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Sommerandachten 2020

Freitag, 10. Juli | Nur Mut! | 1. Könige 18,1-24

Sommerandachten 2020

>>> 1. Könige 18,1-24

Obadja hat es echt nicht leicht. Gerade ist er aufgebrochen, um Wasser zu finden, da begegnet er Elia, der ihn auffordert, wieder zurückzugehen. Kein Wunder, dass er ziemlich angefressen ist und darauf keine Lust hat. Aber da kommt ja noch mehr dazu. Er geht davon aus, dass er dadurch sterben könnte. Schließlich bricht er den Auftrag des Königs ab, nur um ihm mitzuteilen, dass Elia da ist. Der Elia, den er anscheinend lange gesucht und nicht gefunden hatte. Und dann kann Gott ja auch noch Dinge tun, wie ihn einfach an irgendeinen anderen Ort zu beamen. Dann würde der König Ahab seine Reise abbrechen, nur um zu sehen, dass Elia doch nicht da ist. Kann Elia nicht einfach selbst zum König gehen? Wäre das nicht viel einfacher?

Aber Obadja tut es doch, nachdem Elia ihm gut zuredet. Und der König findet Elia auch vor. Und dann wird kein Wort mehr über Obadja verloren. Irgendwie komisch, wenn man bedenkt, dass die ganze Geschichte ein ziemlich großes Ding war, bei dem er hätte sterben können. Mich hätte es total interessiert, was jetzt in seinem Kopf so vorgeht. Ärgert er sich vielleicht über sich selbst? Warum hat er nur so einen großen Aufstand gemacht? Ist er sauer auf Elia, weil er wegen ihm seine Pläne ändern musste? Vielleicht streitet er auch jetzt mit Gott und fragt ihn, warum er die ganze Situation nicht einfach anders gelöst hat.

Wie dem auch sei, für Obadja ist die Geschichte erst einmal vorbei. Er hatte große Angst, aber im Endeffekt ging alles gut aus. Ich kenn das gut von mir selbst. Ich mache mir sehr oft Gedanken über alle möglichen Dinge, überlege mir, was alles schief gehen kann, geh den worst case durch und würde manche Sachen dann gern einfach nie tun. Und im Nachhinein merke ich dann, dass der Großteil der Ängste einfach unnötig war. Das heißt nicht, dass dann alles perfekt läuft, aber es geht doch meistens besser aus als gedacht.

Ich möchte deswegen ein bisschen hoffnungsvoller durch die Welt gehen und vor allem auch mit mehr Vertrauen darauf, was Gott alles kann. Schließlich hält er die ganze Welt in seiner Hand, also auch mich und alles, was ich erlebe. Wenn es dir auch so geht, dann mach mit. Gehe heute etwas an, was du aus Angst schon lange vor dir herschiebst. Und auch wenn es nicht so gut ausgeht wie bei Obadja, Gott ist bei dir und lässt dich nicht im Stich.

Timo Hermann, Hamburg

Donnerstag, 09. Juli | never-ending story | 1. Könige 17,17-24

Sommerandachten 2020

>>> 1. Könige 17,17-24

Ich geriet in Panik und schrie Elia an: „Was hast du eigentlich bei mir zu suchen, du Bote Gottes?“
Von Anfang an war ich skeptisch gegenüber diesem Elia. Ich brachte ihm Wasser und dann wollte er auch noch Brot haben, obwohl wir doch selbst gar nicht mehr ausreichend zu Essen hatten. Und klar, es war echt hilfreich, dass das Versprechen Gottes, welches Elia uns überbrachte, in Erfüllung ging. Doch dann wurde mein geliebter Sohn krank, es ging ihm immer schlechter und das schlimmste, was passieren konnte, trat ein: Er starb! War das die Strafe für alles Böse, was ich getan hatte? Hatte Elia Gott Bescheid gegeben und ihn daran erinnert? Und das obwohl ich doch anfing, Elia und damit auch Gottes Taten wieder zu trauen.

Als ich in Panik geriet und Elia anschrie, bemerkte ich ein Aufblitzen von Entsetzen in seinen Augen. Er nahm meinen Sohn mit und verschwand. Bis heute weiß ich nicht, was er mit ihm gemacht hat. Ich hörte nur seine flehende Stimme… Danach kam er mit meinem geliebten Sohn im Arm wieder, gab ihn mir und sagte: „Dein Sohn lebt!“. Ich traute meinen Augen kaum. Da hatte ich eben noch den reglosen Körper meines Sohnes in den Armen gehalten, mich komplett hilflos gefühlt und nun hielt ich ihn quicklebendig wieder in meinen Armen. So blieb mir nichts anderes übrig, als Elia zu glauben, dass alles, was er im Auftrag des Herrn sagte, wohl stimmte.

