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Sommerandachten 2020

Dienstag, 07. Juli | Gott trägt in dürren Zeiten | 1. Könige 16,29-17,6

Sommerandachten 2020

>>> 1. Könige 16,29-17,6

Im heutigen Text haben wir zwei Personen, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Auf der einen Seite haben wir König Ahab. Ein Mensch, dessen Tun dem Herrn missfiel. Er und seine Frau Isebel verehrte den Götzen Baal. Er ließ daraufhin sogar einen Tempel für den Götzendienst an Baal bauen. Er und auch seine Vorgänger haben das Volk immer wieder zum Götzendienst aufgefordert und damit das Volk zur Sünde verleitet.

Auf der anderen Seite haben wir den Propheten Elia. Er war der erste in einer langen Reihe bedeutender Propheten, die Gott dem Volk sandte. Er ließ sich von Gott leiten und verkündete die Botschaft von ihm.

Er tritt vor König Ahab, um ihm mitzuteilen, dass Gott Unheil sendet. Es soll in den nächsten Jahren weder Tau noch Regen geben. Ahab ist daraufhin sehr schockiert, da er den Baal verehrt. Er wurde als Gott des Regens und der reichen Ernte verehrt. Elia sagte somit eine Dürre für das Land voraus, die auch eintraf. Somit konnte der von Ahab verehrte Gott Baal dies auch nicht verhindern.

Die Menschen befanden sich in einer Sackgasse. Die Götzenverehrung führt sie ins Unheil. Gottes Handeln kommt in diesen Text als sehr hart herüber, aber er will die Menschen nicht vernichten, sondern sie zur Umkehr bewegen. Auch heute gibt es viele Sachen, auf die Menschen vertrauen und dadurch von Gott ablenkt oder sogar wegführt werden. Diese neuen Götter machen oft auch nicht glücklich und führen ins Unheil.

Die Dürre traf auch Elia. Er hatte aber von Gott die Anweisung bekommen, von dort wegzuziehen nach Osten und sich am Bach Krit zu verstecken. Er konnte Wasser aus dem Bach trinken und Gott hatte den Raben befohlen, ihn zu versorgen.

Auch Dürre trifft uns immer wieder. Zum einen haben wir dieses in den letzten beiden Sommern erlebt, wenn kein Regen fällt und die Natur vertrocknet. Aber auch die Winter bringen nicht genug Wasser. So wurde in den letzten Tagen der Ablauf der Talsperre Cranzahl gestoppt, da sonst nicht genügend Trinkwasser zur Verfügung stehen würde.

Auf der anderen Seite erleben wir diese Dürre auch in unserem Leben, wenn wir von Menschen enttäuscht werden, der Mut oder der Glauben fehlt, um aus einer schwierigen Situation rauszukommen. Dann fühlen wir uns ausgetrocknet und leer.

Diese beiden Seiten in der Natur und im Leben zeigen uns, dass dürre Zeiten uns manchmal näher sind als wir denken. Elia wusste darum, aber er wurde gut versorgt von Gott. Diese Zusage macht er auch uns gegenüber. Er möchte mit uns unterwegs sein, uns tragen und versorgen auch in dürren Zeiten.

Nadine und Jens Süß, Crottendorf

Montag, 06. Juli |Götzenbilder, das lass’ sein ... | 1. Könige 14,1-20

Sommerandachten 2020

>>> 1. Könige 14,1-20

Der heutige Bibeltext führt uns zu Jerobeam und seiner Familie. Weil sein Kind schwer krank ist, schickt er seine Frau zu einem Propheten, der mit zehn Broten, ein paar Fischen und Honig dazu bestochen werden soll, zu sagen, wie es dem Kind weiterhin ergehen wird. Jerobeam möchte, dass seine Frau sich verhüllt und verkleidet, sodass man sie nicht erkennen kann. Doch bei dem Versuch, nicht erkannt zu werden, scheitert sie kläglich, als sie das Haus von Ahija betritt. Dieser ist zwar blind und kann die Frau nicht sehen, wird aber von Gott mit allen nötigen Infos darauf vorbereitet und kann sie identifizieren.

