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Sommerandachten 2021

Das war's!

Sommerandachten 2021

Das war's mit den Sommerandachten für dieses Jahr!

Wir freuen uns schon, dass du nächstes Jahr wieder am Start bist und die Sommerandachten liest!
Bis dahin wünschen wir dir Gottes Segen!

Sonntag, 05. September | Freude an der Bibel | Psalm 119, 137-144

Sommerandachten 2021

Psalm 119, 137-144

Psalm 119 ist der längste Psalm der Bibel. Von Anfang bis Ende quillt er über vor Freude und Lust an Gottes Wort. Das gefällt mir! Beim Versuch, diesen Psalm in einem Zug zu lesen, ist es mir dann doch ein bisschen zu viel geworden mit dem Überschwang. Vielleicht lag es auch daran, dass – anders als die Überschrift der Lutherbibel es nahelegt – viel häufiger von „Gesetz“ die Rede ist als vom „Wort“ von Gott. Lust am Gesetz? Das ist mir fremd.

Auch in unserem heutigen Abschnitt mischen sich die Aspekte. Gebot, Befehl, Urteil, Gesetz und Eifer sind Begriffe, die mir eher fernliegen. Die Begriffe Gerechtigkeit, Wahrheit und Freude hingegen klingen sehr vertraut für mich. Was haben alle diese unterschiedlichen Perspektiven mit der Freude an der Bibel zu tun?

Der Psalm lässt eine Gefährdung erkennen, der wir nicht erliegen sollten. Der Apostel Paulus hat sie einige hundert Jahre später in die Worte gefasst: „Der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.“ (2. Kor 3,6). Wo die Buchstaben wichtiger werden als der Geist, in dem die Buchstaben geschrieben wurden, wird aus der Freude an der Bibel ganz leicht Verkniffenheit, Rechthaberei oder im schlimmsten Fall gar Übereifer und Aggression. Wenn wir hingegen den Geist der Bibel atmen und die große Linie des Heils und der Liebe Gottes wahrnehmen, weiten sich die Sinne, keimt die Neugier, wächst das Verständnis, erblüht das Staunen.

Freude an der Bibel – es geht nicht um starre Richtigkeiten, sondern um die lebendige Stimme Gottes. Aus der Freude an der Bibel wird letztlich die Freude an Gott selbst. Er nimmt Anteil an meinem Leben. Aus seiner Liebe erwächst mir Zuspruch und Korrektur, Wegweisung und Vergewisserung. Was für ein Geschenk. Aus seinem Herzen kommen Worte, die ich mir nicht selbst sagen kann: „Du bist wertvoll.“ „Du bist geliebt.“ „Du bist gewollt.“ „Die Schuld ist vergeben.“ Solche Worte sind lebensnotwendig. So wird das Lesen in der Bibel immer wieder zu einem lebendigen Hörerlebnis: überraschend und herausfordernd, bestärkend und ermutigend, tröstend und aufrüttelnd. Nie starr und stur, sondern dynamisch, denn es erklingt die Stimme des lebendigen Gottes, mitten hinein in mein Leben.

Ich freue ich mich an der Bibel. Sie lockt mich immer wieder zur Freude an Gott selbst. In dieser Freude kann ich beten: „Unterweise mich, Gott, so lebe ich.“

Harald Rückert,
Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche, Frankfurt

 

Psalm 119,137-144:
HERR, du bist gerecht, und deine Urteile sind richtig. 138 Du hast deine Zeugnisse geboten in Gerechtigkeit und großer Treue. 139 Ich habe mich fast zu Tode geeifert, weil meine Widersacher deine Worte vergessen. 140 Dein Wort ist ganz durchläutert, und dein Knecht hat es lieb. 141 Ich bin gering und verachtet; ich vergesse aber nicht deine Befehle. 142 Deine Gerechtigkeit ist eine ewige Gerechtigkeit, und dein Gesetz ist Wahrheit. 143 Angst und Not haben mich getroffen; ich habe aber Freude an deinen Geboten. 144 Deine Zeugnisse sind gerecht in Ewigkeit; unterweise mich, so lebe ich.

