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Sommerandachten 2021

Montag, 09. August | Lass mich das mal machen! | 2. Könige 6, 8-23

Sommerandachten 2021

2. Könige 6, 8-23

Israel hatte immer wieder richtig heftige Probleme mit feindlich gesinnten Königen aus anderen Ländern. So auch im heutigen Bibelabschnitt. Was mir an diesem Bericht besonders gut gefällt, ist, dass er so unblutig ausgeht (das ist ja im AT leider nicht immer so). Eine sehr angespannte Situation kann mit Vertrauen, Cleverness und Gottes Segen beruhigt werden.

Dieser Erzählabschnitt gehört für mich zu den sichtbaren Ausrufezeichen Gottes in der Bibel: Wer meine Kinder anfasst, der bekommt es mit mir zu tun! Nichts, was meine Kinder betrifft, geht ungesehen an mir vorbei. Und, liebe Kinder: lasst mich mal machen! Ich werde für euch streiten, und ihr werdet stille sein (2.M 14,14).

Er macht mir Mut für all die Lebensbereiche, in denen es bei mir nicht rund läuft. In denen mir Dinge, Menschen oder Umstände Angst machen und mir das Gefühl der Bedrohung geben. Doch da ist einer, der ist größer als alles, was mir in diesem Augenblick Angst macht, was meinen Alltag bedroht. Da ist Gott, an dem nichts ungesehen vorübergeht und der seine Hände segnend über mich hält. Vielleicht muss ich trotzdem aushalten, dass ich etwas verliere. Vielleicht gehört es trotzdem zu meinem Leben, eine Krankheit zu akzeptieren. Vielleicht ist endgültig ein großer Lebenstraum geplatzt. Aber ich muss auf diesen Scherben nicht stehen bleiben, denn ich bin eine Gesegnete! Und am Ende kann ich sogar den „Feinden“ wohlwollend begegnen (V.23), in dem Vertrauen, dass Gott schon wissen wird, was er mit ihnen anfängt. Das erinnert mich an das Ende der Josefsgeschichte, an Josefs Fazit über die Vergangenheit. Und diesen Satz hätte man locker auch an das Ende der heutigen Erzählung schreiben können: „Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen.“ (1.Mo 50,20)

Entscheidend wird in Zukunft sein, auf was ich in den „bedrohten“ Lebensabschnitten blicke. Wer darf in allem meine Aufmerksamkeit festhalten – Gott oder das, was ich als „feindlich“ erlebe? Ich wünsche Dir und mir, dass er uns in den verzwickten Situationen seine Herrlichkeit und Kraft sehen lässt und unser Vertrauen stärkt, so wie auch Elisas Diener sehen durfte (V.16+17)

Natürlich nimmt das nicht die Schwere der Situation einfach weg. Aber es gibt mir Kraft, weiter auszuhalten, dranzubleiben und zu sagen: Ich gebe nicht auf, weil Gott mich auch nicht aufgibt. Ich glaube, dass Gott es gut machen wird, dass er für mich streiten wird, denn er hat es versprochen. Ich bin eine Gesegnete!

Ellen Widmer,
Schönaich

Sonntag, 08. August | Bitte helfen …! Danke! | Psalm 30

Sommerandachten 2021

Psalm 30

David ging es echt beschissen. Andere lachten über ihn, von vielen wurde er schlecht behandelt. Immer mehr Probleme sammelten sich in seinem Leben.

Vielleicht kennt man das. Manchmal, da geht alles einfach schief, und die Welt scheint sich gegen einen zu stellen. Und auch wenn ich es zumindest noch nie mit richtiger Todesangst zu tun hatte – mit der es David wohl aufnehmen musste – liefen einige Dinge auch mal nicht so geil. Probleme in der Schule, Streit mit Freunden oder der Familie oder aber auch Schicksalsschläge, die einen so richtig runterziehen können.

Beten kann da sehr gut tun. Einfach mal rauslassen, was einen beschäftigt, sich förmlich ausheulen. Gott, der Kummerkasten – da kann man nicht meckern. Doch oft hilft das allein auch nicht viel weiter. Und auch David singt in diesem Psalm von Momenten, in denen er Gott förmlich angefleht hat, ihm doch bitte zu helfen und ihn nicht zu vergessen.