So im Nachhinein denke ich, dass es vielleicht nicht ausreicht, nur in einer Situation Gott mein Vertrauen zu schenken. Sondern meine Beziehung zu Gott verändert sich stetig und somit werden Zweifel und Hürden immer wiederkehren. Zum Beispiel habe ich anfangs von Tag zu Tag daran gezweifelt, dass mein Sohn und ich genügend zu Essen haben werden. Dann habe ich erstes Vertrauen gewagt, dass es bis zum nächsten Tag reichen wird. Nach einer Weile habe ich darauf vertraut, dass wir auch noch am Wochenende Essen haben werden und heute vertraue ich darauf, dass es sogar bis zum Monatsende reichen wird.

Ich denke, Glaube bedeutet nicht, dass dann mit einmal alles von allein läuft. Es liegt wohl an mir, meinen Glauben und mein Vertrauen in Gott immer wieder aufs Neue zu erhalten und zu stärken. Denn, was dabei rauskommt ist (fast) unglaublich: Mir wird die Bezwingung des Todes – das ewige Leben – von Gott zugesprochen! Mal sehen, ob das so passiert, wie bei meinem Sohn („…das Kind wurde lebendig.“ (V.22)) oder ganz anders. Aber eins ist klar: Gott ist immer bei uns und wird auch mit uns über den Tod hinaus gehen!

Josefin Fahnert, Jena

Mittwoch, 08. Juli | Meine engen Grenzen |1. Könige 17,7-16

Sommerandachten 2020

>>> 1. Könige 17,7-16

Es hat lange nicht geregnet. Das Land vertrocknet. Durst und Hunger sind die Folge. Im Land Israel wird vergeblich auf Regen gewartet und dabei auf einen fremden Gott vertraut. Die nicht israelitische Frau vertraut aber auf Gott und bekommt Hilfe von ihm. Die Macht Gottes reicht über die Grenzen Israels hinaus.

Heute gehören wir zum Volk Gottes und haben unsere Grenzen. Die Grenze für Gottes Wirken ist heute nicht mehr die Staatsgrenze Israels oder die Volkszugehörigkeit. Schon damals hat Gott über Grenzen hinweg gewirkt. Es scheint zu Gott dazu zu gehören, dass er sich von unseren Grenzen nicht beeindrucken lässt. Während wir „unser Süppchen kochen“ ist er da draußen am Wirken. Dort wo wir gar nicht damit rechnen.

Heute kann ich mich fragen: Wo setze ich Gott Grenzen? Wirkt Gott auch außerhalb meiner Kirche? Wirkt er auch bei Christen, die anders glauben als ich? Bei denen, die die Bibel nicht so ernst nehmen? Wirkt Gott auch unter Rechtsradikalen? …

Manches davon kann ich mir schwer vorstellen. Habe ich doch mein Bild von Gott. Aber doch darf ich dann lernen, dass Gott viel größer ist als ich von ihm denke. Meine Grenzen sind nicht seine Grenzen.

Eine Begegnung, die mir das gelehrt hat, war mit einem alten Mann mit langem grauem Bart. Er glaubt von ganzem Herzen an Jesus. Wenn auch ganz anders als ich. Gott ist ihm begegnet bei etwas, wo ich den christlichen Gott nie vermutet hätte. Er hat Zahlenmystik betrieben und kam beim Hantieren mit 1 und 0 darauf, dass es einen Gott geben muss und hat diesen dann recht schnell bei Jesus gefunden. Zahlenmystik?

Das ist immer noch nichts, was ich guten Gewissens jemanden empfehlen würde. Aber dieser Mann hat Jesus darin gefunden. Ich kann es mir kaum vorstellen. Das passt nicht in mein Bild von Gott. Aber Gott ist größer als meine Grenzen und er wirkt darüber hinaus. Und ich freue mich, dass dieser Mann zu Jesus gefunden hat. Ich sollte wohl nicht so schnell urteilen.

Damals zurzeit der Könige aus der der Bibeltext stammt, ging es um das Reich Israel. Seit Jesus reden wir von Gottes Reich.

Was ist Gottes Reich? Da, wo Gott regiert, da ist sein Reich. Es ist kein Reich mit Grenzen und Mauern, welches auf einer Landkarte verzeichnet werden kann. Es ist ein Reich das geschieht. Das Reich ist nicht im Himmel, sondern in unserer Welt – in unserem Leben.