Samstag, 04. September | „Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.“ | Haggai 2, 10-23

Sommerandachten 2021

Haggai 2, 10-23

Was würdest du auf die Frage antworten: „Was ist ein Prophet“? Viele Menschen würden vielleicht sagen: Ein Prophet ist ein Mensch, der zukünftige Dinge vorhersagt. Ja, das haben die Propheten auch getan! Aber der Dienst eines Propheten war in erster Linie ein anderer. Er kommt aus der Gegenwart Gottes und richtet die Botschaft Gottes an das Volk. Diese Botschaft Gottes betraf natürlich oft auch die Zukunft, aber meistens ging es darum, dem Volk einen Spiegel vorzuhalten und ihr Gewissen zu erreichen. Und da sind wir bei Haggai.

Auf die erste Botschaft Haggais hin hatte das Volk die Arbeit am Haus Gottes wieder aufgenommen. Mit weiteren Botschaften sollte er nun das Volk ermutigen. War also jetzt alles gut? Nein, und deswegen musste Haggai noch weitere Botschaften überbringen. Auch wenn das Volk dem Aufruf Gottes nachgekommen war und wieder angefangen hatte, am Haus Gottes zu bauen, so machte Gott jetzt offenbar, dass es auch einen inneren Grund für den äußeren Stillstand, den Baustopp, gegeben hatte: Das Volk war in einem schlechten geistlichen Zustand.

Wer darf mitmachen?
Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, sollte Haggai sich mit zwei Fragen an das Volk wenden. Diese zwei Fragen sind Sinnbild eines Lebens im Dualismus zwischen Reinheit und Unreinheit. Die Themen „rein“ oder „unrein“, „ausgegrenzt-sein“ oder „dazu gehören“ sind Dauerthemen in den Kulturen, weltweit von alters her bis zum Jahr 2020 und wohl auch in Zukunft. Im heutigen Abschnitt geht es tatsächlich genau darum: wer darf denn mitarbeiten? Und ganz schnell wird klar – es geht hier weniger um die Frage von Mischehen (zwischen Reinen und Unreinen) oder anderen Dingen, die die Reinheit eines Volkes aus der eigenen Sicht verletzen könnten. Es geht eher um die Frage: wie ernst nehme ich die Weisungen Gottes an? Nicht nur äußerlich, sondern vor allem im Herzen?

Die Wiederaufnahme der Bauarbeiten hatte offenbar nichts Grundlegendes am Zustand des Volkes geändert. Zwar war das Volk äußerlich gehorsam. Aber da gibt es ja noch mehr. Haggai benutzt Gleichnisworte – Jesus war später der wohl bekannteste Gleichniserzähler. Die Stärke von Gleichnissen: Ich muss selbst nachdenken. Muss mitdenken. Muss den Gedanken mitkauen – bekomme ihn nicht schon schön durchgekaut zubereitet. Das ist mitunter schwieriger, manchmal vielleicht sogar nervender – aber der Erkenntnisgewinn ist viel größer, als wenn ich einfach Gebote und Gesetze auswendig lerne. Eines dieser Gleichnisse heißt folgendermaßen: Angenommen, jemand nimmt in seinem Mantel ein Stück heiliges Fleisch mit. Mit dem Mantel berührt er nun Brot, etwas Gekochtes, Wein, Öl oder etwas anderes zu essen. Wird es dadurch heilig? Haggai fragte die Priester, und sie antworteten: »Nein.« (Haggai 2, 12 – nach BasisBibel)

Für Gott geheiligtes Fleisch, das mit Brot, Gekochtem, Wein oder Öl in Berührung kommt, macht diese nicht heilig. Wenn ein Mann heiliges Fleisch in dem Zipfel seines Gewandes trug, gab ihm das vielleicht einen Charakter äußerer Heiligkeit. Aber wurde dadurch die Frucht seiner Arbeit (Brot, Gekochtes, Wein oder Öl) heilig? Keineswegs. Gott macht damit deutlich, dass das äußere Handeln des Volkes allein noch nicht sein Inneres „heilen“ konnte. Die Anwendung auf uns liegt auf der Hand: Ein rein äußeres Befolgen eines Gebotes Gottes ohne ein offenes und bereites Herz hat wenig Wert vor Gott. Er möchte nicht rein äußere Handlungen bei uns sehen, sondern unser Herz haben. Albert Einstein prägte den schönen Satz: „Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.“

Christian Posdzich,
Zwickau

Freitag, 03. September | Ameisen … | Haggai 2, 1-9

Sommerandachten 2021

Haggai 2, 1-9

Auf einem idyllischen Waldspaziergang in einem ruhigen Wäldchen ruft mir meine Freundin zu: „Hey, hörst du das?“ Ich höre natürlich erstmal gar nichts. Aber dann bemerke ich, was sie meint: Ameisen. Sie sind so geschäftig, dass man sie sogar hören kann.

