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Sommerandachten 2021

Montag, 12. Juli | Das Drehbuch ändern | Apg 18, 23 - 19, 7

Sommerandachten 2021

Apg 18, 23 - 19, 7

Es gab also unter den ersten Christen Leute, die waren nicht ganz richtig informiert: die kannten den Heiligen Geist noch nicht! Man kann’s ihnen nicht verübeln, ich meine, kennen wir ihn? Dieses undefinierbare etwas zwischen Vater und Sohn. Diese Kraft, die wohl an Pfingsten ihren großen Auftritt hatte.

Es gibt viele Definitionen und Namen und Erklärungen, die versuchen, uns diesen Geist näher zu bringen. Ich will’s heut mal mit ner Filmstory versuchen.
Ich hab‘ vor ein paar Jahren den Film „The Frame“ von Jamin Winans gesehen. Ich hab‘ den zufällig gefunden und einfach mal reingeschaut. Er war zwar von Anfang an ziemlich bizarr, aber die Story und die Bilder haben mich echt gefesselt, und auf Strecke hat mich die Geschichte echt tief berührt. Die Hauptdarsteller Alex und Sam können das Leben des jeweils anderen am Fernseher mitverfolgen. Beide haben eine schwierige Vergangenheit in ihrem Lebensrucksack und diese Vergangenheit scheint die Zukunft ganz klar vorzuzeichnen. Im Hintergrund des Films sieht man immer wieder, wie auf einer alten Schreibmaschine das Drehbuch von Sam und Alex geschrieben wird. Von unsichtbarer Hand sozusagen. Es soll, glaube ich, ein Symbol dafür sein, dass alles Erlebte, deine ganze Biografie, deinen Handlungsspielraum extrem einschränkt und du eigentlich gar keine Wahl hast, wie dein Leben verläuft.

Sam versucht in das Drehbuch von Alex einzugreifen.
Ich will nicht spoilern, schaut ihn euch selber an. Das Ganze ist echt spooky und doch bewusstseinserweiternd.

Ja, wie kam ich da drauf? Ach ja, Heiliger Geist. Genau das, denke ich, kann Gottes Geist: mir meinen Lebensspielraum zurückgeben. Dass nicht meine Vergangenheit unweigerlich meine Zukunft bestimmt. Weil wir alle haben unsere Päckchen zu tragen. Und wenn wir Gott unser Leben anvertrauen und seine Liebe und sein Geist in unser Leben strömen, dann habe ich die Möglichkeit, aus dem „frame“ meiner Biografie auszubrechen. Wenn wir uns durch Gottes Augen sehen lernen, können wir den Rahmen sprengen und frei sein. Er sieht alles Mögliche. Wer ich sein kann. Das hat auch Paulus erlebt. Aus einem fanatischen Christenhasser wurde ein freier Mensch, der die Welt verändern konnte.

Also, erstens: den Film gucken
Zweitens: Gottes Geist in dein Leben lassen und das Drehbuch ändern

Monika Brenner,
Pliezhausen

Sonntag, 11. Juli | Sicherheit in Unsicherheit | Psalm 26

Sommerandachten 2021

Psalm 26

Es wird vermutet, dass David den Psalm 26 schreibt, weil er von Menschen zu Unrecht verurteilt wurde. Er erhofft sich in Gott einen Verteidiger, der ihm aus der Situation heraushilft.

Hier macht David deutlich, dass er auf einen Verteidiger angewiesen ist. Er liefert sich ganz Gott aus, als er sagt: „Gott, prüfe mich.“ Das erinnert mich an das Phänomen von Hunden. Wenn zwei Hunde sich begegnen und einer ist sich sicher, dass er kleiner und schwächer ist als der andere, kann er sich auf den Rücken legen und dem anderen Hund dadurch zeigen, dass er sich unterwirft. Dadurch erhofft sich der Hund, ohne Schaden davon zu kommen. Was David tut, erinnert mich daran, weil er Gott, dem allmächtigen und heiligen Gott, erlaubt, auf alles zu schauen, obwohl diesem Gott nichts verborgen ist! Das ist sehr mutig und gleichzeitig demütig, weil er sich durch diesen Akt auch ganz unterwirft, weil er ihm das Recht eines Urteils zuspricht. David spricht auch von der Gnade Gottes, aus der er lebt. Dadurch, dass er Gott als einen gnädigen Gott kennt, hat er wahrscheinlich erst den Mut sowas zu tun. Er braucht Gott auf seiner Seite, weil er Feinde hat. Und er macht im Psalm klar, dass er nicht auf der Seite von Menschen ist, die nichts von Gott wissen wollen, sondern auf Gottes Seite. Am Ende des Psalms schimmert seine Zuversicht durch, dass seine Bitte, dass Gott ihm hilft, nicht unerfüllt bleibt.

