Verwendung von Cookies: Um die Webseite optimal gestalten und fortlaufend verbessern zu können, werden Cookies verwendet.
Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Für weitere Informationen klicke hier. OK

Sommerandachten 2021

Montag, 23. August | Endliche Geduld – Unendliche Liebe | 2. Könige 24, 1-20

Sommerandachten 2021

2. Könige 24, 1-20

Immer wieder liest man in der Bibel, dass selbst Gottes Geduld irgendwann zu Ende ist. Er zerstört Städte, Völker oder sogar fast die gesamte Menschheit (Sintflut). Der Grund dafür ist immer der Gleiche. Die Menschen entfernen sich von Gott und werden ihm untreu. In der heutigen Geschichte liest man, wie sich die Situation in Juda gleich über die Herrschaftszeit von drei Königen nicht ändert. Liest man den Letzten Vers von Kapitel 23 noch mit, steht bei jedem der Könige das Selbe: „Und er tat, was Böse war in den Augen des HERRN, ganz wie es seine Väter getan hatten“. Das ist der Grund, warum Nebukadnezar II trotz der zerstörerischen Auswirkungen seiner Feldzüge als Werkzeug Gottes bezeichnet wird (Jer 25,9).

Gleich im Vers 2 des heutigen Textes steht aber noch eine kleine, aber sehr wichtige Info! „ … die (Truppen) sandte er gegen Juda, um es zugrunde zu richten, nach dem Wort des HERRN, das er durch seine Knechte, die Propheten, geredet hatte.“ Das heißt, Gott hat durch seine Propheten die Könige und das Volk immer wieder gewarnt und die Konsequenz ihres Handelns angekündigt und ihnen dadurch die Chance zur Umkehr gegeben.

Wie oft sind wir in unserem Alltag, in unserem Leben auf der falschen Spur unterwegs oder lassen uns von Königen (auch Dingen) leiten, die uns nicht gut tun? Wenn wir im Straßenverkehr unterwegs sind, achten wir auf Verkehrszeichen und halten uns im besten Falle auch daran, um gut durchzukommen. Fällt uns das vielleicht bei Zeichen und Hinweisen Gottes etwas schwerer? Verhalten wir uns dabei manchmal wie das Volk Juda und seine Könige?

Wir sehen das, was wir haben, aber nicht, dass wir Gott dazu brauchen. Oder wir machen was in unseren Augen gut ist, aber nicht das, was Gott gefällt.

Wir können dankbar sein, dass Gottes Liebe durch seinen Sohn Jesus Christus UNendlich geworden ist und damit auch seine Geduld. Jesus Christus hing am Kreuz und hat all den Zorn, den Gott auf uns haben könnte, auf sich genommen. Das Kreuz ist das wichtigste und größte Zeichen, was Gott uns gegeben hat. Er gibt uns bis zum Ende die Chance zur Umkehr und gibt nicht auf, uns wie ein Navi immer wieder darauf hinzuweisen, dass wir die Route zum Ziel verlassen haben.

Siehst du die Verkehrszeichen Gottes in deinem Leben?

Richard Schmidt,
Lauter-Bernsbach

Sonntag, 22. August | Liebes Instagram … | Psalm 12

Sommerandachten 2021

Psalm 12

„Liebes Instagram, ab jetzt wirst nicht mehr du, sondern wieder ich die Kontrolle über meine Selbst- und Weltwahrnehmung haben“. Mit diesen Worten beendet Sarah Marie ihren Poetry Slam „Liebes Instagram… Ein offener Brief“ auf YouTube. In letzter Zeit verbringe ich viel … sehr viel Zeit in den sozialen Netzwerken. Meine tägliche Bildschirmzeit habe ich zwar auf eine Stunde begrenzt, und doch merke ich, dass das eher ein netter Vorsatz als ein ernstes Vorhaben war. Wenn ich ehrlich bin, drücke ich die nette Erinnerung „Zeitüberschreitung“ in neun von zehn Fällen einfach weg.

