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Sommerandachten 2021

Montag, 19. Juli | Back to the roots …! | Apg 21,15-26

Sommerandachten 2021

Apg 21,15-26

Paulus und sein Team kehren mit Sack und Pack zurück. Drei lange Reisen liegen hinter ihnen. Nun die Rückkehr – dorthin wo alles begonnen hat. In Jerusalem – gut, ein bisschen außerhalb - starb Jesus, um dann ein leeres Grab zu hinterlassen. Dort entstand durch die 12 Apostel die erste Gemeinde.

Der Geist Gottes wurde dort über die Menschen, wie wenn Frau Holle mal kräftig ihre Bettdecke ausschüttelt, ausgegossen. Das erfolgreiche Wirken von Paulus selbst hat dort begonnen (Apg 9,26). Und jetzt: Back to the roots ...!

Der Empfang ist herzlich. Die Gemeinde freut sich, dass Paulus wieder „in the house“ ist. Wie wenn heutzutage eine junge Person aus einem längeren Auslandsaufenthalt zurückkommt und dann freudig von ihren Erfahrungen und Erlebnissen in der eigenen Gemeinde erzählt. Die Ohren sind gespitzt, die Augen werden bei jeder Erzählung, wie man Gottes Wirken erlebt hat, immer größer, und am Ende brechen die Zuhörenden in Jubelstürme aus. Nicht genug der Dinge! Auch die eigene Gemeinde erzählt, was in den letzten Monaten bei Ihr abging und wie Gott gewirkt hat. Große Augen bei den Zurückgekehrten! Gemeinsame Jubelstürme – alle liegen sich in den Armen und feiern sich gegenseitig. Gott ist groß!

So ungefähr war das damals – stelle ich mir zumindest vor.
Jede La-Ola-Welle endet aber auch einmal - in unserer Story ganz plötzlich. Gerüchte machen die Runde, dass der gefeierte Paulus sich bei seinem Auslandseinsatz nicht an die jüdischen Spielregeln gehalten hat. Andere Länder – andere Sitten – andere Vorschriften?!

Dort wo die Erfolge gerade noch gemeinsam gefeiert wurden, treten nun die verschiedenen Strategien zu Tage und werden zum beherrschenden Thema. Statt einem Miteinander tritt nun ein Gefühl des „Gegeneinanders“ zu Tage – wie so oft auch in unserer Gesellschaft, unserer Kirche, deiner Jugendgruppe, deinem Freundeskreis.

Paulus und die Gemeindeleiter besinnen sich aber auf das Wesentliche!
Als Christen sind wir gemeinsam „für“ Christus. Das klingt fast zu simpel, um es zu erwähnen. Für eine gemeinsame Kultur ist diese Wahrheit aber ein Kraftpaket.

„Dafür sein“ heißt nicht, dass wir die Augen verschließen vor Unterschiedlichkeiten, Dinge schönreden oder Aspekte, die wir nicht gutheißen, verschweigen. Wir sollen unseren Verstand nicht wie das Handy auf Flugmodus schalten. Wir sollen auf das Verbindende schauen.

Das bedeutet: Wir bleiben einander zugewandt, verstehend und lernend. Wie Paulus und die Gemeinde in Jerusalem es in dieser Situation getan haben.

Sie kämpften mit- und füreinander.
In unserer Gesellschaft brauchen wir Personen, die vom Geist der Einheit, dem gegenseitigen Interesse und der Freude an der Vielfalt geprägt sind. Lass uns „Dafür-Menschen“ werden und damit eine Vertrauensbasis schaffen, wo man einander wahrnimmt, authentisch sein darf und keine Angst vor Ablehnung haben muss. Werde ein „Dafür-Mensch“ – jemand, der für den anderen Eintritt. Ob in der Klasse, deinem Freundeskreis, den Mitstudierenden... Sei dafür anstatt dagegen! Stelle das Lieben über das Rechthaben. „Richter zu sein“ ist das Amt, welches Jesus Christus zukommt.

Toby Zucker,
Mössingen, Jugendsekretär der SJK

Sonntag, 18. Juli | Der Umgang mit Feinden | Psalm 9

Sommerandachten 2021

Psalm 9

Wenn man ehrlich ist, dann hat eigentlich jeder Mensch Feinde. Ob beim Mobbing in der Schule, in der Bibel oder bei Geschichten wie Harry Potter. Manchmal denkt man sich doch, dass man von vielen Feinden umgeben ist; von Menschen, bei denen man sich fragt was ihnen Schlimmes passiert ist und wieso sie nicht ihre gute Seite zeigen. Der Verfasser des Psalms spricht davon, dass er sich freut, weil Gott die Feinde zerstört hat.