Ihre Straße verläuft direkt neben unserem Waldweg. Ameisen tragen Dinge hin und her, jede weiß genau was sie zu tun hat – geschäftiges Treiben. Wie ich diese Tiere so beobachte, fasziniert mich plötzlich der Gedanke, mit welchem Tatendrang und wie unbeirrbar sich der ganze Ameisenstaat für ihre gemeinsame Sache einsetzt. Keiner, der aus der Reihe tanzt. Keine, die egoistisch handelt. Wie weit weg ist doch unsere Menschengesellschaft davon … Der Prophet Haggai lebt in ebenso einer Zeit, wo offenbar der Egoismus das Volk Gottes ganz besonders prägt. Das Volk ist erst vor wenigen Jahren aus seiner Gefangenschaft in seine Heimat zurückgekehrt. Hier versuchen die Menschen nun, ihr Leben ganz von vorn aufzubauen. Aber Haggai bemerkt, wie die Menschen dabei in einen Trott verfallen: Jeder verfolgt nur seine eigenen Ziele. Die Leute versuchen zu wirtschaften, aber jeder ist nur auf sich selbst bedacht, und so hat das Volk keinen gemeinsamen Erfolg und kommt nicht weiter.

Haggai weiß, was dem Volk fehlt: ein gemeinsames Ziel. Eine Sache, bei der alle gemeinsam anpacken können und Gemeinschaft erleben können. Haggai fordert die Menschen deshalb auf, das Haus Gottes wieder aufzubauen: Gott soll wieder ihr gemeinsames Zentrum sein. So beginnen sie zu bauen, doch schon nach zwei Monaten beginnen nun einige zu murren. „Das alte Gotteshaus war viel prächtiger“„Den alten Glanz können wir sowieso nicht wiederherstellen“„Früher war alles besser“… Worte, die so überhaupt nicht motivieren. Ich schätze Haggai war ganz schön genervt von diesen Leuten, die einfach nicht begreifen wollten, was dieses Projekt bedeutete. Schließlich setzt Gott diesen pessimistischen Worten seine göttliche Hoffnung entgegen: „Sei stark, Volk des Landes! Macht euch an die Arbeit! Denn ich bin mit euch! Fürchtet euch nicht! Es dauert nicht mehr lange, dann erschüttere ich Himmel und Erde, Meer und Land. Ich lasse alle Völker erzittern. Dann bringen sie ihre Kostbarkeiten herbei und ich fülle den Tempel mit meiner Herrlichkeit!“ (vgl. V 4-7) Gott hat einen Plan mit dem Volk. Er sieht ihre gemeinsame Zukunft und will sie in diese Gemeinschaft schon jetzt hineinführen. Gott fordert das Volk auf, gemeinsam zu arbeiten und an seinem Tempel zu bauen. Haggai kann nur hoffen, dass das Volk diese Worte versteht und nun endlich emsig, ohne zu murren, fleißig, wie die Ameisen, das gemeinsame Ziel vor Augen behält. Wieder die Ameisen beobachtend frage ich mich, wie ich dazu beitragen kann, Gottes Welt zu bauen? Wann bin ich egoistisch und denke gar nicht an das Ziel einer guten Gemeinschaft? Wie sieht Gottes „Ameisenstraße“ für mich aus, auf der ich die Bausteine für sein Reich hin- und hertragen kann?

Josefine Arnold,
Bildungsreferentin im KJW Ost

Donnerstag, 02. September | Wohnst du noch – oder lebst du schon? | Haggai 1, 1-15

Sommerandachten 2021

Haggai 1, 1-15

Gottes Volk lebt mit einem Trümmerhaufen in seiner Mitte: Dem Tempel. Zur Zeit des Alten Testaments war er der Ort, an dem Gottes Herrlichkeit „wohnt“. Dort war Gottes Gegenwart zu suchen und zu finden.