Ich bin gerne in sozialen Netzwerken unterwegs. Ein Leben ohne Memes, Einblicke in den Alltag anderer und meine eigenen Story-Highlights kann und will ich mir gar nicht mehr vorstellen. Zu all dem kommt, dass ich mich über Instagram ja auch informiere.

Vor ein paar Wochen bin ich irgendwie auf das Video „Liebes Instagram“ – ein Poetry Slam von Sarah Marie - gestoßen. Sarah Marie schaut hinter die Kulissen und beschreibt auf beeindruckende Weise den Wettlauf, den wir uns auf Insta liefern. Es geht um Follower und Likes. Sehen und gesehen werden.
Während des Videos kommt eine Frage in mir hoch: Bin ich auch so? Wieviel „fake“ ich auf Insta? Und wie wichtig ist mir das?

Ich fühle mich ertappt. Das Video beschäftigt mich auch noch in den nächsten Tagen. Sarah Marie hält keine Moralpredigt, viele Gedanken kenne ich ganz konkret und wenn ich sie jetzt so höre, merke ich, wie sie auch mich gefangen nehmen. Ich mag den Gedanken nicht, dass Instagram so viel Macht in meinem Denken hat.

Von den Machtlosen, den Gefangenen, den Wehrlosen spricht auch die heutige Bibelstelle. Psalm 12 erzählt von einem Gott, der die Machtlosen sieht. Ein Gott, der aufsteht, der etwas zum Positiven verändert, der nicht mit ansehen will, wenn Menschen gefangen sind. Gott möchte, dass wir frei sind. Gott möchte, dass ich frei bin… und genau von fehlender Freiheit spricht Sarah Marie.

Auf das Video bin ich durch Insta gestoßen, und auch nach dem Poetry Slam von Sarah Marie bin ich dort noch aktiv. Instagram hat auch seine guten Seiten. Und wahrscheinlich hat sich nicht einmal meine Bildschirmzeit verringert. Aber Sarah Marie hat mich auf einen Umstand aufmerksam gemacht, den ich nicht mehr vergessen möchte: Instagram nimmt mir meine Freiheit. Und Gott? Dem geht es eben genau darum. Ich soll ein Leben in Freiheit genießen. Ein Leben, in dem mich nichts bedrängt, einengt oder unterdrückt. Keine Gedanken, kein Instagram. Für meine Freiheit steht der Schöpfer der Welt auf, und sein Sohn stirbt am Kreuz – weil ich ihm wichtig bin. Daran will ich beim nächsten Mal denken, wenn Insta wieder meine Gedanken gefangen nimmt.

Sarah Marie auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=PNJ4nLTdw_g

Moritz S.,
Reutlingen

Samstag, 21. August | Von einem enttäuschten Gott | 2. Könige 23, 26-37

Sommerandachten 2021

2. Könige 23, 26-37

Drei Könige in einem Text. Einer tut sein Bestes, um alles, was sein schrecklicher Vorgänger getan hat, wieder „rückgängig“ zu machen, was Gott zwar auch sieht, aber dennoch seinen Ärger nicht verbergen kann. Der nächste ist grade mal 3 Monate als König tätig und wird gekidnappt. Und der letzte im heutigen Text zieht alle ab, verärgert also auch wieder Gott... Ein ganz schön schwieriger Text auf den ersten Blick, oder?

Auf den ersten Blick vermutlich schon. Vor allem auch, wenn man sich überlegt, wie die Situation in der Zeit vor Ort war. Israel ist gespalten (in ein Nordreich und Südreich, letzteres heißt Juda), nachdem viele Könige viel Mist gebaut haben. Der Vorgänger von Josias war der schlimmste König von allen. Das Nordreich wurde schon besiegt, Juda wird es auch schon bald sein (wie in Vers 27 beschrieben), und spätestens dann ist nichts mehr, wie es mal war.

