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Sommerandachten 2020

Dienstag, 18. August | Jesus, der Antiheld oder Jeder verdient Gottes Gnade | Markus 7,24-30

Sommerandachten 2020

>>> Markus 7,24-30

Wenn du dich entscheiden müsstest, wen würdest du als erstes retten? Was für eine üble Frage. Zum Glück nur hypothetisch. Für uns ist es nichts Alltägliches, zu entscheiden, wem unsere Hilfe gebührt. Dem Bettler auf der Straße? Unseren Geschwistern? Dem hungernden Kind in Afrika oder dem Hund der Nachbarin? Juden, Christen oder Muslimen? Etwa auch den Atheisten?

Menschen mit Hunden zu vergleichen, um sie herabzuwürdigen, ist nicht so nett. Und nach der Religionszugehörigkeit zu entscheiden, wem wir helfen, ist diskriminierend und zudem noch äußerst unpraktisch in der heutigen Zeit. Schließlich müsste man immer nachfragen, was genau sein Gegenüber glaubt.
Außerdem kommt von uns vermutlich niemand in Situationen, in denen unsere Superkräfte tatsächlich so krass gefragt wären und wir uns entscheiden müssten, wem wir zuerst helfen. Oder?

Jesus, der Superheld mit den Heilkräften, der von allen Seiten belagert wird und Leute heilen soll. Klar, dass er da Prioritäten setzt. Niemand kann überall gleichzeitig sein. Zumindest kein Mensch und Jesus war ja einer. Deshalb lässt er sich am Ende ja doch überzeugen und wird zum Nachdenken gebracht.

Hier zeigt sich die eigentliche Heldin der Geschichte: die Syrophönizerin. Sie lässt sich nicht von Beleidigungen abschrecken, sie ist sich ihrer unwürdigen Stellung bewusst. Sie nutzt diese zu ihrem Vorteil. Sie erniedrigt sich selbst, weiß, dass sie im Vergleich zu Jesus, dem menschgewordenen Gott, so viel kleiner ist. Sie redet nicht dagegen an, sie versucht ihn nicht vom Gegenteil zu überzeugen. Sondern erklärt Jesus, dass ihr schon ein winziges bisschen Hilfe reicht.
Und sie hat ja auch Recht: Denn jeder von uns verdient Hilfe, jeder verdient es, Gottes Gnade und Liebe zu spüren. Vor allem diese Frau, weil sie ja nicht mal für sich selbst bittet, sondern für ihre Tochter. Nicht jeder würde für einen geliebten Menschen, so eine Erniedrigung einfach so hinnehmen. Sie ist also eine echte Heldin.

Für mich wird noch etwas deutlich, das auch in vielen anderen Teilen der Bibel beschrieben wird. Nämlich: Gott ist ein gnädiger Gott, sein Wesen ist Liebe. Seine Meinung ist wandelbar, er lässt sich vom Guten überzeugen. Es passt nicht zu ihm, auszugrenzen und abzuweisen. Denn über allem steht die Liebe.

Katrin Lüdeke, Hamburg

Montag, 17. August | Menschen, die aufs Leben schwören | Markus 7,17-23

Sommerandachten 2020

>>> Markus 7,17-23

du kriegst, was du gibst,
bist, was du isst,
weißt, was das heißt:
alles kommt zurück

So heißt es in dem Song „Gebet an den Planet“ von Thomas D.

Jesus sagt seinen Jüngern: Begreift ihr nicht, dass alles, was von außen in den Menschen hineingeht, ihn nicht verunreinigen kann?

Nein, dass der Mensch ist, was er isst, streitet Jesus vehement ab. Erst gegenüber den Pharisäern, und dann auch vor dem Volk, und jetzt nochmal vor seinen Jüngern, die scheinbar immer noch ihre Schwierigkeiten mit Jesu Worten haben. Der Mensch wird nicht unrein, wenn er sein Brot mit ungewaschenen Händen isst. Nichts, was der Mensch zu sich nimmt, kann ihn verunreinigen. Denn es geht nicht in sein Herz hinein, sondern in den Bauch.

