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Sommerandachten 2019

Dienstag, 09. Juli | Jakobus 4,1-12

Sommerandachten 2019

>>> Jakobus 4,1-12

Und wie ging es dir mit diesem Text?
Wir als Jugendkreis haben uns mit diesem Text echt schwergetan. Auf unsere Entdeckungsreise mit diesem Bibeltext wollen wir dich heute mitnehmen.
Nachdem wir einige Fragen hatten, sind wir zu folgenden Gedanken gekommen. Wir hoffen, sie helfen dir mit diesem Text weiter:

Unser Problem als Menschen ist das Verlangen von falschen Dingen. Dinge, die uns von Jesus wegbringen und somit auch von der Liebe zu anderen Menschen. Ja, man soll nicht schlecht über andere reden, wenn man sie nicht mit einem demütigen Herzen kennen gelernt hat (V.11). Wenn wir immer nur nach Besitz streben, immer mehr wollen und so auch neidisch auf andere werden, dann geraten wir irgendwann in Streit. Aber wenn wir dieses Verlangen nach Macht und Reichtum und dergleichen aufgeben und Gott in unser Herz einladen, entsteht mehr Frieden. Wir hören hier bei Jakobus immer wieder gewisse Aufforderungen an uns, was wir tun sollten, um Gott näher zu kommen.
Er ruft uns vor allem zur Umkehr auf. Wir sollen unsere Fehler erkennen, verstehen, dass niemand perfekt ist, dass wir alle Schuld mit uns herumschleppen und die Vergebung bei Gott suchen (V. 8). Gott will, dass wir beten, aber eben nicht in böser Absicht, sondern im Sinne Gottes – nach seinem Willen (V. 3). Jakobus kritisiert wohl damit, dass unsere Motive, warum wir beten, warum wir in die Kirche / in den Jugendkreis gehen, nicht dem Gebot der Liebe entsprechen. Es geht uns nicht um die Liebe zu Gott oder zu unserem Nächsten, sondern um uns selbst.
Uns wird klar: Das Problem ist unsere Ich-Bezogenheit, unser ständiger Egoismus. Viel zu oft denken wir nur an uns und sind alles andere als barmherzig. Und wir merken, dass wir viel zu schnell mit dem Finger auf andere zeigen.
Aber die gute Nachricht ist: Gott kommt uns entgegen. Gott ist ganz anders als wir Menschen. Er ist ein barmherziger Richter, der uns verändern und uns zu Menschen der Liebe machen will!
Wir glauben, dass Gott möchte, dass wir unsere Fehler und unser Versagen in Sachen Liebe zu ihm bringen und darum beten, dass er uns verändert. Wir wollen beten „Break our heart for what breaks yours“ (aus „Hosanna“ von Hillsong), damit wir die Menschen, die alle Kinder Gottes sind, in den Blick bekommen.

Wir laden dich ein: Bete zu Gott, dass er dir den Blick für deine Fehler öffnet, und dass du neu die Gnade Gottes darin erfährst, dass Gott dir deine Fehler vergibt. Bete, dass er dir die Augen für die Not der Menschen um dich herum öffnet. Ja, du hast die Freiheit dich gegen Gott zu entscheiden – aber du hast auch die Freiheit dich für Gottes Weg der Liebe zu entscheiden. Gott segne dich auf diesem Weg!