Doch wie passt das zusammen, Freude und Zerstörung? Muss Zerstörung immer etwas Negatives bedeuten? In Vers 20 heißt es: „…, dass nicht die Menschen die Oberhand gewinnen.“ Kann mit Menschen nicht auch das Menschliche gemeint sein? Denn es ist menschlich, auch Schlechtes in sich zu haben. Doch dieses Schlechte kann besiegt werden und muss nicht unser Handeln bestimmen. Doch wie gehe ich mit meinen Feinden um, wenn ich weiß, dass das Böse in ihnen besiegt werden kann? Schon Sirius Black sagt mit seinem Zitat aus Harry Potter 5 „Wir haben alle sowohl eine helle als auch eine dunkle Seite in uns. Es kommt darauf an, welche Seite wir für unser Handeln aussuchen“, dass wir uns aktiv für gutes oder schlechtes Handeln entscheiden können. Vielleicht kann man also seine Feinde zu guten Taten anregen und ihre Entscheidungen verändern?

Einen ausführlichen Rat von Jesus finden wir in der Bibel. „Liebet eure Feinde und tut denen Gutes, die euch hassen“. Denn so werden Feinde zu Freunden. Jeder Mensch hat Fehler und eine schlechte Seite. Doch wir selbst können entscheiden, welche Seite die Oberhand gewinnen soll und wonach wir unsere Taten, Gedanken und unser Handeln ausrichten. Der Verfasser des Psalms bittet Gott: „Lass die Völker erkennen, dass sie Menschen sind.“ Diesmal ist mit „Mensch“ wohl die gute Seite in einem gemeint. Sie sollen Gutes vollbringen und Gott vertrauen. Lasst uns nicht das Böse in der Welt herrschen lassen, sondern immer voller Hoffnung und Liebe sein. Und wenn wir sie weitertragen und sie den Menschen vermitteln, entdecken hoffentlich noch viele eine gute Seite oder wenigstens eine gute Eigenschaft in sich. In der Bibel heißt es oft, dass wir einander lieben und auch Gottes Liebe verbreiten sollen. Wenn wir das tun können wir Menschen erkennen lassen, dass sie gute Menschen sein können und dass sie hoffen und lieben dürfen. Und dann dürfen wir uns freuen, dass die Welt wieder ein bisschen besser geworden ist und dass wieder etwas Schlechtes besiegt wurde, so wie sich der Verfasser des Psalms freut.

Amen

Helene Quas und Malin Mehlhorn,
Zionskirche Dresden

Samstag, 17. Juli | Gottes Stimme auf der Reise | Apg 21,1-14

Sommerandachten 2021

Apg 21,1-14

Der heutige Bibeltext liest sich wie ein Reisebericht. Paulus ist auf der Rückfahrt seiner dritten Missionsreise, er kommt aus Griechenland und segelt nun mit seinen Begleitern in der östlichen Ägäis. Sie erreichen die schönen Inseln Kos und Rhodos, es geht weiter die Küste der heutigen Türkei entlang nach Patara, damals ein bedeutender Hafen in Kleinasien, heute ein Urlaubsort, der mit dem längsten Sandstrand der Türkei (18 km) und zahlreichen antiken Bauwerken um Touristen wirbt. Paulus findet dort ein weiteres Schiff und legt ab Richtung Syrien, sie lassen Zypern auf der Backbordseite (links) liegen und erreichen die phönizische Hafenstadt Tyrus, das heutige Tyros, die viertgrößte Stadt im Libanon, eine der ältesten kontinuierlich bewohnten Städte der Welt. Damals war es die bedeutende Hafenstadt für Damaskus, heute ist sie vor allem durch Flüchtlinge geprägt, da dort drei der zwölf offiziellen palästinensischen Flüchtlingslager liegen. Und so können wir fröhlich die Reise von Paulus nachvollziehen, die Landkarte studieren, uns Bilder der Orte und Gegenden anschauen – ob wir in diesem Sommer reisen können? In andere Länder? Auf welchen Wegen bist Du gerade unterwegs, machst Du Urlaub in diesem Sommer, verreist Du? Ja, ganz schnell sind wir bei diesem Text beim Thema Reisen, Segeln im Mittelmeer, griechische Inseln und türkische Strände, Hafen und Menschen, aber auch Flüchtlinge und Sesshafte.

