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Sommerandachten 2016

Das war's!

Sommerandachten 2016

Das war's mit den Sommerandachten für dieses Jahr!

Wir freuen uns schon, dass Du nächstes Jahr wieder am Start bist und die Sommerandachten liest!
Bis dahin wünschen wir Dir Gottes Segen!

Montag, 12. September | VORSICHT! ZERBRECHLICH! | Jeremia 15, 10-21

Sommerandacht - Vorsicht! Zerbrechlich!

>>> Jeremia 15, 10-21 >>>

Wer kennt ihn nicht, diesen Schriftzug auf einer Umzugskiste? Solch ein Karton braucht während eines Umzugs besondere Beachtung. Wäre ja schon blöd, wenn auf einer Kiste mit Gläsern drin zehn Bücherkisten darüber gestapelt werden. Dann kann man sich wohl gleich auf den Weg zu IKEA machen, um sich neu einzudecken …
„Vorsicht zerbrechlich“: davon berichtet auch der heutige Bibellesetext. Jeremia ist am Ende. Absolut durch, der Kerl. Erschöpft, enttäuscht vom Leben, erschüttert.
Er hat niemandem etwas zuleide getan, hat sich bei den Menschen nicht schuldig gemacht, hat stets versucht, aufrichtig zu leben. Und doch wird er von jedem verflucht (V11).
Jeremia hat keine Freunde, niemanden, der zu ihm steht, der mit ihm Zeit verbringen will, sein Leben mit ihm teilt. Und das alles nur, weil er diesen Job hat. Prophet. Beauftragt, Gottes Zorn zu verkündigen. Super.
Jeremia will nicht mehr. Er mag nicht mehr. Aus ihm spricht nur noch Groll und Wut. Und seine anfängliche Klage vor Gott wandelt sich zu einer Anklage gegen Gott: Er fühlt sich von Gott ungerecht behandelt, er sieht keinen Sinn mehr in seiner Arbeit und seinem Tun, wenn ihm alles genommen wird, was ihm lieb ist.
Gott noch ehren? Ihm weiterhin dienen? Auf keinen Fall.
„Vorsicht zerbrechlich.“ – So könnte man Jeremias seelischen Zustand, sein ganzes Sein bezeichnen. Selbst der härteste Prophet ist auch nur ein Mensch. Möglicherweise zwingen einen irgendwann einmal die Lebensumstände in die Knie. Nein, alles kann man nicht immer ertragen.
Und alles muss man nicht immer ertragen. Jeremia hat für diesen Moment aufgehört zu kämpfen. Er ist vor Gott, zerbrechlich und enttäuscht, hoffnungslos und wütend. Jeremia klagt, was das Zeug hält. Und das ist gut so.
Manchmal muss man sich alles von der Seele reden, seinen Gefühlen freien Lauf lassen, Fragen stellen ohne gleich Antworten zu wollen. Jeremia aber ertränkt seinen Frust nicht in einer Kneipe oder schlägt etwas zusammen, sondern geht damit zu Gott. Er lässt alles raus bei dem, der ihm das Leben geschenkt hat und der ihn in seinen Dienst rief.
Und Gott? – Ist da. Hört Jeremia zu. Hört sich seine Klage an. Lässt ihn anklagen. Lässt ihn weinen. Lässt ihn wütend sein. Und geht sorgsam mit diesem zerbrechlichen Menschen um.
Gott verwirft Jeremia nicht, obwohl er ihn aufs Schärfste verurteilt. Er bleibt ihm liebend zugewandt und rückt zum Schluss seine verlorengegangene Perspektive wieder zurecht. Denn Jeremia beginnt, sich wieder zu erinnern: „Dein Wort ward meine Speise, sooft ich’s empfing, und dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost; denn ich bin ja nach deinem Namen genannt, Herr, Gott Zebaoth.“
Jeremia bleibt der Prophet Gottes. Trotz dass Gott ihm kein besseres Leben verspricht. Was Gott aber getan hat, ist, den Rückweg zu ihm aus seiner tiefsten Krise zu bahnen und ihm seine Gegenwart zu versichern. Das erscheint zwar irgendwie wenig, ist aber doch irgendwie alles.

