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Sommerandachten 2022

Freitag, 19. August | Mit Gott an meiner Seite | 1. Chronik 15, 1-16.25-29

Sommerandachten 2022

1. Chronik 15, 1-16.25-29

Annaberg hat eine wunderschöne lutherische Kirche. Wer mal nach Annaberg kommt, sollte sie auf jeden Fall besichtigen. Sie ist schon von weitem zu erkennen. Was haben Menschen vor über 500 Jahren geleistet, um ein Haus für Gott zu haben. Prachtvoller und schöner, als alle Häuser der Stadt. Wie viel Zeit und Kraft wurde investiert. Dahinter steckt sicher auch die Hoffnung, Gott bei sich zu haben.

Ähnlich wird wohl David gedacht haben. Zunächst hat er Jerusalem als seine Hauptstadt erwählt, hat für sich mehrere Häuser errichten lassen und möchte nun die Bundeslade mit den Geboten Gottes in seine Stadt holen. Warum eigentlich?

Möchte er sie in Jerusalem haben, um diese Stadt als Hauptstadt zu bestätigen, als Regierungs- und Kultstätte? Möchte er seine Herrschaft festigen, in dem er den Menschen zeigt, dass Gott mit ihm ist? Oder ist es der Wunsch, Gott bei sich zu haben? Die Sehnsucht nach Gottes Nähe?

Vielleicht von allem etwas.

Natürlich weiß David, dass er Gott nicht besitzen kann, aber ihm ist bewusst, wie sehr er auf Gottes Beistand angewiesen ist. Vielleicht soll ihn die Lade immer wieder daran erinnern?

Eins ist ihm aber klar geworden: Mal so eben die Bundeslade nach Jerusalem holen, das klappt nicht so einfach. Beim ersten Mal (1. Chronik 13) ist das richtig schief gegangen. Diesmal soll es klappen. Alles ist genau vorbereitet: Träger, Kleidung, Musik. Und auch David tanzte und hüpfte vor Freude.

Wenn ich den Text so lese, merke ich, wie fremd mir vieles aus der Anfangszeit des Volkes Israels ist und wie sehr mein Denken durch die neue Botschaft von Jesus Christus schon geprägt ist. Ist es wirklich wichtig, so eine Zeremonie für einen Gegenstand (wenn auch ein besonderer) zu veranstalten? Das klingt ja fast schon wie die Verehrung heiliger Knochen oder Splitter im Mittelalter. Oder Gott zu sich holen zu wollen, Gott bei sich haben zu wollen?!

Aber wenn wir ehrlich sind … als „gute“ Christen glauben wir doch ganz selbstverständlich, dass Gott immer für uns da ist, egal wo wir sind und was wir tun! Wir erwarten Gottes Beistand. Aber wenn es uns was kostet (wie sieht‘s z. B. mit Gottesdienstbesuch aus?), dann sind wir raus. David hat erkannt, dass er Gottes Nähe braucht. Er weiß aber ebenso, dass Gott kein Besitz ist, über den er einfach verfügen kann. Wissen wir das eigentlich? Ehrfurcht vor Gott ist ein wenig aus der Mode gekommen.

Katrin Köhler, Annaberg / Wiesa

Donnerstag, 18. August | Misstrauen oder Vertrauen? | 1. Chronik 14, 1-17

Sommerandachten 2022

1. Chronik 14, 1-17

Die Wahrnehmung wie unsere Gesellschaft sich im gegenseitigen Umgang wandelt würden viele Menschen mit den Worten abstumpfend, ungeduldiger, weniger mitfühlend mit seinem Nächsten und auch gereizter beschreiben. Natürlich gibt es auch viele, die gerade deshalb durch guten Willen, Einfühlsamkeit und weniger Zynismus dagegen halten wollen, um genannte negativen Eigenschaften einen Dämpfer zu verpassen. Allerdings fällt es dem kollektiven Gedächtnis viel leichter eher das Schlechte hervorzuheben, Christen machen da oft keine Ausnahme. Um so schwerer fällt es uns auch dem anderen Vertrauen schenken: Angefangen von seinen Mitmenschen bis zu Autoritäten. Aber wie sollen wir mit solch bescheidenen Voraussetzungen Gottes Wort vertrauen, geschweige denn unseren Mitmenschen?

