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Sommerandachten 2019

Mittwoch, 14. August | Wunderfinder sein! | Matthäus 9,18-26

Sommerandachten 2019

>>> Matthäus 9,18-26

In der Bibelstelle heute tut Jesus gleich zwei Wunder: Erst wird er von einem angesehenen Mann darum gebeten, seine todkranke Tochter zu heilen. Auf dem Weg zu ihr schleicht sich eine arme Frau an Jesus heran, die seit Jahren krank ist und ihre letzte Hoffnung ist, dass sie von ihm geheilt wird. Und obwohl von den Menschen auf sie herabgesehen wird, hält sie am Glauben fest und berührt Jesus.
Und er sieht die Frau an: sie ist wirklich wie durch ein Wunder, alleine durch ihren Glauben geheilt worden.
Für die Tochter ist es aber zu spät, sie ist tot. Und trotzdem sagt Jesus zum Vater: „Deine Tochter ist nicht tot, sie schläft nur.“ Von den Herumstehenden wird Jesus ausgelacht, aber als er die Hand des Mädchens nimmt, steht sie auf und ist wieder quicklebendig.

Vielleicht fühlst du dich manchmal auch etwas wie die Frau und denkst: „Ich bin so klein und schwach und die Menschen um mich herum, die sehen auf mich herab, warum sollte dann Jesus genau mich sehen?“
Ich glaube, dass Gott gerade dort ist, wo wir Menschen uns klein und schwach fühlen und uns gerade da Jesus mit einem liebevollen Blick anschaut und zu uns sagt: „Ich sehe dich an, deswegen bist du ein angesehener Mensch.“ und „Sei getröstet, mein Kind. Vertraue mir, ich bin dir nahe.“ Das muss nicht gleich Heilung und ein Wunder bedeuten, sondern kann auch einfach nur Trost spenden, weil wir nicht alleine sind und da jemand bei uns ist, der leidet, weil wir auch leiden.

„Ok gut, und diese Wunder? Ich habe noch nie ein Wunder erlebt. Gibt es heute überhaupt noch Wunder?“

Wenn wir in den Tag leben und offene Augen und Herzen für Wunder haben, dann bin ich mir ziemlich sicher, dass jeder kleinere oder auch größere Wunder erlebt. Wie soll man denn auch ein Wunder erleben, wenn man fest davon überzeugt ist, dass es keine Wunder gibt?

Vielleicht ist der Gedanke, dass Jesus nicht unnahbar ist, schon wie ein kleines Wunder, das wir nur als ein Wunder wahrnehmen müssen um es zu erkennen.
Kann nicht z.B. auch das Lächeln eines Kindes, ein Gänseblümchen am Wegrand oder der schöne Farbverlauf eines Apfels ein kleines Wunder und ein Zeichen dafür sein, dass Gott uns gerade nahe ist?

Wenn wir uns jeden Abend überlegen, was heute unser kleines Wunder, unser kleines Highlight den Tag über war, dann werden wir bestimmt schnell zu wunderbaren Wunderfindern und entdecken vielleicht auch Gott immer mehr in unserem scheinbar langweiligem Alltag.

Versuchst du es?
Bist du heute auch ein Wunderfinder?

Jana Göhler, Reutlingen

Song-Tipp
Wunderfinder – Alexa Feser
https://youtu.be/AFK-GYOf-MU

Dienstag, 13. August | Hochzeitsstimmung | Matthäus 9,14-17

Sommerandachten 2019

>>> Matthäus 9,14-17

Es gibt Zeiten, da tut man gewisse Dinge, andere lässt man bleiben. Im Augenblick ist Sommer, bei den meisten ist Urlaub angesagt und auch alle zuhause Gebliebenen versuchen, die milde Sommerluft bestmöglich zu genießen. Sowas wie Fasten ist wahrscheinlich jetzt kaum ein Thema.

Zur Zeit unserer heutigen Bibelgeschichte war es gerade anders herum. Die Pharisäer, also die religiösen Oberhäuptlinge, fasteten „viel“, quasi um die Wette. Zumindest taten sie nach außen so, vermutlich um ihr Ansehen aufzuputschen. Von Jesus wurden sie an anderen Stellen deswegen kritisiert. Die Jünger von Johannes dem Täufer fasteten auch. Johannes hatte sie dazu aufgerufen, Buße zu tun, das heißt, ihre Sünden und ihre Schuld vor Gott zu bekennen und Reue zu üben. Sie alle  warteten damals auf jemanden, auf den lange angekündigten Messias.