Wäre ich an ihrer Stelle gewesen, hätte ich mich ganz schön erschreckt und ich kann mir auch vorstellen, dass sie mehr als überrascht ist. Leider ist dem Text keinerlei Reaktion ihrerseits zu entnehmen. Aber worum geht es eigentlich? Es geht um ein krankes Kind und einen Vater, der den Fehler gemacht hat, Gott zu verärgern. Und weil dieser Vater Mist gebaut hat, müssen nicht nur er, sondern auch die Nachfahren darunter leiden. Er hat nämlich Götzenbilder aufstellen lassen, die dann statt Gott angebetet wurden und hat damit Gottes Zorn entfacht. „Alle deine männlichen Nachkommen werde ich ausrotten, die mündigen wie die unmündigen. Ich werde keinen von ihnen übriglassen, so wie man Kot bis zum letzten Rest wegfegt.“ (Vers 10). Das sind meiner Meinung nach extrem harte Worte! Schlimmer finde ich auch die Prophezeiung, dass Jerobeams Sohn stirbt, sobald die Frau einen Fuß in die Stadt gesetzt hat (siehe Vers 12). Aber dieses Ereignis ist Jerobeam sicherlich mehr als nur eine Lehre und wenn man den geschriebenen Worten Glauben schenkt, so hat Gott hier wieder einmal gewaltige Macht bewiesen.

Ich finde auch drei Dinge interessant: Zum einen die Tatsache, dass Gott durch den Propheten mitteilen lässt, was nach dem Tod des Sohnes passieren wird beziehungsweise wie das Volk reagieren wird: „Ganz Israel wird um ihn trauern.“ (Vers 12). Gesagt, getan. Das ganze Volk trauert wirklich um den Sohn. Das empfinde ich als rührend, denn es zeigt auch, was das Volk vom Sohn hielt und das ist offenbar viel. „Aber er wird der Einzige aus der Familie Jerobeams sein, der in ein Grab kommt, weil er auch der Einzige ist, an dem der Herr, der Gott Israels, etwas Gutes gefunden hat.“ (Vers 12+13). Nachdem schon die Anerkennung des Volkes so hoch gewesen ist, zeigt sich in diesem Vers auch, was Gott von dem Sohn gehalten hat. Und nach all der Aggression und rohen Gewalt, von der als Strafe für Jerobeam gesprochen wird, klingen diese Worte geradezu besänftigend. Denn Gott hat etwas Gutes an dem Sohn gefunden, auch wenn dieser sterben musste.

In meinen Augen spricht das auch für Gottes „soft spot“, der nach wie vor vorhanden zu sein scheint. Darüber bin ich froh, denn in mein Gottesbild passt es nicht hinein, dass Gott ein rachsüchtiger Gott ist, der nur auf Vergeltung aus ist. Nein, Gott kann zwar mächtig, gewaltig und zerstörerisch sein, aber wem Respekt gebührt, dem bringt er diesen auch entgegen und lässt auch ein angemessenes Abschiednehmen zu. Deswegen durfte der Sohn auch ordentlich begraben und bestattet werden. Auch wenn ich mit Sicherheit nicht so gehandelt hätte wie Gott, so meine ich doch, die Botschaft hinter dem Ganzen verstanden zu haben.

Wie sieht es bei Euch aus? Ich möchte Euch dazu einladen, anhand dieser Bibelstelle einmal zu reflektieren, wer und wie Gott für Euch ist. Ich denke, Gott möchte nicht, dass wir uns Götzenbilder erschaffen, sondern, dass der Fokus ganz auf ihm liegt. Er ist es, den wir anbeten sollen und wenn wir das tun, ist er unser größter Fürsprecher!

Jani Djamba, Mainz

Sonntag, 05. Juli | NICHT SCHON WIEDER?! | Psalm 106,24-48

Sommerandachten 2020

>>> Psalm 106,24-48

Pause nach der Mathearbeit. Ich unterhalte mich mit ein paar Freunden über die Aufgaben. Und nach und nach fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Eine Aufgabe, die ich im Unterricht schon falsch gemacht und zu Hause zwar geübt habe, aber dennoch ständig in den Hefter gucken musste, um den Lösungsweg zu verstehen, habe ich im Test wieder falsch gelöst. Der Ansatz: Komplett daneben. Wenn ich Glück habe, findet der Lehrer höchstens ein paar Folgefehler, auf die ich dann trotzdem wenige Punkte bekommen kann. Fehler machen – das ist wohl menschlich. Jeder versagt an der ein oder anderen Stelle.