Aber jeder musste sich wohl irgendwann eingestehen, dass auch Gott nicht einfach immer genau das tut, was man will und wofür man betet. Die Klausur lief am Ende trotzdem nicht besser, das Spiel wurde dennoch verloren, und die Trost-Torte stand am nächsten Tag auch nicht am Bett. So einfach ist das alles nicht. Leider.

(Wenn doch wenigstens die Torte… - naja egal.)
Ich denke, Gott wirkt da ganz anders. Durch andere Menschen vielleicht, die einen berühren und bewegen. Durch Erlebnisse, die in sehr guter Erinnerung bleiben.

„Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt“, singt David im Vers 12. Aus dem Schlechten wird schlussendlich etwas Gutes – ganz wie die gute alte Tugend, dass man auch aus schlechten Erfahrungen lernt und sie einen am Ende prägen und weiterbringen. Man kennt es, man hat es bestimmt schon oft gehört - Aber andere können das so oft sagen, wie sie wollen und Autoren von kleinen Andachten noch so schön formulieren … Ist nur nicht immer direkt so einfach zu sehen – meist versteht man wohl nie den Sinn. Die Kraft und den Mut, sich wieder aufzurappeln, nochmal anzufangen mit Lernen oder sich mit anderen zu versöhnen, die kann man von Gott bekommen. Wenn man weiß, dass er an seiner Seite ist und einen unterstützt. Wenn man darauf vertraut, dass er sein Freund ist.

Vielleicht erinnerst du dich ja sogar an Situationen, die du so meistern konntest und so die Freude wieder zurückkam. Wenn ja, dann sag doch auch einfach mal Danke – so wie David es getan hat.

Und ich denke, dass Gott auch nicht böse ist, wenn es nicht gleich ein Song wird, den du veröffentlichst.

Eduard Bär

Samstag, 07. August | Du hast es nur noch nicht probiert … | 2. Könige 5, 1-19a

Sommerandachten 2021

2. Könige 5, 1-19a

Wir befinden uns im aramäischen Königreich, in dem die heute syrische Hauptstadt Damaskus lag. Im angrenzenden Israel lebte der Prophet Elisa, einer der Männer Gottes, durch die Gott inmitten von Krieg und Frieden zwischen den Königen immer gegenwärtig war. Aber auch Menschen wie du und ich lebten zu dieser Zeit - einer von ihnen war Naaman. „Moment“, magst du vielleicht denken, „Naaman war kein Mensch wie du und ich, denn offensichtlich war er kein Christ und hat sein Vertrauen nicht in Gott gesetzt.“

Urteile nicht zu früh - wir wissen nicht viel über Naaman, nur dass er ein erfolgreicher, angesehener Heerführer war und von einer vielleicht angeborenen Krankheit geplagt wurde. Er war genauso ein Kind seiner Zeit, wie wir es sind, und die Geschichte erzählt uns nicht von einem Menschen, auf den wir wegen seines Verhaltens oder seiner Krankheit herabblicken sollen, sondern sie erzählt von Gottes wundervollem Wirken, durch das er Schritt für Schritt einen Menschen zu sich geführt hat. Wie handelt Gott an Naaman, was können wir in dieser Geschichte über ihn erfahren? Ich möchte euren Blick auf die vielen Menschen in Naamans Umfeld lenken, die daran beteiligt waren, dass er schlussendlich Heilung erfahren durfte.

Da war das Mädchen, das Naamans Frau vom Propheten in Israel erzählte, die es wiederum an ihren König weitertrug, der Naamans Reise veranlasste und ihn dafür sogar reich ausstattete. Da war der König von Israel, der das Ganze für eine große Provokation hielt, was schließlich Elisa auf den Plan rief, der Naaman durch einen Diener ausrichten ließ, was er tun sollte, um geheilt zu werden. All diese Menschen gebraucht Gott, um Naaman zu ihm zu führen. Und wie reagiert er? Es sind zutiefst menschlichen Reaktionen: Wut, weil man glaubt, man wäre einen weiten Weg umsonst gegangen. Kränkung, weil man sich nicht „standesgemäß“ behandelt fühlt. Oder ein rationales Vernunftdenken, das unkonventionelle und ungewohnte Sichtweisen und Vorschläge direkt als Unsinn abtut.

