Verwendung von Cookies: Um die Webseite optimal gestalten und fortlaufend verbessern zu können, werden Cookies verwendet.
Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Für weitere Informationen klicke hier. OK

Sommerandachten 2020

Dienstag, 11. August | Mission für Anfänge(r) | Markus 6,7-13

Sommerandachten 2020

>>> Markus 6,7-13

Der Andachtstext für heute ist ein sehr präziser Arbeitsauftrag von Jesus an die Jünger und damit auch an uns. Für mich sind Arbeitsaufträge ein sehr interessantes Thema, da ich als Erzieher viele pädagogische Angebote gestalten darf. Beim Lesen des Textes ließ mich diese Assoziation mit meiner Arbeit nicht los. Deshalb kam ich auch nicht darum herum, diesen Arbeitsauftrag Jesu in seine pädagogischen Inhalte zu zerstückeln und die pädagogischen Absichten zu betrachten.

Als ersten Schritt gibt Jesus seinen Jüngern Vollmacht über die bösen oder unreinen Geister und teilt sie dann in Grüppchen ein. Jesus gibt also einen Input aus und teilt Arbeitsgruppen ein. Jeder von uns weiß noch, wie es in der Schule war, wenn Partnerarbeit angesagt wurde. Zu zweit arbeitet es sich einfach besser. Nicht anders ist es in der Kirche. Wie die Jünger sollen auch wir nicht allein versuchen, Missionsarbeit zu leisten. Auch der Input ist uns in die Hand gegeben in Form von Bibelgeschichten und Gebeten.

Danach erklärt Jesus seinen Jüngern, was sie mitnehmen dürfen. Dieser Punkt ist etwas kompliziert zu übertragen, beläuft sich aber im Prinzip darauf, dass wir mit unserem Können und unseren Talenten arbeiten sollen. Jesus gibt also Arbeitsmaterial aus, beziehungsweise schränkt es ein. Nicht der Nike-Pulli oder die 500 Follower auf Instagram machen Mission, sondern wir, wenn wir uns einbringen und unsere Stärken ausspielen.

Der letzte Teil ist aus pädagogischer Sicht besonders spannend. Jesus erklärt den Jüngern ein paar Spielregeln bei Erfolg und Misserfolg. Auch für uns gelten diese Regeln. Wenn es funktioniert: super bleib dabei. Wenn nicht, dann wischt euch „denn Staub von den Füßen ihnen zum Zeichen“.

Diese Aussage hat vielerlei pädagogische Hintergründe. Verschwendet eure Zeit, euer Talent nicht da, wo es nicht gehört wird. Beschäftigt euch mit euren Misserfolgen und lernt daraus. Lasst eure Misserfolge hinter euch und zieht weiter zu neuen Projekten.

Alles in allem ist Jesus‘ Arbeitsauftrag in diesem Text pädagogisch sehr wertvoll gestaltet. Er gibt uns Arbeitsmaterial und Impulse. Er sagt uns, dass wir zusammen gehören und nennt Trivialitäten, die wir hinter uns lassen sollen. Er gibt uns Trost und baut uns auf, wenn wir scheitern sollten.

Als letzten Punkt noch: Jesus nimmt sich in dieser Bibelstelle zurück. Jesus, und durch ihn Gott, traut uns zu, dass wir alle als Gemeinde mit unseren Stärken und Schwächen seine Botschaft in die Welt bringen können.

Lukas Roth, Berlin

Montag, 10. August | Schublade auf ­­- Überraschung?! | Markus 6,1-6

Sommerandachten 2020

>>> Markus 6,1-6

Die Freundin, der Kioskverkäufer, eine Mutter, der Obdachlose ...  Für jede dieser Personen, denen wir im Alltag über den Weg laufen, gibt es eine passende Schublade in unserem Kopf.

Die Freundin soll immer mit Rat und Tat zur Seite stehen, der Kioskverkäufer muss freundlich und immer mein Lieblingsmagazin haben, von der Mama erwarte ich täglich eine warme Mahlzeit; der Obdachlose am Straßenrand riecht gewöhnungsbedürftig und will sowieso nur Geld.

Willkommen im Schubladendenken.
Vielleicht kennst Du ähnliche Situationen – Du machst Dir ein Bild von einem Menschen und hast damit dein Urteil gefällt. Doch dann passiert etwas, das nicht in die Schublade passt: Verwirrung entsteht.