Mitten im Lesen durchzuckt es mich – denn ein anderer Ortsname zieht sich durch den Text: Jerusalem. „Gehe bloß nicht nach Jerusalem!“, so wird Paulus gewarnt, droht ihm dort doch die Verhaftung – und die Botschaft wird durch den Heiligen Geist an Paulus gerichtet, Verse 4 und 11.

Jetzt gerade, mitten im Sommer, vielleicht auch auf dem Reiseweg – bist Du offen für Gottes Stimme? Für seine Gedanken, die Dich lenken, seinen Geist, der Dich führt? Ja, mitten, in unseren Plänen spricht Gott zu uns, zeigt Dir Menschen und Ziele, Wege und Straßen, die es sich lohnen zu gehen, weil Gott sie Dir zeigen will. Achte auf Deine Eindrücke heute, lass Dir von Gott die Augen öffnen, welches Ziel für Dich dran ist. Vielleicht machst Du Dir auch gerade viele Gedanken um Deine Zukunft: Was kommt nach der Schule, nach dem Sommer, fängst Du ein Studium an oder ein FSJ? In genau diesen Fragen will Gott Dir seinen Weg zeigen und er macht Dich – wie Paulus – bereit für seinen Weg. Die größte Lektion, die größte Herausforderung, der größte Schatz steht am Ende des Abschnitts: Des Herrn Wille geschehe. Paulus hat das gelebt, auf seinen Reisen und im Gespräch mit seinen Mitmenschen. Ein gutes Gebet auch für Deine (Lebens-)Reise: Dein Wille, Gott, geschehe!

 

Hier gehts zum Lied: Oceans (Where Feet May Fail) - Hillsong UNITED - Live in Israel

Pastor Sebastian D. Lübben,
Insel Baltrum

Freitag, 16. Juli | Vom Verabschieden, vom Geben und vom Nehmen | Apg 20, 17-38

Sommerandachten 2021

Apg 20, 17-38

Es ist Zeit Abschied zu nehmen. Paulus, der vorher mit seinen Begleiter:innen viel unterwegs war, möchte nun schnellstmöglich nach Jerusalem (V.16). Obwohl er keinen langen Stopp in Ephesus einlegen will, kommt er doch noch einmal zu den Ältesten der Gemeinde und verabschiedet sich mit einer Rede (V. 17). Paulus erinnert an die Vergangenheit (V. 18-21), berichtet von den Zukunftsplänen und seiner Mission (V. 23-27). Danach spricht Paulus die Ältesten an, gibt Tipps für die Leitung der Gemeinde (V.28-31) und warnt sie vor Irrwegen (V. 32-35). Nach seiner Rede folgt ein emotionaler Abschied (V. 36), bei dem alle Beteiligten wissen, dass sie sich nie wieder sehen werden (V. 37).

Ich glaube, aus dem Textabschnitt lassen sich viele Themen ziehen, und er bietet viel Gesprächsstoff. Je nachdem in welcher Situation man sich befindet oder nach welchen Themen man die Bibel durchsucht, gibt der Text Antworten und Denkanstöße mit auf den Weg. Für meine Andacht habe ich vielleicht nicht DEN zentralen Aspekt des Textes gewählt, aber es wird in dem Text ein Thema angesprochen, das mich in meinem Leben sehr beschäftigt. Und noch viel mehr: „Geben ist seliger als nehmen“ (V. 35) könnte ich schon fast als mein Lebensmotto bezeichnen. Seit meiner Jugendzeit, engagiere ich mich in verschiedenen Projekten und Bereichen ehrenamtlich.