Der impulsive und von sich selbst überzeugte Naaman wäre fast wieder umgekehrt, hätte er seine Begleiter nicht gehabt, die ihm sinngemäß Gerhard Schönes Zeilen vorsingen: „Du hast es nur noch nicht probiert, und darum glaubst du’s nicht …“ Den Ausgang der Geschichte, die Heilung Naamans an Körper und Geist, kennst du bereits. Halte doch heute mal die Augen offen und nimm die Menschen ernst, denen du begegnest – du weißt nie, welche offenen Türen sie dir zeigen. Denn auch wenn Gott manchmal nicht durch eine persönliche Begegnung mit ihm heilt, seine Wege sind unendlich vielfältig und gut.

Anika Albani,
Dresden

Freitag, 06. August | In Hülle und Fülle | 2. Könige 4, 1-7

Sommerandachten 2021

2. Könige 4, 1-7

„In Hülle und Fülle“ – als ich den Bibeltext gelesen habe, kam mir sofort diese Redensart in den Sinn: Gott gibt in Hülle und Fülle – er gibt mehr als wir brauchen! Das kennen wir aus vielen Geschichten der Bibel: Mir fällt die Speisung der 5000 ein, die Fischer, die auf Jesu Wort hin am Tag einen riesen Fang machen, das Volk Israel, das in der Wüste mit Wasser und Manna versorgt wird. Da schenkt Gott ganz unvermittelt eine Fülle, die keiner erwartet hat.

Die Redewendung „in Hülle und Fülle“ entstand im 16. Jahrhundert. „Hülle“ stand für die Kleidung und „Fülle“ für einen gefüllten Magen. Wenn jemand „Hülle und Fülle“ hatte, dann bedeutete das, dass er gerade das Notwendigste zum Leben hatte: Kleidung und Essen. Im 17. Jahrhundert veränderte sich die Bedeutung der Worte und heute gebrauchen wir sie im Kontext von Überfluss und einem „zu viel“, das oft sinnlos ist.

Wenn ich weiter darüber nachdenke, frage ich mich, ob unsere heutige Interpretation wirklich dem Prinzip Gottes entspricht. Denn eigentlich ist es nicht die Art Gottes, in sinnlosem Übermaß zu geben: Das Manna konnten die Israeliten nicht anhäufen, für 5000 Menschen waren „nur“ 12 Körbe übrig und das Öl der Witwe in der Bibelgeschichte versiegt, als das letzte Gefäß gefüllt ist. Vielleicht entspricht Gottes Prinzip vielmehr der ursprünglichen Bedeutung der Redewendung: Gott gibt in Hülle und Fülle – er gibt uns, was notwendig ist!

Einer Sache können wir uns sicher sein: Gott versorgt uns! Auch wenn wir es selbst für aussichtslos halten, lohnt es sich auf sein Eingreifen zu vertrauen. Gott verspricht uns, für uns zu sorgen, wenn wir ihn an die erste Stelle in unserem Leben stellen: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch alles in Hülle und Fülle* zufallen.“ (Mt. 6,33)
*Einschub des Verfassers

Josefine Arnold

Donnerstag, 05. August | UFOs, Secondhandklamotten und trockene Füße | 2. Könige 2, 1-18

Sommerandachten 2021

2. Könige 2, 1-18

Zwei Nichtschwimmer, Elia und Elisa, fahren nicht über den Jordan, nein sie gehen – und zwar trocken durch. Schon Jahrhunderte zuvor ging die kleine Mose-Schar nach der langen Wüstenwanderung durch den geteilten Jordan. Dahinter lag das verheißene Land, paradiesische Verhältnisse, also der „Himmel“. Im heutigen Abschnitt gehen die beiden den Weg, damit Elia tatsächlich in Gottes Himmel entrückt wird.

Die Geschichte ist geheimnisvoll und gespickt mit Symbolen. Die einen sind Zeichen dafür, dass Elia einer der größten Propheten Gottes ist. Elia teilt den Jordan. Die UFO-Szene mit einem Feuerwagen, mit dem Elia entrückt wird, macht ihn in der Bibel einzigartig – mal abgesehen von Jesus. Elia ist der, dessen Wiederkommen bis heute erwartet wird.