Unser Glaube und Vertrauen werden seit jeher auf die Probe gestellt, aber ist dies wirklich schlecht, oder hilft es besonders uns als Christen zu prüfen, wie viel Substanz der eigene Glaube wirklich besitzt.

Im 1. Buch der Chroniken (Kapitel 14) ist es König David der sich im Angesicht schwerer Zeiten ganz auf Gott verlässt und seine Entscheidungen ganz nach ihm ausrichtet. Der Aufstieg seiner Regentschaft veranlasste die Philister gegen ihn in den Krieg zu ziehen. Jeder andere Herrscher zu dieser und auch zu unserer Zeit hätte sich wahrscheinlich auf Generäle oder andere Institutionen und Würdenträger gestützt, um abzuwiegen wie die eigenen Chancen stehen, bzw. was wohl das beste Vorgehen angesichts einer derartigen Herausforderung wäre. Ob David sich auch auf weltliche Kompetenz verließ ist in den Chroniken selbst nicht überliefert, aber sehr wohl sein Vertrauen auf Gott. Er fragt ob er überhaupt gegen die Philister ziehen sollte, bzw. ob Gott ihn überhaupt zum Sieg führen würde (Vers 10). Auch wenn David ein eindeutiges „JA“ bekommen hat, könntest du dies von dir behaupten, quasi Gott „blind“ zu vertrauen. Logik, Sorgen und Angst sind oft sehr starke Argumente in unserem Alltag um ein eindeutiges „JA“ Gottes oder das Befolgen seines Wortes zu relativieren und das Vertrauen auf einen allmächtigen Gott fängt an zu bröckeln. Aber Davids Geschichte zeigt uns, wie sein Gottvertrauen Früchte trug und er die Philister besiegte. Auch einem zweiten Aufmarsch der Philister verfällt David nicht dem menschlichen Eifer und dem Vertrauen auf seine militärische Stärke.

Er vertraut einzig und allein auf Gott, da er weiß, dass er ohne Gott selbst nichts erreicht hätte: „ … Gott hat durch meine Hand meine Feinde zerrissen, wie das Wasser einen Damm zerreißt!“ (Vers 11). Dieser Vers sagt allerdings auch, dass wir nicht nur auf Gott vertrauen sollen sondern, dass er sein Wirken und seine Werke innerhalb und durch seine Schöpfung verübt. Durch Menschen, die Gott annehmen und von ihm berufen werden. Und schließlich führt diese Kombination aus berufen werden, dem Ja zu Gottes Plan und dem Zurückhalten des äußerst menschlichen aber leicht zu verfallenden Gefühls der eigenen Überlegenheit dazu, dass David einem erneuten Aufmarsch der Philister Einhalt bieten konnte.

Und derselbe Gott der einst David durch Glaube und Vertrauen zum Sieg verhalf, ist auch heute genauso für jeden Einzelnen erreichbar und stets helfend, ob durch Worte und Gedanken im Gebet sowie durch weitergeben der Liebe und Rechtschaffenheit mit der ER uns jeden Tag ausstattet. Um an Gottes Reich zu wirken ist es nicht nötig ein König und Feldherr zu sein, es bedarf nur ein „JA zu Gott“ und dass man sich in seinem Plan einbringen will und man berufen wird durch Worte und Taten, wenn die Zeit dafür reif ist (nach Gottes Willen).
 
Amen.