Das ist mir aus meinem Elternhaus in Fleisch und Blut übergegangen und ich bin der Überzeugung, dass ich eine Verantwortung habe. Als Mensch für andere Menschen. Ich glaube, dass ich mein Leben nicht nur für mich schön gestalten kann, sondern dass ich mich im Rahmen meiner Möglichkeiten für andere einsetzen kann und möchte. Das gehört für mich als Mensch im Allgemeinen, im Besonderen als Christin dazu. Das klingt irgendwie klischeehaft – „sich der Schwachen annehmen“. Das macht man halt so als Christ:in. Nächstenliebe und so. Ich finde jedoch, dass darin so viel Potential für Veränderung steckt und dass ich damit zeigen kann, was in meinem Herzen ist. Solche praktischen Taten tragen unser Verständnis und damit auch unseren Glauben nach außen, am besten, ohne den erhobenen Finger. Ich wünsche mir, dass wir das wieder mehr leben. Dass wir neben theologischen Auseinandersetzungen und Diskussionen, die zweifelsohne auch wichtig sind und ihren Platz finden sollten, auch im Blick behalten, was es in unserem Umfeld als Kirche, als Gemeinde, aber auch individuell als Christ:innen bedeutet, zu geben und sich „der Schwachen“ anzunehmen. Was kann „Geben ist seliger als nehmen“ ganz konkret für dich und dein Leben bedeuten?

Saskia Fuchs,
Dresden

Donnerstag, 15. Juli | Ein kühler Kopf in hitzigen Zeiten | Apg 20, 1-16

Sommerandachten 2021

Apg 20, 1-16

Heute haben wir einen der allerbesten Texte der Apostelgeschichte vor uns liegen: Der Text über den ersten Kirchenschläfer der Welt!:)

Paulus hat den Ruf, ein guter Organisator und schlauer Mann gewesen zu sein. Als besonders mitreißender Redner war er hingegen nicht bekannt – zu lang und kompliziert waren seine Reden wohl. Und dann war er auch eher ein Pragmatiker und kein großer Showman. Und ebenso pragmatisch und unaufgeregt wie er redete, kümmert er sich in unserem Text um einen Mann, der bei seiner Rede eingeschlafen und aus dem Fenster im dritten Stock gefallen ist. Die Gemeinde ist nach diesem Unfall aufgewühlt und entsetzt – ein Todessturz am Verkündigungsabend! Doch Paulus kontert der aufgeregten Menge mit einer kühlen Analyse: „Schreit nicht so rum, er lebt doch noch!“.

Was für ein Vorbild! In herausfordernden und stressigen Situationen würde ich gern so ruhig und gelassen bleiben wie Paulus hier. Wie cool wäre es, wenn ich einen kühlen Kopf bewahren könnte, wenn die Stimmung in der Gemeinde mal wieder hochkocht und es zu Streitigkeiten kommt. Oder wenn sich Menschen gegenseitig in Rage reden.

Doch wie viele Bibeltexte enthält auch Apostelgeschichte 20 etwas, was mich beim Lesen stocken lässt. In Vers 3 heißt es: „Da ihm aber die Juden nachstellten, als er zu Schiff nach Syrien fahren wollte, beschloss er, durch Makedonien zurückzukehren.“ Wer soll das denn sein, „die Juden“, und wo kommen die plötzlich her? Es werden ja wohl nicht alle Juden Griechenlands sein, die Paulus hier plötzlich verfolgen. Etliche Juden und Jüdinnen waren der Botschaft des Paulus positiv zugetan, andere haben sie als nicht relevant erachtet und ignoriert. Und nur eine kleine, vielleicht laute Gruppe von jüdischen Gläubigen hatte Angst, dass Paulus ihre Lehren verfälscht und wollte ihn deshalb los werden.

Diese verallgemeinernde Rede von „den Juden“ ist wahrscheinlich an dieser Stelle in der Bibel nur ein Stilmittel. Es soll den Text spannend, kurz und prägnant halten. Und es verdeutlicht die Dramatik der Situation und die Gefahr, unter der Paulus‘ Verkündigungsreise stand. Aber diese verallgemeinernde Rede von „den Juden“ hat in den letzten Jahrhunderten viel Unheil angerichtet. Im Neuen Testament stand sie in einem anderen Kontext: Viele der Apostel, z.B. Paulus, und auch viele der Besucher*innen der neu gegründeten christlichen Gemeinden waren selbst Juden und Jüdinnen. Sie wussten deshalb, dass nicht alle Juden und Jüdinnen als aufgeregter Mob auf Paulus losgegangen sind.

