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Sommerandachten 2021

Montag, 02. August | Unterschiede | Apg 27, 13-44

Sommerandachten 2021

Apg 27, 13-44

Eine vermutlich eher unbekanntere Rettungsgeschichte, die Paulus da am Ende der Apostelgeschichte erlebt. Er ist mit vielen anderen Gefangenen und den Seeleuten, insgesamt 276 Menschen, auf einem Schiff, was in ein schlimmes Unwetter gerät. Die Crew des Schiffs war schon so weit, ihr eigenes Leben mit dem Beiboot zu retten und die anderen im Stich zu lassen. Es sah wohl wirklich nicht gut aus. Und nachdem sich die Lage halbwegs beruhigt hatte, wollten die Soldaten die Gefangenen lieber umbringen als sie fliehen zu lassen. Hört sich nach einer ziemlich unentspannten Stimmung auf dem Schiff an. Die Flucht gelingt dann doch durch die Hilfe des Hauptmannes, der Paulus am Leben lassen wollte. Das alles klingt relativ normal für eine Rettungsgeschichte. Ein Unwetter kommt, alles sieht aussichtslos aus, und doch werden am Ende alle gerettet.

Doch eine Sache fasziniert mich hier. Was sind das für Menschen? Seeleute, Soldaten und natürlich die Gefangenen. Was die wohl verbrochen hatten? Haben sie gelogen, gestohlen, geraubt, gemordet? Und woher kamen sie? Israel, Griechenland, Italien? Wir erfahren nichts darüber. Nur, dass alle gerettet werden. ALLE. Es geht hier nicht nur um Paulus, auch wenn wir ohne ihn vermutlich niemals von dieser Geschichte erfahren hätten. Gott lässt nicht nur ihn überleben, sondern jede und jeden einzelnen. Er macht keinen Unterschied.

Auch wenn es heutzutage kaum mehr jemand zugibt, es werden täglich Unterschiede zwischen Menschen gemacht. Wegen ihrer Herkunft, ihres Geschlechts, ihres Alters, ihres Aussehens, ihrer Sexualität, ihrer Vergangenheit. Manche werden bevorzugt und andere benachteiligt. Gott hat das nicht gemacht. Er hat alle gleich behandelt, alle gerettet.
Daran will ich mir ein Beispiel nehmen. Machst du mit? Das soll keine Moralpredigt sein. Ich will Mut machen zum ehrlichen Hinterfragen. Das tue ich selbst auch wieder und wieder, und wenn es auch nicht immer leicht ist, sich selbst die eigenen Fehler einzugestehen, so macht es mich doch nach und nach mehr zu der Frau, die ich sein möchte und die Gott heute schon in mir sieht.

Esther Friedemann,
Chemnitz

Sonntag, 01. August | Kann man Vertrauen trainieren? | Psalm 63

Sommerandachten 2021

Psalm 63

Eigentlich lese ich Psalmen nicht so gerne. So oft wird hier aus Sicht von jemandem geschrieben, der in einer ganz anderen Situation ist, als ich. Ich werde nicht verfolgt, unterdrückt, gejagt oder eingesperrt. Ich war noch nie in der Wüste in Not. Oder?

In unserem Umfeld haben Verfolgung und Bedrohung meistens ein ganz anderes Gesicht. Sie sind aber trotzdem da: Kränkung ist nur einen Mausklick entfernt, Einsamkeit, Druck, Angst und auch Krankheit sind schlimm für uns, auch wenn‘s uns nicht direkt ans Leben geht.

Doch was kann da so ein Psalmlied ausrichten? Warum gibt es viele Menschen, die Psalmen lieben?

Ich glaube, weil es jedem von uns mal so miserabel geht, dass wir nicht mehr wissen, wie wir mit Gott reden sollen. Vielleicht sind wir sogar sauer auf Ihn, oder mindestens stellen wir Seine Güte in Frage oder ob Er uns überhaupt zuhört und helfen will. Und dann hilft es, einen fertigen Text zu haben. Und noch besser: einen ehrlichen. Von jemandem, der selbst ganz unten war und hinterher feststellt, dass Gott trotzdem mit seiner Liebe da war und alles unter Kontrolle hatte. Wenn wir mitten in so einem „Tief“ schon mitbekommen würden, wie Gott die Lage im Griff hat, wie gut Er es meint, könnten wir nur noch jubeln. Also: wenn wir clever sind, dann beten wir so einen Psalm genau dann, wenn es uns schlecht geht. Dadurch erinnern wir uns an diese Wahrheiten und stärken uns. Dadurch erklären wir Gott zum Sieger, auch wenn es noch nicht sichtbar oder spürbar ist.


