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Sommerandachten 2019

Mittwoch, 04. September | Auf dem Schlauch stehen. | Matthäus 13,10-17

Sommerandachten 2019

>>> Matthäus 13,10-17

Als ich mir den heutigen Text durchgelesen habe, musste ich sofort an meine Schulzeit zurück denken.
Ich saß im Klassenzimmer, starrte an die Tafel und kapierte überhaupt nicht, was meine Mathematiklehrerin uns beibringen wollte. Ich sah zwar alles, aber konnte keine Zusammenhänge erkennen. Oft hatte ich auch einfach keinen Bock und habe mich schon von Anfang an verschlossen und lehnte alles ab. Ich glaube, fast jeder hatte in seiner schulischen Laufbahn solche Momente.

So ähnlich ging es damals auch einigen Menschen, welche die Wunder von Jesus miterlebten. Sie sahen zwar was geschah, aber konnten ebenfalls keine Schlüsse daraus ziehen. Sie wussten nicht wie es zu den Wundern kam oder wie Gottes Reich funktionierte. Sie standen auf dem Schlauch.

Doch wie erklärt man jemanden Etwas, der keine Ahnung davon hat? Man vergleicht die Situation mit einer Alltagssituation, die der Betroffene kennt.
Genau so tat es Jesus auch in seinen Reden. Er verglich das Reich Gottes mit einem Senfkorn oder dem Sauerteig. So konnten es die Menschen leichter begreifen, was Jesus ihnen sagen wollte. Er ist nicht böse über die Unwissenden, sondern er macht sich extra die Arbeit für sie und uns, seine Anliegen und Lehren einfacher rüberzubringen.

Genau wie in der Schule ist es auch bei Jesus nicht schlimm, etwas nicht zukapieren. Denn er als unser Lehrer erwartet von uns nur, ihm offen für Neues gegenüberzutreten.

Michael Beier

Dienstag, 03. September | Dumm oder was? | Matthäus 13,1-9 + 18-23

Sommerandachten 2019

>>> Matthäus 13,1-9 + 18-23

Dieser Mann hat vermutlich seinen Job verfehlt. Vielleicht wollte er eigentlich Seemann werden und hat sich verlesen, aber so geht man doch nicht mit seinen Ressourcen um. Dieser Sämann verschwendet seine gute Saat, seine Lebensabsicherung und schmeißt sie überall dort hin, wo mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nichts wachsen wird. Wenn nur ein Viertel von dem, was er investiert wieder Gewinn bringt, ist bald nicht mehr viel übrig. Das rentiert sich überhaupt nicht. Wahrscheinlich hat er einfach keine Ahnung von dem, was er tut. Oder?
Vielleicht ist es aber auch ganz anders. Vielleicht besitzt dieser Mann viel und ist einfach großzügig. Auch wenn er weiß, dass einiges nicht wachsen wird, geizt er nicht herum. Er ist voller Hoffnung, dass seine Saat aufgehen wird, auch wenn man es eigentlich nicht erwarten kann. Aber was soll uns das jetzt sagen?

Wenn dieser Sämann Gott ist, dann ist er verschwenderisch. Verschwenderisch mit dem, was er gibt. Seine Liebe und Gnade. Er schließt keinen aus, sondern gibt jedem die Chance, seine Liebe und Gnade anzunehmen. Auch wenn es manchmal aussichtslos erscheint.

Und wir können uns ein Beispiel daran nehmen. Wir können großzügig mit dem sein, was wir haben. Liebe, Geduld, Zeit, Vergebung. Natürlich ist das nicht immer leicht. Uns fällt das auch oft schwer. Und trotzdem lohnt es sich immer wieder.

Wer weiß, ob zwischen den Felsen nicht doch irgendwie etwas aufgegangen ist und Frucht getragen hat. Erfahren wird man es erst, wenn man es probiert.
Deswegen probier es doch mal, sei verschwenderisch und schau, was passiert.

Junger Erwachsener Treff Zwickau

Montag, 02. September | We are family | Matthäus 12,46-50

Sommerandachten 2019

>>> Matthäus 12,46-50

Wer ist dieser Mann und was hat er mit Jesus gemacht? Seit wann geht Jesus so mit Menschen um? Und dann auch noch mit seiner Familie. Was ist da denn schief gelaufen?

Jesus‘ Brüder haben ihn seitdem er als Wanderprediger umherzog nicht mehr ernst genommen. Er war der aus der Familie, der anders war, der nicht in der Firma des Vaters arbeitete und als Zimmermann sein Geld verdiente. Er war derjenige, der sich offensichtlich für etwas Besseres hielt und es nicht für nötig hielt, Eltern und Geschwister zu unterstützen. Stattdessen heilte er angeblich Menschen, erzählte überall von Gott und behauptete von sich selbst, auch noch dessen Sohn zu sein.