Anton Rochlitzer, Bärenwalde

Mittwoch, 17. August | Krieg in Gottes Namen? | 1. Chronik 13, 1-14

Sommerandachten 2022

1. Chronik 13, 1-14

Aus den Chroniken und den Richter-Büchern tönt der Schlachtlärm unzähliger Kriege, geführt im Namen Gottes. In unserem heutigen Fall kämpft König David gegen die Syrer, erobert die Stadt Rabba und besiegt die Philister. Der Krieg gegen die Syrer brach nur aus, weil sich die Syrer nicht mit der letzten Niederlage zufriedengeben wollten. Keiner der Beteiligten möchte Schwäche zeigen. Recht haben scheint wichtiger zu sein als Verluste und Schäden auf der eigenen Seite. Schon ein Funke genügt, damals wie heute, dass Menschen wie blutrünstige Raubtiere übereinander herfallen. Dabei könnten wir Menschen doch auch miteinander sprechen. Nicht, um unüberbrückbare Gegensätze noch klarer herauszuarbeiten, sondern um in all den Gegensätzen etwas Verbindendes zu finden. Häufig schließen wir – wie auch hier – Bündnisse und lösen sie wieder auf. Nur – was haben wir im Sinn, wenn wir uns mit anderen verbünden? Wollen wir wirklich Kräfte bündeln, weil wir an ein Ziel, an eine Vision glauben, die wir nur gemeinsam erreichen können? Oder streben wir doch nur nach unserer eigenen Macht, unserem eigenen Reichtum, und suchen Erfüllungsgehilfen für egoistische Ziele? Von denen trennt man sich, wenn sie einem nichts mehr nützen, heute wie zu Davids Zeiten. Das naheliegendste Ziel im geistlichen Sinne ist wohl das Leben im Sinne Gottes, nach seinen Geboten. Kann ein Krieg damit vereinbar sein, beispielsweise sogenannte Glaubenskriege? Wäre Gott nicht immer für eine friedliche Lösung von Konflikten?

Bündnisse werden gelöst und neue geschlossen, um immer auf der Gewinnerseite zu sein und nicht auf der Verliererseite. Dies ist heute wie damals so üblich. So stellten sich auch die besiegten syrischen Könige in den Dienst Davids und unterstützen nicht mehr die Ammoniter.


Denkt man an das vorherige Leben Davids, scheint es fast unwirklich, wie aus dem Friedfertigen ein Kriegsherr wird. Doch ist sein kriegerisches Vorgehen im Sinne Gottes? Vermutlich nicht. Wir sehen: Nicht ein einziges Mal wird Gott in diesem Text erwähnt. Dies wird später in 1. Chronik 28 noch klarer, als Gott keinen Tempel von König David gebaut haben möchte.

Gibt es überhaupt Kriege, die im Sinne des Herren sind? Befreiungskriege könnten solche Kriege sein. Doch auch hier gibt es auf allen Seiten Verluste, vor allem unter Unschuldigen, Unbeteiligten. Selbst die Gewinner von Kriegen haben Verluste und Opfer. Wäre es nicht besser miteinander zu reden, zu versuchen, eine gemeinsame Lösung zu finden? Dabei können wir ganz sicher auf Gottes Hilfe vertrauen. Vielleicht sollten wir aber nicht nur an die Kriege zwischen Staaten denken, sondern auch an uns selbst. Handeln wir immer bedacht und friedlich? Hätte ich manchen Streit nicht vermeiden können, indem ich versucht hätte, das Problem mit den Augen des anderen zu sehen? Ich glaube, jeder von uns hatte schon den einen oder anderen auch heftigeren Streit, seinen eigenen kleinen, ganz persönlichen Krieg. Solch einen Streit wird Gott genauso nicht gutheißen wie einen Krieg.

Lasst es uns wenigstens versuchen: Uns die nächste Beleidigung, die nächste Bloßstellung unseres Gegenüber herunterschlucken, auch wenn der uns gerade verletzt hat. Die Faust in die Hosentasche stecken statt auszufahren. Sich für Kritik bedanken, statt zurückzuschießen. Gott ist bei uns, wenn wir es versuchen. Wir werden es an dem guten Gefühl merken, das wir empfinden, wenn eine Situation sich entspannt. Wir werden vielleicht etwas Übung brauchen. Aber wir werden mehr dabei gewinnen, als in allen Kriegen der Welt.

