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Sommerandachten 2021

Montag, 30. August | Über alte Mauern und große Freude | Esra 5, 1-17

Sommerandachten 2021

Esra 5, 1-17

Ich hab´ früher immer nur die Andachten gelesen. Den Bibeltext aufzuschlagen, war mir zu umständlich. Außerdem fand ich: eine Andacht, die langweilig ist, bleibt langweilig – auch, wenn ich den Bibeltext dazu kenne. Daraus folgt: es reicht, wenn ich erstmal nur die Andacht lese. Und wenn die gut ist, dann lese ich auch noch den Bibeltext dazu. Um ehrlich zu sein: so mach´ ich das heute immer noch. Und um noch ehrlicher zu sein: bei dem Bibeltext, der heute dran ist, würde ich es erst recht so machen. Am besten nicht lesen. Zu lang, zu kompliziert.

Daher fasse ich den Inhalt (und noch ein paar Zusatzinfos) für Dich mal ganz kurz zusammen:
Wir haben das Volk Gottes. Israel – ist bekannt, nehme ich an. Die Israeliten gingen damals nicht in die Kirche, sondern in den Tempel, um Gott zu feiern. Der Tempel wurde gebaut, zerstört, wiederaufgebaut, wieder zerstört … wieder aufgebaut. Und um so einen Wiederaufbau geht´s in unserem Bibeltext heute.

Klar, für die Israeliten war das schon mega, dass der Tempel wieder aufgebaut wurde. Deswegen schrieb Esra das ja auch alles auf – samt der Probleme, die es dabei auch gab. Aber irgendwie weiß ich wirklich nicht, wie ich Dir das als interessant verkaufen kann. Was ist daran heute spannend?

Vielleicht warst du ja schon mal in Jerusalem, an der Klagemauer. Das ist dann schon krass, wenn man da steht, an dieser Mauer, und denkt: „Das Stück Mauer gehört zu dem Tempel, von dem hier die Rede ist. Das ist ja 2500 Jahre her!“ Schon ein bisschen abgefahren. Aber vielleicht warst Du auch noch nie in Jerusalem und denkst: Was labert die von einer alten Mauer?

Vielleicht hast Du schon mal dein Portemonnaie verloren. Oder Du hast dein Handy im Bus liegen lassen. Oder Dein*e Freund*in hat mit Dir Schluss gemacht. Oder Dein Fahrrad wurde geklaut. Oder vielleicht ist sogar schon mal Eure Bude abgebrannt. Das fühlt sich so scheiße an, wenn man etwas verliert, was einem wichtig ist. Boah, wie man sich da über sich selbst ärgern kann! Hätte hätte Fahrradkette.

Und wenn dann jemand das Portemonnaie oder Handy findet und zurückgibt. Wenn Dein*e Ex Dir nochmal ´ne Chance gibt. Wenn Dein Fahrrad wiedergefunden wird. Oder wenn das abgebrannte Zuhause wieder aufgebaut wird – dann ist das schon richtig dolle schön! Und dann kann man sich schon mal richtig freuen. Und ungefähr so haben die Israeliten sich gefreut, als ihr Gotteshaus wieder aufgebaut wurde. Und sie glaubten, dass Gott das möglich gemacht hat. Der Wiederaufbau war für sie quasi eine Botschaft Gottes: Ich bin immer noch da!

Marei Glüer (Vikarin der Nordkirche),
Neukloster/Wismar

Sonntag, 29. August |Steinhart! | Psalm 28

Sommerandachten 2021

Psalm 28

Wenn ich meinen Mann frage, ob wir im Garten etwas verändern wollen, dann lehnt er grundsätzlich zunächst einmal ab. Warum? Er hat die Erfahrung gemacht, dass in unserem Garten so einige harte Schätze schlummern. Und egal, ob man einen Strauch einpflanzen, ein Trampolin im Boden versenken oder einen kleinen Teich anlegen will: Es ist echt schweißtreibend. Ohne Spitzhacke ist kein Durchkommen. Steine, manchmal auch dicke Brocken kommen zum Vorschein – oder auch nicht, hindern dafür aber die Pflanze am gesunden Wachstum. Steinhart – nicht umsonst gibt es diese Bezeichnung.