Sehr unwahrscheinlich, dass seine Brüder zu ihm kamen, um eine gute family-time zu haben. Sicherlich war er ihnen peinlich, vielleicht wollten sie ihn nach Hause holen, bis der Spuk vorbei ist.

Und Jesus? Er kennt seinen Platz und weiß, dass der nicht in seinem alten zu Hause ist. Dort wo er gerade ist, ist er richtig. Und er versteht, dass seine Geschwister noch Zeit brauchen, um das zu verstehen. Dass er gerade nicht mit ihnen sprechen will liegt nicht daran, dass er sie nicht liebt oder sie ihm auf die Nerven gehen. Sondern weil er weiß, dass es gerade das richtige für sie und ihn ist.
Ich hab es mit meiner Familie auch nicht immer leicht. Aber sie sicherlich auch nicht mit mir. Und zum Glück ist das auch nicht so wichtig. Viel wichtiger ist, dass wir in schwierigen Situationen und Streitigkeiten respektvoll und wertschätzend miteinander umgehen. Und das will ich immer wieder neu lernen und wagen und bei jeder Niederlage einen neuen Versuch starten.

Und dafür tut es gut zu lesen, was Jesus noch tut. Er spricht seinen Jüngern die Familienzugehörigkeit zu. Zu seiner Familie dürfen alle gehören, die das wollen. Ich gehöre zu seiner Familie. Und wenn ich das Gefühl habe, dass alle gegen mich sind, darf ich wissen, dass Jesus immer zu mir hält. Ich bin ihm nicht egal! Er stößt mich nicht weg, sondern bleibt an meiner Seite, komme was wolle.

Und auch wenn ich das nicht immer glauben kann, steht das fest und darauf vertraue ich. Und du darfst das auch! Und falls du möchtest, habe ich noch eine kleine Challenge für dich: Bete heute mal für deine Familie.

Esther Friedemann, Referentin im KJW Ost

Sonntag, 01. September | Psalm 113

Sommerandachten 2019

>>> Psalm 113

Hast du einen Lieblings-Youtuber? Die sind schon ziemlich cool. Wie lustig die sind, welche Talente sie haben, wie sie die Videos schneiden … So wäre ich auch gerne! Ich will auch im Rampenlicht stehen, zeigen was ich kann, Leute zum Lachen, Staunen oder Nachdenken bringen – und ja, Anerkennung für das, was ich kann, wünsche ich mir auch manchmal. Oder hast du eine/n Lieblingsschauspieler/in, Sänger/in oder Lieblingssportler/in? Brad Pitt, Angelina Jolie, Rihanna, Cristiano Ronaldo – all diese Menschen werden angehimmelt. In dem heutigen Psalm wird Gott angehimmelt – „Vom Aufgang der Sonne, bis zu ihrem Niedergang, sei gelobet der Name des Herrn“. Doch was ist der Unterschied zwischen Gott und all diesen Promis? Klar, Gottes Ehre ist sogar höher als der Himmel – aber das macht ihn auch irgendwie unnahbar, unerreichbar. So unnahbar wie all diese Promis, die man sonst eher nur aus einem Kasten kennt. Doch Gottes Name wird nicht bis in alle Ewigkeit gelobt, weil er so toll Fußball spielen kann wie CR7 oder weil er den Rock zum roll’n brachte wie Elvis Presley. Gott wird erhöht, eben weil er in die Tiefe schaut und auf die Benachteiligten, Leidenden sieht. Nicht weil seine Ehre so groß ist, sondern weil er sich dem Unbedeutenden, sogar dem Verachteten zuwendet wird er gelobt. Gott will auch dich und mich nicht nur im Rampenlicht stehen sehen, sondern auch die Dinge, für die wir auf keinen Fall auf einer Bühne stehen wollen. Doch indem er auch auf das sieht, besteht die Möglichkeit, dass sich etwas in uns verändert, ähnlich wie ein armer Mensch zur High Society gesetzt wird oder eine kinderlose Frau zu einer glücklichen Mutter wird.