Und dann steht er auf einmal da, dieser Jesus, von den einen abgelehnt, von den anderen vielleicht nicht verstanden. Dieser Jesus ruft auch zur Buße auf (siehe Matthäus 4,17), aber Fasten? Jesus gibt die Antwort. Die ist eigentlich logisch. Er ist ja der Messias, auf den in Judäa gerade alle warteten. Aber er vergleicht sich mit einem Bräutigam und seine Jünger mit seinen Hochzeitsgästen. Bei einer Hochzeit trauert man nicht, da wird gefeiert. Aber Jesus geht noch weiter. Er nennt zwei Beispiele, die auf den ersten Blick vielleicht schwer mit dem Gesagten zu verbinden sind. Und doch passen sie richtig gut dazu: Zu einer Hochzeit gehören schicke neue Klamotten und natürlich leckerer Wein. Das war damals so und ist auch heute noch so. Selbst wer nicht so gut bei Kasse ist, versucht, da das Beste zu geben.

Jesus hat alles gegeben, sogar sein eigenes Leben. Deshalb hat er auch Neues zu verkündigen. Einen neuen Bund, den er mit den Menschen schließen will. Den alten Bund, den Gott mit Mose geschlossen hatte, hatten die Israeliten gebrochen. Jesus ist nicht gekommen, diesen wieder ein bisschen zu flicken oder ihn mit ein bisschen neuem Inhalt zu füllen. Nein, er machte einen komplett neuen Bund, der nicht in die alten Hüllen passt.

Was ist dieser Bund? Es ist Jesus Christus selbst. Er ist später am Kreuz gestorben und selbst zum Opfer geworden, um für die Schuld und die Sünden aller Menschen zu büßen. Aber er ist auch auferstanden und lebt. Dieser Bund gilt allen Menschen, speziell auch Dir. Du kannst nichts dazu tun. Jesus hat schon alles für Dich getan. Die Entscheidung für oder gegen Ihn musst Du aber selbst treffen.

Darum lass Dich heute einladen, dieses Geschenk anzunehmen. Lege die Last Deines Lebens bei Jesus ab und glaube an Ihn. Er erwartet Dich … schon jetzt, letztendlich zur Hochzeit.

Michael Förster, Lauter-Bernsbach

Montag, 12. August | Was wirklich zählt | Matthäus 9,9-13

Sommerandachten 2019

>>> Matthäus 9,9-13

Im letzten Jahr starb Pfarrer Sieber. Inoffiziell wurde er schon zu Lebzeiten als Stadtheiliger von Zürich bezeichnet. Sein Herz schlug für die Obdachlosen und die Drogenkranken. Er hat Schlafplätze in einem Bus ermöglicht und gar ein ganzes Dorf für diese Menschen geschaffen. Ich war an seinem achtzigsten Geburtstag im „Grossmünster“ (das mit den zwei Türmen, welches du auf jedem Foto von Zürich siehst) für die Technik zuständig. Am Schluss des Gottesdienstes standen Reporter, Politiker und alle möglichen wichtigen Menschen in einer Reihe, um ihm zu gratulieren. Plötzlich kommt eine Truppe von Obdachlosen, Alkoholikern und Drogenkranken in die Kirche und rufen nach ihrem Pfarrer. Dieser lässt die wartende Reihe stehen und nimmt sich diesem „Gesindel“ an.

Wir sind mitten in dieser Geschichte. Mitten in dieser Geschichte ruft Jesus: „Begreift doch!“. Begreift ihr es denn nicht um was es geht? Die Reichen und Schönen sind oft überheblich und halten sich für etwa besseres, wertvolleres. Aber auch die Christen, also auch ich und vielleicht auch du, sind oft genauso überheblich: Wir sind moralisch besser oder haben etwas verstanden, was die da draussen noch nicht begriffen haben. Merkst du die Überheblichkeit? Es geht so schnell.
„Begreift doch!“ Wer von euch der Höchste sein will, soll dem Anderen dienen. (Mat 23.11) Auf was es wirklich ankommt, was wirklich zählt, ist, dass du barmherzig bist, so findest du bei Gott Anerkennung. Aber das ist viel mehr als etwas zu spenden oder sonst ein Tun, es ist eine Herzenshaltung: barmherzig sein. Es gibt auch ein altes Wort, das mir persönlich sehr gut gefällt: „Demut“, sie ist das Gegenteil von „Hochmut“, der Überheblichkeit.