Ich finde den Psalm sehr beeindruckend, vor allem den Mut Davids, sich von Gott prüfen zu lassen. Der Mut kommt aus drei Eigenschaften Davids:

  1. Bedürftig. David ist bedürftig. Er weiß, dass er Gott braucht und dass er ohne seine Hilfe nicht auskommt. Ich denke, das ist eine der größten Erkenntnisse, die wir haben können: Ich bin bedürftig. Ich brauche Gott! Weißt du, dass du Gott brauchst?
  2. Parteiisch. David ist parteiisch. Er weiß, dass er auf Gottes Seite steht. Und er vermeidet es, sich mit Feinden Gottes zusammen zu tun, weil er sich so sehr mit Gott identifiziert. Weiß du, auf welcher Seite du stehst?
  3. Zuversichtlich. David ist zuversichtlich. Er weiß, dass Gott ein gnädiger Gott ist und ihm helfen wird. Das Bild, das wir von Gott haben, sorgt dafür, dass wir bestimmte Dinge tun oder lassen. Beten und glauben wir, dass Gott etwas tut? Uns hilft? Oder denken wir, dass Gott es nicht als wichtig genug ansieht, uns zu helfen? Gott will dir helfen und beistehen in jeder Situation. Bist du zuversichtlich, dass Gott dir helfen wird?

Ich denke, dass wir viel von David lernen können, alleine von dem, was wir hier in diesem Psalm finden. Lassen wir uns doch von solchen Menschen herausfordern, wieder neu ein Schritt auf Gott zu zu machen. Mutig auf ihn zu. :) Er wird mit offenen Armen auf uns warten.

Momina Hajhossinali

Samstag, 10. Juli | Hab keine Angst | Apg 18, 1-22

Sommerandachten 2021

Apg 18, 1-22

Paulus ist hier auf einer Missionsreise um die frohe Botschaft von Jesus Christus möglichst vielen Menschen zu bringen und wird immer wieder beschimpft und niedergemacht.

Kennst du das auch?
Sich als Christ*in erkennbar zu machen kann ziemlich schwer sein. Auch ich hatte Angst mich in bestimmten Kreisen als Christ zu outen.
Aber auch in christlichen Kreisen hatte ich immer Respekt vor der Äußerung meiner manchmal gegenläufigen Meinung.
Ich fragte mich immer: „Was sagen die anderen, akzeptieren sie meinen Glauben oder belächeln sie ihn nur?“ Deshalb habe ich oft meine Meinung verschwiegen, habe vom Thema abgelenkt und versucht Konflikte zu umgehen. Doch das tat Paulus nicht. Ihm konnte so schnell nichts Angst machen. Auch war er von seinem Glauben überzeugt und hat den Austausch und die Diskussion mit glaubenden und nichtglaubenden Menschen gesucht. Ich frage mich, wie konnte er diesen Mut haben?

Die Antwort können wir in Vers 9 und 10 finden: „Hab keine Angst. Rede weiter und schweige nicht! Denn ich bin mit dir! Niemand wird dir schaden, denn ich habe viele Menschen hier in dieser Stadt!“
Dieser Zuspruch von Gott an Paulus ist so kraftvoll und für uns heute immer noch gültig.

So habe ich auch seit meinem FSJ begonnen, mich als Christ preiszugeben und gegen meine Erwartungen habe ich krasse Gespräche mit anderen Menschen geführt und daraus sind wunderbare Freundschaft entstanden, obwohl die meisten Menschen einen anderen Glauben haben als ich. Auch in christlichen Kreisen habe ich gemerkt, dass es auch wichtig ist seine Meinung zu sagen und sich gegen diskriminierende Handlungsweisen mancher Glaubenden zu stellen, damit eben die Menschen welche ausgeschlossen werden eine Stimme bekommen und nicht untergehen.

Mach‘s wie Paulus und erzähl‘ von deinem Glauben. Denn durch offene, nachsehende und herzliche Gespräche kannst du selber in deinem Glauben wachsen und neue Dinge kennenlernen und auch in anderen Menschen Impulse zum weiterdenken setzen.

Und wenn‘s mal nicht so gut läuft, dann verliere nicht den Mut und sei dir gewiss, dass Gott dir beisteht und dich nicht verlässt.