Die anderen Zeichen machen deutlich, dass Elisa der von Gott gewollte Nachfolger ist. Wie ein Sohn ruft Elisa beim Abschied „Vater, Vater“ und dann noch „Wagen Israels“. Denn das Symbol des feurigen Himmelwagens entspricht den Taten des Elia, der wie ein Streitwagen die Jahre zuvor für Gottes Gerechtigkeit kämpfte. Elisa ist dessen Erbe. Und wie ein erstgeborener Sohn damals erbittet sich Elisa zuvor zwei Anteile, allerdings von Elias Geist. Das konnte selbst der Prophet nicht versprechen. Das war allein Gottes Sache. Doch wenig später sehen wir, dass Gott ihm das gewährt: Elisa bekommt keine nassen Füße, als er später noch einmal durch den Jordan muss. In 1. Kön 19,19 hatte Elia seinen Mantel dem jungen Elisa übergeworfen und ihn zeichenhaft zum Schüler gemacht. Dass Elisa sich nun selbst diese Secondhandklamotte umwirft, ist kein Upcycling. Dafür hätte er wenigstens seinen Namen darauf sticken müssen oder so was wie „Elias Nachfolger“… Nein, allein ihn zu tragen war ein Zeichen.

Was bleibt am Ende des ungläubigen Staunens über diese Beauftragungsgeschichte? Für mich sehr viel, nämlich: der olle Mantel. Ganz im Ernst! (Okay, ich gebe zu, ich mag Mäntel...) Gott beruft Menschen und beauftragt sie, mal konkret durch andere, wie Elisa durch Elia. Mal sind es Zeichen oder Worte, die uns nicht loslassen. Elisa war kein besonderer Mensch, Gottes Ruf machte ihn besonders. Er hatte keine besonderen Gaben für den Auftrag, sondern Gott gab ihm, was er für den Auftrag brauchte – im Zeichen des Mantels. Ob wir UFOs erleben werden oder zwei Mal trockene Füße, weiß ich nicht, aber dass Gott uns heute genauso ruft und dazu befähigt, das habe ich bei vielen jungen Leuten erlebt. Secondhand genügt völlig.

Pastor Andreas Fahnert,
Oranienburg, Jugendreferent im KJW Nord

Mittwoch, 04. August | Achtung „Cliffhanger“! – Warten auf die Fortsetzung? | Apg 28, 17-31

Sommerandachten 2021

Apg 28, 17-31

„Paulus blieb volle zwei Jahre in seiner Mietwohnung. Er hieß alle Willkommen, die zu ihm kamen. Er verkündete ihnen das Reich Gottes und lehrte sie alles über Jesus Christus, den Herrn – mutig und offen und völlig ungehindert“ (Apg 28,30-31).

Mit diesen Worten beendet Lukas seine Apostelgeschichte. Diese letzten zwei Sätze aus dem ganzen Abschnitt sprechen mich besonders an. Dass auch Paulus sich, während dieser Zeit, an die Arbeit im Homeoffice gewöhnen musste, ist für mich nicht der springende Punkt. Was mich anspricht, ist dass die Apostelgeschichte ein offenes Ende hat. Wäre diese Geschichte eine Serie, würde ich freudig und gespannt auf die nächste Folge warten. „Wie geht es wohl weiter? Wie geht die Verhandlung des Paulus vor dem Kaiser aus? Wie entwickeln sich die Konflikte zwischen Juden, Juden- und Heidenchristen? Was macht Gott nun?“ Das Ende der Apostelgeschichte setzt einen Doppelpunkt. Neben all diesen Fragen schweben für mich die letzten Worte, „mutig und offen und völlig ungehindert“, noch verheißungsvoll im Raum.

Mir fällt Harry Potter ein. Die Geschichte um Harry Potter schließt, nach dem dramatischen Höhepunkt der Saga, in den letzten Büchern, ebenfalls mit einem Doppelpunkt. Harry, Ginny, Ron, Hermine, Draco und all die anderen Figuren übergeben den Staffelstab an die nächste Generation. Ihre Kinder sind es nun, die vom Gleis „neundreiviertel“ im Hogwarts-Express abfahren. Das Leben geht weiter. Die letzten zwei Sätze, die Harry Potter am Ende spricht, sind: „Die Narbe hatte seit 19 Jahren nicht mehr geschmerzt. Alles war gut.“

