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Sommerandachten 2020

Montag, 20. Juli | Hören wir heute Gott? | Micha 1,1-16

Sommerandachten 2020

>>> Micha 1,1-16

Wir befinden uns ziemlich am Ende des Alten Testaments bei den sogenannten kleinen Propheten. Bei diesen kleinen Propheten sind wir quasi im Zwölfprophetenbuch des Alten Testaments. Diese Bücher umfassen zwischen einem (Obadja) und 14 (Hosea und Sacharja) Kapiteln.

Und Micha, den wir heute als unseren Text haben, ein Mann aus dem Dorf Moreschet, war einer der Zwölf.

„Gerichtswort über Juda“ ist dieses Kapitel umschrieben. Gerichtswort, nicht gerade ein spannendes Wort – über jemanden richten. Recht oder Unrecht, das ist die Frage.

Und zur damaligen Zeit hatte Gott in solchen Situationen, in denen ein Urteil zu fällen war, sogenannte Propheten ins Spiel geschickt. Diese ausgewählten Menschen waren als Sprachrohr Gottes unterwegs. Mitten im Leben am Puls der Zeit sind sie gut informiert, politisch interessiert, sozial engagiert. Es sind Menschen, die Gott für seine Botschaft zu uns sendet.

Wie gehen wir heute damit um? Sind wir heute auch von Propheten umgeben?

Kurz gesagt: „Ja“. Ich finde, auch heute erleben wir Gott in verschiedenen Menschen oder Begebenheiten. Er spricht manchmal laut oder auch leise. Da sind wir gleich bei einem Problem unserer Zeit. Unser Alltag ist laut und hektisch geworden. Höher, schneller, weiter durch die Zeit. Und Gottes Wort geht völlig unter.

Aber das muss nicht so sein. Wir haben die Möglichkeit, aus diesem Alltagstrott auszusteigen. Nehmen wir uns bewusst einmal am Tag Zeit für Gott, sei es morgens mit leckerem Kaffee (oder Kakao) oder am Abend mit leckerem Tee. Lernen wir, Gott neu zuhören? Entweder bei der täglichen Losung, Andacht oder Gebet?

Wer weiß, wie uns Gott überrascht mit seiner Botschaft an uns. Und somit Kraft gibt für die nächsten Entscheidungen, die in unseren Leben anstehen.

Wer weiß, vielleicht nutzt ihr gleich die Urlaubszeit dafür? Am Strand, in den Bergen oder wo ihr gerade im Urlaub seid. Vielleicht entdeckt ihr auch Gott im Urlaub durch eine spannende Begegnung ganz neu?

Michael Brückner, Reichenbach/Vogtl

Sonntag, 19. Juli | Gott bricht sein Versprechen? | Psalm 89,20-53

Sommerandachten 2020

>>> Psalm 89,20-53

Ein Loblied auf Gott …. eine Danksagung an Gott für ein Versprechen …. ein Klagelied weil doch nicht alles so läuft? Als ich diesen Abschnitt zum ersten Mal gelesen habe, fielen mir gleich zwei wichtige Punkte auf:

  1. Es wird von einem Versprechen berichtet, welches Gott über das Haus David ausspricht.
  2. Etan (der Verfasser) klagt genau über dieses Versprechen, welches wohl nicht eingehalten wurde.

Waaaaaaaaaaaaas? Gott hält sein Versprechen nicht? Gott lässt David einfach so links liegen und hat etwas Besseres zu tun?

Nun ja, das könnte man schon denken, wenn man diese Verse einfach so liest. Doch wenn man sich mit der Geschichte Davids beschäftigt, dann sieht man, dass auch David nicht immer der brave, gottesfürchtige König war. In seiner Zeit als König über Israel hat er sich trotz seiner Erlebnisse mit Gott immer wieder von ihm abgewandt und hat immer wieder Scheiße gebaut. Zum Beispiel verführte er eine verheiratete Frau und zeugte mit ihr ein Kind und damit das alles nicht so an die große Glocke gehängt wird, richtet er es so ein, dass ihr Mann im Krieg zur vordersten Front geschickt wird und daraufhin stirbt. (Siehe 2.Sam. 11, 1-27)
Was soll man da noch sagen... Ist es da nicht verständlich, dass Gott sich „abwendet“?
Wie würdest du dich entscheiden? Dürfte so ein Mann weiterhin ein König sein?
Aber wie geht es in der Geschichte weiter?
David erkannte, dass er gesündigt hatte und betete für Vergebung und was geschah?
Gott stand dennoch an seiner Seite und auf der Seite seines Hauses. Ja sogar Davids Sohn Salomo durfte als Thronnachfolger auf die Weisheit und Gnade Gottes bauen. Dieses Ereignis zeigt doch ganz klar: Gott hält seine Versprechen.