Michael Beier,
Moritzburg

Freitag, 09. Juli | Philosophieren vs. Glauben | Apg 17, 16-34

Sommerandachten 2021

Apg 17, 16-34

„Erstmal drüber nachdenken!“ „Nicht alles glauben, was einem erzählt wird!“ – Da kommt einer dahergelaufen und erzählt hysterisch irgendetwas über Gott. Das ist den griechischen Philosophen nicht geheuer: Das ist doch keine Gesprächskultur, einfach daherzukommen und wild irgendwas zu erzählen. Da kann ich den Griechen nur zustimmen – das finde ich auch. Ich wäre vermutlich einfach irritiert an Paulus vorbeigelaufen. Ich würde sagen, er hat Glück, dass er auf Philosophen getroffen ist, die Freude am Denken und Zeit zum Zuhören hatten.

Mal ein kurzer Exkurs zu diesen Philosophen, die Paulus da vor sich hat: Die Stoiker – von ihnen hat sich die Metapher der „stoischen Ruhe“ bis heute gehalten. Damit ist gemeint, wenn sich jemand trotz noch so chaotischer äußerer Umstände nicht aus der Ruhe bringen lässt. Genau das kennzeichnet die stoische Lehre: Das höchste Ziel eines Stoikers ist es, sich von allem unabhängig zu machen. Wenn er Freundschaften, Beziehungen oder Hobbys pflegt, dann tut er das zwar, aber behält dabei immer seine Unabhängigkeit – und deshalb muss ihn auch nichts aus der Ruhe bringen, da er ja ohnehin von nichts abhängig ist – wie praktisch. Die Epikureer wiederum gestalteten ihr Leben bewusst nach den Prinzipien des Vergnügens, aber nicht in Maßlosigkeit. Der Sinn des Lebens besteht für sie in der Freude. Deswegen beschäftigen sie sich so viel wie möglich mit Musik, Kunst, Literatur und Essen. Alles in einem guten Maß, so dass es immer auch langfristig der Freude dient.

Eines haben aber beide philosophischen Strömungen gemeinsam: sie denken gern und sie reden gern. Und da kam Paulus ihnen gerade recht.

Allerdings wollten sie ihn nicht vor aller Öffentlichkeit zur Rede stellen. Sie holen ihn zum Areopag – einem Felsen, etwas außerhalb der Stadt und quasi das Rathaus der Antike. Erst hier, verborgen vor den Augen der Schaulustigen, wollen sie sich seinen Gedanken intensiv widmen. Ich muss wirklich staunen und mich selbst fragen: wie offen bin ich für neue Gedanken? Wie oft tue ich andere Weltanschauungen einfach ab, weil sie mir fremd sind? Da spreche ich den Griechen meine große Bewunderung und Anerkennung aus. Und dann soll Paulus seinen Glauben formulieren. Was für eine Herausforderung! Wie soll man diesen Denkern einen nicht logisch erklärbaren Glauben erklären? Menschen, die zwar gerne Neues hören, die aber schon eine fest durchdachte Vorstellung der Welt haben. Und so ganz erfolgreich ist Paulus dann auch nicht: „Als sie von der Auferstehung der Toten hörten, begannen die einen zu spotten; die andern aber sprachen: Wir wollen dich darüber ein andermal weiterhören.“ Abgewimmelt – das wurde den Denkern dann doch zu verrückt… „Aber einige Männer schlossen sich ihm an und wurden gläubig“ – na wenigstens etwas. Manche scheint die Botschaft doch getroffen und die Leere der philosophischen Gedanken gefüllt zu haben. Sie haben das Puzzleteil gefunden, was ihrem Leben tatsächlichen Sinn geben kann.

Philosophieren macht zwar Spaß, dreht sich am Ende aber doch nur um die eigenen Gedanken und kann den eigentlichen Sinn des Lebens, die Bestimmung durch Gott, nicht finden.

Josefine Arnold,
Dresden

Donnerstag, 08. Juli | Gemeinsam handeln | Apg 17, 1-15

Sommerandachten 2021

Apg 17, 1-15

Wie müde wahr Paulus wohl, als er auch aus Beröa aufbrechen musste? Kaum zeigt seine Arbeit Ergebnisse, muss er wieder los. Wieder schnell weg. Wieder von den Leuten aus Thessaloniki gehetzt, die ihn schon aus ihrer Stadt vertrieben haben. Paulus war ein Mensch. Er wird gezweifelt haben und auf jeden Fall erschöpft gewesen sein. Ich frage mich, ob er die Arbeit in Thessaloniki als vergeudete Liebesmüh gesehen hat. War die Handvoll Leute, die die frohe Botschaft angenommen hatten, diese Entbehrungen wert?