Als Das Volk dies nicht mehr schätzt und die Beziehung zu Gott zerstört, zieht Er sich zurück. Er lässt zu, dass die Nachbarn sie angreifen, vertreiben und letztlich sogar in Gefangenschaft setzen und den Tempel zerstören. Da Gott sein Volk liebt, hat Er auch dort ein Auge auf sie. Als sie sich Ihm wieder suchend zuwenden, öffnet Er Möglichkeiten und Wege, dass sie wieder in die Heimat zurückkehren können.

In Jerusalem angekommen, starten die Israeliten mit dem Bau des Tempels, soll es doch wieder das Zentrum sein und Gott ihnen nahe sein können. Doch es gibt Schwierigkeiten und Angriffe. So kommen sie zu dem Schluss: „Es ist noch nicht die Zeit gekommen, das Haus des Herrn zu bauen“. (V2) Und sie machen erst mal mit ihren eigenen Häusern und Angelegenheiten weiter. Das läuft auch gut. So gut, dass Ihnen Gottes Haus unwichtig wird. Aber irgendwann kippt die Lage. Und da macht Gott sie durch Haggai auf ihren Irrtum aufmerksam:

Weil es mühsam wurde, haben sie aufgehört, sich um Gottes Haus und Gegenwart zu bemühen. Sie haben nicht gekämpft, sondern sind ausgewichen. Und nun haben sie zwar gewissen Wohlstand, aber der bröckelt bereits und richtig zufrieden sind sie nicht. Sie haben sich etwas eingeredet und dabei das Ziel verfehlt.

Kennst du das auch? Eigentlich hast du alles, was du brauchst, aber bist nicht glücklich. Selbst wenn du investierst, beim Lernen, Sport oder in Beziehungen, dann kommt doch nichts bei raus.

Zu den Israeliten sagt Gott: Es stimmt nicht, dass mein Haus nicht dran ist, sondern es ist sogar das Wichtigste. Ich kann so nicht unter euch sein und euch segnen. (V4ff)

Seit Jesus für uns ans Kreuz gegangen und auferstanden ist und uns den Heiligen Geist gegeben hat, sind wir selbst der Tempel Gottes (1.Kor 6, 19). Ist das nicht krass? Gott wollte jedem einzelnen von uns so nahe sein wie nur möglich. Nicht angewiesen auf ein Haus aus Stein und Regeln. Jeder Einzelne hat die Chance, Gott einzuladen und Ihm ein „Haus“ zu bauen. Aber so hat auch jeder die Chance, diesen Tempel zu vernachlässigen und Gottes Gegenwart klein zu halten.

Lass dich von Gott antreiben, so wie das Volk damals durch Haggai: Lade Gott neu ein mit seiner Herrlichkeit in dir zu wohnen. Verbringe Zeit mit Ihm und frage nach Seiner Meinung. Werde ehrlich und lass dir von Ihm zeigen, wo du dich nicht um die richtigen Sachen gekümmert hast. Manchmal heißt das, dass es mühsam wird und du kämpfen musst. Gegen andere oder dich selbst. Aber das Geniale ist, dass für dich gilt, was auch für die Menschen damals galt, als sie sich fürchteten und unsicher waren: „Ich bin mit euch! Spricht der Herr“ (V13). Er gebe dir durch Seinen Geist Kraft und Mut.

Birgit Hofheinz,
Erlöserkirche München

Mittwoch, 01. September | Was dem Leben dient | Esra 7, 1-28

Sommerandachten 2021

Esra 7, 1-28

Ca. 60 Jahre nach Vollendung des Tempels kommt diese zweite Gruppe von Heimkehrern mit Esra nach Jerusalem (vermutlich 458 v.Chr.). Esra ist eine Kurzform von Asarja, was „der HERR hat geholfen“ bedeutet. Esras besonderes Anliegen war es nach Vers 10 das Gesetz Gottes als Lebensordnung und Grundlage der Rechtsprechung im Volk Gottes wieder in Kraft zu setzen.

