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Sommerandachten 2022

Dienstag, 28. Juni | Die Jotamfabel | Richter 9, 7-21

Sommerandachten 2022

Richter 9, 7-21

Beim Lesen des Bibeltextes wurde mir persönlich mal wieder sehr bewusst, dass Bibeltexte oft nicht einfach wörtlich genommen werden und ohne ihren Kontext gelesen, verstanden oder ausgelegt werden können. Bei diesen Versen wird uns das relativ schnell klar, denn sie sind erstens schon mit dem Begriff Fabel überschrieben – also eine erfundene Geschichte mit lehrreicher Aussage- und zweitens lässt uns auch der Inhalt dieses Bibeltextes gar nichts ohne den Kontext und Eintauchen in die damalige Zeit verstehen: Wir befinden uns im Richterbuch, ein grausames Buch über kriegerische Auseinandersetzungen Israels nach der Einnahme des verheißenen Landes und über die großen und kleinen Richter also Stammesoberhäupte, die versuchen Israel zu führen, zu retten und das Land zu behalten, aus dem sie die Kanaaniter vertreiben. Letztlich ist es leider eine Geschichte über das totale Versagen von Israel, denn die Stämme wenden sich durch Götzenanbetung, Korruption und vielem mehr immer wieder gegen Gott. Und hier bettet sich im neunten Kapitel des Richterbuchs die Jotamfabel ein: Jotam spricht diese Fabel nachdem sein Halbbruder Abimelech seine 70 Brüder umbringen ließ um alleiniger König von Sichem zu werden. Von allen Brüdern überlebt nur sein Halbbruder Jotam den Angriff.

Daraufhin spricht Jotam die königskritische Fabel, um den Bewohnern Sichem zu zeigen, dass hier Unrecht geschehen ist, dass Abimelech nicht aufrichtig und gerecht, sondern erzwungen und brutal König geworden ist über Sichem und das dadurch seine Königsschaft kein gutes Ende nehmen wird.

Lesen wir aber „nur“ die Jotamfabel ohne Beachtung des Kontextes, behaupte ich, verstehen wir nicht wirklich viel. Fragen wie: Geht es hier tatsächlich um Bäume? Können die Bäume in der Bibel nun plötzlich sprechen? Wer ist dieser König von dem da die Rede ist? blieben unbeantwortet ohne den Kontext.

Die Jotamfabel bleibt trotz Kontextklärung ein kleines Rätsel, theologisch gibt es wenig eindeutige Auslegungen. Was bleibt ist, dass die biblischen Texte zur Auslegung in ihrem Kontext, sei es der kulturell-historische Kontext als auch der tatsächliche Lesekontext, gesehen und verstanden werden muss. Und selbst dann öffnet sich uns der Text theologisch manchmal nicht zu 100 %.

Was auch bleibt, dass Jotam Recht behalten sollte mit seiner metaphorisch-prophetischen Aussage über seinen Bruder Abimelech. So wie der Dornbusch androht, dass wenn er nicht aus Aufrichtigkeit zum König gemacht wird, er alles niederbrennen wird, so wenden sich die Menschen gegen Abimelech bereits drei Jahre nach seiner nicht nur unaufrichtigen, sondern auch kaltblütigen Königs-Werdung und er stirbt.

Jette Seemüller, Nürnberg

Montag, 27. Juni | Ich will so gerne König sein! | Richter 9, 1-6

Sommerandachten 2022

Richter 9, 1-6

„Oh ich will jetzt gleeeich König sein“ – das singt der kleine Simba im Film „König der Löwen“. Das Gleiche dachte sich wohl auch Gideons Sohn Abimelech. Er will jetzt sofort König sein. Doch während Simba diesen Satz aus einer kindlichen Naivität heraus singt, nimmt Abimelech das Ganze mehr als Ernst. Ihm ist die Macht und Anerkennung des Königsamtes so wichtig, dass er dabei sogar über Leichen geht.

Warum tut er das? Warum lässt er seine eigenen Brüder ermorden? Warum scheinen ihm alle Konsequenzen für andere, die sein Handeln hat, egal zu sein? Weil er stolz und egoistisch ist?

Und vielleicht denkst du, dass diese Geschichte absolut nichts mit dir und mir zu tun haben, schließlich haben wir ja noch niemanden umbringen lassen, Doch ich denke, dass Abimelechs Verhaltensmuster uns näherliegt, als wir glauben. Wie lang ist es beispielsweise her, dass du selbst besser dastehen wolltest und deshalb schlecht über eine andere Person geredet hast?

Wann hast du das letzte Mal in einer Diskussion so lang auf deinen Willen beharrt, dass deine Worte, gegenüber deinem Gesprächspartner, immer härter wurden?

Hast du vielleicht schon einmal in deinem Jugendkreis eine Entscheidung durchgedrückt, weil DU es wolltest und nicht weil es das Beste für die gesamte Jugend ist?

