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Sommerandachten 2018

Montag, 20. August | Licht an! – oder aus?

Sommerandachten 2018

>>> 1. Johannes 2, 7-11

Ich bin mir sicher, du kennst eine solche oder eine ähnliche Situation.
Du bist in einem Gottesdienst, Hauskreis oder einer Jugendstunde,… . Christen und Christinnen kommen zusammen. Eine „Gemeinschaft der Heiligen“. Bloß fühlt es sich nicht so heilig an. Es gibt Streit über die Lobpreiszeit. Oder eine kleine Gruppe stört, was die Predigerin sagt, die nächsten können mit der Frömmigkeit nichts anfangen und die nächsten sprechen den anderen eine lebendige Beziehung zu Jesus ab. Und mittendrin stehst du – manchmal aktiv und manchmal passiv.

Was macht das mit dir? Mit uns? Mit Außenstehenden?

Diese Andacht soll kein Plädoyer für Nächstenliebe sein. Sie soll uns an die Worte des Johannesbriefes erinnern. In Kapitel 2 Verse 7-11 (bitte nachlesen) werden wir daran erinnert, dass es Licht und Dunkelheit gibt. Als Gottes Kinder haben wir den Auftrag, Licht in die Welt zu bringen. Gerade als Brüder und Schwestern in einer Gemeinde. Wir sind das Aushängeschild für Außenstehende, die Jesus noch nicht kennen. Wenn diese Menschen mitbekommen, dass in der Gemeinde genau so viel Missgunst, Streit und Hass sind wie überall, dann bringt sie das Gott nicht näher.
Wir sind berufen, unseren Glaubensgeschwistern mit Liebe zu begegnen, um das Licht weiterzutragen. Das kann manchmal richtig schwer sein! Hinzu kommt, dass wir alle Sünder und Sünderinnen sind und bleiben. Im Bibeltext steht ja auch nicht – dass wir uns nicht streiten dürfen. Gegen einen Streit, nach Jesu Vorstellungen gibt es auch nichts einzuwenden. Wenn sich andere durch uns verletzt fühlen, der Konflikt immer größer und das Miteinander nicht mehr gesucht wird, dann tappen wir in Dunkelheit umher.
Weil Jesus für unsere Schuld, für unseren unfairen Streit und die gesagten oder gedachten Beleidigungen am Kreuz gestorben ist, liegt es an uns, anderen ihre Schuld zu vergeben.
Wir haben es in der Hand, wann wir den Schalter betätigen.

Licht an!

Benedikt Günther, Potsdam

Sonntag, 19. August | Mutmacher.

Sommerandachten 2018

>>> Psalm 41

So könnte man die ersten Zeilen des Psalm 41 beschreiben. Gott wird als einer beschrieben, der sich der Schwachen annimmt, der sie bewahren, am Leben erhalten und erquicken – also mit neuer Lebenskraft erfüllen – wird. Kein Wunder, dass Martin Luther den Psalm als ein „Gebet in Krankheit“ beschrieben hat.
Da betet einer, der schwach ist, und sich alleingelassen fühlt. Wir wissen nicht, welche Krankheit ihn oder sie plagt. Aber er beklagt sich bei Gott darüber, dass andere Menschen ihm mit Ablehnung begegnen, dass sie ihn aus ihrer Gemeinschaft ausschließen, dass sie ihm die Solidarität aufkündigen, dass die Feinde fragen, wann es aufs Ende zugeht, wann sein Name endlich in Vergessenheit geraten wird. Als ob es nicht schon schlimm genug wäre, dass ihm seine ärgsten Feinde den Tod wünschen: Auch sein bester Freund, der dem er vertraut hat, mit dem er sein Brot aß, tritt ihn nun mit Füßen und lässt ihn im Stich.
Die Enttäuschung des Beters darüber, dass gerade in dieser schwierigen Lage niemand zu ihm steht, ist offensichtlich.