Max Bretschneider, Rostock / Leipzig

Dienstag, 16. August | Und wovon träumst du? | 1. Chronik 11, 1-9

Sommerandachten 2022

1. Chronik 11, 1-9

Jeder hat Träume, Wünsche und Hoffnungen. Diese sind unterschiedlich: sei es, einen bestimmten Beruf zu erlernen, eine eigene Wohnung zu haben oder auch eine Reise in ein weit entferntes Land. Was ist dein größter Traum?

Meistens musst du für deine Träume kämpfen, es fliegt dir selten etwas einfach so zu. Doch stell dir vor, du machst alles für deinen einen großen Traum: Du arbeitest fleißig, du sparst dein Geld, du investierst viel Zeit. Doch dann sagt jemand zu dir: „Das schaffst du niemals!“ Würdest du trotzdem weiter an dich und deinen Traum glauben?

Genau in solch einer Situation befand sich auch David. Als er zum König der Israeliten gesalbt wurde, hatte er einen Traum: Er wollte, dass Jerusalem zur Stadt seines Volkes wird. Damals hieß Jerusalem noch Jebus und die Bewohner wurden Jebusiter genannt. David hatte das Ziel, die Stadt zu erobern. Doch die Jebusiter sagten zu ihm: „Das schaffst du niemals!“ und verspotteten ihn für sein Vorhaben. Jebus galt zu damaliger Zeit als uneinnehmbar, und so schien Davids Traum unerreichbar, es musste wohl ein Wunder geschehen.

Als David und sein Volk in den Kampf zogen, kämpften sie nicht allein, denn Gott stand ihnen immer zur Seite. Sie vertrauten auf ihn und begannen Jebus zu erobern. Und siehe da, das Unmögliche wurde möglich: David hatte die Stadt eingenommen. Sie wurde zu Jerusalem, der Stadt Davids.

In der Bibel wird Gott als „Herr Zebaoth“ bezeichnet. „Herr Zebaoth“ kann mit „Herr der Heerscharen“ übersetzt werden und bedeutet, dass Gott sein Volk auch im Kampf unterstützt und nicht alleine lässt.

Du kannst dir sicher sein, dass Gott nicht nur damals geholfen hat, sondern auch heute helfen wird: dir, mir, jedem von uns. Er kämpft an deiner Seite, gemeinsam mit dir für deinen Traum!

Laura Daigle singt in ihrem Lied „You Say“ darüber. Auf Deutsch übersetzt singt sie: „Ich kämpfe immer wieder mit Stimmen in meinem Kopf, die sagen ich bin nicht genug. Jede einzelne Lüge, die mir sagt, ich werde nie mithalten können. Erinnere mich noch einmal daran, wer ich wirklich bin, denn ich muss es wissen.“

Auch wenn du oft glaubst, du bist nicht genug, du schaffst das nicht, vertraue auf deinen Gott. Genauso wie Gott mit David Jerusalem erobert hat, wird Gott auch mit dir deinen Traum erobern. Damit das Unmögliche möglich wird. Was immer dich gerade von deinen Träumen abhält, du kannst dir sicher sein, dass Gott immer an deiner Seite ist, an dich glaubt und dich trägt, bei allem was du tust.

Natalie und Julia Mammel, Kirchberg Murr

Montag, 15. August | Niederlage | 1. Chronik 10, 1-14

Sommerandachten 2022

1. Chronik 10, 1-14

Heute vor genau einem Jahr, am 15.08.2021, eroberten die Taliban Afghanistan. Diese Eroberung spielte sich weitaus kampfloser ab, als erwartet. Überraschend und schockierend traf diese Nachricht die europäischen Länder sowie die USA, welche sich nun für die Sinnhaftigkeit des Krieges der letzten 20 Jahre rechtfertigen mussten. Ganz gleich wie man die Geschehnisse auslegt, so muss ebendiese „westlichen Welt“ diese Niederlage eingestehen und sich dieser bewusst sein.