Aber wenn du jetzt denkst: „Oh, dann ist dieser Psalm. nicht mehr relevant, da sich ja doch noch alles aufgeklärt hat.“, muss ich dir widersprechen.

Wir können nämlich aus diesem Abschnitt etwas sehr Entscheidendes lernen:
Auch wenn es mal so aussieht, dass Gott dir nicht beisteht, ist er dennoch an deiner Seite und wird dich nie verlassen. Egal wie viel du verbockst und vermasselst, Gott wird dir vergeben und dich mit offenen Armen jeden Tag und jede Nacht empfangen.

Sei dir gewiss: Gott vergibt

Von guten Mächten wunderbar geborgen, 
erwarten wir getrost, was kommen mag. 
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen 
und ganz gewiss an jedem Tag.

Dietrich Bonhoeffer

 

Michael Beier, Moritzburg

Samstag, 18. Juli | „Hört her, ihr Völker!“ | 1. Könige 22,24-40

Sommerandachten 2020

>>> 1. Könige 22,24-40

„Hört her, ihr Völker!“, schreit er noch, bevor er eingesperrt wird. Hört her und erkennt das Unrecht, das hier geschieht! Hört her und seht die Scheinheiligkeit! Hört her und vergesst meine Worte nicht!

Gewaltig sind sie – die Worte des recht unbekannten Propheten Micha, von dem in der Bibel nur hier die Rede ist. Unverhohlen droht er dem König mit dem Tod. Als dieser ihn bei Wasser und Brot einsperren lässt, schreit er vor ohnmächtigem Zorn auf: „Hört her, ihr Völker!“

Dieser eindrücklichen Szene ging voraus, dass König Ahab von Israel plante, in den Krieg zu ziehen. Als Verbündeten warb er König Joschafat von Juda an. Die angestellten Hof-Propheten sagten einen grandiosen Sieg voraus. Aber der Prophet Micha widersprach und prophezeite, dass der König im Krieg sterben werde. Für diese Vorhersage ließ König Ahab den Propheten Micha einsperren und fügte hinzu: „bis ich in Frieden wiederkomme.“ Micha konterte: „Wenn du je in Frieden zurückkehrst, hat der Herr nicht durch mich geredet!“

Michas Worte sind eine brandaktuelle Warnung.
Kriegstreiber und willfährige Hof-Propheten gab und gibt es genug. Kriegsgründe nehmen durch den Klimawandel zu (z.B. Wassermangel). Gleichzeitig lassen Cyber War – quasi digitaler Krieg – und automatisierter Krieg mit Drohnen die Hürden für Angriffe fallen. Einige wollen „Frieden schaffen mit Waffen“, sichern unseren Wohlstand und Handel überall in der Welt. Andere sprechen von „regime change“ und meinen, die Welt wäre friedlicher, wenn sie nur mal eben hier und da militärisch eingriffen. Ahabs „bis ich in Frieden wiederkomme“ klingelt da in meinen Ohren.

Damals warnte Micha den König und sagte ihm das drohende Unheil voraus. Er werde nicht in Frieden zurückkehren. Und wirklich: Der König wurde von einem Pfeil getroffen und starb an der Verwundung. Doch im Namen Gottes wurde nicht nur vor Krieg gewarnt. Ein anderer Micha sprach vom Frieden und von seiner Hoffnung, dass eines Tages Schwerter zu Pflugscharen umgeschmiedet würden. Er hofft auf Abrüstung; darauf, dass die Welt einmal ohne Krieg und Waffen sein wird.

Auch heute sind diese Stimmen zu hören. Im Namen Gottes warnen Menschen vor dem Krieg und seinen Auswirkungen. Im Namen Gottes erbitten und verkündigen wir eine Welt ohne Krieg und Waffen. Das ist unser Beitrag: Den Kriegstreibern – egal ob in der großen Politik oder im kleinen Nachbarschaftsstreit – mutig begegnen und widersprechen. Warnen, dass man keinen Frieden heimbringt, wenn man Krieg beginnt. Warnen, dass man keine Versöhnung erreicht, indem man Streit vom Zaun bricht. Hoffen und beten, dass wir Menschen endlich aus der Geschichte lernen. Und Gottes Vision des Friedens verkündigen. Er hat die Welt mit sich versöhnt, damit wir uns miteinander versöhnen können.