Jugendkreis der EmK Baiersbronn-Besenfeld

Montag, 08. Juli | Perspektivwechsel | Jakobus 3,13-18

Sommerandachten 2019

>>> Jakobus 3,13-18

Wenn ich aktuelle Debatten anschaue, die im öffentlichen Raum ausgetragen werden, dann wird mir manchmal ganz anders. Sei es die Streitkultur in den sozialen Netzwerken, in denen scheinbar viele unter dem gefühlten Deckmantel der Anonymität alle Hüllen fallenlassen und andere nicht nur beleidigen, sondern teilweise diskriminieren. Oder sei es die Streitkultur in politischen Debatten, weltweit und in Deutschland, wo kein Halt mehr vor Beleidigungen im großen Stil gemacht wird. Scheinbar ist es einfacher, auf Beleidigungen mit weiteren Beleidigungen zu reagieren, sodass sich ein Konflikt zu einem handfesten Streit entwickelt. Aber nicht nur im weiten, öffentlichen Raum sehe ich solche Situationen, sondern auch oft im kleinen, privaten Umfeld. Wie oft reagiere ich auf einen Satz, der mich verletzt, mit einer Antwort, die mein Gegenüber genauso verletzt? „Das ist doch nur menschlich.“, sagst du jetzt vielleicht.
„Das ist doch nur menschlich.“, sagt auch der Text. In dem Fall aber nicht entschuldigend, sondern eher anklagend. Neid und Streit im Herzen werden als „irdisch, menschlich und teuflisch“ (V. 14&15) bezeichnet. Im Gegensatz dazu zeigen sich Weisheit und Klugheit in einem Menschen, der „seine Werke in Sanftmut und Weisheit“ (V. 13) vollbringt. Natürlich verdeutlicht der Text auch anhand von Beispielen den Unterschied: „Die Weisheit aber von oben her ist zuerst lauter (=rein), dann friedfertig, gütig, lässt sich etwas sagen, ist reich an Barmherzigkeit und guten Früchten, unparteiisch, ohne Heuchelei.“ (V. 17)
Für mich sticht der Punkt Die Weisheit lässt sich etwas sagen. hervor. Es klingt zuerst so, als müsste ich bei jedem Streit einstecken und mich von dem anderen belehren lassen. Aber ich finde dahinter steckt etwas viel größeres, wertvolleres. Ich lasse mir etwas sagen, das heißt auch: Ich höre zu. Ich versetze mich in die Lage des anderen. Ich verändere meine Perspektive, nehme andere Perspektiven ein. Und lerne so verstehen. Am Ende kehre ich wahrscheinlich wieder in meine Perspektive zurück. Aber eben nicht mehr mit meinem starren Blick, sondern mit dem Wissen, was ich bei anderen (positives und negatives) auslösen kann. Ganz ehrlich, natürlich gelingt mir das nicht immer und manchmal bin ich so in Rage, da kann ich nicht erst seelenruhig in die Vogelperspektive flattern, um mal alle Blickwinkel abzuchecken. Aber ich versuche es im Streit auf meinen inneren Bildschirm zu holen, spätestens danach, um nicht mehr Neid und Streit untereinander zu säen, sondern die „guten Früchte“ (V. 17).

Saskia Rüdiger, Dresden

Sonntag, 07. Juli | Glück(-lich) im Unglück | Psalm 112

Sommerandachten 2019

>>> Psalm 112

Wow! „GLÜCKLICH ist der Mensch, der Ehrfurcht hat vor dem Herrn.“  Der erste Satz des Psalms. Und alle 10 folgenden Verse bauen darauf auf, dass man als Follower Gottes genau das ist. Glücklich, Furchtlos, Unvergessen und noch sehr viel mehr. Alles positiv, ohne Ausnahme. Ein perfektes Leben wie man es in keinem Film und in keiner Serie findet. Das klingt so gut, dass mir da doch ein paar Fragen aufkommen. Ist man ein schlechter Christ, wenn man am Boden zerstört ist, Angst vor einer Situation hat oder einem anderen Menschen doch einmal unrecht tut? Und wenn wir sterbenskrank werden oder einen Menschen, den wir lieben durch Krankheit, Unfall oder anderen Gründen verloren haben, sollen wir dann glücklich sein und Gott loben? Wenn man den Psalm noch einmal genauer liest, wird uns auch gezeigt, was alles auf uns zukommen kann.