In unserem heutigen Text wütet ebenfalls ein Krieg. Und wo man sich bekämpft, gibt es Verlierer und Niederlagen (oftmals auch nur diese). Unter den Gefallenen ist kein Geringerer als König Saul. Somit ist dieser Kampf ein überragend bedeutendes Ereignis in der Geschichte des Volkes Israel, denn wessen Herrschaft sich nun anschließt, wissen wir sehr gut und auch, welche Verheißungen damit verbunden sind.

Das Interessante am heutigen Text ist allerdings, dass Sauls eigentliche Niederlage nicht etwa die verlorene Schlacht war, welche er mit seinem Leben bezahlte. Nein, in den Versen 13 und 14 lesen wir, dass Sauls persönliche Niederlage bereits in dessen Abkehr von Gott einige Zeit zuvor bestand. Unser heutiger Text schildert lediglich, welche Auswirkungen diese auf sein Leben und den weiteren Verlauf seiner Herrschaft hatte. Ohne Gott an seiner Seite konnte Saul nun nichts mehr ausrichten.

Auch wenn wir heute Gottes Wege verlassen und unsere Hilfe bei anderen Dingen, Menschen, Institutionen etc. suchen, werden wir scheitern und Niederlagen erleben. Das können kleine Angelegenheiten sein, aber für unser Leben und im Hinblick auf die Frage, wo wir die Ewigkeit verbringen, dürfen wir keine Niederlage erleiden. Der Weg zur Umkehr steht uns und anderen weit offen. Wir sollten unser Mögliches tun, diesen Weg einzuschlagen und so viele Menschen wie möglich ebenfalls auf diesen Weg bewegen.

Und: Da der heutige Jahrestag ein guter Anlass hierfür ist, sollten wir im Gebet an die verfolgten Christen in Afghanistan denken. Leider belegt seit der Machtübernahme der Taliban Afghanistan auf dem Weltverfolgungsindex sogar den ersten Platz (Vorjahr Platz 2).

Amelie & Chris Krüger, Auerbach / Vogtland

Sonntag, 14. August | Alles ausweglos? Nicht mit Gott! | Psalm 54

Sommerandachten 2022

Psalm 54

Da saß David nun. Vor seinem alten Leben und vor Saul musste er fliehen. Was war nur passiert? Noch vor einiger Zeit spielte er am Hofe des Königs Harfe. Alles war gut. Er war bei allen beliebt. Sein Leben lief in geordneten Bahnen. Doch jetzt? Allein in der Wüste von Sif. Auf der Flucht vor Saul und seinen Männern. Auf der Flucht vor Männern, die denken, mit Gewalt könne man jedes Problem lösen. Die Lage schien aussichtslos. Die Angst, erkannt und verraten zu werden, als ständiger Begleiter. Vielleicht hatte ihn bereits jemand erkannt und Saul war ihm dicht auf den Fersen.


Doch er war allein, … ganz allein … oder doch nicht?
David besinnt sich auf Gott. Seine starke Burg, die ihm in vielen Situationen Schutz und Sicherheit gegeben hat. Er betet zu Gott und bittet um Unterstützung. Er glaubt. Er glaubt an Gott und seine Macht. David weiß, dass Gott stärker und mächtiger ist als alles Irdische. Er vertraut auf ihn und dankt ihm.

Alles ausweglos? Nicht mit Gott!
Sicher könnt ihr euch auch an Situationen erinnern, in denen ihr – bildlich gesprochen – allein in der Wüste gewesen seid und keinen Ausweg mehr gesehen habt. Macht es genau wie David und ruft zu Gott. Denn das können wir von David lernen.