„Vorsicht zerbrechlich.“

Jeremia ist mir ein Vorbild. Er hat den Mut, zerbrechlich zu sein, seine Verzweiflung zuzulassen und sie an Gott zu richten. Und manchmal braucht es wohl diesen Moment, um erneut Gottes Wort hören zu können und sich für seine Gegenwart zu öffnen.

Annegret Jende, Pfarrerin EMK Eschlikon, Schweiz

Sonntag, 11. September | Oh mein Gott! | Psalm 140

Sommerandacht

>>> Psalm 140 >>>

So ein Psalm im Urlaub? Wer hat sich denn das ausgedacht? Denkt ihr gerade so, wenn ihr das lest? Wenn ja, dann geht es euch genauso, wie mir, die ich diesen Psalm vorbereite. Ich habe ihn hin und hergewälzt, ihn weggelegt und nach einem Austausch gesucht. Aber irgendwie lässt er mich nicht los. Und ja, warum nicht dieser Psalm? Nur weil Urlaubszeit ist, bedeutet es ja nicht, dass alle Welt in Urlaubsstimmung ist. Das jeder und jede am Strand in der Sonne liegt und umgeben ist von Menschen, die es gut meinen. Oder von Aufgaben, die sich leicht lösen lassen. Vielleicht spricht euch dieser Psalm ja viel eher aus dem Herzen und ihr fühlt euch diesem Betenden besonders nahe.
Obwohl, es ist schon ganz schön starker Tobak, der hier vor uns aufgeschrieben steht. Ich möchte nicht gerne tauschen mit jemandem, der so schlechte Erfahrungen mit Menschen und mit Leben überhaupt macht. Aber, nur weil ich das nicht möchte, gibt es diese Erfahrungen. Es gibt Menschen, die genau das erleben, wovon der Psalm spricht: Gewalt, Verleumdung, Streit.
Der Beter steht aber nicht allein da. Er hat das Glück, Gott zu kennen. Und nicht nur zu kennen, sondern er kann in tiefster Not und schwärzester Stunde bekennen: „Du bist mein Gott!“ Du bist mein Schutz. Gott, Dir vertraue ich. Er vertraut darauf, dass Gottes Handeln immer ein Handeln zum Guten ist. Gott steht über den Bosheiten und Gewalttaten der Menschen. Was für ein kostbarer Gedanke! In all unserer Verletztheit und Angst, in allem Zweifel und Streit können wir zu Gott kommen. Zu ihm, wie zu einem Vater, der Schutz bietet; wie zu einer Mutter, die tröstet.
Sich Gott nahe zu wissen, Gott anrufen zu können, Gott zu vertrauen – das sind Streiflichter, die ins Dunkel des Lebens leuchten können. Die das Dunkel erhellen, wo wir nur schwarz sehen. Wenn wir Gott auf unserer Seite wissen, dann gibt es guten Grund auf Hilfe zu hoffen, dann gibt es guten Grund nicht zu verzweifeln.
Aber wir sind Menschen und es tut gut und befreit, Luft abzulassen. Den Anderen, die uns ängstigen, die Pest an den Hals zu wünschen. Das ist unsere menschliche Art mit den dunklen Erfahrungen umzugehen. Das ist vielleicht nicht schön, aber es ist in Ordnung. Nur – Gott ist anders. Gott schlägt nicht mit menschlichen Waffen zurück. Wir können Gott unsere Wut übergeben, weil wir wissen, dass sie bei ihm gut aufgehoben ist. Auch, wenn Gottes Hilfe oft anders aussieht, als wir uns das vorstellen und wünschen.
Wir leben hier in dieser Welt. Gott lebt mit uns in dieser Welt. Und Gott sieht uns – bei allem und in allem. Und das ist gut so.
Wir haben ein Gebet, dass allen Dank, alle Sorgen und Ängste aufnimmt. Ein Gebet, dass unser Leben umfasst – egal ob glücklich und entspannt im Urlaub oder voller Angst vor dem nächsten Tag. Das Vater Unser ist ein Gebet für jeden und jede und für jeden Tag:

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

Christine Meyer-Seifert, Chemnitz

Samstag, 10. September | Ignoriert Gott die Menschen? | Jeremia 14, 1-16

Sommerandacht

>>> Jeremia 14, 1-16 >>>

Also wenn man diese ersten Verse dieses Kapitels so liest, dann kann man schon mal die Frage in den Mund nehmen, wo Gott ist und warum er seinem Volk nicht helfen will? Die beschriebenen Zustände im Lande Israel scheinen schlimm zu sein, ja katastrophal! Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass Jeremia hier versucht, Gott gnädig zu stimmen, um seinem Volk zu helfen. Und nicht nur das: Er gesteht Gott sogar die Schuld, die das Volk auf sich geladen hat: „ Ach, HERR, wenn unsre Sünden uns verklagen, so hilf doch um deines Namens willen! Denn unser Ungehorsam ist groß, womit wir wider dich gesündigt haben!“ Also Sündenbekenntnis, Apell an Gottes Gnade, sollte das nicht reichen, Gott umzustimmen? Kommt dir das bekannt vor? Also mir schon! Wie oft denke ich, dass Gott mir jetzt ruhig mal helfen könnte, wenn es mir schlecht geht, oder ich in Problemen stecke. Naja und dann fallen mir schon ein paar Sachen ein, die ich vielleicht nicht richtig gemacht habe und welche ich jetzt mal vor Gott legen könnte, okay! Also gesagt, getan. Ich bete kurz, sage Gott, was ich so falsch gemacht habe und das muss dann aber auch reichen! Und was passiert dann? Schauen wir nochmal auf die Geschichte ...
Ende gut, alles gut. Gott hilft seinem Volk, weil es seine Fehler bekannt hat und sie bereut ... aber nein, genau das passiert nicht! Gott lässt sich nicht umstimmen, nicht einmal, als Jeremia auf die falschen Propheten verweist, die dem Volk ja einreden, dass alles besser wird, sie in Frieden leben werden und alles gut wird. Doch nichts passiert. Im Gegenteil. Wenn wir die Geschichte Israels weiter verfolgen, werden wir feststellen, dass die falschen Propheten leider unrecht hatten. Das Volk wird verschleppt und muss lange in Gefangenschaft im Exil leben. Es ist also noch schlimmer als vorher. Doch wo bleibt das Happy End? Welchen Sinn kann dieser Text für mich haben? Will Gott mir etwa auch nicht helfen, wenn ich mich durch schwere Zeiten schleppen muss?
So einfach ist es nicht. Gott will helfen, ja, aber manchmal geht es über das Helfen hinaus. Manchmal sollten wir uns erst bewusst werden, in welcher Situation wir uns befinden und wie wir da hinein gekommen sind. Und ganz ehrlich: Oft ist das Ergebnis des Nachdenkens, dass wir Gott etwas aus den Augen verloren haben. Das passiert mir ganz oft, wenn es im Leben gerade gut läuft. Dann scheinen die anderen Dinge wichtiger als Gott. Doch wenn es dann wieder ein bisschen bergab geht, sind wir schnell dazu geneigt, Gott zu fragen, warum er nicht hilft, oder uns vielleicht sogar ignoriert. Dabei könnte er uns doch dieselbe Frage stellen: „Kind, warum hast DU MICH in der letzten Zeit ignoriert?“
Stell dir heute diese Frage, welche Rolle Gott momentan in deinem Leben spielt. Und vielleicht willst du mit ihm darüber reden. Er wird auf jeden Fall zuhören. Und nein, es muss nicht schlagartig alles besser werden, aber Gott ist mit dir!