Vers 4: „Selbst in der Finsternis wird es für den Gottesfürchtigen hell“ … Hier und auch in anderen Übersetzungen steht, dass es hell wird. Wenn ich Zuhause das Licht einschalte, dann meist, weil es im Zimmer dunkel ist. Genau so möchte Gott für uns den Lichtschalter betätigen und auch das Licht sein, wenn wir uns in der Finsternis befinden. Diese Zusage setzt voraus, dass es in unserem Leben auch Hin und Wieder einmal finster wird.
Vers 6: „Das Unglück kann ihm nichts anhaben, …“ Und auch hier ist nicht die Rede davon, dass uns kein Unglück widerfahren kann. Der Vers sagt lediglich oder noch viel wichtiger, dass uns dieses Unglück nichts anhaben kann. Uns darf es schlecht gehen. Wir dürfen traurig sein. Wir dürfen Angst haben. Aber wir sollten auch wissen, was uns in diesen Situationen hilft und das wir nicht allein sind. Wir müssen damit umzugehen wissen. Darauf bereitet uns die Bibel auch mit diesem Psalm vor.
Unter diesem Gesichtspunkt können wir hier Vers für Vers durchgehen. Lest unbedingt nochmal Vers 7 und 8 mit dem gleichen Blickwinkel, wie ihr Vers 4 und 6 gelesen habt.

Klar macht dieser Psalm Mut! Das ist richtig und ich glaube auch das Ziel des Autors.
Er macht aber auch darauf aufmerksam, was uns hier auf Erden alles bevorsteht und im gleichen Atemzug erklärt er, wie wir das alles überstehen.
Im zweiten Teil des Vers 4 steht „Er ist gnädig, barmherzig und gerecht“ und dabei ist nicht von einem guten Christ die Rede, sondern von Gott, der uns durch diese Eigenschaften durch jegliche Situation begleitet, uns reich beschenkt, uns und unsere Kinder segnet und stets für uns sorgt. Mit Gott an unserer Seite, gehen wir als Gewinner aus jeder Situation.

Amen!

Richard Schmidt, Lauter-Bernsbach

Samstag, 06. Juli | Sage nicht alles, was du weißt. Aber wisse alles, was du sagst. | Jakobus 3,1-12

Sommerandachten 2019

>>> Jakobus 3,1-12

„Hat dir heute schon jemand gesagt, dass du hässlich bist?“ So und so ähnlich reden wir heute miteinander. Mit Freunden, mit Geschwistern, mit Klassenkameraden. Dabei meinen wir es gar nicht ernst. Und nehmen es auch nicht ernst, wenn jemand anders so mit uns spricht. – Meistens zumindest. Aber vielleicht ist sie doch manchmal da, die innere Stimme, die fragt: Bin ich wirklich hässlich? Bin ich wirklich dumm? Bin ich wirklich ...?

Und das sind nur die im Spaß daher gesagten Sachen. Aber mal ohne Spaß: Wurdest du schon einmal verletzt – mit Worten? Oder hast du selbst mal etwas gesagt, das du nachher bereut hast?

Worte sind wie Zahnpasta – man kann sie einfach und schnell aus der Tube drücken. Aber hast du mal versucht, Zahnpasta in die Tube zurück zu kriegen? Was raus ist, ist raus. Was man einmal ausgesprochen hat, kann man nicht mehr rückgängig machen.
Manches kann man als Spaß abtun, aber es hilft nicht daran vorbei: Worte haben Macht.

Mit Worten können wir Gutes tun, aufbauen, ermutigen. Und wir können mit Worten verletzen und zerstören. Manchmal ist vielleicht sogar richtig und wahr, was wir sagen, und trotzdem kann genau diese Wahrheit, in falsche Worte gekleidet, zum falschen Zeitpunkt ausgesprochen, total verletzend sein.
Das ist nicht die Lizenz zum Lügen!
Das ist die Aufforderung, Hirn und Herz einzuschalten und sich zu überlegen, welche Konsequenzen das, was man sagen möchte, haben kann. Vielleicht hilft die folgende Geschichte dabei:

Die drei Siebe
Einst wandelte Sokrates durch die Straßen von Athen. Plötzlich kam ein Mann aufgeregt auf ihn zu. „Sokrates, ich muss dir etwas über deinen Freund erzählen, der…“ „Warte einmal, „unterbrach ihn Sokrates. „Bevor du weitererzählst – hast du die Geschichte, die du mir erzählen möchtest, durch die drei Siebe gesiebt?“ „Die drei Siebe? Welche drei Siebe?“ fragte der Mann überrascht. „Lass es uns ausprobieren,“ schlug Sokrates vor. „Das erste Sieb ist das Sieb der Wahrheit. Bist du dir sicher, dass das, was du mir erzählen möchtest, wahr ist?“ „Nein, ich habe gehört, wie es jemand erzählt hat.“ „Aha. Aber dann ist es doch sicher durch das zweite Sieb gegangen, das Sieb des Guten? Ist es etwas Gutes, das du über meinen Freund erzählen möchtest?“ Zögernd antwortete der Mann: „Nein, das nicht. Im Gegenteil….“ „Hm,“ sagte Sokrates, „jetzt bleibt uns nur noch das dritte Sieb. Ist es notwendig, dass du mir erzählst, was dich so aufregt?“ „Nein, nicht wirklich notwendig,“ antwortete der Mann.
„Nun,“ sagte Sokrates lächelnd, „wenn die Geschichte, die du mir erzählen willst, nicht wahr ist, nicht gut ist und nicht notwendig ist, dann vergiss sie besser und belaste mich nicht damit!“

Jugend Hannover

Freitag, 05. Juli | Christen sind nicht besser, aber besser dran!(?) | Jakobus 2,14-26

Sommerandachten 2019

>>> Jakobus 2,14-26

Wahrscheinlich kommt dir dieser Satz bekannt vor. Tatsächlich könnte man ab und an versucht sein, das zu denken – jedenfalls bevor einem der Jakobusbrief in die Hände gefallen ist. Plötzlich purzelt das Kartenhaus des relaxten, freizeittauglichen „wir-sind-doch-aus-Gnade-gerettet-also-was-soll-der-Stress?“-Glaubens in sich zusammen. Jakobus erzählt nämlich das krasse Gegenteil davon: Wenn du nicht besser bist, dann ist dein Glaube tot! Wird dir bei solchen Sätzen auch ein bisschen mulmig? Ich jedenfalls würde eigentlich schon nach dem ersten Satz des Textes viel lieber ein paar Seiten in meiner Bibel zurück blättern, bis ich einen beruhigenden Abschnitt bei Paulus finde, in dem er mir sagt, dass ich aus Gnade gerettet bin.

Aber damit machen wir es uns wohl leider zu leicht. Deshalb lese ich weiter. Dabei wird auch schnell klar, was Jakobus mit so drastischen Worten sagen möchte: Zunächst mal geht es gerade nicht darum, Gott mit deinen Leistungen zu beeindrucken. Vielmehr: Einfach nur daran zu glauben, dass es einen Gott gibt, ist noch lange kein christlicher Glauben! Diese Art von „Glauben“ hat jedenfalls überhaupt gar nichts mit dem zu tun, was die Bibel unter „Glauben“ versteht. Denn der Glaube an Jesus Christus als persönlichem Retter und König führt unweigerlich zu einem veränderten Lebensstil – einem Lebensstil, der sich vom Leben ohne Jesus deutlich unterscheidet. Jesus selbst lebt dann nämlich in uns. Klingt zwar schräg, ist aber so: Gott selbst ist dann ein Teil von uns, von dir genauso wie von mir! Und das hat Folgen: Gott möchte seine eigenen Eigenschaften in uns zum Ausdruck bringen! Eine Kostprobe davon, wie das aussehen wird, gibt zum Beispiel Galater 5, 16-24 oder auch Matthäus 5-7. So sollen wir unser Leben führen und dürfen damit sogar Gott widerspiegeln! Denn Glauben und Handeln sind zwei Seiten derselben Medaille, sie sind untrennbar miteinander verbunden. Das eine geht nicht ohne das andere. Auch wenn es in der Praxis leider oft der Fall sein mag, dass Christen sich nicht von ihrer Umgebung unterscheiden, also eben nicht besser sind, ändert das ungefähr gar nichts an dem Anspruch, den Gott an uns hat: „Was nützt es, wenn jemand von seinem Glauben spricht, aber nicht entsprechend handelt? Ein solcher Glaube kann niemanden retten.“ (V.14) Lass dich in diesem Sinne dazu motivieren, Gott in deinem Handeln mehr und mehr zur Geltung kommen zu lassen. Du wirst staunen, was dabei passiert.