Solch einen verwirrenden Moment erlebten die Menschen in Nazareth als Jesus in seine Heimatstadt kommt und zu „teachen“ beginnt. Danach macht sich die Verwirrung breit – ist es der Jesus, den wir aus seiner Kindheit/Jugendzeit kennen?
Jesus – der Zimmermann; Jesus – Sohn von Maria; Jesus – Bruder von Jakobus, Joses, ...;
Ja, all das trifft ohne Zweifel auf Ihn zu, aber irgendwie fehlt da das „Besondere“

Jesus der menschgewordene Gott.
Damit sind die Menschen aus Nazareth „überfordert“ und irritiert. Vielleicht kennst Du solche Momente aus deinem Alltag oder sogar aus deinem Glaubensleben, wenn Du die Bibel liest oder eine Predigt hörst?! Vielleicht macht sich in Dir dann die Frage breit: „Kann das Gott sein?“, „So kenne ich Jesus gar nicht!“

Wenn wir mit Gott leben, dann wird es (hoffentlich) immer wieder passieren, dass er uns und unserem Bild von ihm widerspricht. Dann ist der Augenblick da, wo wir von Gott irritiert sind und ihn nicht mehr verstehen. Das sind meine „holy moments“ im Glauben.

Denn wenn ich von Gott so gar nicht mehr irritiert und überrascht werde, dann kann es sein, dass sich unser Leben nicht mehr an ihm ausrichtet, sondern vielmehr an unserem selbstgemachten System von ihm – quasi meiner Lieblingsversion von Ihm.

Der Glaube an Gott ist zuallererst eine Beziehungssache und kein Erklärungssystem. Und eine Beziehung funktioniert nicht nach starren Gesetzen, sondern lebt von Begegnung.

Und in Begegnungen passiert oftmals etwas Überraschendes, auch Irritierendes.
Und nun hast Du die Wahl. Reagierst Du ablehnend wie beispielsweise die Menschen aus Nazareth? Oder lässt Du Dich überraschen? Öffnest deine Schublade in der Jesus drin steckt und bekommst einen neuen Blick auf Ihn?

Eine echte Begegnung, egal ob mit deinen Mitmenschen oder Gott, verlangt Mumm und mutige Schritte, weil Du Dich auf unbekanntes Land begibst und keine volle Kontrolle mehr darüber hast, was passiert.

Ich wünsche Dir für diese Sommerzeit mindestens eine überraschende und horizonterweiternde Begegnung mit Jesus, die dein Denken über Ihn beflügelt und neues Vertrauen zu Ihm schafft.

Toby Zucker, Mössingen, Jugendsekretär

Sonntag, 09. August | König David – Dampfkochtopf unter Hochdruck – Du... | Psalm 141

Sommerandachten 2020

>>> Psalm 141

„Penner“, „Depp“, „Was will der Idiot schon wieder“, „Arschloch“, „Du Spacko“, „Piss­nelke“, „Du Seggel“, „Fettsau“, „Du Lauch“, „Waschlappen“, „Schisser“, „Grasdackel“ – ein (möglicher) innerer Monolog verzweifelter Teeniekreisleiter.

Nicht nur verzweifelte Teeniekreisleiter könnten so denken, sondern vielleicht manchmal auch Du.

Denke an folgende Situationen:
Du kommst mit einem Freund drei Sekunden nach dem Pausenklingeln ins Klassenzimmer, der Lehrer beschwert sich und fordert eine Begründung nur von dir. Der Freund kommt so davon.

Du möchtest bei einem gemütlichen Mädelsabend deinen Kummer loswerden, deine Freundin aber hängt ständig am Telefon, anstatt Dir die Aufmerksamkeit zu schenken.

Wie gut, dass die Psalmen nicht nur ein Gebetsbuch für „happy moments“ und „rosarote-puderzucker-bestreute-Situationen“ sind, sondern sich auch mit den tiefen Abgründen unseres menschlichen Daseins beschäftigen. Für uns bedeutet dies, dass Beten nicht immer nur frommes Gerede ist, sondern es viel mehr darauf ankommt, ehrlich vor Gott zu sein. Mit all seinen Gedanken, Gefühlen und Schwankungen, die das Leben so mit sich bringt, können wir zu Ihm kommen.

Das Gebet in Psalm 141 verfasst der Psalmschreiber König David in einer fast aussichtslosen Situation. Sein Sohn Absalom (siehe. 2. Samuel 3,3) spinnt eine Intrige gegen Ihn, in der er seinen Vater verfolgt und töten möchte. Kein Wunder also, dass David seinen Feinden den Tod wünscht (Vers 6;7;10).