Wenn David in Psalm 28 Gott als seinen Felsen anruft, dann wissen wir direkt, was gemeint ist. Stabilität, Tragkraft, Verlässlichkeit – das sind Eigenschaften, die beim Hausbau (und weniger beim Gartenbau) hervorragend geeignet sind. Und eben Eigenschaften, die David Gott zuspricht. Er hat erfahren: Gott ist mein Fels, auf ihn kann ich mich zu 100 % verlassen. Gott ist das Fundament seines Lebens, darauf kann er in allen Lagen bauen.

Und so wendet sich David auch in diesem Psalm an Gott, an seinen Fels, an den, der ihn durchträgt.

Er hebt die Hände zum Gebet. Hast du schon einmal die Hände beim Beten erhoben? Heute ist das vielfach eher im freikirchlich-charismatischen Kreisen üblich. Früher, zu Zeiten des alten Testaments, war das die typische Gebetshaltung. Sie signalisiert: Ich strecke mich aus zu Gott hin. Außerdem symbolisieren die leeren erhobenen Hände: Ich bin bereit zu empfangen. Ich glaube, dass Gott mein Gebet erhört.

So legt David also los und schüttet Gott sein Herz aus. Es scheint nicht gut um ihn zu stehen, denn wir lesen in Vers 1 von der Angst „in die Grube hinabzufahren“, zu sterben. David hat eine Todesangst!
Und dann passiert etwas, was wir in vielen Psalmen beobachten können. Und ich wünsche dir sehr, dass du das auch in deinem eigenen Gebetsleben beobachten kannst:

Das Gebet verändert vieles – zu allererst dich selbst! Als David alle seine Sorgen, seinen Groll und seine Verzweiflung an Gott abgegeben hat, ist wieder Platz für Freude. Egal, ob Gott das Gebet bereits erhört und eingegriffen hat, oder ob es eine „vorlaufende Gewissheit“ ist, in Davids Herzen ist wieder Platz für Freude, Dank, Lob, Vertrauen.

Ich wünsche dir sehr, dass du genau das immer wieder erlebst!

Anbetung, die Hände „zum Herrn aufheben“ ist kein leerer emotionaler Höhenflug, sondern ist tief verwurzelt in der Erfahrung von Gottes Güte und seinem Wirken.

Nicht der Mensch muss stark sein im Glauben, sondern er muss sich an einen Gott wenden, der stark ist. Gott sei dein Fels!

Viola Liebern,
Vechelde

Samstag, 28. August | Aus dem Fokus | Esra 4, 1-24

Sommerandachten 2021

Esra 4, 1-24

Erfüllte Prophezeiung: endlich dürfen die Israeliten aus dem Exil zurück in ihre Heimat. Aber es ist nicht einfach nur die Befreiung. Gott trägt ihnen durch den persischen König Kyrus auf, den Tempel in Jerusalem wieder zu errichten. Kein leichter Auftrag! Gott lässt sie damit aber nicht einfach allein, sondern stellt ihnen alles dafür Benötigte zur Verfügung.

Darauf haben sie lange gewartet. Jetzt kann es mit großem Eifer und Freude ans Werk gehen. Die Realität sieht jedoch anders aus – statt Tatendrang lassen sich die Israeliten durch Bedrohung und Bestechung entmutigen. Der Tempelbau bleibt auf der Strecke und jeder baut sein eigenes Haus.

Was ist passiert? Wie konnten sie trotz dem Wunder ihrer Befreiung und der Versorgung durch Gott den Fokus an ihrem Auftrag verlieren? Schließlich sind die Israeliten im Recht – Gott und der persische König sind auf ihrer Seite. War es vielleicht Bequemlichkeit? Der Weg des geringsten Widerstandes? Oder einfach Nachlässigkeit?