Da du ja sicherlich von dieser 5-Minuten-Andacht nicht schon satt bist ;), sind zum Weiterdenken insbesondere die Bücher „Nachfolge“ (Dietrich Bonhoeffer) und „Jünger wird man unterwegs“ (Dallas Willard) empfehlenswert.

Jonathan Vogel, Dresden

Donnerstag, 04. Juli | Wir haben es uns gemütlich gemacht | Jakobus 2,1-13

Sommerandachten 2019

>>> Jakobus 2,1-13

Gegen etwas Gemütlichkeit ist ja nichts einzuwenden. Ich schreibe diese Gedanken für euch im Januar 2019. Bei mir Zuhause steht noch der Schwibbogen von Weihnachten – weil das Licht so schön gemütlich ist. Auch die vielen Kerzen und Teesorten, die mich durch die dunkle Jahreszeit gebracht haben, habe ich noch nicht allzu weit weggeräumt. Mich gemütlich Zuhause einzumurmeln tut mir gut, wenn es draußen dunkel und kalt ist.

Aber irgendwann ist es auch wieder Zeit aktiv zu werden und rauszugehen. Der Frühling ist für mich jedes Jahr so eine Zeit des Aufbruchs: Neues Anfangen statt Winterruhe nehme ich mir dann vor. Und heute am 4. Juli? Wie geht es dir, nachdem schon die erste Jahreshälfte 2019 vergangen ist. War sie so, wie du es dir gewünscht hast? Was ist liegen geblieben und was konntest du schon erledigen? Gab es auch etwas, das du dir für das Jahr 2019 für deine Gemeinde vorgenommen hast?

Manchmal merke ich, wie sehr wir es uns auch in unseren Gemeinden gemütlich gemacht haben. Wir umgeben uns mit Menschen, die so ähnlich ticken wie wir. Das passiert automatisch und ist an sich nicht dramatisch. Die Frage ist nur: Würde sich in meiner Gemeinde jemand wohlfühlen, der anders ist? Jemand, der nicht aus dem Mittelstand kommt und nicht ausreichend Geld zum Leben hat? Jemand, der auffällig gekleidet ist, unangenehm riecht, oder sich nicht so leise verhält, wie wir es am Sonntag im Gottesdienst gewohnt sind?

Der Jakobusbrief wird hier sehr deutlich: „Passt auf, liebe Geschwister: Ist es nicht so, dass Gott aus allen Menschen der Welt die Armen auserwählt hat? Sie sind reich im Glauben, und für sie ist Gottes zukünftiges Königreich bestimmt, das Gott denen versprochen hat, die Gott lieben.“ (V 5). Aber wo sind die Armen in unseren Gemeinden? Bietet meine Gemeinde genug Platz für diejenigen, denen es schlecht geht in unserem reichen Land? Bietet sie Platz für Menschen, die aus ihrem Heimatland fliehen mussten? Oder für Alleinerziehende, die am Ende des Monats nicht wissen, wie sie das Schulmittagessen finanzieren sollten? Für die, die auf dem Arbeitsmarkt keine Chance mehr haben und von steigenden Mietspiegeln in Verzweiflung getrieben werden?

Wenn nicht, dann ist es jetzt Zeit Barmherzigkeit zu leben und unsere Gemeinden zu Orten zu machen, an denen nicht nur wir es gemütlich haben, sondern an denen Menschen Zuflucht und Geborgenheit finden, besonders wenn es ihnen nicht so gut geht.