Wo Menschen Gott als Herrn erkennen und anerkennen und einander nach seinem Willen lieben, dort beginnt das Reich Gottes. Dort, wo es mir nicht mehr nur um „mich und meinen Jesus geht“, dort wo Gerechtigkeit einkehrt und Feindesliebe gelebt wird, dort wo Fesseln gelöst werden, dort ist das Reich Gottes.

Jeremias Georgi, Zwickau

Dienstag, 07. Juli | Gott trägt in dürren Zeiten | 1. Könige 16,29-17,6

Sommerandachten 2020

>>> 1. Könige 16,29-17,6

Im heutigen Text haben wir zwei Personen, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Auf der einen Seite haben wir König Ahab. Ein Mensch, dessen Tun dem Herrn missfiel. Er und seine Frau Isebel verehrte den Götzen Baal. Er ließ daraufhin sogar einen Tempel für den Götzendienst an Baal bauen. Er und auch seine Vorgänger haben das Volk immer wieder zum Götzendienst aufgefordert und damit das Volk zur Sünde verleitet.

Auf der anderen Seite haben wir den Propheten Elia. Er war der erste in einer langen Reihe bedeutender Propheten, die Gott dem Volk sandte. Er ließ sich von Gott leiten und verkündete die Botschaft von ihm.

Er tritt vor König Ahab, um ihm mitzuteilen, dass Gott Unheil sendet. Es soll in den nächsten Jahren weder Tau noch Regen geben. Ahab ist daraufhin sehr schockiert, da er den Baal verehrt. Er wurde als Gott des Regens und der reichen Ernte verehrt. Elia sagte somit eine Dürre für das Land voraus, die auch eintraf. Somit konnte der von Ahab verehrte Gott Baal dies auch nicht verhindern.

Die Menschen befanden sich in einer Sackgasse. Die Götzenverehrung führt sie ins Unheil. Gottes Handeln kommt in diesen Text als sehr hart herüber, aber er will die Menschen nicht vernichten, sondern sie zur Umkehr bewegen. Auch heute gibt es viele Sachen, auf die Menschen vertrauen und dadurch von Gott ablenkt oder sogar wegführt werden. Diese neuen Götter machen oft auch nicht glücklich und führen ins Unheil.

Die Dürre traf auch Elia. Er hatte aber von Gott die Anweisung bekommen, von dort wegzuziehen nach Osten und sich am Bach Krit zu verstecken. Er konnte Wasser aus dem Bach trinken und Gott hatte den Raben befohlen, ihn zu versorgen.

Auch Dürre trifft uns immer wieder. Zum einen haben wir dieses in den letzten beiden Sommern erlebt, wenn kein Regen fällt und die Natur vertrocknet. Aber auch die Winter bringen nicht genug Wasser. So wurde in den letzten Tagen der Ablauf der Talsperre Cranzahl gestoppt, da sonst nicht genügend Trinkwasser zur Verfügung stehen würde.

Auf der anderen Seite erleben wir diese Dürre auch in unserem Leben, wenn wir von Menschen enttäuscht werden, der Mut oder der Glauben fehlt, um aus einer schwierigen Situation rauszukommen. Dann fühlen wir uns ausgetrocknet und leer.

Diese beiden Seiten in der Natur und im Leben zeigen uns, dass dürre Zeiten uns manchmal näher sind als wir denken. Elia wusste darum, aber er wurde gut versorgt von Gott. Diese Zusage macht er auch uns gegenüber. Er möchte mit uns unterwegs sein, uns tragen und versorgen auch in dürren Zeiten.

Nadine und Jens Süß, Crottendorf

Montag, 06. Juli |Götzenbilder, das lass’ sein ... | 1. Könige 14,1-20

Sommerandachten 2020

>>> 1. Könige 14,1-20

Der heutige Bibeltext führt uns zu Jerobeam und seiner Familie. Weil sein Kind schwer krank ist, schickt er seine Frau zu einem Propheten, der mit zehn Broten, ein paar Fischen und Honig dazu bestochen werden soll, zu sagen, wie es dem Kind weiterhin ergehen wird. Jerobeam möchte, dass seine Frau sich verhüllt und verkleidet, sodass man sie nicht erkennen kann. Doch bei dem Versuch, nicht erkannt zu werden, scheitert sie kläglich, als sie das Haus von Ahija betritt. Dieser ist zwar blind und kann die Frau nicht sehen, wird aber von Gott mit allen nötigen Infos darauf vorbereitet und kann sie identifizieren.