Und Gott? Der ist nicht gerade zufrieden mit allem – ganz im Gegenteil sogar. Er sagt ganz am Anfang, dass er Jerusalem und den Tempel zerstören (lassen) will – also nicht nur sein Land, sondern auch seine Stadt und sein Haus (so wird der Tempel ja verstanden).

Und was bringt uns dieser Text heute?

Mich erinnert das ganz schön an die (zumindest gerade, im Januar und Februar 2021) aktuelle Situation in den USA. Biden versucht ja immerhin, gerade sein Land wieder ein bisschen aufzubauen und für eine Einheit zu sorgen, die nach vier Jahren Trump nicht wirklich mehr existiert. Und klar, an Biden ist sicherlich nicht alles perfekt, er ist ja auch nur ein Mensch, aber er gibt sein Bestes, so zumindest mein Eindruck. Ich weiß natürlich noch nicht, ob ihm das so gelingen wird, wie er es sich wünscht, geschweige denn, was nach Biden kommen mag, aber zumindest die Ansätze sind erkennbar.

Und Gott? Wieso kann er nicht versuchen, zu verzeihen? Offen gesagt: An dieser Stelle ist Gott meiner Meinung nach der typisch eifersüchtige Gott, der Emotionen nicht nur zeigt, sondern auch nach ihnen handelt und nicht immer nur gnädig zu seinem Volk ist. Ich hoffe sehr, dass auch bei Gott da ein Entwicklungsprozess ist und er mittlerweile zur Genüge weiß, dass wir Menschen nicht unfehlbar sind. Und diese Hoffnung sehe ich darin, dass er seinen Sohn auf die Erde geschickt hat, um am Ende unsere Sünden auf sich zu nehmen und sie zu vergeben.

Gott wird seine Gnade zeigen, auch wenn wir mal Fehler machen – früher oder später.

Sophia Steinbacher,
wohnt in der Nähe von Dresden

 

Freitag, 20. August | Josia macht ernst und packt’s an! | 2. Könige 23, 4-25

Sommerandachten 2021

2. Könige 23, 4-25

Was für ein Text! Um zu verstehen, was in dem Abschnitt für den heutigen Tag passiert, hilft es eventuell, den Text laut zu lesen. Mir hat es geholfen, da so viele Informationen vorhanden sind, die ich gar nicht fassen konnte. Josia, hier die Hauptperson und König von Juda, erscheint mir wie ein richtig krasser Kerl. Erst einige Takte vor unserem Abschnitt schwor er „Wir wollen wieder dem HERRN gehorchen! Von ganzem Herzen und mit aller Hingabe wollen wir nach seinem Gesetz leben und seine Gebote und Weisungen befolgen. Wir wollen alle Bundesbestimmungen einhalten, die in diesem Buch aufgeschrieben sind“ (2. Könige 23,3). Sehr bestimmte und klare Worte und „das ganze Volk schloss sich diesem Versprechen an“ (2. Könige 23,3). Die Worte müssen so überzeugend gewesen sein, dass sich alle anderen beim Hören auch dazu entschlossen. Das Beeindruckende ist, dass es nicht nur leere Worte sind, sondern Josia auch Taten sprechen lässt. Vor allem in Glaubensfragen finde ich es nicht so einfach, sich klar zu positionieren und zusätzlich auch passend zu handeln. Aber Josia macht ernst! Er schwört nicht nur, Gott zu dienen, er sorgt auch eigens dafür, dass alle Ablenkungen von Gott entfernt und/oder zerstört werden.