Im Psalm 106 werden die Fehler des Volk Israels beschrieben. Und der Autor ist dabei nicht geizig. Über Zeilen hinweg schildert er die gröbsten Sünden. Und das sind keine kleinen Patzer wie ein falsches Ergebnis im Mathetest. Nein – hier geht es um das Abwenden von Gott, um das Anbeten anderer und das Verstoßen von wichtigen Geboten. Und nicht nur einmal, sondern immer und immer wieder. Auch das Ende des Psalms könnte fortgesetzt werden mit: Und das Volk sündigte erneut und missachtete Gott. Eigentlich ganz schön dämlich, dachte ich mir, als ich mir den Psalm die ersten Male durchlas. Können die nicht mal daraus lernen? Bewundernswert ist aber: Ebenfalls „immer wieder befreite sie der Herr“ (V.43).

Er gab nicht auf und war stets für sein Volk da. Wenn wir ehrlich sind, sind wir doch noch heute so. Nicht mit exakt den gleichen Sünden, nicht in allen Aspekten, aber dennoch machen wir Fehler. Immer wieder und wieder. Dieses Phänomen, was hier an den 800 Jahren Geschichte des Volks Israels gezeigt wird, heißt Mensch. Wir sind nicht perfekt.

Aber Gott, der verliert nie die Geduld. Er freut sich, wenn wir wieder zu ihm finden und ist bei uns, wenn wir seine Hilfe brauchen. Wie ein guter Freund, der dir immer und immer wieder die Matheaufgabe erklärt, die du zum zehnten Mal falsch gerechnet hast. Und vorm nächsten Test, wenn du dir beim Lernen nicht ganz sicher bist, wird er dir auf deine verzweifelte Sprachnachricht antworten und dir all das erklären, was eigentlich schon im Unterricht gelehrt wurde.

Eduard Bär, Dresden

Samstag, 04. Juli | Falsche Prophetien | 1. Könige 13,11-34

Sommerandachten 2020

>>> 1. Könige 13,11-34

Die heutige Andacht wirft folgende Fragen für mich auf:

  • Woher weiß ich, dass es Gottes Worte sind?
  • Woher kann ich mir sicher sein, dass es falsche Prophetien sind, die mir gesagt werden?
  • Wie kann ich mir sicher sein, dass Gott zu mir spricht?

Der Prophet in diesem Textabschnitt hatte eine klare Anweisung von Gott erhalten, dass er an den Orten, wo er vorbeikommt, nicht isst und nicht trinkt und er nicht auf demselben Weg zurückkehrt, den er gegangen ist (Vers 17). Aber als ein anderer Prophet ihn ansprach und vorgegeben hatte, von Gott gesandt zu sein, glaubte er ihm und er ging mit. Da er Gottes Anweisungen nicht folgte, wurde er von einem Löwen getötet.

Ich ertappe mich oft darin, mich selbst zu fragen, ob es wirklich Gottes Stimme ist, die ich da höre. Im Alltag ist es immer wieder eine Herausforderung, in sich hineinzuhorchen und für sich zu überlegen, was Gottes Wille ist. Oft ist es so, dass wir schnelle Entscheidungen für unser Leben wollen und uns die Geduld fehlt, auch mal abzuwarten. Gott wird uns nicht einen Löwen schicken, wie es in der heutigen Andacht steht, sondern er gibt uns Hinweise oder Menschen, die unsere Entscheidungen und Gedanken prägen.

Vielleicht stehst du gerade vor einer Entscheidung, wo du gerade Gottes Zuspruch benötigst und du dir noch nicht sicher bist, wie du es anpacken möchtest. Du bräuchtest noch Gebet und Zustimmung für deine Entscheidung.

Ich möchte dir für den Sommer eine Aufgabe mitgeben, und zwar überlege dir, wie du am besten Gottes Stimme hörst und mach dir bewusst, dass du es nicht an anderen Personen festmachst, was Gott dir sagen möchte. Überprüfe zunächst einmal, was Gott dir sagen möchte und geh dann auf Menschen zu, die mit Gott unterwegs sind. Aber vielleicht stellt dir auch Gott eine Person an deine Seite und überprüfe es nochmal in einem Gebet, ob die Entscheidung, die du treffen möchtest, auch Gottes Weg für dich ist.

Aber denke immer daran, egal wofür du dich entscheiden wirst, Gott geht jeden Schritt mit dir mit. Er wird dich nicht im Stich lassen. Er wird dir zur Seite stehen und mit dir in das Abenteuer gehen. Denn Gott ist ein barmherziger und liebevoller Gott. Er lässt dich nicht im Stich. Auch wenn wir manchmal das Gefühl haben, dass er ganz weit weg ist.