Kommt uns das nicht bekannt vor? Der Auftrag ist klar, die Umstände sind gut, es könnte zielstrebig losgehen – aber trotz allem verlieren oder verschieben wir unseren Fokus. Sei es der Fokus auf die Nachfolge Jesu, den Dienst in der Gemeinde, die Beziehung zu Gott oder den Mitmenschen oder einfach die Vorbereitung für das Studium. Egal wie groß die Motivation, wie stark der Glaube oder wie intensiv die Beziehung – es kann jedem passieren mal den Fokus zu verlieren. Und das ist OK! Wir sind / du bist deshalb nicht weniger wert (auch wenn die Gesellschaft uns das glauben lässt).

Wichtig ist, nicht in diesem Zustand zu verweilen. Unser Fokus muss nicht für immer verloren sein, aber ihn wiederzufinden ist auch nicht geschenkt. Vielleicht kann man Orientierung und Kraft im Gebet finden oder nach Hilfe von Freunden fragen. Klar ist aber auch, nicht immer gelingt es aus eigener Kraft – etwa, wenn man nicht auf diese Beziehungen zurückgreifen kann. Ein Blick von außen kann dann hilfreich sein. Ich denke es ist an dir und mir, Menschen im Blick zu haben, die auf diese Möglichkeiten nicht zugreifen können – aus welchen Gründen auch immer – und Wege zu suchen, ihnen von außen zu helfen.

Wie wäre es wohl den Israeliten ergangen, wenn sie einander geholfen hätten ihren Fokus wieder zu finden? Sicher, der Tempel wäre eher fertig geworden. Hätte es aber nicht auch die Gemeinschaft der Israeliten gestärkt und hätten sie nicht dadurch gemeinsam im Glauben wachsen können? Es brauchte aber bald 20 Jahre und den Einfluss von Propheten, um ihren Fokus wieder auf Gott und seinen Auftrag zu lenken.

Warten wir auch immer bis jemand besseres daher kommt, um den „Job“ zu machen? Wir wollen dir und uns Mut machen, eben nicht erst zu warten, bis jemand anderes kommt – jemand der möglicher Weise klüger, geschickter, einfühlsamer oder fester im Glauben ist als wir. Lasst uns lieber selbst aufmerksam sein, um zu erkennen wem unserer Mitmenschen es gerade nicht geling den Fokus aus eigener Kraft wiederzufinden und dann Wege suchen, ihm dabei zu helfen.

Markus Iffland und Lea Neef,
EmK Lößnitz

Freitag, 27. August | „Alles in Ordnung?“ | Esra 3, 1-13

Sommerandachten 2021

Esra 3, 1-13

Ich bin in Sachen Ordnung nicht das beste Vorbild. Jeder der meinen Schreibtisch kennt, wird sich vielleicht fragen, wieso ich gerade über Ordnung schreiben will. Aber unser Gott ist ein Gott der Ordnung. Unordnung geht bei ihm nicht. Und das ist gut so. Auch wenn wir uns manchmal schwer tun, merken wir irgendwann im Leben, dass wir feste Ordnungen brauchen. Sonst gerät unser Leben mächtig ins Wanken. Das Volk Israel musste dies schmerzlich erfahren. Es hatte Gottes Ordnungen verlassen und musste in die Verbannung. Jerusalem und der Tempel wurden letztendlich bis auf die Grundmauern zerstört. Showdown ... Ende?

Eben nicht bei unserem Gott. Er hat seine eigene Ordnung, seinen Heilsplan für Israel und für uns. In unserem Text zeigt sich, wie präzise dieser ist. Dass gerade König Kyrus, eigentlich der Feind des Gottesvolkes, den Befehl zum Wiederaufbau gibt, hat Gott durch seinen Prophet Jesaja ca. 200 Jahre zuvor vorhersagen lassen. Die Welt muss sich Gottes Willen beugen. Auch seine Gegner. Er hat alle Zügel in der Hand. Was für ein Gott!