„Du aber, HERR, sei mir gnädig und hilf mir auf, so will ich ihnen vergelten. Daran merke ich, dass du Gefallen an mir hast, dass mein Feind über mich nicht lachen wird.“

Der Beter hat genug, er bittet Gott darum, dass er die Anfeindungen aufhören lässt und wahrmacht, was er uns versprochen hat: Uns nicht im Stich zu lassen, uns zu beschützen, uns mit neuer Kraft zu erfüllen.
Vielleicht warst du auch schon einmal in einer solchen Situation, in der du das Gefühl hattest ganz allein auf weiter Flur zustehen, weil ein guter Freund oder deine beste Freundin dich im Stich gelassen hat. Vielleicht kennst du diese Situation auch aus deinem Job, wo Kollegen und Kolleginnen schlecht über dich geredet haben.
Es wäre spannend zu wissen, wie die Sache bei unserem Beter ausgegangen ist. Der Psalm löst die Situation aber leider nicht auf. Wir lesen nur davon, wie er Gott bittet, ihm in seiner Lage beizustehen. Er hat sich dafür entschieden, nicht aufzugeben, sondern vertraut darauf, dass Gott mit ihm geht, ihm hilft und ihn stärkt in dieser Zeit der Schwachheit und der Verlassen-heit.
Er glaubt fest daran, dass Gott das Blatt wenden kann. In 2. Kor 2,9 steht, dass Gottes Kraft besonders in den Schwachen mächtig ist. Gerade wenn sonst alles schiefgeht, ist Gott an unse-rer Seite. Das kann uns neues Selbstvertrauen geben, ja Mut machen.
In diesem Sinne halte ich es mit dem Beter und der Hoffnung, die im Schluss des Psalms nachklingt:

„Gelobt sei der HERR, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen!“

Moritz Krämer, Tübingen

Samstag, 18. August | Jemand setzt sich für Dich ein!

Sommerandachten 2018

>>> 1. Johannes 2, 1-6

Hast Du Dich schon in die Sprache und das Denken des Briefschreibenden im Johannesbrief eingelesen? Auch heute wird das Thema „Sünde“ (…ich lese selbst nach dem Text der Lutherbibel von 2017) wieder aufgenommen. Gestern ging es beim Stichwort „Sünde“ um Ehrlichkeit und dem „Dazu-stehen“ (1. Joh. 1,9!), was man tut und getan hat. Heute wird in den anschließenden Versen eine wichtige Sache in Sachen Umgang mit „dem Gescheiterten“, „dem Falsch-gelaufenen“ oder dem Fehler ergänzt: wir haben einen Rechtsanwalt an unserer Seite! Jesus tritt als Fürsprecher für mich und für Dich auf, wenn Gott im himmlischen Gerichtssaal Menschen und ihr Leben beurteilt.
Wo auch immer unsere Dinge auf den Tisch kommen und von anderen beurteilt oder verurteilt werden, ist ein guter und überzeugender Anwalt oder eine Fürsprecherin eine wichtige Hilfe und ein echter Trumpf in der Diskussion. Wenn wir unter Freunden oder in der Klasse erklären, was passiert ist, rechtfertigen wir uns meistens. Der für sprechende Freund oder die Freundin zeigt nüchtern vielleicht die Umstände auf, die zu einer Tat gehören. Vielleicht erklärt er oder sie, wie es einem mit dem geschehenen Fehler ergeht, und rückt den Sachverhalt in ein anderes Licht. Der Zuspruch in unserem Bibeltext macht Mut, denn wir haben einen himmlischen Profi in Christus neben uns. So schwer es uns immer wieder fällt, Schlechtes zuzugeben und Fehler einzugestehen, … bei Gott mit Jesus an unserer Seite werden wir gerecht und gnädig beurteilt.
Der Bibelvers nimmt noch ein zweites Thema auf: wie weiß man, ob man als Christ und Christin auf dem richtigen Weg ist? Der Briefschreiber gibt den Rat, die Gebote Gottes als Leitlinien in Entscheidungen ernst zu nehmen. Es geht dabei nicht einfach um die 10 Gebote, sondern auch um das Vorbild Jesu. Wenn Du so handelt, wie es Jesus tat, dann machst Du sicher nicht immer alles richtig, aber Du bist auf einem guten Weg unterwegs, meint

Günter Loos
(Sekretär für die Arbeit mit Kids in der NJK und Pastor in Detmold und Lage).