Ich finde mich in diesen Punkten wieder und ich bin mir ziemlich sicher, dass du dich darin (oder vielleicht auch in anderen Beispielen) wiederfindest. Denn ein jeder von uns ist stolz und egoistisch. Zugegeben, die einen mehr und die anderen weniger und es wird bei uns wahrscheinlich auch nie so weit kommen, dass wir aus Eigennutz jemanden umbringen werden. Aber Fakt ist, dass wir alle damit zu strugglen haben und die Geschichte von Abimelech für uns relevanter ist, als wir zunächst glauben mögen.

Aber warum sind wir Menschen so stolz und egoistisch? Weil wir selbst König über unser Leben sein wollen. Und weil wir uns um uns selbst drehen, statt uns um Gott zu drehen.

Wenn ich mich um Gott drehe, …

... dann muss ich nicht mehr schlecht über Andere reden, um selbst besser da zu stehen. Denn Gott ist der, der mir Wert und Identität zuspricht.

... dann kann ich in Diskussionen auch mal nachgeben oder Punkte stehen lassen. Denn ich weiß, dass mein Gegenüber genauso geliebt ist, wie ich selbst.

... dann kann ich Entscheidungen treffen, die das Wohl der anderen im Blick hat. Denn ich weiß, dass Jesus am Kreuz auch eine Entscheidung getroffen hat, die das Beste für uns war, aber das Schlimmste für ihn.


Deshalb lass uns aufhören, wie Simba und Abimelech selbst König sein zu wollen, sondern lass uns Gott wieder zum König über unser Leben machen und unserem Stolz damit den Kampf ansagen.

Wiebke Trommer, Auerbach / Vogtland

Sommerandachten 2022 - Vorwort

Sommerandachten 2021

„Jetzt ist Sommer, egal ob man schwitzt oder friert – Sommer ist, was in deinem Kopf passiert; jetzt ist Sommer, ich hab‘ das klargemacht – Sommer ist wenn man trotzdem lacht!“ Diese Zeilen des Liedes der Wise Guys verbreiten gute Laune und ein gewisses Sommer-Feeling. Schnell ist man in Gedanken weit weg, am Meer mit einem Cocktail der Wahl, unter der heißen Sonne und wippt zum Beat mit. Ja, sich diese Positivität immer vorzuhalten ist ein schöner Vorsatz. Und irgendwie wünscht sich das doch jeder, auch in dunklen Zeiten fröhlich zu sein, das gewisse Sommer-Feeling zu haben, die Entspanntheit auszuleben und das Vitamin D zur Genüge aufzunehmen. In der Bibel steht ja auch: „Seid nicht bekümmert; denn die Freude am HERRN ist eure Stärke.“ (Nehemia 8, 10).
 
Wir alle wissen, das ist einfach oft viel zu utopisch, sind wir doch vom Stress des Alltags gefangen. Jeder trägt seine eigenen Lasten, und auch in diesem Jahr sind da neue Herausforderungen. Man braucht viel Vertrauen. Teilweise denkt man, dass es gar nicht zu schaffen ist, und der Sommer kann nur einen kleinen Platz im Herzen einnehmen. Und sollte es dennoch so oft nicht greifbar für einen sein – das Versprechen Gottes ist da. Sein Angebot besteht über alle Zeiten, uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern zu wollen – Sommer darf durch ihn in unserem Herzen sein. Und wir müssen nichts dafür erbringen, sondern dürfen es als Geschenk annehmen. Danke für dieses Geschenk der Gnade!

Ich wünsche dir in diesen Ferien Zeit für Erholung, für wertvolle Impulse, und ich wünsche Dir den einen oder anderen Trostspender, Gedankenanreger oder Freudebringer. Gott möge die geschriebenen Worte in deinem Herzen verwurzeln! Ich danke jeder einzelnen Person, die sich Gedanken über Gottes Wort gemacht und zu diesem Heft beigetragen hat. Wir wünschen eine wunderbare Sommerzeit!

Saphira, im Namen des Sommerandachten-Teams

PS: Da wir auch nur Menschen sind, rutscht uns hier und da auch mal ein Fehler durch. Danke, dass du dafür Verständnis hast!

Sommerandachten

Am Montag geht es mit den Sommerandachten los!

Vom 27.06.2022-02.09.2022 gibt es hier jeden Tag eine interessante und herausfordende Andacht. Die Andachten geben Dir die Gelegenheit in diesem Sommer (auch während den Ferien) Zeit mit Gott zu verbringen.

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Keine Lust auf ein Buch, dann kannst du sie unter https://sommerandachten.emk-jugend.de oder auf Insta und Facebook lesen.


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Die Andachten für die Sommerzeit 2022 wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens der jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
Die gedruckte Exemplate der Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben. Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.