Matthias Althöfer

Samstag, 31. August | „Die ich rief, die Geister werd ich nun nicht los …“ | Matthäus 12,43-45

Sommerandachten 2019

>>> Matthäus 12,43-45

Nicht mit eigenwilligen Besen haben wir es in Matthäus 12,43-46 zu tun, so wie Goethes Zauberlehrling, sondern mit unreinen Geistern. Was heißt das denn?
Jesus hat solche Geister aus Menschen ausgetrieben. Die Betroffenen litten unter Symptomen wie Schreien, Stürzen, Ziellosigkeit, Selbstverletzung, Hypersalivation und anderem (z.B. Matthäus 17,14-21). Uns heute erinnert das an Krankheiten, die längst medizinisch erklärbar sind und andere Namen haben, wie beispielsweise Epilepsie. Zu der Zeit als das Matthäusevangelium verfasst wurde, war der Glaube an Dämonen aber noch allgemeiner Konsens. Böse und unreine Geister waren real existierende Wesen, die das Leben erheblich beeinträchtigen konnten. Böse und unreine Geister hielten den Besessenen vom guten Leben fern. Auch von Gott. Kein Wunder also, dass es diese Angst vor der Rückkehr der Geister gab, wie sie in Matthäus 12 beschrieben wird.

Schön und gut, kein Problem für uns! An böse und unreine Geister glauben wir ja nicht mehr! Wir
erklären uns die Welt anders als die Menschen damals.
Wir sind nicht besessen!
Wir sind nicht fremdgesteuert!
Wir sind nicht beeinträchtigt von diesen unsichtbaren Wesen.
Wir haben unser Leben selbst in der Hand!
Wir haben unser Leben selbst in der Hand!!
WIR HABEN UNSER LEBEN SELBST IN DER HAND!!!
Wir …

Haben wir das?

Da bin ich mir nicht so sicher. Wir aufgeklärte Menschen von heute, wir Dichter und Denkerinnen, wir Humanisten und Rationalistinnen werden auch heute von unsichtbaren Mächten beeinträchtigt. Manchmal vielleicht sogar fremdgesteuert. Besessen.
Nur haben diese Mächte heute andere Namen.
Sie heißen

  • Rassismus …
  • Wirtschaftswachstum …
  • Leistungsdruck …
  • Konsum …
  • Egoismus …

Und manchmal kommt es vor, dass wir glauben, diese Mächte losgeworden zu sein.
Weil wir an die Würde aller Menschen glauben. Weil wir nicht zu den Superreichen gehören.
Weil wir Kinder in ihrem Selbstbewusstsein stärken wollen. Weil wir versuchen, weniger und nachhaltiger einzukaufen. Weil wir uns Mühe geben, auch an die Anderen zu denken.
Und manchmal kommt es vor, dass einer dieser bösen Geister sich sagt: „Ich will in mein altes Haus zurückkehren, aus dem ich ausgezogen bin.“ Er geht zurück und findet es leer vor: Alles ist geputzt und aufgeräumt. (Matthäus 12,44)

Was ist also zu tun, damit diese Mächte unser Leben nicht beeinträchtigen, nicht wieder und wieder zurückkommen und sich vermehren?
Günter Eich sagt es so:
„Wacht darüber,
dass Eure Herzen nicht leer sind,
wenn mit der Leere Eurer Herzen
gerechnet wird!“

Hoffen wir, dass Gott unsere Herzen füllt, erfüllt, ausfüllt – heute und an jedem Tag.

