherubim (übrigens acht Mal im Text), die sich im Haus Gottes befinden, kann man als Wächter verstehen, sie passen auf das Allerheiligste auf. Diese kann man sich als überirdische Wesen vorstellen, die hier im Text eher menschenähnlich sind und Flügel besitzen. Auch der Ort, an dem der Tempel gebaut wurde, ist nicht wahllos. Salomos Vater David hat die Stelle bestimmt, weil ihm dort der Herr erschienen ist (-> 1. Chronik 21).  
Man hat versucht, Gottes Herrlichkeit Ausdruck in seinem Haus zu verleihen, in dem man nur das Beste verwendet hat und nichts einfach so gemacht hat. Alles hatte seinen Plan. Man hat ein sichtbares Zeichen für die Verehrung des Herrn gesetzt.
Trotzdem kann man mit keinen Materialien der Welt Gott 100% beschreiben. Er wird immer besser, perfekter und größer sein, als wir uns das jemals vorstellen können.
Doch um das irgendwie auszudrücken, eignen sich Vergleiche immer gut. Und damit wären wir wieder bei dem schönen Gold.

„Herr, an deinem Segen ist mir mehr gelegen als an Gold. auf deinen Wegen will ich gehn.
Herr, an deinen Wegen ist mir mehr gelegen als an Gold. mit deinem Segen will ich gehn.“
(Samuel Harfst: „Wege vor mir“)

Saskia Rüdiger, Zwönitz