Freitag, 17. August

Sommerandachten 2018

>>> 1. Johannes 1, 5-10

Strahlendes Licht, das jede Finsternis vertreibt, das in jede Ritze dringt und alles um es her erhellt. So stelle ich mir Jesus vor. Wie in dieser Bibelstelle besiegt er jede Dunkelheit um ihn her. Und dunkle Orte gibt es in der Welt ja wahrlich genug. Krieg, Hass, Angst, Verfolgung und Ausgrenzung machen viele Teile unserer Welt finster. Und auch in mir gibt es dunkle Orte: Verletzungen, Unzufriedenheit, Neid und Angst. All das will Jesus hell machen. Klingt nach einer krassen Aktion, aber für ihn, den Sohn unseres allmächtigen Gottes ein Klacks. Der wirkliche Widerstand für Jesus ist nicht die Dunkelheit, sondern wir selbst. Wir verschließen uns manchmal dem Licht Jesu, schlagen ihm die Tür vor der Nase zu und verkriechen uns lieber mit all unserem Kummer ins letzte Eck unserer Finsternis. Wir sind nämlich keine Marionetten, die Gott so bewegt wie er es möchte. Wir können uns entscheiden, ob wir das Licht Jesu und seine liebevollen Worte in unser Leben lassen wollen oder nicht. Jesus bietet uns dieses Geschenk an, aber wir müssen es ergreifen. Wir müssen ihm die Tür zu unserem Herz öffnen und ihn hereinlassen. Deshalb schickt Gott auch einen Boten zu den Israeliten: Johannes den Täufer. Er soll den Menschen sagen: „Da kommt jemand, jemand wichtiges und der ist für euch gekommen. Bereitet euch auf ihn vor!“ Er ist der Wegbereiter für Jesus, der versucht die Türen zu den Herzen der Menschen schon mal einen kleinen Spalt breit zu öffnen, damit Jesus Licht hindurchdringt. Sich für Jesus bereit machen, sich öffnen ist in diesem Bibeltext dabei keine reine Kopfsache. In verschiedenen Übersetzungen der Textstelle werden auch Wörter wie Jesus als Licht „begreifen“ oder „ergreifen“ benutzt 1. Sich öffnen hat also auch etwas mit anfassen, berühren zu tun. Jesus Licht umfasst uns als ganzen Mensch, Kopf, Herz und Seele, eine Erleuchtung mit allen Sinnen.

Ante von Postel

1) https://www.bibel-online.net/buch/luther_1912/johannes/1/#1
und http://bibeltext.com/text/john/1.htm

Donnerstag, 16. August

Sommerandachten 2018

>>> 1. Johannes 1, 1-4

Das ist also der Beginn eines Briefes. Na gut, wie würde ich es heute formulieren? Wie würde ich diese Botschaft an dich schreiben?
Ich habe zwar schon lange keinen richtigen Brief mehr geschrieben, aber heute geht mir so viel durch den Kopf ... das will ich dir erzählen. Weil es mehr als 140 Zeichen bei Twitter wären und auch mehr Text ist, als für eine Telegramm(WhatsApp)-Nachricht sinnvoll, schreibe ich dir auf diesem Weg.
Ich habe es erlebt – mit meinen Sinnen kann ich es kaum fassen und doch habe ich das Gefühl, alles in mir ist erfüllt von der Begegnung mit Gott. Nun glaube nicht, ich wurde vom Blitz getroffen, es ist vielmehr eine Erkenntnis, die bei mir „klick“ gemacht hat: Gott ist da! Das klingt vielleicht zu einfach – aber es ist, als ob das, was bisher unsichtbar war, plötzlich sichtbar geworden ist. Ich kann dir das zwar nicht beweisen, aber es ist in mir ganz klar. Gott ist da! In mir! Und zwischen dir und mir! Ich merke, wie stark ich mit dir durch die Verbindung in Gott zusammengehöre. Diese Verbindung ist so stark und ich bin so froh, dass du auch die Begegnung mit Gott kennst. Das macht mich richtig glücklich, denn so kann ich mit dir teilen, was Gott mir bedeutet. In diesem Moment tut es gut, zu wissen, dass so viele Menschen (auch schon in den 2000 Jahren vor mir) in ihrem Leben erfahren haben, dass Gott da ist. Nicht nur als abstraktes Wesen, sondern als einer, der mitfühlt und mit lebt – manchmal mit jubelt und manchmal mit mir weint.

In diesem Sinne fühle dich von mir lieb umarmt.
Der lebendige Gott ist da.