Paulus erlebt hier eine Situation, die wir in diesem Extrem hoffentlich noch nicht erleben mussten. Aber das Gefühl, mit seiner Arbeit nicht voranzukommen oder gegen übergroße Hindernisse anzurennen, kennt, glaube ich, jeder. Auch in der Kirche geht es mir manchmal so, seit Beginn der Corona Pandemie noch mehr. Lohnt sich der Jugendkreis/Kindergottesdienst? Wäre es nicht bequemer zu sagen: Wir warten ab? Machen ‚ne Pause? Nur bis die Sache vorbei ist?
Warum hört die Apostelgeschichte nicht auf mit „Dann hatte Paulus keine Lust mehr, ist nach Hause gegangen, hat ne Pause gemacht und gewartet bis die Sache vorbei war.“?

Paulus war nicht allein. Silas und Timotheus waren mit ihm in Thessaloniki und Beröa. Selbst wenn Paulus manchmal fertig war, gab es doch noch zwei andere, die mitanpacken konnten. Auch das kennt hoffentlich jeder von uns. Eine leidige Tätigkeit wird angenehm, weil jemand bei einem ist, scheinbar unüberwindbare Hindernisse sind gemeinsam überwindbar. Gott erwartet von keinem von uns die Welt allein zu retten. Und auch ich stehe mit meinen Zweifeln nicht allein da. Ich habe eine Gemeinde, Freunde und eine Familie, an die ich mich wenden kann und die mir zuhören, Rat geben und mitanpacken. Wir können gemeinsam in Gottes Namen handeln und seine Werke tun. Auch wenn die Hindernisse groß sind.

Übringes hat sich Paulus‘ Arbeit in Thessaloniki gelohnt. Denn eine kleine Handvoll von Leuten kann einen Unterschied machen, wenn sie zusammenarbeiten. 1988 wurden die „frühchristlichen und byzantinischen Bauten in Thessaloniki“ zum Weltkulturerbe erklärt. Bei diesen Bauten handelt es sich hauptsächlich um Kirchen. Die Arbeit und Entbehrungen von Paulus, Silas, Timotheus und den Gemeinden in Thessaloniki haben so über Jahrhunderte hinweg Spuren hinterlassen, die wir bis heute wahrnehmen können.

Lukas Roth

Mittwoch, 07. Juli | Unmöglich! | Apg 16, 23-40

Sommerandachten 2021

Apg 16, 23-40

Unmöglich! Das dachte ich oft bei dieser Geschichte.
Unmöglich! Wie können denn Paulus und Silas singen, obwohl sie zu Unrecht im Gefängnis sitzen? Schließlich wurden sie misshandelt und ohne Prozess wie Schwerverbrecher mit ihren Füßen in einem Holzblock gefangen gehalten.
Da wäre mir klagen wesentlich näher. Aber scheinbar haben die beiden überhaupt keine Angst. Wie oft klage ich (Gott an), obwohl meine Sorgen wesentlich kleiner sind und ich nicht unschuldig im Gefängnis sitze?

Unmöglich! Alle Gefangenen bleiben da. Dass Paulus und Silas irgendwie anders als die anderen sind, wundert mich spätestens in dieser Geschichte nicht mehr. Aber die anderen Gefangenen (vielleicht richtig „harte Jungs“) bleiben auch da. Warum nehmen die nicht sofort die Beine in die Hand?
Da merke ich, dass da Gottes Wirken im Spiel war, denn …

Unmöglich! Der Gefängnisboss will sich umbringen, sieht dann aber, dass alle noch da sind und bekehrt sich.

Gott hatte einen Plan. Ohne diese anfänglich anmutende Tragödie für den Chef hätte dessen Leben keine 180-Grad-Wendung bekommen.

Manchmal ist unser menschlicher Verstand nicht in der Lage das große Ganze zu sehen. Wir fragen uns, wieso das jetzt passiert und wieso gerade wir das durchleben müssen. Mir gibt da der Bibelvers aus Römer 8,28 Mut: „Das eine aber wissen wir: Wer Gott liebt, dem dient alles, was geschieht, zum Guten.“ (HFA). Das heißt nicht, dass immer alles gut ist, sondern dass es am Ende zum Guten zusammenwirkt. Sicherlich geht es nicht immer so schnell wie bei dem Gefängnischef. Da waren es nur einige Augenblicke. Ich bin davon überzeugt, dass aus jeder Situation Gott etwas Großes erwachsen lassen kann, auch wenn es schon eine gefühlte Ewigkeit schmerzhaft ist.