Mit Gott ist keine Situation ausweglos. Er kennt den Weg, auch wenn es sich für uns wie eine Sackgasse anfühlt. Für Gott ist es nur ein weiterer Schritt auf dem Weg, den er für uns ebnet. Wir können Gott vertrauen, denn er hat einen Plan. So wie er einen Plan für David hatte.

Sicher hätte David in dieser aussichtslosen Lage nie zu träumen gewagt, einmal selbst König zu werden.
Legt euren Weg und euer Leben in Gottes Hand. Seit gespannt, wohin euch die gemeinsame Reise führen wird. Der Weg raus aus der Aussichtslosigkeit und rein in ein neues Leben.

Leah und Joseph Stiehler, Bockau

Samstag, 13. August | Auftrag angenommen? | Johannes 10, 35-42

Sommerandachten 2022

Johannes 10, 35-42

Mein letztes Jahr war eines der härtesten Jahre, das ich bis jetzt durchlebt habe. Zu dem Zeitpunkt, an dem ich diese Andacht verfasse, bin ich 19 Jahre alt, habe mein Studium begonnen und bin orientierungslos, verloren, wenn man so will. Die Frage, die mich so beschäftigt: Wo habe ich als einfacher Mensch auf dieser Welt einen Platz? Natürlich nicht aus geografischer Sicht, sondern eher aus der Sicht meiner Berufung. Was kann ich beitragen, im Großen oder Kleinen, wo ich mich doch so oft ohnmächtig fühle? Diese Fragen stelle ich.

„Jesus antwortete: „Steht nicht sogar in eurem Gesetz: ‚Ich habe gesagt: Götter seid ihr doch!?‘“ (Joh. 10, 34, Basis-Bibel)

Diese Antwort Jesu lässt mich sofort hellhörig werden, wie jeden, der schon einmal einen Gottesdienst besucht hat. Theologisch gesehen ist man bei solch einem Text zur Gratwanderung gezwungen.

Wir sind Götter. Blasphemie? Eigentlich ja, aber eben doch nein, weil Gott es uns zusagt. Und da es neben Gott keine anderen Götter geben soll, muss man den Begriff „Götter“ etwas differenzierter betrachten. Das Bibelwort, das Jesus zitiert, ist Psalm 82, 6: „Ich habe gesagt: Götter seid ihr doch, vom Höchsten kommt ihr alle her.“

Diese göttliche Eigenschaft, die uns Jesus zuspricht, kommt also daher, dass wir von Gott kommen. Somit sind wir eher göttlich, nicht unbedingt Götter. Aber schon diese Beschreibung, fühlt sich für mich manchmal nicht richtig an. Zu oft bleibe ich hinter dem zurück, was göttlich ist. Genügt denn mein Wesen, mein Verhalten, mein Denken diesem Anspruch? Mit Sicherheit nicht. Oft fühlt sich es sich eher so an, als ob Gottes Einfluss auf mein Handeln fehlt. Ich bin keiner dieser Götter.

Jesus sagt diese Worte, als die Pharisäer ihn wie so oft als Gotteslästerer anklagen. Sich dann als Verteidigung wieder selbst als Gott zu bezeichnen, scheint doch kontraproduktiv. Doch Jesus kommt es darauf an, was ihn, was uns göttlich macht. Wenn unsere Taten die Taten Gottes sind, dann sind wir göttlich, nicht um unserer selbst willen, sondern um unserer Taten willen. Wir kommen von Gott, deshalb sind wir dazu befähigt, seinen Willen zu tun und damit einen winzigen Teil von Gottes Herrlichkeit sichtbar zu machen.

Das kann mein und dein Platz in dieser Welt sein. Durch unser Leben können wir Zeugnis geben für unseren Gott. Wir werden scheitern, sehr oft. Doch Gottes Aussage steht: Wir können die Taten Gottes tun, wir sind göttlich.

Aaron Weber, Bockau


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Die Andachten für die Sommerzeit 2022 wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens der jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
Die gedruckte Exemplate der Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben. Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.