Anna Meyer

Mittwoch, 15. August | Es zählt nicht das, was du sagst, sondern was du tust

Sommerandachten 2018

>>> Johannes 10, 31-42

Neulich habe ich meinen Lebenslauf überarbeitet. Viele Jahre habe ich studiert und jetzt, wo ich kurz vor dem Studienabschluss stehe, wird es langsam Zeit, dass ich mich bei möglichen zukünftigen Arbeitgebern bewerbe. Manchmal finde ich es schwierig, die richtigen Worte zu finden, um mich und meine Fähigkeiten zu beschreiben. Es wäre doch einfacher, wenn ich die Leute gleich direkt kennenlernen könnte – dann würden sie sehen, dass ich ein kompetenter Mensch bin. Aber mich selbst auf dem Papier zu verkaufen, fühlt sich komisch an. Ich möchte meinem zukünftigen Arbeitgeber zeigen, was ich tun kann, anstatt nur schöne Worte dafür zu finden. Wenn ich mich selbst zu sehr lobe, werden sie sicher denken, dass ich eingebildet bin und nur angeben möchte, und das stimmt nicht. Vielleicht hatte Jesus auch solche Sorgen. Jesus war Verfolgung ausgesetzt wegen dem, was er über sich sagte. Er behauptete, der Sohn Gottes zu sein. Er hat sich gewünscht, dass er nichts hätte sagen müssen, und dass die Leute einfach durch seine Taten und Werke sehen und erkennen würden, wer er war. Er konnte die Werke seines Vaters tun, weil der Vater in ihm war und sie eins sind. Sein Tun zeigte, wer er war. Und weil er war, wer er war, hatte er die Macht, frei zu bleiben und weiterzumachen, bis es Zeit für sein Opfer war. Seine Taten überzeugten die Leute und waren sein Beweis dafür, wer er war und wer er für die Welt ist. Ich möchte von Jesus lernen und auch so leben, dass meine Taten zeigen, wer ich bin, nicht nur meine Worte. Nicht nur in meinem Arbeitsumfeld aber in der Erfüllung meiner Aufgabe als Christ. Und das wünsche ich mir auch für dich. Lass uns Jesu Beispiel folgen und seine Einigkeit mit dem Vater und dem Heiligen Geist verkünden durch unser Tun, indem wir unsere Nächsten lieben, anstatt nur Lippenbekenntnisse zu geben.

Andreas Weishaupt, Zwönitz

Dienstag, 14. August | Sei ein Schaf

Sommerandachten 2018

>>> Johannes 10, 11-21

„Wie lange hältst du meine Seele auf, Herr?“ (V.24). Wie oft habe ich mir diese Frage gestellt ... vielleicht nicht mit solch dramatischen Worten, aber manchmal habe ich mir schon gedacht: „Herr, ich bin hier! Was willst du von mir? Was sollte ich mit meinem Leben tun?“ Dieses Thema hat mich besonders als Jugendliche betroffen und ich weiß, dass es für viele ein Kampf bleibt, egal, wie alt man ist. Aber heutzutage geht es bei dieser Frage mehr um die Ungewissheit in unserem eigenen Leben, nicht darum, ob Jesus der Christus ist. Weil wir schon überzeugt sind, dass Jesus der Retter der Welt ist. Aber trotzdem bleibt die Frage, was das für mich, für mein Leben bedeutet. Oder für dein Leben! Und dazu gibt Jesus uns Hinweise. Er sagt: Wenn wir Schafe sind, werden wir nicht nur erkennen, dass Christus der Herr ist, sondern auch, dass er der Herr unseres Lebens ist – und deshalb können wir darauf vertrauen, dass er auch der Herr über unsere Gewissheit ist. In einer Welt, in der wir uns ständig unter Druck fühlen, „jemand“ zu sein – jemand, der dazugehört aber gleichzeitig individuell ist, jemand mit gutem Geschmack, super Ideen, jemand, der cool ist, aber auch demütig, jemand der leitet, aber auch kreativ ist – da ist es interessant und auch befreiend, dass Jesus uns etwas ganz anders verschreibt. Jesus rät uns, ein Schaf zu sein. Wir denken, dass Schafe schwach und dumm sind, aber das ist es nicht, was Jesus für dich beabsichtigt. Jesus will Schafe, die er leiten kann, damit sie Befreiung von der weltlichen Schinderei haben können. Die Schafe seiner Herde kennen ihn und können ihm vertrauen. In ihm sind sie frei vom Druck der Welt. Und so können sie einfach sie selbst sein – und das ist die Antwort auf unsere Ungewissheit. Was hat der Herr mit dir vor? Sei sein Schaf und du wirst ihn kennen und dadurch du selbst sein dürfen.

Kate Harris Weishaupt, Pastorin a.P.
auf den Bezirken Lößnitz und Zwönitztal


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Die Andachten für die Sommerzeit 2018 wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der  Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens der jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
Die gedruckte Exemplate der Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben. Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.