Ich würde mir gerne eine Scheibe von dieser Überzeugung und dem damit verbundenen Tatendrang abschneiden. Alle ehemaligen Opferstätten und Altare anderer Götter werden entehrt, das „Wie“ wird recht eindrücklich beschrieben. Es ist unter anderem die Rede von „Menschengebeinen“, die verteilt werden (2. Könige 23,14) und vielen Verbrennungen und Zerstörungen. Für den/die Leser*in wird der Ernst der Lage, mit dem Josia seine radikale Aktion verfolgt, sehr klar. Josia muss hier ordentlich aufräumen, denn es wurden viel zu lange die falschen Götter angebetet. Da zieht Josia den Schlussstrich, indem er sich ganz bewusst an das Gesetzbuch hält. Auch die Tatsache, wie sehr er davon überzeugt sein muss, das Richtige zu tun, überwältigt mich. Weil die alten Opferstätten und Altare von seinen Vorgängern erbaut wurden „und damit den Zorn des Herrn herausgefordert“ hatten (2. Könige 23, 19), müssen sie dringend weg. Allerdings fordern seine Taten auch Menschenopfer, da er sich nicht davor scheut, auch die Götzenpriester zu töten (2. Könige 23, 20). Ganz so friedlich und ohne Tote läuft das Ganze also nicht ab ...

Doch nachdem all das geschehen und erledigt ist, feiert das Volk das Passahfest, so wie es im Buch mit den Bundesgesetzen beschrieben ist (vgl. 2. Könige 23, 21). Ich stelle mir vor, dass es DAS Fest schlechthin sein muss, nach all den Jahren der Verwirrung und Entgleisung. Der Fokus ist zurück! Die letzten Sätze unseres Abschnitts lauten:

„Weder vor noch nach Josia hatte sich ein König dem HERRN so zugewandt wie er. Keiner war so wie er darauf bedacht, von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe und mit all seiner Kraft nach dem Gesetz von Mose zu leben.“

Nachdem Josia für Ordnung gesorgt, das Volk zurück zu Gott geführt hat und sein Herz so sehr dafür brennt, es diesem Gott rechtzumachen, wird ihm genau das anerkannt. Er ist ein Mann seines Wortes und dazu sehr rechtschaffen. Seine Hingabe ist echt und sein Fokus auf Gott leidenschaftlich inspirierend! Hast Du Gott ebenso im Blick in Deinem Alltag?

Ich wünsche uns allen auf unseren Glaubenswegen im Alltag eine so ansteckende und offensichtliche Leidenschaft für Gott. Auf dass wir wieder mehr Zeit mit und für ihn investieren und Josias Standfestigkeit uns dabei immer wieder neu ermutige!

Jani Djamba,
Mainz

Donnerstag, 19. August | Wohin mit den Problemen? | 2. Könige 22, 14-23, 3

Sommerandachten 2021

2. Könige 22, 14-23, 3

Konflikte und Probleme - ein Thema was uns heute und damals begegnet. Was ist wenn ein Problem aufgetaucht ist, an welche Person wende ich mich? Klar, macht jeder - und ich denke es ist heutzutage ganz normal: man quatscht mit Freunden darüber und unterstützt sich gegenseitig. Hört zu, tröstet und unterstützt sich gegenseitig.

Damals gab es eine Zeitspanne wo Menschen sich für jedes Problem einen eigenen Gott gebastelt haben: für Ernte, Gesundheit und vieles mehr. Dafür steht unser heutiger Text, dieser mahnt und stellt diesen Konflikt dar, dass die Menschen eine verschiedene Anzahl an Göttern hatten. Aber dadurch haben sie den wahren und einzigen Gott vergessen. In unserer Geschichte findet sich nun der Höhepunkt dieser Vielgötterei oder auch Götzendienst genannt, also Verehrung des falschen Gottes. Sie wurden davor gewarnt und sagen dem Götzendienst den Kampf an.

Soweit die Geschichte und wie denken wir heute darüber nach? Außer vielleicht die Erinnerung an das Gebot „du darfst keinen Gott neben mir haben.“ Vielmehr geht eine Frage aus diesem Text hervor, die mich anspricht: Was mache ich, wenn ich Probleme, Sorgen oder Nöte habe? Gehe ich zu Gott? Oder vergesse ich Gott wie damals und wende mich ab in alternativen/spirituellen „Lösungen“?