Das spannende in dieser und in vielen anderen Berufungsgeschichten ist: Jesus wählte seine Jünger nicht aus der Reihe Menschen, die anstehen und sich für gut genug halten. Er wählt aus dem Gesindel seine Nachfolger.

Zum Schluss dieser Andacht noch was ganz Wichtiges (die Moral von der Gschicht): Du bist genug, du genügst vor Gott, das ist sicher! Aber nicht, weil du etwas tust, gibst oder leistest, sondern weil er dich liebt. Das ist der wesentliche Unterschied. Er ist barmherzig mit dir und nimmt dich an, so wie du bist. „Begreif doch“, mache es du genauso – dann folgst du mir nach.

Reto Nägelin

Sonntag, 11. August | Ein Abendgebet … | Psalm 4

Sommerandachten 2019

>>> Psalm 4

Wann liest Du diesen Psalmen und meine Gedanken: Morgens? Oder abends, also kurz bevor alles für Heute abgeschlossen werden muss? Es ist wichtig die Zeit zu kennen, in der man gut zuhören kann, um sich auf Gottes Gegenwart zu konzentrieren, und nicht vom Tagesgeschäft abgelenkt wird. Der Psalm heute ist für die geschrieben worden, die bevor sie in den Schlaf hinein dämmern, noch mal alles mit Gott durchgehen:  Tiefe Freude hast du (Gott!) mir gegeben …  In Frieden kann ich mich nun hinlegen und schlafen. Denn du, Herr, gibst mir einen Ort, an dem ich unbehelligt und sicher wohnen kann. (V. 8+9 nach Neue Genfer Übersetzung) Alles gut heute Abend – jetzt kann ich schlafen!

Doch Stopp, bevor es nun zu harmonisch wird, lese ich noch mal nach, warum dieser Psalm  keine Einschlaftablette für Menschen mit Schlafstörungen ist. Jemand scheint den Beter in der Öffentlichkeit beleidigt zu haben und will ihn mobben. Dabei scheint es um etwas gegangen zu sein, was mit der geistigen Identität dieses Menschen zu tun hatte. Vielleicht war jemand grade neu unter den Leviten am Tempel als Musiker eingestellt worden und andere gönnten ihm diese Berufung nicht. Oder jemand hatte aus einer prophetischen Eingebung heraus die Verschwendungssucht einiger reicher Familien in Jerusalem öffentlich gemacht und wird dafür nun massiv angegriffen. Der betende Mensch weiß, dass Gott ihm den Rücken stärkt, aber er braucht Hilfe, damit er in der Stadt und im Tempel wieder anerkannt seine Sache machen kann. Darum betet er nun am Ende des Tages.

Es ist schlimm, wenn andere, die sogar noch Macht haben, es auf mich abgesehen haben. Auch bei den falschen Unterstellungen und den dummen Sprüchen bleibt doch immer etwas an mir hängen und ich kann mich nicht dagegen wehren, dass andere weiter über mich reden. Jemanden zu mobben ist kein Spaß, sondern viel zu oft eine todernste Sache. Ein Glück, dass der Autor des Psalms nicht resigniert und klein bei gibt, sondern sich mutig weiter vor die Anderen traut. Denn da ist Gott. Der lästert nicht über ihn ab, wie die Anderen. Bei ihm kann er Luft holen und innerlich wieder ruhig werden.

Lass Dir mit diesem Psalm Mut machen, alle Dinge, die heute für dich nicht gut waren und Dir echt auf die Nerven gehen oder gegangen sind, Gott in die Hand zu legen. So im Bild gesprochen. Dann bist Du die Dinge erst mal los, und mal sehen wie Gott Dir diese Dinge am Ende wieder zurückgibt. Bei Huub Osterhuis habe ich gelesen, dass Gott vielleicht nicht eingreift, wenn ich bete, aber Gott wirkt auf mich ein, wenn ich mich auf seinen heiligen Geist einlasse. In diesen Sinne nicht „Gute Nacht!“, sondern „Schalom“ mit Gottes Hilfe!