Doch diese enge Bindung an das Judentum hatten spätere Christ*innen nicht mehr. Und so kam es in den folgenden Jahrhunderten dazu, dass Texte aus dem Neuen Testament missbraucht wurden, um „die Juden“ generell als Feinde Christi und damit als Feinde christlich geprägter Städte und Länder darzustellen. Auf dieser Grundlage konnten „die Juden“ als Sündenböcke für alles mögliche Elend diffamiert werden, z.B. für die Pest, die sie angeblich durch Brunnenvergiftungen verursachten. Vertreibungen oder Ermordung jüdischer Einwohner*innen, mitunter auch nur, um sich die dadurch verlassenen Häuser unter den Nagel zu reißen, waren in verschiedenen Jahrhunderten keine Seltenheit. Auch heute nutzen Verschwörungstheoretiker*innen, denen hunderttausende Menschen in Deutschland folgen, wieder die Rede von „den Juden“, die allen anderen nur Schlechtes wollen. Ich möchte mir an Paulus ein Beispiel nehmen und pragmatisch gegenargumentieren, wenn aufgeregte Menschenmengen solchen gefährlichen Quatsch erzählen und im Namen christlicher Tradition Hass schüren, anstatt die Liebe Gottes zu verkündigen.

Sarah Schulz,
Dresden

Mittwoch, 14. Juli | Hass ist krass, Liebe ist krasser | Apg 19, 23-40

Sommerandachten 2021

Apg 19, 23-40

Wie leicht sich Menschen beeinflussen lassen. Dies kann ich in der Bibelstelle aus zwei Perspektiven betrachten. Ja, viele Menschen sehen ein, was Paulus ihnen predigt. Es gäbe laut ihm keine Götter, die aus Händen gemacht sind. Viele suchen ihren inneren Frieden nun in einem für die Epheser unbekannten Gott, mit dem man kein Geld verdienen kann. Die Epheser jedoch halten stand. Göttin Diana ist noch nicht abserviert, aber es ist riskant. Im Jahr 2021 wären Teamleiter Dimitri und sein Bautrupp nicht angetan. Konkurrenz für das Monopol, für das sie arbeiten.

Möglicher Verlust von Arbeitsplätzen, und alles nur wegen diesem Paul. Fing es mit einem kleineren Protest der Arbeiterschaft an, so breitet dies sich auf das gesamte Volk aus. Die Epheser sind rasend über Paulus. Der schränkt sie in deren Glaubensfreiheit ein. „Da haben irgendwelche Leute gesagt, dass der schlecht ist.“ Kommt mir auf die heutige Zeit übertragen doch recht bekannt vor. Unmut ist so schnell da und genauso schnell lässt man sich beeinflussen. Ich finde den und den Politiker scheiße, weil ... Naja, wird schon einen Grund haben, warum den alle hassen. Ich wähle den BWL’er aus dem 3. Semester nicht in den Studierendenrat, weil … Naja meine Kommilitonen meinten, der ist privat doch ein ziemlicher Idiot. Ich laufe auf der und der Demo mit weil... Naja, das machen gerade alle, ich will auch Teil sein. Und außerdem lohnt sich doch kämpfen, für welchen Grund auch immer.

Im Endeffekt ertappt sich vielleicht jeder in einer Situation, wo man im Nachhinein wünschte, man hätte mehr Ahnung gehabt. Das Volk hetzt gegen die beiden Kollegen von Paulus auf, weil sie sich in ihrer Glaubensfreiheit sehr bedrängt fühlen. Da sitzen sie, wie 2 Lämmchen, und die Leute fragen sich: Warum war ich jetzt nochmal hier? Der Stadtschreiber Alexander bringt es auf den Punkt: Die beiden haben weder den Tempel geraubt, noch haben sie ihrer Göttin Diana gelästert. Sie sind einfach nur anwesend und sagen respektvoll ihre Meinung. Jedoch kein Grund zur Hetzerei. Ja, Paulus spricht sich gegen Götter aus, die aus menschlicher Hand hergestellt wurden. Jedoch verbietet er sie laut der Bibelstelle auch nicht. Und wieder ist es so, dass Menschen viel zu schnell Angst hatten, sich lieber erstmal aufregen.

Ich bin überzeugt, dass jeder von uns schnell versucht ist, sich über etwas aufzuregen. Und je mehr einen verstehen, desto mutiger und lauter wird man. Dieses Problem ist präsent, damals wie auch heute. Der Text regt mich dazu an, mir mehr eine eigene Meinung bilden, bevor ich mitsprechen kann. Nicht der hetzenden Meute hinterherrennen. Und mich von dem leiten lassen, was der Gott an den ich glaube, mir sagt: „Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.“ (1. Kor. 16,14). Klingt geschwollen und unrealistisch, aber es ist das einzige, was mir hilft, nicht verbittert oder wütend zu werden. Auch nicht über größere Sachen, die viele betreffen.