Wäre ich an ihrer Stelle gewesen, hätte ich mich ganz schön erschreckt und ich kann mir auch vorstellen, dass sie mehr als überrascht ist. Leider ist dem Text keinerlei Reaktion ihrerseits zu entnehmen. Aber worum geht es eigentlich? Es geht um ein krankes Kind und einen Vater, der den Fehler gemacht hat, Gott zu verärgern. Und weil dieser Vater Mist gebaut hat, müssen nicht nur er, sondern auch die Nachfahren darunter leiden. Er hat nämlich Götzenbilder aufstellen lassen, die dann statt Gott angebetet wurden und hat damit Gottes Zorn entfacht. „Alle deine männlichen Nachkommen werde ich ausrotten, die mündigen wie die unmündigen. Ich werde keinen von ihnen übriglassen, so wie man Kot bis zum letzten Rest wegfegt.“ (Vers 10). Das sind meiner Meinung nach extrem harte Worte! Schlimmer finde ich auch die Prophezeiung, dass Jerobeams Sohn stirbt, sobald die Frau einen Fuß in die Stadt gesetzt hat (siehe Vers 12). Aber dieses Ereignis ist Jerobeam sicherlich mehr als nur eine Lehre und wenn man den geschriebenen Worten Glauben schenkt, so hat Gott hier wieder einmal gewaltige Macht bewiesen.

Ich finde auch drei Dinge interessant: Zum einen die Tatsache, dass Gott durch den Propheten mitteilen lässt, was nach dem Tod des Sohnes passieren wird beziehungsweise wie das Volk reagieren wird: „Ganz Israel wird um ihn trauern.“ (Vers 12). Gesagt, getan. Das ganze Volk trauert wirklich um den Sohn. Das empfinde ich als rührend, denn es zeigt auch, was das Volk vom Sohn hielt und das ist offenbar viel. „Aber er wird der Einzige aus der Familie Jerobeams sein, der in ein Grab kommt, weil er auch der Einzige ist, an dem der Herr, der Gott Israels, etwas Gutes gefunden hat.“ (Vers 12+13). Nachdem schon die Anerkennung des Volkes so hoch gewesen ist, zeigt sich in diesem Vers auch, was Gott von dem Sohn gehalten hat. Und nach all der Aggression und rohen Gewalt, von der als Strafe für Jerobeam gesprochen wird, klingen diese Worte geradezu besänftigend. Denn Gott hat etwas Gutes an dem Sohn gefunden, auch wenn dieser sterben musste.

In meinen Augen spricht das auch für Gottes „soft spot“, der nach wie vor vorhanden zu sein scheint. Darüber bin ich froh, denn in mein Gottesbild passt es nicht hinein, dass Gott ein rachsüchtiger Gott ist, der nur auf Vergeltung aus ist. Nein, Gott kann zwar mächtig, gewaltig und zerstörerisch sein, aber wem Respekt gebührt, dem bringt er diesen auch entgegen und lässt auch ein angemessenes Abschiednehmen zu. Deswegen durfte der Sohn auch ordentlich begraben und bestattet werden. Auch wenn ich mit Sicherheit nicht so gehandelt hätte wie Gott, so meine ich doch, die Botschaft hinter dem Ganzen verstanden zu haben.

Wie sieht es bei Euch aus? Ich möchte Euch dazu einladen, anhand dieser Bibelstelle einmal zu reflektieren, wer und wie Gott für Euch ist. Ich denke, Gott möchte nicht, dass wir uns Götzenbilder erschaffen, sondern, dass der Fokus ganz auf ihm liegt. Er ist es, den wir anbeten sollen und wenn wir das tun, ist er unser größter Fürsprecher!

Jani Djamba, Mainz

Sonntag, 05. Juli | NICHT SCHON WIEDER?! | Psalm 106,24-48

Sommerandachten 2020

>>> Psalm 106,24-48

Pause nach der Mathearbeit. Ich unterhalte mich mit ein paar Freunden über die Aufgaben. Und nach und nach fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Eine Aufgabe, die ich im Unterricht schon falsch gemacht und zu Hause zwar geübt habe, aber dennoch ständig in den Hefter gucken musste, um den Lösungsweg zu verstehen, habe ich im Test wieder falsch gelöst. Der Ansatz: Komplett daneben. Wenn ich Glück habe, findet der Lehrer höchstens ein paar Folgefehler, auf die ich dann trotzdem wenige Punkte bekommen kann. Fehler machen – das ist wohl menschlich. Jeder versagt an der ein oder anderen Stelle.