Günter Loos, Pastor in Detmold und Lage

Samstag, 10. August | Was ich von dir denke | Matthäus 9,1-8

Sommerandachten 2019

>>> Matthäus 9,1-8

Warum habt ihr so böse Gedanken?
Das Leben lehrt einen skeptisch zu sein. Ein bisschen Vorsicht hat noch keinem geschadet. Ich weiß ja nicht, was der andere beabsichtigt. Schnell komme ich in den Kreislauf, dass ich immer ein bisschen vorsichtig und skeptisch bin, weil ich nicht weiß, was der andere im Schilde führt und dass ich immer davon ausgehen muss, dass es nichts Gutes ist.

Warum habt ihr so böse Gedanken?
Diese Haltung aber macht es nicht leicht, eine gute Gesprächsatmosphäre zu finden. Ich unterstelle dem anderen immer Bösartigkeit, Gotteslästerung, dunkle Gedanken, die den eigenen Vorteil suchen. Ich kann nicht durchschauen, was der andere denkt. Auch die Schriftgelehrten haben vermutet, dass Jesus Böses im Schilde führt.

Wie viel leichter wäre es für sie gewesen, wie hätten sie staunen können und wie hätte sich vielleicht das Verhältnis zwischen Jesus und ihn entwickeln können, wenn sie nicht skeptisch und vorsichtig gewesen wären, sondern im anderen, in Jesus, das Gute vermutet hätten, gute Gedanken und positive Absichten.

Dass Jesus sie entlarvt, ist seine Stärke. Ich allerdings kann das nicht. Ich bin auf der Seite der Schriftgelehrten, die skeptisch sind und gelernt haben, vorsichtig zu sein. Also fragt Jesus auch mich: „Was hast du für böse Gedanken?“ Weil ich ihm aber nachfolgen will, will ich versuchen, im anderen das Gute zu sehen. Ich will davon ausgehen, dass auch der andere immer etwas Gutes will. (Vielleicht nur für sich selbst - aber will ich das nicht auch manchmal?)

Stell dir vor: Du kannst in jeder Situation davon ausgehen, dass der andere dir gegenüber erst einmal nichts Böses will. Das verändert Haltungen und Gespräche. Das macht das Miteinander leichter. Und dann kann ich auch anfangen, im gegenüber Jesus zu entdecken, der jeden Menschen liebt und seinem Gegenüber nichts Böses will. Dann kann die Schuld weggenommen werden und Heilung kann passieren.

Verona Lasch

PS: Ich danke meinem Freund Philipp, der mich immer herausgefordert hat, diese Sichtweise einzuüben.

 

Freitag, 09. August | Dämonen | Matthäus 8,28-34

Sommerandachten 2019

>>> Matthäus 8,28-34

Heute sprechen wir nicht mehr über Dämonen in unserem Alltag, sie sind verschwunden. Wir können sie anders beschreiben, als psychische Erkrankungen, für die es Therapien gibt. Dennoch akzeptieren wir Erkrankte meist nicht und schließen sie, wie in Matthäus geschrieben, aus unserer Gesellschaft aus.

Dabei verursachen psychische Erkrankungen großes Leid für Betroffene aber auch ihr Umfeld und selbst wenn manche glauben, man sei selbst daran Schuld – so kann es doch jeden treffen. Wenn sie dann da sind, dann sind sie bei jedem Menschen unterschiedlich. Für Ärzte ist es immer wieder eine Herausforderung, da medizinisch die Tiefen der Psychischen Erkrankungen lange noch nicht geklärt sind. Es muss noch sehr viel Forschung betrieben werden, bevor wir alle Phänomene erklären und vor allem heilen können.