Saphira Föllner,
Zwickau

Dienstag, 13. Juli | Spott – Gehen – Predigen | Apg 19, 8-22

Sommerandachten 2021

Apg 19, 8-22

In diesem ziemlich langen Bibeltext geht es um Paulus und seinen Weg mit Gott. Es geht darum, dass er als Prediger furchtlos in Gottes Dienst stand. Darum, dass er trotz Widerstände nur auf Gott fokussiert war und sich seinem Weg gestellt und ihn befolgt hat. Absolut mutig! Wenn ich dann daran denke, wie Paulus in aller Öffentlichkeit bloßgestellt wird, weil er von der „rettenden Botschaft“ berichtet, finde ich den Schritt, sich von diesem Umfeld zu trennen und einfach an einem anderen Ort Gottes Nachricht zu verkündigen sehr bemerkenswert.

Aus meiner bisherigen Erfahrung machen wir Menschen häufig einen anderen Schritt. Wir versuchen uns so zu verhalten, dass wir unseren Mitmenschen gefallen und beliebt bleiben. Wir melden uns vielleicht nicht zu Wort und schreiten nicht ein, wenn es um unseren Glauben geht und dieser verspottet wird, sondern wir lachen mit, um dazuzugehören, um Anerkennung und Zugehörigkeit zu unseren Mitmenschen zu verspüren. Dass wir dabei die Zugehörigkeit zu Gott nicht beachten, fällt uns häufig erst deutlich später auf. Wenn ich so an meine letzten Jahre zurückdenke, merke ich, wie ich (vor allem innerhalb der Schulzeit) eher still war, innerlich geglaubt habe und zurückhaltender war, als ich eigentlich sein wollte, wenn es um den Glauben ging. Mir fällt auf, dass mein Fokus nicht auf meinem „äußerlichen“ Glauben, sondern auf den Freundschaften oder der Beziehung zu Klassenkameraden*innen lag.

Im Nachhinein konnte ich feststellen, dass kaum eine von diesen Freundschaften ehrlich oder tiefgründig war und nichts ist im Vergleich zu meiner Freundschaft zu Jesus. Aber kommen wir zurück zum Bibeltext. Paulus wird verspottet und geht einfach zu einem anderen Ort, an den Gott ihn führt. Es macht ihm nichts aus, dass er nicht zu den anderen dazugehört, weil er weiß, wo der wahre Wert liegt. In dem neuen Ort wird Paulus hingegen so gefeiert, dass Kranke sogar durch ein Schweißband von Paulus geheilt wurden. Das ist faszinierend, er ist einfach weiter Gottes Weg gefolgt und konnte dadurch, so viele Menschen treffen, die einen wirklich starken Glauben hatten. Dadurch war es Paulus möglich viele Menschen zu heilen. Dazu fällt mir auf, dass ich auf eine andere Weise eine Veränderung erlebt habe. Denn ich habe nach der 10. Klasse die Schule gewechselt und mich sehr frei gefühlt, mich neu definieren und meinen Glauben und mein Selbstbewusstsein stärken zu können. Das habe ich getan und konnte dadurch bedeutendere Freundschaften entwickeln, von meinem Glauben erzählen und mich wirklich wohl fühlen.

Als Paulus weiterzog, kam er in ein Land, in dem es viele Geisterbeschwörer und Zauberei gab. Jedoch kam es zu einem Vorfall zwischen einem Besessenen und einem Dämon. Von da an kamen viele Menschen zum Glauben und ließen die Zauberei zurück. Dadurch bekam Gottes Botschaft viel Kraft und konnte sich immer weiter ausbreiten, da nun viele Menschen von seiner guten Nachricht berichtet haben. Paulus ging weiter, und ließ sich nicht aufhalten, weder vom weiten Weg noch von Menschen, die ihn einschüchterten und sich ihm in den Weg stellten. Ich möchte Euch nun ermutigen, zu schauen, wo sich Euer Glauben noch kleinkriegen lässt, wo er unterdrückt oder versteckt wird. Habt Mut, bleibt stark und falls Euch die Kraft dazu fehlt, dann betet dafür.

Salome Dannenberg,
Fulda


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Die Andachten für die Sommerzeit 2021 wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der  Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens der jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
Die gedruckte Exemplate der Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben. Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.