Aber auch im Wiederaufbau des Tempels können wir Gottes Ordnungen erkennen und daraus lernen.
Das Volk sammelt sich wie „ein Mann“ (Vers1). Auch unser Herr Jesus hat zum Vater gebetet, dass seine Jünger, d.h. auch Du und ich, eins seien (Joh. 17,21). Das hatte zur Folge, dass alle wieder Gottes Ordnungen ernst nahmen. Ihre Vorfahren hatten das nicht getan, sondern lieber Ihre eigenen Ordnungen gemixt, ein bisschen von diesem Gott und von jenem Gott. Und Jahwe noch als schönes Etikett. Wie heute, oder? Gott will aber nicht nur außen drauf stehen, er will ganz in uns sein. Er allein. Willst Du das auch? Die Menschen damals hatten erkannt, dass dies der einzig richtige Weg ist.

Und so beginnen sie nicht sofort mit dem Tempelbau, sondern mit den Festordnungen und den damit verbundenen Opfern. Das Laubhüttenfest soll dabei an die Wüstenwanderung aus Ägypten erinnern. Das Volk Israel hatte ja eine lange Zeit in der Wüste zugebracht. Die Opfer sind für uns heute etwas befremdlich. Aber wir haben ein Besseres: Jesus Christus. Bevor wir in Gottes Gegenwart (dafür stand der Tempel) kommen können, brauchen wir Vergebung für unsere Schuld. Das hat Jesus für uns am Kreuz vollbracht. Er hat sein teures Blut für Dich und mich vergossen. Durch sein Blut ist der Weg zum Vater frei. Auch für Dich.

Das Volk Israel hat auch für den weiteren Bau nach dem Gesetz gehandelt. So hat uns auch Jesus für unseren Weg zum Vater im Himmel Gebote gegeben. „Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist‘s, der mich liebt.“ (Joh.14,21)

Ich lade Dich ein, diesen Weg zu gehen. Denn dieser Weg wird in großem Jubel enden.
Nur bei Jesus ist alles in Ordnung.

Michael Förster,
Lauter-Bernsbach

Donnerstag, 26. August | Zukunft und Hoffnung | Esra 1, 1-11

Sommerandachten 2021

Esra 1, 1-11

Eigentlich mag ich es nicht, in einer Andacht davon zu erzählen, wie diese Andacht entstanden ist. Da gibt es dann meistens so spannende Informationen wie „Also, da saß ich so am Schreibtisch und hab überlegt…“. Ehrlich gesagt kann ich auf solche Einleitungen verzichten. Aber heute ist ein besonderer Tag, und der Bibeltext passt so gut hinein, dass ich Euch gern davon erzählen möchte. Zugleich fühlt es sich an, als schriebe ich einen Brief an mich selbst, den ich dann in ein paar Monaten zugeschickt bekäme.

Es ist ein Mittwoch im Februar. Gerade sitzt Frau Merkel mit dem Kabinett und den Landesfürsten zusammen. Sie beraten darüber, wann und wie der Lockdown endet. Wann werden die Schulen wieder öffnen? Wann können die Kinder ihre Freunde in der Kita wieder sehen? Wann dürfen Geschäfte wieder öffnen? Wann werden wir wieder Abendmahl feiern?
Wann wird endlich alles wieder so, wie es mal war?

„Wann wird endlich alles wieder so, wie es mal war?“, haben sich die Israeliten im Babylonischen Exil gefragt. Jahrzehntelang. Die Propheten haben prophezeit, von Unheil und Heil gesprochen. Beim Propheten Jeremia heißt es (Jeremia 29,10-14): „Wenn siebzig Jahre für Babel vorüber sind, dann werde ich nach euch sehen, mein Heilswort an euch erfüllen und euch an diesen Ort zurückführen. Denn ich, ich kenne meine Pläne, die ich für euch habe – Spruch des Herrn –, Pläne des Heils und nicht des Unheils; denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben. Wenn ihr mich ruft, wenn ihr kommt und zu mir betet, so erhöre ich euch. Sucht ihr mich, so findet ihr mich. Wenn ihr von ganzem Herzen nach mir fragt, lasse ich mich von euch finden.“