Ich denke auch wenn alles manchmal schwierig scheint und die Wellen des Lebens sehr hoch sind und wir dadurch manchmal kein Land sehen. Dass wir Mut haben trotzdem den Fokus auf Gott nicht zu verlieren. Und uns nicht von Gott abwenden in alternativen/spirituellen Lösung, vielmehr die Kraft und den Mut haben uns an Gott zu wenden. Ja es kostet manchmal Kraft oder Überwindung, aber Gott hält uns fest, er steht zu seiner Zusage - dass wir niemals alleine sind. Amen.


Michael Brückner aus Reichenbach/Vogtland

Mittwoch, 18. August | Gott ist nicht egal | 2. Könige 22, 1-13

Sommerandachten 2021

2. Könige 22, 1-13

Es ist keine gute Zeit für die Beziehung zwischen Gott und seinem Volk Israel. Die Menschen, nach denen Gott sich so sehr sehnt, mit denen er gerne Gemeinschaft haben möchte, die scheinen sich einen feuchten Kehricht um ihn zu scheren. (für alle die diesen Ausdruck nicht kennen: Gott war ihnen scheißegal!). Die letzte Renovierung des Tempels, dem Ort, wo Menschen hingingen, um Gott zu begegnen war schon rund 200 Jahre her. „Warum sollen wir diesen Tempel pflegen, wenn uns Gott doch eh total egal ist?“ „Gott – ach ja da war doch noch was – hab‘ ich aber irgendwie vergessen.“ So, oder so ähnlich stelle ich mir vor könnten die Menschen des Volkes Israels gesprochen haben.

Und die Geschichte setzt noch einen drauf. Erst, als König Josias die Renovierung des Tempels anordnet, um endlich den Staub, der sich über die Beziehung der Menschen zu Gott gelegt hatte, zu beseitigen finden sie das Gesetzesbuch. Der Leitfaden Gottes, der das Zusammenleben der Menschen und die Beziehung zu Gott ordnete. Eigentlich sollte dieses Buch neben der Bundeslade liegen – jetzt war es achtlos in den Kasten für das Tempelopfer gelegt worden. Dort, wo bestimmt niemand reinschauen würde. Seit Jahrzehnten schlummerte es dort und mittlerweile hatte wohl auch der letzte Israelit vergessen, dass es dieses Buch überhaupt gab. Und als Josias nun endlich einen Blick in dieses Buch werfen kann wird ihm sofort deutlich, wie schlimm es um die Beziehung des Volkes Israel zu ihrem Gott steht. Als Zeichen seiner Demütigung und Buße zerreißt er seine Kleider.

Josias wurde beim Lesen des Gesetzbuches klar, dass das Volk Israel nur überleben würde, wenn sie wieder in die innige Beziehung mit Gott investieren würden. „Ohne Gott“ - ist keine Alternative.

Und an dieser Stelle möchte ich dich fragen, wie es denn um deine persönliche Beziehung zu Gott steht? Gott liebt es mit dir Gemeinschaft zu haben, er möchte, dass du ihm von deinem Tag erzählst, er hat immer ein offenes Ohr für deine Nöte, deine Probleme, für deinen Zorn. Aber auch deine Hoffnungen und deine Sehnsüchte interessieren ihn. All das ist ihm nicht egal – Du bist ihm nicht egal! Und du – ist dir Gott egal? Wenn ich dich jetzt frage: „Wo hast du denn deine Bibel?“ Müsstest du dann einen Moment überlegen und dich auf die Suche machen? „Ja wo habe ich sie denn noch gleich – ich hab‘ sie doch vor zwei Wochen noch unter dem Stapel von den Pizzabringdienstzetteln gesehen.“ Und frage dich, wann du das letzte Mal eine Begegnung mit Gott geplant hast. Wo ist dein Ort, dein Tempel an dem du Gott aufsuchst, nicht zufällig, sondern bewusst. Ich möchte dir Mut machen, dir so einen Ort zu schaffen. Grade in dieser Corona geprägten Zeit, in dem es nicht immer möglich ist einen Gottesdienst oder die Jugendgruppe zu besuchen brauchen wir diese Orte der Gottesbegegnung.