Und das Beste: Wir können diese Einstellung schon vor so einer Krise trainieren. Das hat auch David getan, denn in Vers 3 schreibt er, dass er zu Hause (in Jerusalem im Tempel, als alles gut war) Gottes Macht und Herrlichkeit wahrgenommen hat. Und nun sehnt er sich danach, das auch in der Wüste unter Verfolgung und Druck haben zu können. Wenn du regelmäßig dahin gehst, wo du Gott erlebst, deine Fragen klären kannst und dein Glaube fester wird, dann kannst du wie David - wenn‘s mal eng wird - automatisch nach Gottes Hand greifen und laut sagen: „Dich suche ich, Dir vertraue ich, alles andere hat gegen Dich keine Chance und darf mir nicht schaden“.

In Vers 5 heißt es, dass David seine Hände hochhebt: Das war zu seiner Zeit eine übliche Geste, die einerseits ausdrückt, dass das Gebet zu Gott „aufsteigt“ und andererseits ich bereit bin, Gottes Gaben zu empfangen. Eigentlich eine super Idee. Auch wenn es dir komisch vorkommt: Mach mal. Was dein Körper mitmacht, während du betest, das behältst du viel besser. „Ich wende mich an dich Gott, ich gebe dir … (Lob, Dank, Sorgen, Menschen), und ich empfange von dir, was ich jetzt brauche. Dir vertraue ich.“

Birgit Hofheinz,
Erlöserkirche München

Samstag, 31. Juli | Der gutherzige Fremde | Apg 27, 1-12

Sommerandachten 2021

Apg 27, 1-12

Diese kleine Episode aus der Apostelgeschichte lässt uns Paulus noch einmal ganz neu kennenlernen. Das eine, an das dieser Abschnitt uns erinnert, ist, wie viel Seefahrererfahrung Paulus hat, wie viel praktisches Wissen über Wind, Wetter und Meer. Paulus kann genau voraussagen, welche Gefahren lauern. Es heißt im heutigen Abschnitt, dass sie erst nach dem großen Versöhnungstag losfahren, der Ende September, Anfang Oktober liegt. Zu dieser Jahreszeit ist das Meer oft turbulent. Es war damals gar keine Seltenheit, dass Schiffsüberfahrten mit Schiffsbruch auf hoher See endeten und eine ganze Besatzung starb. Vermutlich weiß das der Hauptmann auch, aber er steckt nun mal in einer unmöglichen Situation: entweder mit schlechten Wetterbedingungen fahren oder aber über Winter in einem ungeeigneten Hafen bleiben. Beides äußerst ungünstig. Außerdem befindet sich der zum Überwintern geeignete Hafen „Phönix“ auf der gleichen Insel und somit nicht so weit entfernt. Als die tüchtigen Schiffsleute, die sie sind, entscheiden sie sich fürs Meer.

Das andere, das uns diese wenigen Verse über Paulus aufzeigt, ist, dass er gut mit Menschen umgehen kann. Es wird einen Grund haben, warum sein Gefängniswärter Julius beinahe mit Paulus befreundet scheint, ihm zuhört, als er seine Wetterprognose macht, zu ihm freundlich ist, ihn seine Freunde besuchen und mit Vorräten von ihnen wieder aufs Schiff lässt.

Generell macht mich dieser Gefängniswärter Julius neugierig. Ich muss bei ihm daran denken, welchen Unterschied gutherzige Fremde machen.

Hast du solche Erfahrungen auch schon gemacht? Du steckst in der Bredouille – an der Kasse mit 20 Cent zu wenig, oder du hast dich irgendwo verlaufen, oder in der S-Bahn macht dich jemand an, du hast Angst und es kommt jemand Fremdes und rettet dich: steckt dir das fehlende Geld zu, nimmt dich ein Stück mit dem Auto in die richtige Richtung mit, fängt ein Gespräch mit dir an, damit der schleimige Typ weggeht und dich in Ruhe lässt. Großherzige Fremde können wirklich ein Licht in der Dunkelheit sein und Retter*innen in der Not.