Stephan Lorenz, Schwaig bei Nürnberg

Freitag, 9. September | Das Gleichnis vom verdorbenen Gürtel - oder so | Jeremia 13, 1-11

Sommerandacht

>>> Jeremia 13, 1-11 >>>

Das ist doch ein Gleichnis, oder? Gleichnisse stehen doch eigentlich meistens im Neuen Testament und werden von Jesus erzählt. Damit wir Menschen irgendwas Kompliziertes verstehen, wird etwas in Bilder gepackt und ist so einfacher für uns zu begreifen. Dieses Gleichnis kenne ich nicht – ist mir noch nicht unter gekommen. Und wenn das einfach erklärt sein soll, dann scheint da was wirklich Kompliziertes dahinter zu stecken, oder ich bin … … … Also es scheint kompliziert zu sein. :-)
So, mal Stück für Stück: Gott bittet Jeremia einen speziellen Gürtel zu kaufen. Jeremia macht das. Gott hat es ihm schließlich gesagt. Kaum hat Jeremia den Gürtel angelegt, soll er weit, weit weg gehen und ihn verstecken. Aaaaaaha … Aber da es ja Gott ist, der da spricht und Jeremia ein gläubiger Mensch, tut er auch das - ohne so richtig zu wissen warum. Er geht den weiten Weg wieder nach Hause und nach ein paar Tagen sagt Gott ihm, er solle nun schon wieder losgehen und den Gürtel holen. Also spätestens jetzt hätte es mir gereicht. Ich hätte mal nachgefragt wieso ich das alles auf mich nehmen soll: die weite Reise, die Mühen, die Zeit. Soll Gott mir halt erklären, was er meint. Ich würde auf Antworten pochen! Aber unser guter alter Jeremia geht brav und gräbt seinen Gürtel aus. Und – Überraschung – er ist verdorben, kaputt, zu nichts mehr nütze. Fragen, was das alles soll, muss Jeremia jetzt nicht mehr, Gott sagt es ihm gleich: Gott ist sauer. Er wirkt sogar ein bisschen eifersüchtig. Gott hat sich sein Volk auserwählt und es an sich gebunden wie einen Gürtel. Es ist ihm also ganz nah. Näher geht ja gar nicht. Und was macht sein Volk? Es reißt sich los. Es giert nach anderen Göttern. Es entfernt sich von Gott und muss deshalb auch verderben. Weil ein Gürtel nur sinnvoll ist, wenn er an einer „Person“ hängt.
Bisschen kompliziert ist die ganze Geschichte also schon. Obwohl ich eher das Wort „komplex“ benutzen würde. In diesem Gleichnis stecken echt viele wichtige Aussagen. Zwei wichtige Aspekte nehme ich mir aus der Geschichte mit, ihr findet bestimmt noch mehr.
Erstens muss ich nicht immer verstehen, was Gott mit mir für Wege geht. Mein Weg mit ihm, mein Lebensweg, kann furchtbar sinnlos wirken und hin und her und vor und zurück führen. Am Ende wird Gott mir zeigen, wofür die ganzen Schritte nötig waren. Vielleicht hilft es mir später einmal, Schweres erlebt zu haben. Oder vielleicht hilft es Anderen, wenn ich eine Wegstrecke mit ihnen gehe, die für mich wie ein Umweg scheint.
Zweitens finde ich es großartig, dass Gott sich hier so menschlich zeigt und uns Menschen zu brauchen scheint. Wir Menschen binden auch immer wieder andere an uns, wie einen Gürtel, und sind traurig, wenn sie wieder gehen. Gott will uns Menschen als Gegenüber haben. Er möchte Gemeinschaft mit uns haben. Er möchte gemeinsam mit uns unterwegs sein. Ich kann dazu „Ja“ oder „Nein“ sagen. Ich kann entscheiden, ob ich das möchte oder nicht. Aber Gott ist der, der den ersten Schritt gemacht hat - der auf jeden Fall unsere Freundschaft und Liebe will. Niemals will er fern von uns sein. Das Angebot steht.