Ich selbst habe mich in einem Praktikum in der Psychiatrie mit Suchterkrankungen beschäftigt. Sie sind ein Tabuthema in unserer Gesellschaft und Betroffene ziehen sich oft in ihre Höhlen zurück, ganz so wie die Besessenen in der Geschichte. Doch um Heilung zu erfahren müssen sie zu nächst selbst annehmen, dass sie suchtkrank sind. Wenn sie dies geschafft haben müssen sie selbst den Weg der Heilung einschlagen. Sie müssen aus eigenem Willen entscheiden, dass sie von ihrem Suchtmittel wegwollen. Das ist aber nicht gleichzusetzen mit „Sie müssen das allein schaffen“. Nein! Sie brauchen Unterstützung von Hilfsstellen, Freunden, Familie oder anderen ehemaligen Suchtkranken. Sie brauchen die Hilfe unserer Gesellschaft. Betroffene schämen sich für ihre Erkrankung, was auch dazu gehört, aber wenn die Scham so groß wird, dass sie sich verkriechen und keine Hilfe annehmen, dann kommen sie nie heraus aus diesem schrecklichen Kreislauf – wenn keiner ihnen den Rettungsring zu wirft. Antoine de Saint-Exupéry hat das sehr schön im Buch „Der kleine Prinz“ beschrieben:

„Der nächste Planet wurde von einem Säufer bewohnt. Sein Besuch war nur sehr kurz, doch versenkte er den kleinen Prinzen in eine tiefe Traurigkeit:
»Was machst du hier?«, sprach er zu dem Säufer, den er stumm sitzend vor einer Reihe leerer und einer Reihe voller Flaschen vorfand. »Ich trinke«, antwortete der Säufer mit düsterer Miene. »Und warum trinkst du?«, fragte der kleine Prinz. »Um zu vergessen«, antwortete der Säufer. »Was willst du vergessen?«, fragte der kleine Prinz, der ihm schon leid tat. »Ich will vergessen, dass ich mich schäme«, gestand der Säufer und ließ den Kopf hängen. »Über was schämst du dich?«, fragte der kleine Prinz beharrlich weiter, denn er wollte ihm helfen. »Ich schäme mich, weil ich saufe!«, sagte der Säufer abschließend und hüllte sich in tiefes Schweigen.“

Also lasst uns doch gemeinsam psychisch-kranken Menschen und ihrem Umfeld Kraft schenken und sie im Gebet begleiten.

Katharina Schiemenz, Berlin

 

Donnerstag, 08. August | Sturm in Sicht | Matthäus 8,23-27

Sommerandachten 2019

>>> Matthäus 8,23-27

Jesus schläft. Manchmal vergesse ich, dass Jesus ein richtiger Mensch war. Er musste essen und trinken, war sicherlich auch mal krank und wie man hier liest: müde. Sehr nachvollziehbar, wenn er so viel unterwegs war und alle Leute um ihn herum immer wieder etwas von ihm wollten. Er ist müde und schläft während das Boot gemütlich vor sich hin schippert. Zumindest mehr oder weniger. Denn kurze Zeit darauf verwandeln sich die leichten Wellen in einen riesigen Sturm und drohen, das Boot zu kippen. Und Jesus? Er schläft. Er ist ganz entspannt, es scheint ihn nicht zu jucken, in welcher Gefahr seine Freunde gerade schweben. Und er selbst ja schließlich auch. Kaum vorstellbar, dass er davon nichts mitbekommen hat. Der Sturm macht ihm keine Angst, er ist unbeeindruckt von den Wassermassen und versteht anscheinend auch nicht so richtig, warum die Jünger ihn extra deswegen wecken. Er fährt sie sogar an, bezeichnet sie als Kleingläubige und hinterfragt ihre Furcht. Und dann stillt er direkt den Sturm.
Ich frage mich manchmal, ob Jesus auch so über meine Lebensstürme denkt. Wenn ich vor Angst nicht mehr klar denken kann, ist er dann auch so entspannt? Ist die Gefahr vielleicht oftmals gar nicht so groß wie ich vermute? Und ärgert sich Jesus über meinen Kleinglauben?

Manchmal kommt im Leben alles auf einmal, Schul- oder Arbeitsstress, Probleme mit Freund oder Freundin, Streit in der Familie, … Dann prasselt alles auf mich ein wie eine riesige Flutwelle. Ich schaue nicht mehr auf die Größe Gottes, sondern auf die Größe der Welle. Wie die Jünger vergesse ich, dass Jesus der Herr über all diese Dinge ist. Darauf möchte ich heute wieder neu vertrauen und daran glauben, dass er mich in meinen Lebensstürmen nicht allein lässt.

Annegret Trades


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Die Andachten für die Sommerzeit 2019 wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der  Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens der jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
Die gedruckte Exemplate der Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben. Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.