Ivy Rendon, Wuppertal

Freitag, 03. Juli | Du hast die Wahl | 1. Könige 12,33-13,10

Sommerandachten 2020

>>> 1. Könige 12,33-13,10

Wenn die Bibel von Menschen erzählt, dann sind es meistens keine glatten Biographien, die da aufgeschrieben sind (das wäre wahrscheinlich viel zu langweilig, um es zu lesen). Sie erzählt von Menschen, bei denen es Ecken und Kanten im Leben gegeben hat und manchmal auch die Frage, ob nicht ein ganz neuer Weg eingeschlagen werden müsste. In unserer Geschichte ist es der König Jerobeam, der sich sagen lassen muss: „So, wie du bisher gehandelt hast, ist es nicht in Gottes Sinn. Wenn du so weiter machst, dann wird dein Leben kein gutes Ende habe.“ Ein (namenloser) Mann Gottes hatte den Auftrag, dies dem König zu sagen.

In dem Abschnitt, der für heute zu lesen ist, macht sich der Mann Gottes am Ende wieder auf den Weg nach Hause (was dann passiert, darfst du morgen lesen, denn so glatt läuft es für ihn dann doch nicht – es bleibt spannend). Und auch was der König mit der Ansage des Mannes Gottes machen wird, wird erst später erzählt. Sicher könnt ihr schon mal weiterlesen und spoilern, aber das ging für die Männer in der Geschichte nicht. Sie wissen nicht, wie ihre Geschichte weitergeht. Sie stehen in dem Moment und müssen entscheiden, was sie tun. Der König hat grad mächtig eins auf den Deckel bekommen, während der Mann Gottes ziemlich prinzipientreu aufgetreten ist. Aber wie es für beide weitergeht, weiß weder der eine noch der andere. In diesem Moment müssen sie entscheiden, welchen Weg sie weitergehen wollen – der Mann Gottes ganz wörtlich und der König Jerobeam im übertragenen Sinn.

Auch für dich gibt es jeden Tag kleine Entscheidungen zu treffen und du weißt nicht, was aus ihnen in der Zukunft wird. Du kannst in deinem Leben (anders als in der aufgeschriebenen Geschichte) nicht schon mal nach vorne blättern, was da noch kommen wird. Für Jerobeam hieß das: Er musste sich sagen lassen, dass das, was er gemacht hatte, grad Mist gewesen ist. Was machst du, wenn du in einer solchen Situation bist? Hoffst du, dass es keiner merkt? Oder denkst du: „Naja, lässt sich eben nicht mehr ändern?“ Für Jerobeam gab es die Chance, was anderes zu machen. Das haben die Menschen, von denen die Bibel erzählt, in solchen Momenten meistens. Ob sie es nutzen oder nicht, das liegt bei ihnen. Auch du hast die Chance, dass in deinem Leben nicht jeder Mist immer so weitergehen muss. Du hast ziemlich oft die Chance, etwas anders zu machen – anders, als du es bisher gemacht hast. Vielleicht hast du auch heute eine.

Roman Simonowitsch

Donnerstag, 02. Juli | Die Fragen lieben | 1. Könige 12,20-32

Sommerandachten 2020

>>> 1. Könige 12,20-32

Etwas Krasses ist passiert. Jerobeam wird zum König gemacht. Wie das passiert ist? Nun, eigentlich ganz einfach: Nachdem Rehabeam nach Jerusalem gekommen ist und erkannt hat, dass Jerobeam König ist, versammelte er sich mit seiner 180 000 Mann starken squad, um gegen Jerobeam zu kämpfen. Gott allerdings schreitet ein und verlangt, dass er nach Hause gehen soll. Rehabeam hat sich also überschätzt und überlässt den Platz Jerobeam. Dieser wird König des Nordreichs und baut zwei Heiligtümer in Dan und Bethel. War doch ganz einfach, oder nicht?

Diese Geschichte lässt sich jetzt vielleicht, heutzutage, recht leicht erzählen, aber man kann sich nur schwierig vorstellen, wie es Jerobeam in dieser Zeit wohl ergangen ist. Woher wusste er, was er tun und lassen sollte? Er hatte sicher viele Fragen im Kopf, so wie wir uns auch heutzutage über viele Dinge Gedanken machen.