Stephanie Hallmann, Bockau

Freitag, 30. August | Wo bleibt mein Wunder? | Matthäus 12,38-42

Sommerandachten 2019

>>> Matthäus 12,38-42

Ich kann die Schriftgelehrten gut verstehen. Sie wünschen sich ein Zeichen, um endlich einen Beweis zu haben, ob Jesus wirklich Gottes Sohn ist. Manchmal wünsche ich mir auch so ein Zeichen. Ein kleines Wunder, was mir kurz Bescheid gibt, dass ich mit meinem Glauben richtig liege. Ich meine, so schwer kann das für Gott doch nicht sein. Wenn er allmächtig ist, kann er doch mal ganz kurz meine Bibel sich von allein aufschlagen und den Vers leuchten lassen, der mir etwas sagen soll. Das kann doch kein Problem sein, oder?
Warum zeigt es Jesus den Schriftgelehrten nicht ein für allemal, sondern antwortet mal wieder mehr als kryptisch?
Eigentlich wollte ich erst schreiben, dass solche Zeichen gar nicht mal so viel bringen. Die Schriftgelehrten hätten ja wahrscheinlich eh versucht, alles zu widerlegen und den Trick hinter dem Wunder gesucht. Und die Jünger sollten solche Zeichen ja eigentlich nicht brauchen müssen. Die sind ja eh mit Jesus unterwegs und glauben an Gott. Eigentlich wollte ich Jesus also erst verteidigen und mit komplizierten Gedankengängen sein Handeln erklären.
Aber erstens braucht Jesus es nicht, dass ich ihn rechtfertige und zweitens genügt mir diese Erklärung selbst nicht. Ich frage mich, was mit den Menschen ist, denen so ein Zeichen gut tun würde, die neues Vertrauen fassen würden. Es hätte vermutlich auch den ein oder anderen Schriftgelehrten gegeben, der sich hätte irritieren lassen. Auch heute würden einige Zweifler sicherlich ins Nachdenken kommen.
Ich möchte Gott Großes zutrauen. Warum sehe ich dann keine abgefahrenen Wunder? Vielleicht, aber nur ganz vielleicht, liegt der Fehler ja nicht bei Gott, sondern bei mir. Wenn ich genau darüber nachdenke, was ich tagtäglich erlebe, dann sehe ich Wunder. In der Natur, in zwischenmenschlichen Beziehungen, in kleinen Alltagssituationen erlebe ich Gott meistens selbstverständlich und sehe Wunderschönes, erlebe Freude, spüre Liebe und weiß es nicht wertzuschätzen.

Bevor ich also das nächste Mal darüber mecker, wenn Gottes Handeln nicht meinen Vorstellungen entspricht, möchte ich zuerst meine Vorstellungen überprüfen und die Zeichen und Wunder sehen, die Gott auch in meinem Leben tut.

Annegret Trades

Donnerstag, 29. August | Matthäus 12,33-37

Sommerandachten 2019

>>> Matthäus 12,33-37

Fünf Verse. Nur fünf Verse beinhaltet diese Bibelstelle und schon kam mir beim Lesen dieser paar Zeilen so mancher Zweifel, Skepsis und Kritik auf. Doch einen wahren Kern habe ich dennoch gefunden. Im Folgenden werde ich nun meine bescheidenen Gedanken mit euch teilen. Es geht um Dramaqueens, Bäume und um den Aufruf zum “schau-ehrlich-in-dein-Herz“.

Die Bibelstelle ist eine Rede von Jesus an die Pharisäer, in der er für Aufmerksamkeit und Selbstreflexion appelliert. Doch wie Jesus nunmal so ist, sagt er das nicht einfach so, sondern benutzt stilistische Mittel. Und wie stilistische Mittel nunmal so sind, deuten sie auf alles und nichts hin und geben freien Raum zur Interpretation.

So spricht er zum Beispiel von guten Bäumen, die gute Früchte bringen. Metaphorisch gesehen, deutet er also auf den Menschen hin, dass, wenn er gute innere Werte hat, gute Taten folgen werden. Ist allerdings “der Baum schlecht, so sind auch seine Früchte schlecht”. Aber kann man den Menschen denn tatsächlich in gut oder schlecht einteilen? Ohne Möglichkeit auf Umkehr oder Veränderung?

Weiter geht es, dass man „am Tag des Gerichts Rechenschaft ablegen” muss. Denn „aufgrund deiner Worte wirst du verurteilt werden”. Bitte was? Vielleicht war der Schreiber dieser Zeilen eine kleine Dramaqueen. Denn ich bin überzeugt, dass man sich bei Gott nicht rechtfertigen muss und er erst recht nicht verurteilt.

Auf den Boden der Tatsachen geblieben, machen diese Verse allerdings vielleicht doch ein bisschen Sinn. So regt Jesus uns durch seine Worte zur Selbstreflexion an. Bringe ich gute Früchte? Sind meine innere Stimmung, meine Gedanken und Erwartungen positiv oder negativ geprägt?

Schon Sokrates hat gesagt: „Ein Leben ohne Selbsterforschung verdient gar nicht, gelebt zu werden.“ Okay, wieder so eine kleine Dramaqueen. Aber im Kern hat er doch  Recht. Vielleicht lohnt es sich einen prüfenden Blick auch mal auf sich selbst zu werfen. Kritisch in sich zu gehen, seine Fehler und Schwächen erkennen und Verantwortung für seine Worte und Taten zu übernehmen. Sich zu fragen, ist meine Rinde morsch, die Wurzeln vertrocknet, die Früchte verfault? Oder bin ich nahe an einem Bach gebaut, der mich versorgt, mir Kraft gibt und mich stark macht? Denn dann werden auch meine Früchte reich und echt und gut sein.

Emily Trabitzsch


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Die Andachten für die Sommerzeit 2019 wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der  Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens der jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
Die gedruckte Exemplate der Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben. Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.