Das geht natürlich nicht nur in die eine Richtung. Sehr oft sind wir für die anderen die Fremden. Wir können da echt einen Unterschied machen. Das nächste Mal, wenn du jemanden in Not siehst, oder einfach merkst, dass du jemandem das Leben leichter oder schöner machen könntest, denke an Julius - und sei der gutherzige Fremde für jemanden.

Claire Hamer,
Jugendreferentin Erlöserkirche München

Freitag, 30. Juli | Ich glaub, der spinnt! | Apg 26, 24-32

Sommerandachten 2021

Apg 26, 24-32

„Paulus, du bist verrückt geworden!“ (Vers 24). Das sind die Worte des Statthalters Festus nach Paulus Verteidigungsrede vor dem König Agrippa. Paulus hat dem König berichtet, wie Gott ihn berufen hat und wie er sein Herz verändert hat. Er erzählt von seinem Auftrag, wie Gott ihn gebrauchen will, um Menschen von der guten Botschaft zu erzählen. Außerdem berichtet er von den Herausforderungen, denen er schon ausgesetzt war. Das Ergebnis: Er wird für verrückt gehalten.

Doch Paulus ist das egal. Paulus kann einfach nicht aufhören, von dem zu reden, was Gott an ihm getan hat. Er kann nicht aufhören, davon zu berichten, wie Gott seine Augen geöffnet hat, wie er ihn verändert hat und welche Kraft im Evangelium liegt. Paulus ist einfach begeistert von Jesus und sein Wunsch ist es, dass alle diese wichtigen Männer, vor denen er sich verantworten muss, auch von Jesus begeistert werden und ihn erkennen.

Paulus ist Zeugnis vor diesen Männern, indem er seine ganz persönliche Geschichte mit Jesus erzählt. Genauso haben auch wir alle eine Geschichte mit Jesus zu erzählen. Wenn du heute mal auf dein bisheriges Leben zurückblickst, dann bin ich mir zu 100% sicher, dass du entdecken wirst, wie genial Gott schon mit dir Geschichte geschrieben hat – wie er dich geführt und geleitet hat und wie du ihn schon erleben durftest.

Vielleicht ist diese Geschichte nicht so filmreif wie die des Paulus…aber sie ist es wert, erzählt zu werden! Gott hat nicht ohne Grund deine Geschichte mitgeschrieben. Er will, dass du sie erzählst und dass du Zeugnis bist für ihn: für seine Größe, seine Liebe, seine Stärke, seine Treue &&&. Er will dich genauso wie Paulus dazu gebrauchen, dass Menschen von ihm erfahren und ihn besser kennenlernen.

Es kann sein, dass man dich für genauso verrückt halten wird wie Paulus. Doch nicht das, was die Menschen sagen, macht dich aus…sondern das, was Gott über dich sagt. Und in seinen Augen bist du geliebt, begabt, heilig und wertvoll. Deshalb möchte ich dich ermutigen, furchtlos von deiner Geschichte mit Gott zu erzählen, Zeugnis für ihn zu sein und Menschen für ihn zu begeistern…auch dann, wenn es vielleicht an deinem guten Ruf kratzt und Menschen dich für verrückt erklären. Gott hat genauso mit dir Geschichte geschrieben wie mit Paulus. Er will dich genauso gebrauchen, sodass immer mehr Menschen von ihm hören. Und wenn es doch wohl einen gibt, für den es sich lohnt, für verrückt erklärt zu werden, dann ist das doch wohl dein Schöpfer und Retter, oder?

Donnerstag, 29. Juli | Mit der Hoffnung rechnen | Apg 26, 1-23

Sommerandachten 2021

Apg 26, 1-23

Im vergangenen Herbst habe ich ziemlich viele Blumenzwiebeln in meinen Balkonkästen und unterschiedlichsten Blumenkübeln versenkt. Kleine, braune, runzlige Dinger. Ich hatte keine Ahnung, zu welchen Pflanzen sie gehören oder wann die einzelnen Blumen blühen werden. Für mich war es einfach ein Schritt der Hoffnung, dass ich – vielleicht – im Frühjahr dann schöne Blumen auf meinem Balkon haben werde, die den Frühling ankündigen.