Sarah Schulz, KJW Ost Zwickau

Mittwoch, 03. Juli | Über Gold und Silber, und was man damit so anstellen kann | Jakobus 1,19-27

Sommerandachten 2019

>>> Jakobus 1,19-27

Eigentlich ist dieser Text ja ziemlich eindeutig und wahrscheinlich auch gut und gerne Stoff für eine ganze Predigt, immerhin werden viele große Themen in ein paar wenigen Versen angesprochen.

Gleich im ersten Vers wird klar gemacht, was eins der Hauptthemen ist. Kurz gesagt: Mund zu, Ohren auf. Schon  das allein ist für viele Menschen (z.B. für mich) manchmal eine ganz schöne Herausforderung. Im Prinzip ist dieser Vers ja das perfekte Beispiel für „Reden ist  Silber, Schweigen ist Gold“. Immer öfter tut es gut, einfach nur jemanden zum Zuhören zu haben, der mal keinen neumalklugen Kommentar zu etwas abgibt. Und manchmal können Worte auch einfach nur unheimlich fehl am Platz sein -  vielleicht sogar verletzen.

Wie ein paar Verse später klar wird, ist dieser Vers auch auf Gottes Wort bezogen.  Auch das ist relativ einfach zu verstehen, zumindest bei „unkontroversen“ Versen und Passagen in der Bibel. Aber eben auch bei Stellen in der Bibel, die uns vielleicht aufrütteln, die wir nicht verstehen oder anderes, sollten wir zuerst zuhören oder weiter lesen. Natürlich ist es wichtig, über die Bibel zu diskutieren und sie in gewissen Kontexten auch mit dem geschichtlichen und gesellschaftlichen Kontext im Hinterkopf betrachten, aber zunächst einmal ist die Bibel (auch) das heilige Wort Gottes und nicht nur irgendein geschichtliches „Relikt“.

Jedoch heißt es weiter: „Allerdings genügt es nicht, seine Botschaft nur anzuhören; ihr müsst auch danach handeln. Alles andere wäre Selbstbetrug!“ (Vers 22 nach Hoffnung für Alle)

Uff, das ist ja mal eine klare Ansage. Grundsätzlich ist das auch wahr, nur liegt hierbei (wiedermal) besonders der Fokus auf die Auslegung. Natürlich sollten wir Gottes Wort leben, wir verstehen uns als Christen ja auch als lebendiger Teil Jesu. Aber bitte geht nicht auf den oder die nächstbeste Ehebrecherin zu und steinigt sie, denn so ist das ganz sicher nicht gemeint. Ich bin natürlich kein Profi, aber dass es eher nicht ratsam ist, die Bibel wortwörtlich auszulegen, ist relativ klar. Denn gerade bei der Auslegung sollte man schon darauf achten, dass die Bibel eher als eine Art Richtlinie zu verstehen ist, die uns im Umgang mit uns und unseren Mitmenschen helfen soll / kann.

So ist dieser Bibeltext eine Art Anleitung dafür, wie wir mit Gottes Wort und allgemein mit Kommunikation umgehen sollten. Das ganze klingt jetzt schon ziemlich nach „Leichter gesagt als getan.“ Aber warum versuchen wir nicht einfach mal, ein bisschen mehr die Bibel als praktische Handreichung zu sehen, wie wir uns und insbesondere den Menschen in unserem Umfeld das Leben erleichtern können? Lass uns doch einfach mal versuchen, empathisch miteinander umzugehen, einander zu helfen und so weiter. Vielleicht können wir damit ja mehr Menschen dazu bewegen, dasselbe zu tun – und damit ein Stück mehr Nächstenliebe zu verteilen. Wer weiß, vielleicht ist das ja viel zielführender als so manch anderes.

Sophia Steinbacher, Moritzburg


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Die Andachten für die Sommerzeit 2019 wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der  Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens der jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
Die gedruckte Exemplate der Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben. Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.