Die Jünger verstehen nicht.
Und – ehrlich gesagt – ich auch nicht.
Mir fällt vieles ein, was man nicht zu sich nehmen sollte, und was den Körper schädigt. Verunreinigt sozusagen. Kakao von der Elfenbeinküste, wo Kinder ohne Bezahlung Kakaobohnen ernten. Fleisch aus Massentierhaltung. Wein, Getreide, Mais, und vieles mehr, was auf den Feldern mit Pestiziden übersät wird.

du kriegst, was du gibst,
bist, was du isst,
weißt, was das heißt:
alles kommt zurück

Jesus sagt seinen Jüngern:
Was aus dem Menschen herauskommt, das verunreinigt den Menschen.
Und dann zählt Jesus Beispiele auf: Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Betrug, Zügellosigkeit, Neid, Lästerung, Überheblichkeit und Unvernunft. Dazu muss gesagt werden: Reinheit ist für die Juden (also die Pharisäer und viele andere Zuhörer Jesu) eine Voraussetzung dafür, in Gottes Nähe sein zu können. Das war das oberste Ziel der Pharisäer. Deshalb haben sie sich nach so vielen Reinheitsgeboten gerichtet: Weil sie in Gottes Nähe sein wollten.

Jesus beschreibt aber diese Vorstellung von Reinheit ganz neu: Wenn Menschen in Gottes Nähe sein wollen, geht es eben nicht ums Händewaschen vor dem Essen.
Begreift ihr nicht, dass alles, was von außen in den Menschen hineingeht, ihn nicht verunreinigen kann? Denn es geht nicht in sein Herz hinein, sondern in den Bauch. (…) Denn von innen aus dem Herzen der Menschen kommen die bösen Gedanken hervor.
Nein, es geht nicht ums Händewaschen. Nicht um Äußerlichkeiten, gutes Benehmen, Ordnung, Höflichkeit, perfektes Konsumverhalten, das wichtigste Ehrenamt, die romantischsten Vorzeigebeziehungen und stringente Biographien ohne Lücken.

Es geht um die Liebe. Zu sich selbst, zu anderen Menschen, zu Gott. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Diese Zeilen aus dem Song von Thomas D sind mir besonders nachgegangen:

Solang sich diese Welt noch dreht
werdet ihr meine Stimme hören
und immer wieder Menschen treffen,
die aufs Leben schwören.

Ich hoffe, Du bist eine*r davon!

Stephanie Hallmann, Bockau

Sonntag, 16. August | Allein? | Psalm 142

Sommerandachten 2020

>>> Psalm 142

David ist in Not. Er fühlt sich ausgegrenzt und bedroht von anderen Menschen. Doch auch heute noch werden Menschen von anderen ausgegrenzt. Das kann auf unterschiedliche Arten passieren: z.B.

  • Menschen mit Behinderung, die nicht angenommen werden, weil sie anders sind.
  • Flüchtlinge, die diskriminiert werden, weil sie eine andere Hautfarbe haben, eine andere Sprache sprechen oder einer anderen Religion angehören.
  • Kinder, die in der Schule gemobbt werden, weil sie nicht immer mit dem neuesten Trend mitgehen.

Dies sind nur ein paar Beispiele von vielen Situationen aus unserem Alltag. Die Leute hören auf die Vorurteile der anderen und gehen diesen Menschen aus dem Weg. Auch wenn manche anders sind, sollte man ihnen eine Chance geben. Das heißt nicht, dass man jeden mögen muss, aber man sollte trotzdem nicht nur auf Vorurteile hören. Gott grenzt niemanden aus, er nimmt alle an, so wie sie sind. Wer sich einsam und verlassen fühlt, kann mit Gott darüber reden. Man kann sich sicher sein, dass er einem zuhört. Deswegen sollte man auch in schweren Zeiten die Hoffnung nicht aufgeben.

Man sollte wie David darauf vertrauen, dass Gott einem hilft. Und dann kann man Gottes Namen loben

Vielleicht hast du auch schon mal so eine Situation erlebt, in der du ausgegrenzt oder ausgelacht wurdest oder vielleicht selbst jemanden nicht akzeptiert hast?

Versuche, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen und nicht nur auf Oberflächliches zu achten, sondern auch innere Werte zu sehen.