Kein Wunder, dass in manchen Teeniekreisleitern und vielleicht auch in Dir negative Gedanken aufkommen – besonders in Situationen, in denen Du Ablehnung und Ungerechtigkeit erfährst. Wie in einem Dampfkochtopf unter Hochdruck, der zu explodieren droht, staut sich der Frust in uns an. Wann immer uns in unserem Alltag Situationen begegnen, in denen wir uns unfair behandelt fühlen, führen diese zu einer negativen Einstellung gegenüber dem „Verursacher“ beziehungsweise dem „Schuldigen“ an dieser ungerechten Situation.

Deshalb brauchen wir ein Ventil, um Schlimmeres zu vermeiden.

So dürfen wir uns wie David, der sich wie oben beschrieben die schlimmsten Dinge für seine Feinde wünscht, in solchen Situationen vertrauensvoll an Gott wenden. Bei ihm dürfen wir all unseren Ärger, unseren Frust und die daraus resultierenden Gedanken abladen – auch in dem Wissen, dass es unbequeme menschliche Forderungen an Gott sind.

Wir können Gott alles sagen, solange wir nicht über Gott reden, sondern mit Ihm.

Teeniekreis der EmK Mössingen

Samstag, 08. August | Grenzenloses Erstaunen | Markus 5,35-43

Sommerandachten 2020

>>> Markus 5,35-43

Es war zu spät. Die Prüfung stand an und ich wusste absolut nichts im Verhältnis zu dem, was ich hätte wissen müssen. Ziemlich genau vor einem Jahr befand ich mich mitten in der ersten großen Prüfungsphase meines Studiums. Klar, auch im ersten Semester legte ich meine Prüfungen ab, aber im Vergleich zu dieser, war die Prüfungsphase im Winter ein kleiner Scherz. Skripte über hunderte von Seiten ließen mich tagelang nicht viel anderes sehen als mein Mittagessen und die Bibliothek. Klar, motivierten Vorbildstudenten, die wir ja alle sind, macht das ja auch Spaß. :)

Doch so ironisch und witzig das klingt, so ernst und bedrohlich ist es doch für den einzelnen, der genau in dieser Situation ist. Es war einfach zu spät. Nein, nicht, dass ich nicht gelernt hatte. Ich hatte einiges investiert, habe tagelang, ja wochenlang gelernt. Doch ich wusste genau, dass das nicht reichen wird. Und das bestätigten mir auch meine Kommilitonen, denen es nicht anders ging.

Für den Vater in unserer heutigen Geschichte war auch alles zu spät. Seine Tochter lag im Sterben. Ja, sie war sogar schon tot. Das zumindest sagten ihm seine Leute und hielten ihn ab von seinem letzten verzweifelten Versuch, Hilfe zu finden. Doch während diese bereits aufgaben, hatte Jairus noch eine letzte Hoffnung. Jairus war Synagogenvorsteher und damit wohl nicht in der untersten Gesellschaftsstufe. Wer viel hat, kann auch viel investieren und ich möchte behaupten, dass er das tat. Wenn ein Mann einer anderen Religion schon zum vermeintlichen Feind geht, um Hilfe zu suchen, dann muss dieser schon so einiges versucht haben. Und so war Jesus seine letzte Hoffnung.

Als ich letztes Jahr vor der Prüfung in Allgemeiner Psychologie stand, hatte ich auch einiges investiert. Viele meiner Kommilitonen meldeten sich von der Prüfung direkt ab, sie gaben auf. Nun, diese Prüfung ist nicht zu vergleichen mit einer Tochter, die im Sterben liegt. Aber wie für den Vater war es auch für mich einfach zu spät. Und so blieb auch mir nur eines übrig, auf Jesus zu vertrauen und meine Hoffnung in Ihn zu legen.

Jairus wurde belohnt. Er wurde belohnt für seinen Glauben. Einen Glauben, den er als Jude nominell gar nicht hatte. Aber er vertraute im richtigen Moment Jesus Christus, der die Uhr für diesen Moment von „zu spät“ auf „kurz vor knapp“ stellte und die Tochter heilte. „Du brauchst dich nicht zu fürchten, glaube nur!“ – das sagt Jesus auch uns, jeden Tag.

Egal, ob du studierst und in der gleichen Situation bist wie ich im letzten Jahr, ob dein Schuljahr gerade wieder los geht oder du noch im Urlaub bist. Für uns alle ist es meistens „zu spät“.

Doch genau in diesen Situationen dürfen wir glauben und erfahren, was passiert, wenn wir Jesus diesen Glauben schenken. Wir werden „grenzenlos erstaunen“ über das, was er tut. (Vers 42, NGÜ)

Grenzenlos erstaunt war auch ich, als ich die Prüfung bestand.