Christen betrachten häufig das Gesetz in der Bibel als weniger wichtig oder gar als ganz und gar nicht wichtig. Ich meine, dass diese alten Texte nicht alt im Sinne von überholt, sondern alt im Sinne von wertvoll sind. Das Gesetz in der Bibel dient dem Leben und soll dieses schützen. Da hilft keine Paragraphenreiterei, sondern ein Leben mit diesen Texten, sie zu lesen und zu verinnerlichen. Den Kern des Gesetzes bilden die 10 Gebote. Jesus hat es noch kürzer zusammengefasst: „Das höchste Gebot ist das: »Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft« (5. Mose 6,4-5). Das andre ist dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3. Mose 19,18). Es ist kein anderes Gebot größer als diese.“ (Markus 12,29-31). Der Kern des Gesetzes ist also Liebe. Liebe zu Gott, Liebe zu anderen Menschen und Liebe zu mir selbst. So hat uns Jesus kein neues Gesetz gegeben oder das alte überholt, nein, er hat es wieder zu seinem eigentlichen Sinn zurückgeführt: Liebe.

Paulus geht es um die Einstellung, mit der wir uns an das Gesetz halten. Das Gesetz ist kein Weg zum Heil. Es ist etwas ganz Irdisches, das uns zu einem guten Leben im Hier und Jetzt verhilft. Zu einem Leben, in dem Gottes Liebe weitergegeben wird. Es ist schön, wenn sich die Liebe Gottes in unserem Leben widerspiegelt. Gerecht werden wir allein durch Jesus Christus. Aber auch hier nicht gesetzlich, verbissen oder ernst. Wir brauchen nichts anderes zu tun, als die Befreiung durch Jesus anzunehmen und damit Freiheit zu atmen. Dann können wir auch in eigener Verantwortung herausfinden, was in der konkreten Situation der Wille Gottes ist. Als Orientierungshilfe dient dabei das Liebesgebot, das das Zentrum des Gesetzes ist: „Seid niemandem etwas schuldig, außer dass ihr euch untereinander liebt; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt. Denn was da gesagt ist (2. Mose 20,13-17): »Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht begehren«, und was da sonst an Geboten ist, das wird in diesem Wort zusammengefasst (3. Mose 19,18): »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.« Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung“. (Römer 13,8-10)

Jeremias Georgi,
Zwickau

Dienstag, 31. August | Schätzen und Teilen | Esra 6, 1-22

Sommerandachten 2021

Esra 6, 1-22

Darius, der „fremde König“, erfüllt den Wunsch seines Vorgängers, Kyrus. Er lässt den Juden Gewähr, befiehlt den Wiederaufbau des Tempels und bestärkt diesen noch mit großzügigen Zugaben. Und nicht nur das: Wer diesen Vorgang behindert, soll den Tod erfahren. Doch warum macht er das? Ist es, weil er den Wunsch seines Vorgängers erfüllen mochte, oder möchte er vielleicht ein Eigennutz erwirtschaften? Die Antwort ist ganz leicht: Der Grund dafür ist völlig egal, das Bedeutsame hierbei ist der Effekt: Die Juden können ihr Passafest feiern - und zwar so, wie man es sich nur wünschen kann. Auch wir sollten bei unseren Wohltaten kein wirtschaftliches Denken anwenden, wir sollten eher an die Freude denken, die wir mit unseren ganz individuellen Möglichkeiten schenken können.

Einen Segen schätzen:
Man sollte einen Segen nicht als Handel sehen. Was den Israeliten widerfahren ist, sollte nicht mit einem „wie habe ich das Verdient“ gesehen werden. Den Glauben an Gott sollte man nicht mit einer Gier zum Glück verknüpfen. Es sollte also nicht die Absicht sein, einen Nutzen aus dem Glauben zu erwarten. Viel eher sollte man schätzen, was einem geschenkt wird und dieses Glück teilen, denn die Gier führt den Menschen in Versuchung. Das Teilen jedoch zeigt Gottes Werk.

Kevin Zientarski


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Die Andachten für die Sommerzeit 2021 wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der  Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens der jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
Die gedruckte Exemplate der Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben. Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.