Maria Keck – Dresden Immanuel

Donnerstag, 8. September | Geh ich oder geh ich nicht. | Jeremia 12, 1-6

Sommerandacht

>>> Jeremia 12, 1-6 >>>

Jeremia befindet sich in einer schweren Situation. Das Land, in welchem er lebt, zusammen mit Gottes Volk wird von allen Seiten angegriffen, und es scheint, als würde es denen, die gottlos sind, viel besser gehen, als seinem eigenen Volk.
Ich möchte die Situation, in der Jeremia sich befindet, mit einer Situation vergleichen, welche im ersten Moment vielleicht ein wenig banal zu seinen scheint, aber eine Situation ist, welche du wahrscheinlich kennst.
Stell dir vor es ist Samstagabend. Du sitzt zuhause und überlegst, was du noch machen kannst. Morgen ist wieder Gottesdienst um 10:00. Vielleicht machst du die Sonntagsschule. Vielleicht auch nicht. Dein Handy vibriert. Du schaust darauf, und es ist eine Nachricht von deinen Freunden. Sie fragen, ob du dabei bist, heute Abend noch ‘was zu starten. Du schaust auf die Uhr. Es ist 22:30. Dein Handy vibriert wieder. Ein Bild mit einer Flasche Bier ist zu sehen, im Hintergrund deine Freunde. Sie lachen. Du entscheidest dich, nicht hinzugehen, denn morgen musst du im Vergleich zu den anderen früh raus.
Vielleicht bist du sauer. Warum haben die, die nicht glauben, es so gut. Ich denke hier tut Jeremia etwas, was wirklich beeindruckend ist, denn obwohl er sehr sauer ist, zweifelt er nicht an Gott. Im ersten Vers sagt er, dass er weiß, dass es nichts bringen würde, ihn anzuzweifeln, weil er weiß, dass Gott einen Plan hat.
Für mich ist dies eine der wichtigsten Stellen im Text, denn Gottes Pläne sind halt einfach so genial, dass wir sie niemals verstehen werden. Wir denken vielleicht an dem Abend, wie schade es ist, nicht dabei zu sein, aber wir wissen nicht, wie schön der Gottesdienst werden könnte. Vielleicht ist es eine tolle Predigt, die dich sehr bewegt oder einfach eine schöne Gemeinschaft.
Doch Gott geht sogar mit seiner Antwort noch ein Stück weiter:
„Wenn es dich müde macht, mit Fußgängern zu gehen, wie wird es dir gehen, wenn du mit Rossen laufen sollst? Und wenn du schon im Lande, wo keine Gefahr ist, Sicherheit suchst, was willst du tun im Dickicht des Jordans?“ (Vers 5) Er zeigt Jeremia, dass noch viel schwerere Phasen auf ihn zukommen werden. Also wenn ich in seiner Situation gewesen wäre, weiß ich nicht, ob ich noch weiter auf Gott vertrauen könnte. Ich denke, Jeremia zeigt, dass es immer Sinn hat, auf Gott zu vertrauen, auch wenn uns Dinge teilweise unfair vorkommen und wir uns fragen, ob es wirklich so viel bringt, auf ihn zu vertrauen. Ich denke aber auch, dass, wenn wir am Glauben festhalten, wir wunderschöne Erfahrungen mit ihm machen, denn Gottes Pläne sind halt einfach größer, als dass wir sie verstehen könnten.