Teeniekreis Dresden – Zion

Samstag, 15. August | Gott im Herzen | Markus 7,1-15

Sommerandachten 2020

>>> Markus 7,1-15

Und die Moral von der Geschichte? Wie so oft ist die Pointe am Schluss der Erzählung zu finden. In der „Hoffnung für alle“ Bibelübersetzung klingt das dann so: „Nichts, was ein Mensch zu sich nimmt, kann ihn vor Gott unrein machen, sondern das, was von ihm ausgeht.“

Immer wieder musste sich Jesus mit den Pharisäern auseinandersetzen. Und immer wieder ging es um dasselbe Thema: Die Auslegung der heiligen Schrift und der Gebote. Und es passte vielen Pharisäern nicht, wie frei Jesus so manche Gebote auszulegen schien. Im vorliegenden Fall geht es konkret um ein Reinheits- und Speisegebot: Vor dem Essen Hände waschen! Wer sich ein bisschen im Judentum kundig macht, stellt schnell fest, dass es sich dabei nicht nur um einen „Reinigungsvorgang im klassischen Sinne“ handelt, sondern auch um einen rituellen Vorgang. Das Händewaschen muss nach ganz bestimmten Regeln vollzogen werden und wird von einem Segensspruch begleitet. Es geht also um kultische Reinheit – vor und mit Gott im Reinen zu sein um mit ihm in Beziehung treten zu können.

Und genau das ist es, was Jesus immer wieder anprangert. Aus dem Buch Jesaja zitiert er: „Dieses Volk ehrt mich nur mit Worten, sagt Gott, aber mit dem Herzen ist es weit weg von mir.“ (Gute Nachricht Übersetzung). Harte Kritik in Richtung der Pharisäer und Schriftgelehrten. Aber auch eine Anfrage an uns heute. Sind wir mit Herzen nah bei Gott? Leben wir seinem Willen gemäß oder machen auch wir nur „große Worte“?

Jesus sieht tiefer als auf oberflächliche Gebote und Verbote. Er schaut das Herz der Menschen an. Er wünscht sich, dass die Menschen von ganzem Herzen mit Gott unterwegs sind. Gott von ganzem Herzen und mit ganzem Willen, mit ganzem Verstand und mit aller Kraft zu lieben, ist für Jesus nicht umsonst das höchste der Gebote (schau mal in Markus 12, 28 und den folgenden Versen nach).

Nimm dir doch ein paar Minuten Zeit und frage dich: Was habe ich diese Woche bewegt? Was ist von mir ausgegangen? Habe ich Spuren des Segens hinterlassen? Oder Spuren der Verwüstung? Habe ich von Herzen heraus liebevoll gehandelt oder war ich lieblos?

Wenn du magst, kannst du heute dafür beten, dass Gott dein Herz mit seiner Liebe erfüllt! Ich werde es tun!

Thomas Widmann, Ulm

Freitag, 14. August | Aus Gottes Möglichkeiten leben | Markus 6,45-56

Sommerandachten 2020

>>> Markus 6,45-56

Ich glaube, Jesus hatte es nicht leicht mit seinen Jüngern. Immer wieder hat er ihnen die Tür geöffnet, damit sie sehen und verstehen sollten, wer Gott ist, und was mit Gott möglich ist. Und die Jünger sahen nicht, verstanden nicht. Nur die Jünger? Auch mit mir hat es Jesus nicht leicht. Heute noch öffnet mir Jesus die Tür, ihn immer mehr zu verstehen, doch gehe ich durch diese Tür? Gehst du durch diese Tür?

Doch der Reihe nach: Nach dem großen Ereignis der Brotvermehrung schickt Jesus seine Jünger mit dem Boot los über den See Genezareth. Gerade haben sie miteinander das Brot geteilt und tausende Menschen wurden satt, dennoch stellt Jesus fest: Die Jünger hatten das mit dem Brot nicht verstanden, ihre Herzen waren verstockt. Das Wunder Gottes erkannten sie nicht als solches und es wuchsen in ihnen auch nicht die Sehnsucht und der Glaube, mit Gott immer mehr dieser Wunder zu erleben und mehr aus Gottes Möglichkeiten zu leben.