Unmöglich! Die obersten Beamten lassen Paulus und Silas einfach frei. Was sich die beiden wohl da gedacht haben, fragte ich mich. Wahrscheinlich wäre ich sofort super dankbar, aber auch recht schnell gegangen, bevor sie es sich anders überlegen, aber Paulus und Silas sind ja nicht wie ich.

Unmöglich! Paulus und Silas beschweren sich und wollen Gerechtigkeit. Am Ende entschuldigen sich die führenden Männer und bringen sie aus dem Gefängnis. Sie wollten die beiden schnell loshaben und sie sollten die Stadt verlassen, damit sie nicht noch eine Strafe für die ungerechte Behandlung von römischen Staatsbürgern bekommen (das wurde im römischen Reich streng verfolgt). Aber Paulus und Silas gehen zur örtlichen Gemeinde und bauen sie auf, obwohl sie misshandelt worden waren, offene Wunden haben und eine Nacht im Gefängnis verbracht hatten.

Was können wir von den beiden lernen? Man kann mit Gottes Hilfe alles schaffen, weil Gott (zum Glück) immer den Überblick behält in unserem (aus menschlicher Sicht erscheinenden) Chaos. Er kann uns aus dem größten Elend befreien, auch wenn es noch so ausweglos erscheint.

Lucienne Gewarowski,
Aue

Dienstag, 06. Juli | Nicht vergessen. | Apg 16, 16-22

Sommerandachten 2021

Apg 16, 16-22

Der heutige Bibelabschnitt ist auf den ersten Blick ziemlich deprimierend. Paulus und Silas sind mit guten Absichten in Philippi, weit weg von ihrer Heimat. Sie brennen für Jesus und nehmen seinen Auftrag, den Menschen von ihm zu erzählen, absolut ernst. Und trotzdem wird ihnen ein Knüppel nach dem anderen zwischen die Beine geworfen.

Zuerst ist da diese Wahrsagerin, die ja eigentlich die Wahrheit über die beiden Männer spricht. Sie haben ja wirklich eine tolle Botschaft. Aber schau mal genau hin. Der Text sagt: Sie folgt ihnen „viele Tage lang” „überall hin” und noch dazu redet sie nicht, sie „schreit”. Stell dir mal vor wie nervig das gewesen sein muss. Du kannst dich nirgendwo in Ruhe unterhalten, weil diese Frau einfach nicht ihre Klappe halten kann. Noch dazu ist ihre Motivation völlig falsch. Sie will gar nicht, dass Paulus von Jesus erzählt, sie will nur die Aufmerksamkeit von ihm auf sich lenken.

Ruhe kehrt erst ein, als Paulus die Faxen dicke hat und die bösen Geister in der Frau in Jesu Namen vertreibt. Das ist der erste wichtige Punkt. Gott ist viel stärker als diese Geister. Mit ihm ist Paulus nicht hilflos.

Aber es kommt noch dicker für die beiden Prediger. Eine Wahrsagerin ohne böse Geister kann nicht mehr wahrsagen, und das bringt ihre geldgierigen Herren gegen Paulus und Silas auf. Sie schleppen sie vor den Stadtrat. Dort werden Lügen über sie verbreitet und „das Volk wandte sich gegen sie”. Die beiden müssen sogar ihre Klamotten ausziehen, werden also richtig gedemütigt, und werden dann mit Stöcken geschlagen und eingekerkert.
Da fragt man sich doch: Haben Paulus und Silas irgendwas falsch gemacht, dass Gott das zulässt oder ist es ihm egal, was mit seinen Leuten passiert?

Vielleicht warst du schon mal in einer ähnlichen Lage oder vielleicht kommt sie noch auf dich zu. Du setzt dich für Gott ein in der Schule, in deiner Gemeinde, Zuhause etc., aber du hast das Gefühl dir werden ständig Steine in den Weg gelegt; andere erzählen Lügen über dich, geben dir keine Möglichkeit deine Gaben einzusetzen oder nehmen dich nicht ernst. Wie Paulus kannst du Gott darum bitten, dass er die Hindernisse unschädlich macht. Manchmal lässt er trotzdem zu, dass sie uns eine Weile behindern. Aber auch wenn das passiert, wirf nicht die Flinte ins Korn! Denk nicht, Gott liebt dich nicht. Nur einige Verse weiter wirst du lesen, wie Gott Paulus und Silas ein riesengroßes Wunder erleben lässt! Er vergisst niemals die, die sich für ihn einsetzen. Wirklich niemals!

Louisa Vogel,
Dresden


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Die Andachten für die Sommerzeit 2021 wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der  Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens der jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
Die gedruckte Exemplate der Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben. Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.