Ich habe letztens einen sehr schönen Brief gefunden, der dieses Thema aufgreift und etwas sehr Tröstendes hat. Es handelt sich um einen Brief von dem Dichter Rainer Maria Rilke an einen Freund. Hier ist ein Ausschnitt davon:
„…und ich möchte Sie, so gut ich es kann, bitten, lieber Herr, Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in Ihrem Herzen und zu versuchen, die Fragen selbst liebzuhaben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben könnten. Und es handelt sich darum, alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein.“

Ich finde, diese Worte haben etwas sehr Beruhigendes, denn sie vermitteln einem, dass es okay ist, nicht auf alles eine Antwort zu haben. Stattdessen darf man die Fragen anerkennen und akzeptieren. Jerobeam hatte in dieser aufgewühlten Zeit sicher auch so manche Fragen und wusste nicht weiter. Jetzt ist es leider zu spät, ihn mit diesen Worten zu beruhigen, aber ich hoffe, dass diese Zeilen für dich, lieber Leser, ein kleiner Trost sind, für den Fall, dass du dich auch gerade ein bisschen wie Jerobeam fühlst und nicht so recht eine Antwort auf deine Fragen hast.

Du darfst es genießen, nicht auf alles eine Antwort zu haben. Die Zeit wird kommen, in der sich all deine Fragen in Antworten umwandeln. Und bis dahin darfst du deine Fragen und Sorgen akzeptieren und auf Gott vertrauen, dass sich alles regeln wird. Und vielleicht lebst du dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antworten hinein.

Emily Trabitzsch, Utrecht

Mittwoch, 01. Juli | Entscheidungen treffen „dumm“ gemacht! | 1. Könige 12,1-19

Sommerandachten 2020

>>> 1. Könige 12,1-19

Israel steht an einem Scheidepunkt. Der bisherige König Salomo ist verstorben und das Volk hofft nun auf einen guten Neuanfang. Deshalb gehen sie zu Rehabeam, Salomos Sohn, der nun König ist, und bitten ihn, dass das „schwere Joch“ ihnen nicht weiter auferlegt wird.

An dieser Stelle machen wir einen kleinen Zeitsprung: Ca. 1000 Jahre später taucht ein Mann auf, den viele für den Messias halten, den Nachfolger des König Davids, den wahren König und den Gott durch die Auferweckung vom Tod zum Leben auch als solchen bestätigt. Und dieser Mann, Jesus, sagt zu seinen Nachfolgerinnen und Nachfolgern: 28 »Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch abmüht und belastet seid! Bei mir werdet ihr Ruhe finden.
29 Nehmt das Joch auf euch, das ich euch gebe.
Lernt von mir: Ich meine es gut mit euch und sehe auf niemanden herab. Dann wird eure Seele Ruhe finden. 30 Denn mein Joch ist leicht. Und was ich euch zu tragen gebe, ist keine Last.« (MT 11, 28 – 29)

Halleluja! Der wahre König aus dem Hause David tickt also ganz anders. Bei ihm geht es nicht darum, dass wir wie gehorsame Sklaven arbeiten und leben, sondern wahre Freiheit aus der Beziehung zu ihm erhalten. Wieder 1000 Jahre zurück…

Ich glaube, die älteren Berater haben Rehabeam genau deshalb geraten, den Forderungen des Volkes nachzugeben (vgl. V. 7), weil sie aus ihrer Erfahrung wussten, was wirklich im Sinne Gottes ist. Sie haben schon viel erlebt, sie haben schon viele Propheten (solche Sprachrohre Gottes) gehört und wussten, was im Sinne Gottes war, ist und sein wird.

Aber Rehabeam ist wieder so ein Beispiel, wie wir Menschen einfach ticken. Wir wollen der eigene Boss sein. Gott soll im Himmel Chef sein, aber sein Reich soll nicht in meinem Reich regieren. Hier bin ich der Chef und sag: „Nö, Gott!“ Und ich weiß natürlich selbst am besten, was richtig ist oder frage nur die Leute, die meiner Meinung sind. Aber wir sehen, was passiert, wenn wir nicht den Weg Jesu einschlagen, wenn wir nicht auf Gottes Wege vertrauen, die uns oft nicht passend erscheinen: Streit, Zertrennung, Krieg (vgl. V.19). Aber Jesus zeigt uns ganz andere Wege auf. Es sind die Wege der Liebe, der Barmherzigkeit, der Geduld, der Freundlichkeit, des Friedens, der Vergebung und Versöhnung, der Freude, und der Gerechtigkeit – eben die Art wie ein wahrer König Entscheidungen trifft.

Bete doch heute dafür, dass du heute auf Gottes Wegen unterwegs bist und Menschen dir abspüren, dass du ein Nachfolger / eine Nachfolgerin Jesu bist und triff schlaue Entscheidungen, Entscheidungen, die den Wegen Jesu entsprechen.

Damian Carruthers, Baiersbronn


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Die Andachten für die Sommerzeit 2020 wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der  Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens der jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
Die gedruckte Exemplate der Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben. Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.