Richard Künzel, Dresden

Freitag, 07. August | Auf Tuchfühlung gehen | Markus 5,21-34

Sommerandachten 2020

>>> Markus 5,21-34

Bibellesen mit allen Sinnen oder eine Schriftbetrachtung in 5 Schritten und einem Rückblick

I. Sich bereiten
Ich suche mir einen ruhigen Platz, an dem ich gut beten kann. Ich nehme mir einen Augenblick Zeit, um mich zu sammeln und achte auf meinen Atem. Gedanken und Gefühle, die mich besetzen, lasse ich kommen und lege sie beiseite. Ich bitte Gott um Hilfe, dass alle Gedanken und Absichten nun auf ihn ausgerichtet sind. Ich bitte ihn, dass ich höre, was er mir durch diesen Text sagen möchte.

II. Lesen
Ich lese den angegebenen Text langsam durch, vielleicht sogar laut und nehme ihn ganz bewusst wahr. Ich verweile bei dem, was mich berührt und anspricht.

III. Sich die Handlung vorstellen
Ich male mir diese Szene vor meinem inneren Auge lebendig aus: Die Straße, auf der Jesus unterwegs ist, die Menschenmenge, die sich um ihn drängt, …
Wie sieht der Ort aus? Wie ist die Atmosphäre? Wie sehen die einzelnen Personen aus? Was tun sie? Was sagen sie? usw.

Meine Fantasie sieht, hört, schmeckt, ertastet, riecht, was sich in der Szene tut. Ich fühle mich in die Situation der Personen ein und empfinde sie nach.

IV. Sich identifizieren
Da ist eine namenlose chronisch kranke Frau. Unzählige Therapien hat sie ausprobiert, nichts hat geholfen. Wie wird sie sich gefühlt haben?

Sie drängt sich von hinten an Jesus heran und berührt sein Gewand. Sofort spürt sie, dass sie geheilt ist. – Gibt es eine Situation in deinem Leben, wo du dir Veränderung wünschst, wo du vielleicht auch schon ganz viel ausprobiert hast, ohne Erfolg? Diese Frau möchte dich ermuntern, dich nach Jesus auszustrecken!

Trotz des großen Gedränges nimmt Jesus die Frau wahr! Er nimmt auch dich wahr, selbst wenn du dich von hinten annäherst. Stell dir vor, wie es ist, wenn er sich zu dir umdreht und dich anschaut und zu dir sagt: „Dein Vertrauen hat dir geholfen. Geh in Frieden!“ – Was macht das mit dir? Wie gehst du weiter?

V. Beten
Was berührt oder beschäftigt, bringe ich vor Gott.

Rückblick
Nach der Betrachtung nehme ich mir noch etwas Zeit zurückzublicken. Was ist mir wichtig geworden?

Tipp
Hör dir das Lied „Nur den Saum deines Gewandes“ auf Youtube an: https://www.youtube.com/watch?v=kcq0HXQwUnQ

Maren Herrendörfer, Berlin

Donnerstag, 06. August | Die Begegnung mit Jesus verändert | Markus 5,1-20

Sommerandachten 2020

>>> Markus 5,1-20

Jesus wird im Markusevangelium häufig als Dämonenaustreiber dargestellt. Schon im ersten Kapitel bei Markus treibt er einen Dämon aus. Nachfolgend agiert Jesus mehr und mehr als Schriftgelehrter und Heiler. Die Geschichte, die wir heute lesen, steht in einem großen Erzählzusammenhang bei Markus, der vom Anfang des Buches bis in das achte Kapitel geht.

Jesus reist durch Galiläa und heilt, lehrt und widersetzt sich seinen Gegnern. Von dieser Dämonenaustreibung berichtet Markus sehr ausführlich, das hat er vorher nicht getan. Bis hierhin hat sich das Gebiet, in dem Jesus handelte, ausschließlich auf Galiläa beschränkt. Hier verlässt Jesus das Gebiet und handelt erstmals auf heidnischem Gebiet. Markus möchte mit dieser Geschichte drei Dinge hervorheben: Jesus ist mächtig, er kann böse Dämonen austreiben (1).

Durch den Glauben an ihn kann dem Bösen im Menschen die Macht genommen werden. Die Heilstätigkeit von Jesus ist jetzt nicht mehr bloß auf Israel beschränkt, er wendet sich auch den Heiden zu (2). Markus betont die Auswirkungen von diesem Handeln noch einmal besonders in den letzten Versen der Geschichte. Auch in anderen heidnischen Städten wird ab jetzt von den Wundertaten Jesu erzählt. Somit können sich die Erzählungen über Jesus ausbreiten und viele können davon erfahren. Die Urgemeinde im 1. Jahrhundert n. Chr., die diese Geschichte bei Markus liest und hört, kann ihre Mission zu den Heiden mit ihr rechtfertigen (3), denn Jesus hat sich ihnen auch zugewendet.