Das kann ein schöner Platz in deinem Zimmer sein – wo die Bibel ihren festen Platz hat. Das kann aber auch eine feste Zeit in der Woche sein, wo du dir vornimmst eine Runde durch dein Viertel zu laufen. Mit einer kleinen handlichen Bibel immer in derselben Tasche, oder dem christlichen Podcast in deiner Playlist. Gott wünscht sich so sehr, dass du dich ihm zuwendest und ich bin mir sicher, dass da viel Segen draufliegen wird.

Dirk Liebern,
Pastor der EmK Hannover und Referent im KJW Nord

Dienstag, 17. August | Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser! | 2. Könige 19, 20-37

Sommerandachten 2021

2. Könige 19, 20-37

Es ist das Jahr 701 v. Chr. Der ganze Vordere Orient ist von den Assyrern besetzt. Der ganze Orient? Nein, ein von unbeugsamen Judäern bevölkerter Bergstaat hält entschiedenen Widerstand gegen die assyrische Übermacht.

So oder so ähnlich könnte die Geschichte um die Belagerung Jerusalems durch den assyrischen König Sanherib beginnen. Auf der judäischen Seite finden sich nicht Asterix oder Obelix mit einem Zaubertrank und übermenschlichen Kräften, dafür aber König Hiskia, der gemäß dem Motto handelt: „Sag nicht Gott dein großes Problem, sondern deinem Problem, dass du einen großen Gott hast!“.

Und in der Tat kämpft Gott selbst für Jerusalem und Juda und tritt für sein Volk ein. Er wird die fremde Übermacht in die Flucht schlagen. Bei allen weltpolitischen Machtspielen und militärischen Lösungen erfahren wir, dass Gott es eigentlich ist, der im Hintergrund die Fäden zieht und die Welt und die Mächtigen in seiner Hand hat. Die Zeit von Sanherib wird vorbei sein. Er muss unverrichteter Dinge von Jerusalem abziehen, wird vernichtend geschlagen und stirbt am Ende durch die eigenen Söhne. Das Ganze wirkt so, als könnten die Geschehnisse aus dem Drehbuch von Game of Thrones stammen.

Auf der anderen Seite ist da Hiskia, ein erstaunlicher König unter den vielen Königen von Juda. Er ist einer derjenigen, der seine Hoffnung auf Gott setzt. Nicht seine militärischen oder diplomatischen Fähigkeiten stehen beim ihm Mittelpunkt, sondern Gott selbst. Das mag naiv klingen, führt Hiskia aber weiter und letztlich zum Erfolg.
Ich bin es gewohnt, Dinge zu planen, zu organisieren und sie dann auch umzusetzen. Dabei schaue ich natürlich auf meine Fähigkeiten und Begabungen. Ich habe gerne Dinge unter Kontrolle. Glaube dagegen ist immer auch ein Wagnis. Der Glaube holt mich aus meiner Komfortzone heraus und lässt mich mit Gott das in menschlichen Augen Unmögliche hoffen oder tun. An Hiskia können wir lernen, unser Leben vertrauensvoll anzugehen. Ein Leben voller Sicherheiten und doppelter Absicherungen mag vielleicht das Leben sein, für das sich viele Menschen entscheiden. Das Abenteuer, das Unerwartete und Gottes Weite erfahre ich aber eher auf einem anderen Weg, wenn ich es wage loszulassen.

Hiskia erinnert mich daran, alles von Gott zu erwarten und mein Leben an ihm auszurichten. Deshalb gilt im Glauben die alte Redewendung von Lenin in umgekehrter Reihenfolge: Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser!

Klaus Schmiegel


Sommerandachten von emk-jugend.de als RSS-Feed abonnieren

Die Andachten für die Sommerzeit 2021 wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der  Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens der jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
Die gedruckte Exemplate der Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben. Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.