Jesus schickt sie also auf den See, erst wollen sie nicht recht, denn als Fischer erkannten die Jünger wohl den Ernst der Wetterlage, doch sie geben nach und rudern los. Und Jesus, ja, er will wirklich sehen, was passiert – und er will sehen, aus welchen Möglichkeiten die Jünger leben. Sie rudern und rudern, haben den Wind von vorn, die Wellen werden höher, es wird gefährlich.

Wie gut kenne ich dieses Rudern aus meinem eigenen Leben. Wie sehr versuche ich erstmal das mir Mögliche – doch Gottes Möglichkeiten lasse ich außen vor. Wie die Jünger. Da bin ich nicht besser. Und Jesus geht zu ihnen. Auf dem Wasser. Im Sturm. Durch die Wellen. Seit wir als Familie auf einer Insel wohnen, weiß ich, was das bedeutet. Eigentlich wollte Jesus gar nicht zu den Jüngern, er wollte an ihnen vorübergehen. Schauen, was sie machen. Sehen, aus welchen Möglichkeiten sie leben, auf welche Kraft sie setzen. Auf die eigene – oder doch auf Gottes Kraft? Denn die Jünger hatten ja nicht den Auftrag bekommen, zur Seemitte zu fahren und dort unterzugehen. Der göttliche Auftrag hieß: Fahre über den See und komme an. Und wenn Gott dies zu uns sagt, dann wissen wir, es klappt. Es funktioniert, egal, wie hoch die Wellen sind.

Wie sehr wünsche ich dir und mir genau dieses Vertrauen in Gott und in seine unbegrenzten Möglichkeiten. Er wirkt die Wunder in unserem Leben. Er lässt dich ankommen, auch wenn in deinem Leben die Wogen hochgehen. Mit ihm kommst du an – doch nur mit ihm.

Immer wieder hat Jesus mit seinen Jüngern diese Lektionen des Vertrauens wiederholt, damit sie sahen und glaubten. Und ich bin dankbar für seine Geduld – mit seinen Jüngern und mit mir und dir. Bis wir es gelernt haben, nicht aus den eigenen Möglichkeiten zu leben, sondern ganz und gar aus Gottes Möglichkeiten.

Pastor Sebastian D. Lübben, Baltrum

Donnerstag, 13. August | Leben im Überfluss | Markus 6,30-44

Sommerandachten 2020

>>> Markus 6,30-44

Die Geschichte haben sicher viele von uns im Kindergottesdienst oder Kirchlichen Unterricht schon mehrfach gehört und dabei vielleicht auch das ein oder andere überhört. Abgestempelt als eines der vielen Wunder. Tolle Geschichte, coole Aktion, nächste Geschichte. Doch bei den Wundern, die Jesus in seinem Leben geschehen lässt, zeigt er uns nicht einfach nur, dass er`s kann. Es steckt mehr dahinter. Eine Aussage, eine bildhafte Darstellung davon wie Gott ist, wie Gott liebt und wie Gott sich um uns kümmert.

Die Menschenmenge, die Jesus und den Aposteln folgte, ihnen sogar voraus ging, zeigt, wie sehr ihre Sehnsucht nach Hoffnung und der frohen Botschaft ist. „... sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben“ (V.34). Eine Schafherde wird von ihrem Hirten auf eine saftige Wiese geführt und der Hirte verteidigt seine Herde, weil jedes einzelne Schaf für ihn an erster Stelle steht. Die Wiese und der Regen, der die Wiese wachsen lässt, kommt aber von Gott und ist ein Ergebnis seiner Schöpfung. Jesus führt uns als Hirte damals wie heute auch durch das Leben. Die saftige Wiese ist dabei das lebendige Wort Gottes, seine bedingungslose Liebe und Gnade. Das zeigt sich auch in dem, was Jesus tat, bevor er das Essen austeilen lies. Er betete zu Gott und dankte ihm für das, was er uns täglich gibt.