Gehen wir zu Paulus zurück. Paulus ist in Rom angekommen. Er ist für zwei Jahre im Hausarrest. Er wartet auf seinen Prozess vor dem Kaiser, auf den er sich als römischer Bürger berufen hatte. Paulus stand inmitten eines Konfliktes um das Verständnis des Evangeliums, der guten Botschaft Jesu Christi, und darum, wer nun dieser Jesus Christus war. Lukas aber verliert über den Prozess kein Wort. Was geschah mit Paulus nach den zwei Jahren? Was ist mit all meinen Fragen? Lukas gibt mir keine direkte Antwort. Am Ende steht: „Er verkündete ihnen das Reich Gottes und lehrte sie alles über Jesus Christus, den Herrn – mutig und offen und völlig ungehindert“ (Apg 28,30-31). Paulus predigte, lehrte, bezeugte das Reich Gottes und Jesus Christus als Herrn. Paulus richtete seine Predigt an alle Menschen. Die Liebe Gottes richtet sich für Paulus an alle Menschen – auch an uns. Ich fühle mich mit hinein genommen in das offene Ende der Apostelgeschichte. Die Liebe Gottes wirkt weiter. Die Botschaft gilt, alle Generationen hindurch, auch mir.

Ich sitze im Zug. Für mich heißt das, dass ich, dass wir Teil der nächsten Folge sind. Wir sind mit hinein genommen in die Handlung. Unsere Geschichte mit Gott wird nun nach dem Doppelpunkt erzählt. Vielleicht geschieht das auch „mutig und offen und völlig ungehindert.“ Ich möchte uns für den heutigen Tag drei Fragen mitgeben:

  • Was bedeutet es für mich, Teil der Geschichte Gottes zu sein?
  • Wo erfahre ich die Liebe Gottes in meinem Leben?
  • Wo und an wen gebe ich die Liebe Gottes mutig und offen und ohne mich hindern zu lassen weiter?

Lars Weinknecht,
Berlin

Dienstag, 03. August | Gestrandet | Apg 28, 1-16

Sommerandachten 2021

Apg 28, 1-16

Nach einer aufreibenden und lebensgefährlichen, wochenlangen Schifffahrt über das Mittelmeer sind Paulus und seine Leute auf ihrer Missionsreise ungewollt auf einer Insel gestrandet: Malta. Sie treffen auf Einwohner, „die nicht geringe Freundlichkeit erwiesen“. Sie werden aufgenommen. Was für ein Glück! Doch dann wird beschrieben, wie hier die verschiedenen Kulturen und Glaubensweisen aufeinandertreffen.

Drei Monate verbringt die Missionsgruppe ungewollt auf der Insel. Sie haben keine Möglichkeit wegzukommen, da in den Wintermonaten keine oder nur wenige Schiffe das Mittelmeer befahren. Der Text lässt erahnen, was sich in dieser Zeit zugetragen hat. Die Einheimischen haben die Neuankömmlinge wohl eingehend beobachtet und „beschnuppert“. Doch mit ihrer Interpretation, wer sie sind, liegen sie immer falsch und fallen auf beiden Seiten vom Pferd: Erst meinen sie, Paulus wäre ein Mörder, dann aber denken sie, es stünde ein Gott vor ihnen. Sie sind immer mehr beeindruckt von der göttlichen Vollmacht von Paulus, als sie sehen, dass er sogar Kranke heilen kann. Es wird nicht beschrieben, aber es ist anzunehmen, dass die Einheimischen durch die Gestrandeten wohl etwas über Gott gelernt haben.

Ich schreibe die Andacht, während des März-Lockdowns und als Erstes hat der Text in mir Fernweh geweckt. Wie spannend und segensreich doch die Begegnung mit anderen Menschen und erst mit fremden Kulturen sein kann. Und als Zweites frage ich mich, wo ich gerade gestrandet bin… „Eingeschlossen“ in meiner Wohnung. Was kann ich hier für Gott tun? Wo ist hier meine Berufung? Ist es nicht viel leichter, Gottes Wirken zu sehen, wenn man unterwegs ist? Wenn man dem Alltagstrott entfliehen kann? Ich merke, wie mein Glaube herausgefordert ist, wenn ich meine Berufung in meinen eigenen vier Wänden suche. Doch der Bibeltext zeigt mir: Egal wo Gott mich „stranden lässt“, er wird die Zeit gebrauchen. Ob zu Hause, in der Schule, auf Arbeit, im Studium oder auf Malta.

Josefine Arnold


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Die Andachten für die Sommerzeit 2021 wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der  Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens der jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
Die gedruckte Exemplate der Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben. Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.