Im Psalm 106 werden die Fehler des Volk Israels beschrieben. Und der Autor ist dabei nicht geizig. Über Zeilen hinweg schildert er die gröbsten Sünden. Und das sind keine kleinen Patzer wie ein falsches Ergebnis im Mathetest. Nein – hier geht es um das Abwenden von Gott, um das Anbeten anderer und das Verstoßen von wichtigen Geboten. Und nicht nur einmal, sondern immer und immer wieder. Auch das Ende des Psalms könnte fortgesetzt werden mit: Und das Volk sündigte erneut und missachtete Gott. Eigentlich ganz schön dämlich, dachte ich mir, als ich mir den Psalm die ersten Male durchlas. Können die nicht mal daraus lernen? Bewundernswert ist aber: Ebenfalls „immer wieder befreite sie der Herr“ (V.43).

Er gab nicht auf und war stets für sein Volk da. Wenn wir ehrlich sind, sind wir doch noch heute so. Nicht mit exakt den gleichen Sünden, nicht in allen Aspekten, aber dennoch machen wir Fehler. Immer wieder und wieder. Dieses Phänomen, was hier an den 800 Jahren Geschichte des Volks Israels gezeigt wird, heißt Mensch. Wir sind nicht perfekt.

Aber Gott, der verliert nie die Geduld. Er freut sich, wenn wir wieder zu ihm finden und ist bei uns, wenn wir seine Hilfe brauchen. Wie ein guter Freund, der dir immer und immer wieder die Matheaufgabe erklärt, die du zum zehnten Mal falsch gerechnet hast. Und vorm nächsten Test, wenn du dir beim Lernen nicht ganz sicher bist, wird er dir auf deine verzweifelte Sprachnachricht antworten und dir all das erklären, was eigentlich schon im Unterricht gelehrt wurde.

Eduard Bär, Dresden

Samstag, 04. Juli | Falsche Prophetien | 1. Könige 13,11-34

Sommerandachten 2020

>>> 1. Könige 13,11-34

Die heutige Andacht wirft folgende Fragen für mich auf:

  • Woher weiß ich, dass es Gottes Worte sind?
  • Woher kann ich mir sicher sein, dass es falsche Prophetien sind, die mir gesagt werden?
  • Wie kann ich mir sicher sein, dass Gott zu mir spricht?

Der Prophet in diesem Textabschnitt hatte eine klare Anweisung von Gott erhalten, dass er an den Orten, wo er vorbeikommt, nicht isst und nicht trinkt und er nicht auf demselben Weg zurückkehrt, den er gegangen ist (Vers 17). Aber als ein anderer Prophet ihn ansprach und vorgegeben hatte, von Gott gesandt zu sein, glaubte er ihm und er ging mit. Da er Gottes Anweisungen nicht folgte, wurde er von einem Löwen getötet.

Ich ertappe mich oft darin, mich selbst zu fragen, ob es wirklich Gottes Stimme ist, die ich da höre. Im Alltag ist es immer wieder eine Herausforderung, in sich hineinzuhorchen und für sich zu überlegen, was Gottes Wille ist. Oft ist es so, dass wir schnelle Entscheidungen für unser Leben wollen und uns die Geduld fehlt, auch mal abzuwarten. Gott wird uns nicht einen Löwen schicken, wie es in der heutigen Andacht steht, sondern er gibt uns Hinweise oder Menschen, die unsere Entscheidungen und Gedanken prägen.

Vielleicht stehst du gerade vor einer Entscheidung, wo du gerade Gottes Zuspruch benötigst und du dir noch nicht sicher bist, wie du es anpacken möchtest. Du bräuchtest noch Gebet und Zustimmung für deine Entscheidung.

Ich möchte dir für den Sommer eine Aufgabe mitgeben, und zwar überlege dir, wie du am besten Gottes Stimme hörst und mach dir bewusst, dass du es nicht an anderen Personen festmachst, was Gott dir sagen möchte. Überprüfe zunächst einmal, was Gott dir sagen möchte und geh dann auf Menschen zu, die mit Gott unterwegs sind. Aber vielleicht stellt dir auch Gott eine Person an deine Seite und überprüfe es nochmal in einem Gebet, ob die Entscheidung, die du treffen möchtest, auch Gottes Weg für dich ist.

Aber denke immer daran, egal wofür du dich entscheiden wirst, Gott geht jeden Schritt mit dir mit. Er wird dich nicht im Stich lassen. Er wird dir zur Seite stehen und mit dir in das Abenteuer gehen. Denn Gott ist ein barmherziger und liebevoller Gott. Er lässt dich nicht im Stich. Auch wenn wir manchmal das Gefühl haben, dass er ganz weit weg ist.

Ivy Rendon, Wuppertal


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Die Andachten für die Sommerzeit 2020 wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der  Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens der jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
Die gedruckte Exemplate der Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben. Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.