In der Geschichte sollen 5000 Männer + Frauen und Kinder von 5 Broten und 2 Fischen satt werden. Klar haben die Jünger da etwas gezweifelt. In Johannes 6, 51 steht: „Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist. […] Das Brot aber, das ich geben werde, ist das Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt“. Wenn der Tod von einer Person genügt, um die ganze Welt zu erretten, dann sollte es auch möglich sein, dass die Menschen aus der Geschichte von 5 Broten und 2 Fischen satt werden. Doch warum musste es zu dem Brot auch Fisch geben und wie können am Ende 12 Körbe voll übrigbleiben? Gott beschenkt uns im Überfluss und das in jeglicher Hinsicht. Unsere Aufgabe besteht darin, mit dieser Verantwortung umzugehen. Der Überfluss ist nicht dazu gut, am Ende einen Haufen wegzuschmeißen, sondern aufzusammeln und weiterzugeben. Das sollen wir nicht nur mit Lebensmitteln tun, sondern auch mit Gottes Liebe und Barmherzigkeit. Wir sollen anderen vergeben wie Gott uns immer wieder vergibt und wir sollen andere lieben wie Gott uns liebt.

Challenge: Mach dir bewusst, was Gott dir alles im Überfluss gibt und was du davon weitergeben kannst. Ob es eine Einladung zum Essen ist oder einfach Zeit, die du mit einer Person verbringst.

Richard Schmidt, Lauter-Bernsbach

Mittwoch, 12. August | Die unbequeme Wahrheit | Markus 6,14-29

Sommerandachten 2020

>>> Markus 6,14-29

Was für eine unglaubliche und brutale Geschichte! Herodes lässt Johannes dem Täufer den Kopf abschlagen, nur weil er seiner Stieftochter nach einem Tanz versprochen hat, ihr jeden ihrer Wünsche zu erfüllen. Es klingt absurd.

Aber schauen wir doch einmal hinter die Kulissen. Gott hatte Johannes schon vor seiner Geburt dazu berufen, die Israeliten auf ihre Schuld Gott gegenüber hinzuweisen und damit den Boden zu pflügen, in den Jesus nur wenige Monate später Gottes Wort säen würde. Wir lesen, dass Herodes Herodias, die Frau seines Bruders, zur Ehefrau genommen und damit Ehebruch begangen hatte. Johannes der Täufer hielt ihnen ihre Schuld immer wieder vor Augen, so wie Gott es ihm aufgetragen hatte. Doch das passte Herodias nicht und sie wurde so wütend, dass sie ihn tot sehen wollte. Herodes ließ Johannes ihr zuliebe einsperren, obwohl er tief drin spürte, dass Johannes die Wahrheit sagte. Aber das war Herodias nicht genug und so schmiedete sie einen Plan, um ihn gänzlich aus dem Weg zu schaffen. Grausam und uneinsichtig, diese Herodias, denkst du sicher.

Aber nur wenige Kapitel später im Markusevangelium lesen wir eine ganz ähnliche Geschichte:

Hunderte Menschen, die monatelang Jesu Wunder gesehen und ihn vom Reich Gottes predigen hören haben, schreien »Kreuzige ihn!« und besiegeln damit Jesu Verurteilung zum Tod am Kreuz. Warum? Ist er wirklich schuldig? Nein, aber er spricht unbequeme Wahrheiten aus. Er sagt den Menschen ganz klar, dass sie verloren gehen, wenn sie nicht erkennen, dass sie Schuld vor Gott auf sich geladen haben, ihre Schuld ehrlich bereuen und ihr Leben ändern. Das aber wollen die meisten nicht hören, besonders nicht die angesehenen Schriftgelehrten, die großes Ansehen beim Volk genießen. Genau wie Herodias halten sie sich die Ohren zu und sehen nur einen Weg, um die lästige Wahrheit loszuwerden: Der Sprecher muss aus dem Weg geschafft werden.

Hat ihnen das den erhofften Frieden gebracht? Vielleicht für eine kleine Weile hier auf der Erde, aber eines Tages werden sie vor Gott stehen und sie werden sich wünschen, sie hätten besser zugehört und weisere Entscheidungen getroffen.

Deshalb stellt sich auch dir und mir die Frage: Wie gehen wir damit um, wenn Gott uns durch die leise Stimme seines Geistes in uns oder auch durch andere Christen auf unsere Fehler hinweist? Stellen wir uns stur und blind oder lassen wir uns korrigieren und von Jesus liebevoll in sein Bild verändern?

Louisa Vogel, Dresden


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Die Andachten für die Sommerzeit 2020 wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der  Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens der jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
Die gedruckte Exemplate der Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben. Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.