Es ist nicht ganz sicher, welche Krankheit der Mann hatte, die Markus „Besessenheit“ nennt. Er ist nicht mehr Herr über seine Sinne, die Dämonen herrschen in ihm, er hat nicht mehr die Kontrolle über sein Ich. Die Dämonen sprechen durch ihn, nicht er selbst. Aber: er lässt von sich aus die Begegnung mit Jesus zu. Und alle konnten sehen, die Begegnung mit Jesus kann Menschen verändern. Jesus möchte sich allen Menschen erfahrbar machen und lädt alle dazu ein, die Begegnung mit ihm zu suchen.

Ich möchte heute dafür beten, dass Menschen sich von Jesus verändern lassen.

Jonas Stolze, Münster

Mittwoch, 05. August | Keine Angst vorm nächsten Sturm! | Markus 4,35-41

Sommerandachten 2020

>>> Markus 4,35-41

Gäbe es eine Rangliste aller Stories der Bibel, sortiert nach ihrer Bekanntheit, würde die „Sturmstillung“ vermutlich um die Podiumsplätze konkurrieren. Denn fast jeder (nicht völlig kirchenfremde) Mensch hat die Key-Facts schon mal irgendwo gehört: Jesus und seine Jünger schippern über den See Genezareth, wobei Jesus gemütlich im Boot schläft; Sturm kommt auf; das Boot ist kurz vorm Absaufen; die Jünger wecken Jesus auf, der daraufhin den Sturm per verbaler Anweisung beendet und anschließend seine Jünger zusammenfaltet. Aber weshalb macht es Sinn, diesem Klassiker auch heute noch Aufmerksamkeit zu schenken?

Zunächst einmal wird dabei die Fähigkeit Jesu erkennbar, Naturgewalten in die Schranken zu weisen. Allein das ist schon ziemlich beeindruckend (Vers 41). Darüber hinaus soll aber deutlich werden, dass Jesus Christus auch deine persönlichen „Lebens-Stürme“ im Griff hat. Mich hat beim Lesen des Textes vor allem die Frage beschäftigt, welche Reaktion der Jünger denn die „richtige“ gewesen wäre. Oder anders gefragt: Was haben sie eigentlich falsch gemacht, dass Jesus sie am Ende so hart kritisiert? Denn eigentlich ist es ja durchaus nachvollziehbar, dass die Kerle Panik bekommen haben, als ihr Dampfer jeden Moment zu kentern drohte, oder?

Ich denke, zwei Beobachtungen können dabei weiterhelfen: Erstens haben die Jungs Jesus wirklich erst Fünf vor Zwölf geweckt – das Boot war ja schon fast voll (Vers 37)! Sie hatten also bereits eine ganze Weile versucht, die Sache aus eigener Kraft – Wasserschöpfen etc. – hinzubekommen. Ehrlicherweise fühle ich mich bei diesem Gedanken ertappt: Meistens versuche ich in kleinen und großen Krisen, erstmal selbst irgendwie klarzukommen.
Erst wenn gar nichts mehr geht, komme ich auf den Gedanken, Gott um Hilfe zu fragen. Quasi als göttlicher Notnagel. Kennst du das? Offensichtlich scheint dieses Vorgehen nicht die beste Variante zu sein… Also lass dich motivieren, Jesus von Anfang an in die Lösung deiner Lebens-Stürme einzubeziehen!

Zweitens zeigt das Entsetzen der Jünger am Ende, dass sie sich von Jesus ursprünglich eine ganz andere Art von Hilfe erwartet hatten: Mit einer Änderung der Wetterlage hatten sie sicherlich am allerwenigsten gerechnet, stattdessen wohl eher mit Unterstützung beim Wasserschöpfen! Also: Kann es vielleicht sein, dass Gott ganz andere Hilfe anbietet, als wir uns in unserer begrenzten Sicht vorstellen können? Ist es möglich, dass Gott viel lieber Ursachen anstatt Symptome deiner Lebens-Stürme anpacken will? Sei darauf gefasst, dass Gott völlig andere, unerwartete, umfassendere, ja sogar perfekte Lösungen für dich parat hat, als du erwarten würdest!

In diesem Sinne: keine Angst vor dem nächsten Sturm, denn Jesus ist in Reichweite!

Jonathan Vogel, Dresden


Sommerandachten von emk-jugend.de als RSS-Feed abonnieren

Die Andachten für die Sommerzeit 2020 wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der  Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens der jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
Die gedruckte Exemplate der Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben. Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.