Ungefähr so stelle ich mir Paulus im ersten Teil dieses Absatzes vor. Er hofft auf den Messias. Er ist gläubig und befolgt die Regeln, aus dem Grund verfolgt er diejenigen, die seiner Meinung nach einem falschen Messias aufgesessen sind. Er wartet darauf, dass irgendwann die Blume, die in der Schrift angekündigt ist, hervortritt und blüht und kann erst nicht glauben, dass Jesus diese Blume ist.

Doch das alles ändert sich in dem Moment, in dem die Hoffnung auf den Messias konkret wird und er im Licht von Jesus steht. Die Hoffnung ist nicht mehr nur etwas, auf das man in der Zukunft hinarbeitet. Sie ist jetzt. In dem Moment. Und sobald er das erkennt, verändert sich für ihn alles. Er steht zu 100% hinter Jesus und will, dass möglichst viele Menschen von dieser Realität erfahren. Sie sollen die Hoffnung und Gewissheit, die er hat, ebenfalls haben dürfen.

Ob ich – wie Paulus – meine bisherigen Überzeugungen so schnell über Bord geworfen hätte? Oder wäre ich eher wie seine Ankläger gewesen? Ich weiß es nicht. Aber ich nehme immer wieder aus der Geschichte mit, dass es sich lohnt mit seiner Hoffnung zu rechnen. Was, wenn es tatsächlich so läuft, wie erhofft? Warum nicht mal probieren, darauf zu vertrauen, dass es dieser Gott gut mit mir meint? Warum nicht einfach Blumenzwiebeln in die Erde stecken und darauf warten, dass diese auch wirklich wachsen?

Es ist nicht so einfach. Aber was nützt mir Hoffnung, wenn ich nicht daran glaube, dass sie in Erfüllung gehen kann? Dann habe ich keine Hoffnung mehr. Klingt vielleicht seltsam und manchmal braucht man dazu ein „Licht-Erlebnis“ wie Paulus. Aber wenn ich davon ausgehe, dass es diese Erlebnisse gibt, dann erkenne ich sie leichter und kann mich daran freuen. Und so kann ich immer wieder aufs neue Vertrauen in Gott haben und gespannt warten, was er daraus entstehen lässt – ganz wie aus der Blumenzwiebel.

Naomi Rieker
Abstatt-Happenbach

Mittwoch, 28. Juli | Aus dem Tagebuch des Festus | Apg 25, 13-27

Sommerandachten 2021

Apg 25, 13-27

Tag 1
Liebes Tagebuch,
mein neuer Job als Landpfleger beginnt mit der Frage: Was soll ich nur tun?
Ich dachte der Job ist genau das richtige für mich: Viel Einfluss, Macht und Geld bei wenig Arbeit.
Doch hier, in der jüdischen Provinz, hat mir mein Vorgänger ein schönes “Geschenk“ hinterlassen, was nur Probleme macht.
Jemanden, der 2 Jahre lang im Gefängnis war und nicht freigelassen werden möchte, sondern stattdessen um Tod oder Asyl bittet.
Wie ist der den drauf? Der scheint sich echt keiner Schuld bewusst zu sein. Viel schlimmer noch: Er kennt seine Rechte auf Asyl bis zur Urteilsverkündung der letzten Instanz.
Obwohl es für ihn bedeutet, weiterhin wie ein Gefangener behandelt zu werden, wählt er lieber die Isolation als die Freilassung, um seinen Gegnern nicht ausgeliefert zu sein.
So hab ich mir den Berufsstart nicht vorgestellt.
Auf alles war ich vorbereitet, doch mit so etwas konnte ich echt nicht rechnen.
Was also tun...?

Tag 2
Liebes Tagebuch,
die Situation mit diesem gefangenen Paulus oder wie der hieß, überfordert mich noch immer. Am besten, ich hole mir eine zweite Meinung ein; natürlich von jemandem, der etwas mehr Erfahrung hat.
König Agrippa kommt mir da gerade recht, da er ohnehin auf den Weg zu mir ist.
Ich werde ihm die Situation einmal genau beschreiben.