„Glückselig sind die, die Frieden stiften. Denn sie werden Kinder Gottes heißen.“ (Mt 5,9)

Manuel Stemmler, Weißenburg

Freitag, 17. Juli | Einer gegen Vierhundert | 1. Könige 22,1-23

Sommerandachten 2020

>>> 1. Könige 22,1-23

Krasse Geschichte. Da kommt einer vor zwei Könige und sagt das, was Gott ihm gezeigt hat und was die Herrscher nicht hören wollten. Ganz schön mutig.

Ich frage mich, ob ich so viel Mut besessen hätte, wenn mir zuvor ein Bote auch noch einen Rat gegeben hat, was ich am besten sagen soll. Aber noch einmal von vorn. Joschafat und Ahab wollen gemeinsam in den Krieg ziehen. Da Joschafat aber noch wissen möchte, was Gott zu diesem Plan sagt, lässt Ahab 400 (!) Propheten kommen, die einen großen Sieg voraussagen. Eigentlich könnten die beiden Herrscher damit ja zufrieden sein, aber dennoch will Joschafat noch einen Propheten befragen. Und so kommt Micha und bekommt auf dem Weg noch die Empfehlung, die Aussage der anderen Propheten zu wiederholen.

Jetzt steht Micha vor der Entscheidung, was er tun soll. Geht es uns nicht auch manchmal so? Wir sind auf dem Weg und wissen nicht so recht, in welche Richtung es als Nächstes geht? Wir wissen genau, welcher Weg einfacher und bequemer ist, aber wir wissen auch, dass das vielleicht der falsche Weg ist.

Ein kleines Beispiel. Ich brauche eine neue Impfung, die von der Krankenkasse nicht bezahlt wird. Ich muss 75 € bezahlen. Die Empfehlung der Schwester war, einfach einen Brief an die Krankenkasse zu schreiben und zu sagen, ich würde ins Ausland fahren. Dann würde ich mein Geld wiederbekommen. Der eine Weg ist billiger, aber ich weiß genau, dass es Betrug wäre, weil ich nicht ins Ausland gehe. Also was nun?

Wie hat Micha das Problem gelöst? Er sagt genau das, was die anderen Propheten auch sagen. Aber Ahab lässt nicht locker und sagt Micha noch einmal eindringlich, dass er nicht lügen soll.
Dann ergänzt Micha seine Aussage, indem er von zwei Visionen (also Bildern und Eingebungen von Gott) erzählt, in denen die Zukunft für die Könige nicht mehr so rosig ist. (Wenn du wissen willst, warum es eine Ergänzung und keine Lüge ist, dann lies die Verse 29-40 :)).

Was für ein großer Mut, gegen 400 Propheten und das Vorhaben der Könige zu reden und seine Meinung zu sagen.

Und was heißt das jetzt für uns? Ich glaube Micha kann uns ein Vorbild sein. Er steht zu seiner Meinung und nimmt dafür einiges in Kauf. Auch er ist nicht perfekt. So wie wir. Aber er hat den Mut seine Meinung offen zu sagen. Wie oft kommen wir als Christen in Situationen, in denen wir wissen, was eigentlich richtig ist und bleiben doch stumm oder schließen uns dem Mainstream an. Was würde passieren, wenn wir immer zu unserem Glauben stehen würden? Vielleicht müssen wir dann manchmal unangenehme 75€ bezahlen, aber vielleicht kann man auch ehrlich mit der Krankenkasse reden und bekommt das Geld trotzdem wieder.

Lucienne Gewarowski, Aue

Donnerstag, 16. Juli | Unterschätze Gottes Gnade nicht | 1. Könige 21,17-29

Sommerandachten 2020

>>> 1. Könige 21,17-29

Ach du Schreck. Was passiert denn hier? Elia bekommt einen ganz schön schweren Auftrag. Er soll zu Ahab gehen und ihm eine Botschaft überbringen, die Tod und Unheil bringt. Hätte ich das machen müssen, ich wäre weggerannt. Auf und davon. Aber wer die Geschichte von Jona kennt, weiß, dass das wahrscheinlich nichts gebracht hätte. Elia aber macht es einfach. Er geht zu Ahab und überbringt ihm schlechte Neuigkeiten. Ich hätte Angst gehabt, dass Ahab mit mir kurzen Prozess macht. Aber das Verwunderliche ist, Ahab reagiert ganz anders. Er nimmt sich diese Worte wirklich zu Herzen, er wird traurig, er fastet sogar. Und dann kommt meine Lieblingsstelle in der Geschichte: Gottes Gnade.