Das ist doch mal ein guter Plan! Das Warten wird ein Ende haben. Das Heilswort wird erfüllt!
Ja, und dann – endlich passiert es auch. Unser Text heute erzählt vom so genannten Kyrosedikt: König Kyros von Persien lässt die Israeliten nach Hause gehen (Esra 1,3): „Wer von euch zum Volk dieses Gottes gehört, soll nach Jerusalem in das Land Juda gehen. Sein Gott soll mit ihm sein.“

Endlich nach Hause! Endlich wird alles wieder so, wie es mal war!
Aber: Wird alles wieder so, wie es mal war? Nach 70 Jahren im Exil, weit weg von zu Hause? Nach einem Jahr mit einer weltweiten Pandemie? Wird es ein ganz normaler Sommer?
Werden wir uns wieder in die Arme schließen können? Kommt alles wieder „in Ordnung“?

Sicher wird nicht alles wieder so, wie es mal war.
Aus dem Exil gehen die Israeliten nach Hause.
Aber sie gehen verändert. Sie müssen sich neu erfinden,
einen neuen Tempel für den Herrn bauen,
neue Häuser beziehen,
neue Beziehungen knüpfen.
Aus dem Lockdown gehen wir in viele Gewohnheiten zurück.
Aber wir gehen verändert. Wir müssen uns neu erfinden,
neue Wege zu Gott finden,
neue Lebensstrukturen schaffen,
die Distanz überwinden.

Die gute Nachricht ist – wie Jeremia schon sagte:
Gott geht mit. Er hört zu. Er lässt sich finden.
Er gibt uns Zukunft und Hoffnung.

Stephanie Hallmann,
Bockau

Mittwoch, 25. August | Es gibt Hoffnung | 2. Könige 25, 22-30

Sommerandachten 2021

2. Könige 25, 22-30

Die beiden Königsbücher beschreiben in den letzten Kapiteln den Untergang der beiden Reiche Israel und Juda. Eingekesselt zwischen Weltmächten versuchen sich das Nordreich Israel und das Südreich Juda zu behaupten. Die verschiedenen Könige werden vor allem an ihrer Treue und der Treue ihres Volkes zu dem Gott Israels gemessen. Vielen wenden sich ab. Aber auch die Frage nach ihren jeweiligen politischen Allianzen spielt eine entscheidende Rolle. Wieder und wieder treten von Gott gesandte Propheten auf, verkündigen dem Volk SEIN Wort und rufen zur neuen Hinwendung zu Gott auf. Aber dann ist scheinbar alles vorbei. Nach dem Untergang des Nordreiches kam es einige Zeit später auch zum Ende des Reichs Juda. Jerusalem wurde durch die babylonische Weltmacht dem Erdboden gleichgemacht, der Tempel abgebrannt, Staatsbeamte und Priester hingerichtet. Die übrige Oberschicht und die Jerusalemer Stadtbevölkerung wurden weit entfernt ins Exil nach Babylonien verschleppt. Diese große Katastrophe hat sich tief in die biblische Erinnerung eingeprägt. Die Königsbücher suchen die Geschehnisse und die grausamen Erfahrungen des Volkes Gottes zu deuten. Was hat zu dieser unfassbaren Katastrophe geführt? Wie greift Gott in die Geschichte dieser Welt ein? Wie ist Zukunft möglich, wenn alles in Schutt und Asche liegt? Wo ist Gott?

Die Frage nach Gott angesichts von grausamen Ereignissen, Krankheit, Gewalt und Tod gehört auch heute zu den schwierigsten Herausforderungen des Glaubens. Jede einfache Antwort, jede schnelle Deutung und jede vorschnellen Urteile gegenüber anderen sind unangemessen und werden einer tiefgründigen Ausrichtung auf den lebendigen Gott nicht gerecht.