Tag 3
Liebes Tagebuch,
König Agrippa hat anders reagiert, als ich es erwartet hätte. Der will diesen Paulus doch tatsächlich selbst noch anhören. Ich habe die Anhörung mal auf morgen früh festgelegt. Na, ich bin mal gespannt, wie der König die Situation klären will.
Ich schreibe jetzt erst mal die Rede für morgen, denn in dieser angespannten Situation braucht es die richtigen Worte, sonst kommt es noch zu einem Aufstand.

Tag 4
Liebes Tagebuch,
heute ist der Tag der Entscheidung.
Ich habe mich mit meiner Rede wirklich selbst übertroffen - ganz sicher wird diese in die Geschichte eingehen. Es ist aber auch schwierig, seine Meinung so auszusprechen, dass sich niemand in seiner Ehre gekränkt fühlt. Außerdem hoffe ich, dass meine Wortwahl und Vorgehensweise nicht als Schwäche interpretiert wird – besonders das Einholen der Zweitmeinung von König Agrippa könnte schwächlich wirken.
Eins dürfte allen Anwesenden aber klar werden:
Ich fühle mich der Gerechtigkeit verpflichtet.
Daher werde ich weder einen Unschuldigen hinrichten lassen, noch geltendes Recht ignorieren.

Ich weiß nicht warum, aber irgendwie bin ich ganz froh darüber, dass die Kläger und der Beklagte mir ins Gesicht sehen müssen, denn der Gedanke über jemanden zu richten, den ich nicht sehe, bereitet mir schon Bauchschmerzen.

Oh, ich muss los, sonst komme ich noch zu spät.

Marcel Neubert,
Schönheide

Dienstag, 27. Juli | Bei Gott sind alle gleich | Apg 25, 1-12

Sommerandachten 2021

Apg 25, 1-12

Um Paulus herum ändert sich die politische Lage. Ein neuer Statthalter wird über die jüdische Provinz eingesetzt. Und dieser befasst sich gleich zu Beginn seiner Amtszeit mit dem Fall von Paulus. Auf seiner Reise nach Jerusalem sprechen die angesehenen Männer des jüdischen Volkes mit ihm. Sie versuchen, Festus dazu zu bringen, Paulus zurück nach Jerusalem zu bringen, damit sie über ihn urteilen können.

Festus steht zwischen den Stühlen. Einerseits möchte er die Juden unterstützen und sich nicht gegen sie stellen (V.9). Andererseits ist Paulus römischer Staatsbürger, das erlaubt ihm, sich dort vor das Gericht zu stellen. Paulus nutzt seine Stellung als römischer Staatsbürger, um sein Leben zu retten und so weiter von Jesus erzählen zu können.

Es geht um Macht. Wer hat in der Provinz die Oberherrschaft. Die führenden jüdischen Priester wollen gleich am Anfang der neuen Amtsperiode klarstellen, dass Sie eigene Gesetze haben, die der römische Machthaber dulden soll, und es geht schließlich um eine religiöse Frage. Und Festus möchte es sich nicht gleich am Anfang mit den anderen politischen Mächten verscherzen. So geht er erstmal auf die Forderungen der Priester ein und reist sogar persönlich nach Jerusalem (V.1). Als Statthalter hat er die Verantwortung für alle Bürger dieser Region. Er wiegt seine Optionen ab und entscheidet sich dafür, Paulus dort zu behalten, wo er die uneingeschränkte Macht hat – Cäserea.

Zurück in Cäserea lässt Festus Paulus sogar persönlich zu Wort kommen. Dieser verteidigt sich, woraufhin der Fall wirklich vor den Kaiser kommt und somit das Leben von Paulus erstmal verschont bleibt. Paulus kann die gute Nachricht von Jesus weitererzählen.

Gut, dass es diese unparteiische staatliche Macht gibt, die erst Argumente hört, ehe sie ein Urteil fällt.
Und wie gut, dass es bei Gott egal ist, woher wir kommen. Gott liebt jeden Menschen gleich. Er lässt uns zu Wort kommen, und jeder Mensch wird in Liebe angesehen.

Es spielt keine Rolle mehr, ob ihr Juden seid oder Griechen, Sklaven oder freie Menschen, Männer oder Frauen. Denn durch eure Verbindung mit Christus Jesus seid ihr alle wie ein Mensch geworden.“ (Galater 3, 28)

Kirsten Lüdeke,
Hamburg


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Die Andachten für die Sommerzeit 2021 wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der  Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens der jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
Die gedruckte Exemplate der Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben. Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.