Auch wenn das Unheil erstmal nur verschoben wird, sieht Gott, wie leid es Ahab tut und wie sehr er sich schämen muss. Er lässt Gnade vor Recht ergehen. Und Ahab hatte wirklich viele schlimme Dinge getan.

Von Gottes Gnade wird in der Kirche ja oft geredet. Aber wenn ich ehrlich bin, fällt es mir nicht immer so leicht, diese Gnade auch für mich anzunehmen. Dass er allen anderen vergibt, glaube ich schon. Aber mir? Und dann versinke ich oft in Selbstmitleid, entschuldige mich gefühlt tausendmal bei Gott und hoffe, dass er nicht mehr sauer ist. Und dabei hat er nach der ersten Entschuldigung doch schon alles vergessen.

Ich glaube, ich unterschätze Gottes Gnade so oft. Ich erwarte nicht, dass er mir wirklich verzeiht, dass er mich so sehr liebt, dass er vergibt und vergisst. Aber er tut es. Er hat es selbst bei Ahab getan, warum sollte er es nicht auch bei mir tun?

Ich möchte mich und dich heute ermutigen, die Dinge, die schon lange das Herz schwer machen, vor Gott zu bringen. Ihm zu sagen, was dir leidtut und dann darauf zu vertrauen, dass sie vergeben und vergessen sind. Wenn es dir hilft, schreib die Dinge auf und zerreiße den Zettel dann. Schmeiß ihn so weit weg, wie du kannst. Und unterschätze Gottes Gnade nicht. Sie ist so viel größer als wir es oft für möglich halten.

Sven Bauer, Düsseldorf

Mittwoch, 15. Juli | Tatort Samaria: Der Fall Nabot | 1. Könige 21,1-16

Sommerandachten 2020

>>> 1. Könige 21,1-16

Der Abschnitt 1. Könige 21,1-16 liest sich wie ein Krimi. Krimi und Ferien passen doch gut zusammen! Die Geschichte ist eines „Tatortes“ würdig. Das Bedrückende an diesem biblischen Krimi ist, dass es kein Ermittlerteam gibt! Kein Lannert & Bootz, kein Dorn & Lessing, kein Tschiller & Gümer und keines der anderen Teams aus „Tatort“ ermitteln im Fall Nabot. Niemand stoppt die Bösen.

Die Geschichte ist kaum auszuhalten und schnell erzählt: König Ahab von Samaria will einen Weinberg kaufen. Der Weinberg gehört Nabot. Nabot will nicht verkaufen. Königin Isebel, die Frau Ahabs, organisiert eine Intrige, die zum Tode Nabots führte. Der König nimmt den Weinberg in Besitz.

Mich hat das Ende auf die Palme gebracht: „Ahab nahm den Weinberg in Besitz.“ Das kann doch nicht die ganze Geschichte gewesen sein? Wo ist der Held? Wer sorgt für Gerechtigkeit? Ich wünschte mir in dieser Geschichte dringend einen Helden oder eine Heldin, wie Batman oder Captain Marvel, die mal so richtig für Ordnung sorgen und die Bösen aufmischen. Ich wünschte mir Ermittler und Ermittlerinnen, die das Verbrechen aufklären und die Bösen ihrer gerechten Strafe zuführen. Aber es ist eben nicht Hollywood, was hier geboten wird. Die Frage nach Gerechtigkeit, Sicherheit und der Förderung von Gutem in der Welt ist für mich ganz aktuell! Die Erfahrung, dass es keine einfachen Antworten gibt, dass manches Unrechte und Schwere nicht einfach verschwindet, gehört zu meinem Blick auf unsere Welt!

Weil ich das Ende nicht ausgehalten habe, habe ich einfach weitergelesen. Zum Glück gab es dann doch noch eine Wendung. Gott hat sich eingemischt. Er sendet einen Helden, einen Ermittler, der die Bösen in seinem Namen zur Ordnung ruft und das Unrecht aufzeigt. Es lohnt sich, diesen Krimi weiter zu lesen. Allerdings ist der Fortgang dieses Krimis keine leichte Kost. Deutlich wird aber, dass Gott das Böse nicht will. Gott will das Gute. Gott ist mit den Menschen weiter gegangen. Er bleibt nicht beim Bösen stehen. Gott ist bis ans Kreuz und darüber hinaus gegangen, um der Welt seine Liebe zu zeigen. Mich fordert die Geschichte heraus, am Guten dran zu bleiben, mich nicht einschüchtern zulassen, Unrecht zu benennen und mich für meinen Nächsten einzusetzen.