Nora Onnen, Hamburg

Mittwoch, 7. September | Sich einer Sache rühmen | Jeremia 9, 22-23

Sommerandacht

>>> Jeremia 9, 22-23 >>>

Was bedeutet das überhaupt? Ruhm und Stolz sind zwei Dinge, die Hand in Hand miteinander gehen. Wenn man sich einer Sache rühmt, dann ist man auf diese stolz, vielleicht erzählt man sie anderen Menschen, seinen Freunden oder der Familie. Es kann auch sein, dass man bei diesem Rühmen beginnt anzugeben. Denn was man da geschafft hat, ist etwas Tolles, etwas, worauf man stolz sein kann.
Wie oft läufst du durch den Tag und rühmst dich deiner Taten? Wie häufig erzählst du anderen, was du wieder Gutes in der Schule oder im Sportverein gemacht hast? Wie oft erinnerst du dich an Dinge, auf die du stolz bist und die du gut gemacht hast? Wie oft hast du deiner Familie oder Freunden etwas von dir erzählt, worüber du glücklich bist. Ich habe mein ganzes Leben lang stolz die Dinge erzählt, bei denen ich das Gefühl hatte, dass ich sie gut oder sogar noch besser gemeistert hatte.
Gute Noten in der Schule, eine Bestzeit im Sport, ein Musikstück perfekt spielen, modisch gut gekleidet zu sein, möglichst cool bei Freunden und vor allem bei den Mädels ankommen – das alles sind Beispiele, die in unserem Alltag eine wichtige Rolle spielen. Sie betreffen uns ganz individuell. Durch diese Herausforderungen entwickeln wir uns und bilden unsere Persönlichkeit.
Nun schreibt Jeremia in seinem Text: ein Weiser, ein Starker ein Reicher, rühme sich nicht … (22). Diese Personen sind Beispiele für die Sachen, auf die wir in unserem Leben stolz und glücklich sind. Sondern wer sich rühmt, rühme sich dessen: Einsicht zu haben und mich zu erkennen, dass ich der HERR bin (23). Man soll sich selber also nicht rühmen? Man soll nicht stolz sein auf vollbrachte Taten? Man soll nicht anderen erzählen, was man Gutes gemacht hat? Das ist eine echte Herausforderung! Es ist ganz natürlich froh, glücklich und stolz auf sich zu sein und vor allem auch gesund, denn so kann man sich selber besser annehmen und akzeptieren. Doch Gott möchte noch etwas anderes von uns. Gott möchte, dass wir ihn erkennen als denjenigen, der unsere Taten und alles, was wir sind, ermöglicht und vollbracht hat.
Ich wünsche Dir, dass du die Bibel liest und Gottes unglaubliche Werke am Menschen siehst. Er hat uns erschaffen als etwas Wundervolles und Perfektes, doch wenn wir ihn nicht erkennen, wenn wir nicht anfangen, ihm zu vertrauen, und ihm folgen, dann verblasst unsere Schönheit und unsere Perfektion. Wir müssen einsehen, dass wir ohne Gott und seinen Sohn niemals eine Leistung hätten vollbringen können. Es gibt nichts auf der Welt, was Gott nicht weiß, nicht gesehen hat und nicht zugelassen hat. Und deswegen sollen wir erkennen, dass nicht wir alleine die Leistungen erreicht haben, sondern dass Gott sie gelenkt hat. Diese Erkenntnis kann dir auch eine unheimliche Erleichterung verschaffen. Du stehst vor Herausforderungen nicht alleine da, sondern Gott ist bei dir, er sieht, was du tust und hilft dir. Er ließ dich ruhig werden vor der Englisch-Arbeit und gute Gedanken fassen. Er regelte deine Nervosität und dein Adrenalin, als du den Elfmeter halten solltest. Er ließ dich in die richtige Torecke springen …
Gott ist froh darüber, wenn du Sachen tust, auf die du von ganzem Herzen stolz bist. Und wir brauchen diese Dinge auch, um uns selber akzeptieren zu können. Wir dürfen stolz und glücklich darauf sein. Doch wir sollen uns nicht damit rühmen. Wir sollen nicht angeben mit dem, was wir vorweisen können, denn ohne Gottes Beisein hätten wir nichts geschafft. Alles haben wir Gott zu verdanken. Und aus diesem Grunde schreibt der Prophet Jeremia, dass Gott ihm aufgetragen hat, uns zurechtzuweisen. Nicht unsere Taten rühmen, sondern Gott danken und loben für die wundervollen Sachen, die uns passiert sind.
Denn wenn du genau darauf achtest, erkennst du Gott im winzigsten Augenaufschlag von dir. Dann merkst du, dass Gott sogar deine Atmung bewacht und regelt.

Maria Stracke aus Wuppertal

 

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