Auch die Königsbücher geben keine schnellen Antworten. Das 2. Königsbuch endet ohne direkten Bezug auf Gott. Und doch – fast unbemerkt – eröffnet sich ganz zum Schluss ein kleines Fenster der Hoffnung. Mitten im Exil – so das Ende des Buches – wird Jojachin, ein König des Südreichs, der bereits bei der ersten Einnahme Jerusalems nach Babylon verbannt wurde, begnadigt und aus dem Gefängnis entlassen. Der babylonische König behandelt ihn von nun an freundlich. Er wird versorgt und darf sogar am Tisch des Königs speisen. Ein kleiner Hoffnungsschimmer eröffnet sich. Es ist so, als wolle der Schreiber der Königsbücher uns leise zusprechen: Wenn alles zerstört und am Ende ist; wenn Tränen, Schmerzen und Verzweiflung euch den Schlaf rauben; wenn die Zukunft trostlos und hoffnungslos verloren erscheint; … mit Gottes liebevoller Zuwendung ist dennoch zu rechnen. Gott ist da! Das eröffnet plötzlich ganz unerwartete Horizonte.

Pastor Stephan von Twardowski,
Theologische Hochschule Reutlingen

Dienstag, 24. August | Vertrauen auf Gott | 2. Könige 25, 1-21

Sommerandachten 2021

2. Könige 25, 1-21

Das 2. Buch der Könige erzählt viel über die Geschichten verschiedener Herrschaften Israels, nachdem König David regiert hat. Viele von den Königen haben Götzen angebetet und es kam immer wieder zu Machtkämpfen. Soweit, dass es das königliche Geschlecht Davids in die Verbannung treibt.

Ich finde es immer wieder bemerkenswert, was Gott einem alles gibt und wie er uns so reich beschenkt.

Seit letztem Jahr ist die Corona Pandemie ein Teil unseres Alltages. Viele mussten umdenken, sich beispielsweise an Kontaktbeschränkungen halten, um die Pandemie einzudämmen. Ein Großteil unseres Lebens fand online statt. Die Gottesdienste wurden via Zoom übertragen, der Unterricht fand im eigenen Zimmer statt. Während dieser Zeit habe ich mich oft gefragt, wann das Ganze wohl enden wird. Da kann es schon mal gut vorkommen, dass wir das Vertrauen zu Gott verlieren. Diese Ungewissheit, die einen innerlich zerreißt. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass Gott immer wieder Wunder tut auch in dieser schwierigen Zeit. Wir müssen ihm nur Vertrauen. Es kann auch sein, wenn du diesen Text liest, dass sich schon einiges gebessert hat und wir auf einem guten Weg in die „Normalität“ sind. Dann zeigt dir das auch, wie Gott jedem von uns Hoffnung schenkt, dass wir die kleinen Dinge im Alltag wertschätzen und uns die negativen Gedanken nicht allzu sehr beherrschen sollen.

Der Bibeltext für heute zeigt mir, dass nichts auf dieser Erde ewig bleibt. All das, was ich hier aufbaue, kann im nächsten Moment wieder zerstört werden (vgl. VV. 9-10). Ich muss immer wieder lernen, das hier und jetzt zu genießen. Ich denke, dass es nicht nur mir so geht, dass ich mir immer wieder ins Bewusstsein rufen muss, dass ich mein Vertrauen auf Gott bauen muss. Er begleitet mich auf all meinen Wegen. Manche Wege können sehr steinig sein, aber Gott lässt mich nicht im Stich, da er mich so sehr liebt.

Ich wünsche Dir, dass Du Gott in Deinen Sommer miteinbeziehst. Nicht nur im Sommer, sondern in Dein alltägliches Leben. Mir hilft es, wenn ich mir vor dem Einschlafen drei Dinge ins Gedächtnis rufe, die meine Highlights am Tag waren. Es müssen nicht große Dinge sein. Es kann beispielsweise das schöne Wetter sein oder der Kaffee am Morgen. In diesem Sinne wünsche ich Dir viele schöne Gottesmomente.

Ivy Rendon,
EmK Wuppertal-Elberfeld


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Die Andachten für die Sommerzeit 2021 wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der  Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens der jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
Die gedruckte Exemplate der Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben. Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.