Beim Gedanken Unrecht zum Guten zu wenden, fällt mir folgende Situation ein: Am Ende eines Gottesdienstes, kurz vor dem Segen, wurde ein kleines Mädchen unserer Kindergruppe laut gehänselt: „Du hast Läuse, du Läusemädchen!“. Ein Junge nahm sie nach dem Gottesdienst an die Hand und tröstete sie, indem er sagte: „Ich hatte auch schon einmal Läuse. Die sind wieder weggegangen. Hättest du Läuse, würden sie dir nichts tun, denn sie haben auch den Segen abbekommen.“

Ich möchte mich herausfordern lassen, nicht beim Bösen stehen zu bleiben und mich dort, wo ich bin und wie ich es kann, für andere einzusetzen. Wir sind dabei nicht alleine, sondern mit der Liebe des Gottes unterwegs, der mit uns in der Welt geht.

Lars Weinknecht, Berlin

Dienstag, 14. Juli | „God is still in the business“ | 1. Könige 19,19-21

Sommerandachten 2020

>>> 1. Könige 19,19-21

Elia hat eine ziemlich harte Zeit hinter sich. Als Prophet Gottes kommt er an seine Grenze und meint, alles was er tut, ist sinnlos. Der Glaube an Jahwe in Israel hat in seiner Zeit einen schweren Stand. Elia glaubt, dass er weit und breit der Einzige ist, der für Jahwe eintritt. Alle anderen laufen sowieso anderen Göttern nach. Gott macht ihm klar: Dem ist nicht so. Es gibt Mitstreiter*innen und er soll Elisa als seinen Nachfolger berufen. Davon handelt unsere Geschichte.

Elisa stammt aus einer Viehzüchterfamilie. Er ist gerade bei der Arbeit mit den Rindern, als Elia auftaucht. Der legt ihm seinen Mantel um, was nach damaligen Brauch ein Übergehen der Mission und des Auftrags von Elia an Elisa bedeutete. Damit beruft Elia seinen Nachfolger Elisa. Die Reaktion des Elisa ist erstaunlich. Er weist das Ansinnen von Elia nicht erstmal zurück oder wägt ab, ob das zu seinem Lebensentwurf nun passt. Elisa ist hellauf begeistert, so als hätte er nur darauf gewartet und will Elia als sein Schüler nachfolgen. Doch bevor er sich auf diese Berufung einlässt, will er sich noch bei seiner Familie verabschieden und ein Fest feiern.

Diese Geschichte macht mir zweierlei deutlich: Erstens, dass Gott selbst seine Mission voranbringt, auch wenn wir Menschen manchmal denken, es ist alles vorbei. „God is still in the business“. Gott ist immer noch im Geschäft. Das kann uns bei allen Entscheidungen und Veränderungen in unserem Leben und in der Kirche verlorengehen. Gott ist und bleibt der Herr der Kirche und unseres Lebens. Diesen Gedanken finde ich ziemlich entlastend. Und etwas Zweites ist mir wichtig: Gott hat sich dazu entschlossen, mit Menschen zu arbeiten. Mit ihren Stärken und Schwächen, Begabungen und Fehlern.

Dafür braucht er nur dazu bereite Menschen wie Elia und Elisa. Die gibt es zahlreicher als wir uns denken. Und es liegt an uns, wo wir selbst anpacken, loslegen und unserer Berufung folgen. Wir müssen nicht gleich Prophetin oder Pastor werden, aber uns fragen, wie wir heute „echt“ unseren Glauben leben können.

Das ist die Frage an uns: Wie sieht unsere Berufung im Alltag aus? Berufung geschieht heute sicherlich nicht dadurch, dass jemand einen Mantel um uns legt. In unserem Fall können es Worte von anderen Menschen sein, die uns zum Nachdenken und unser Leben in eine neue Spur bringen. Und diesen Glauben habe ich: Gott hat mit uns auch heute noch etwas vor.

Klaus Schmiegel, Stuttgart


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Die Andachten für die Sommerzeit 2020 wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der  Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens der jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
Die gedruckte Exemplate der Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben. Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.