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Sommerandachten 2022

Donnerstag, 21. Juli | Jesus – der Stein des Anstoßes | Johannes 6, 60-65

Sommerandachten 2022

Johannes 6, 60-65

Die Verse der heutigen Tageslese eröffnen eine neue Perikope nach dem Streitgespräch Jesu (Joh 6, 22-59). Einige Jünger nehmen Anstoß an den Worten, die Jesus über sich selbst als Gottessohn aussagt (Joh 6, 41-42; Joh 6, 51-58). Streitthema ist die Inkarnation, also die Menschwerdung Gottes im irdischen Jesus. Jesus betitelt sich selbst im Johannesevangelium als „Lebensbrot, das vom Himmel herabkommt“. Dem griechischen Urtext zufolge wittern hier einige der Anhänger Jesu sogar einen Skandal, so anstößig sind diese Aussagen für sie. Jesus reagiert etwas zynisch und fragt sie rhetorisch, wie sie wohl reagieren werden, wenn er nach seiner Erhöhung (dem Tod am Kreuz) dahin zurückkehrt, von wo er kommt – nämlich von Gott.

Der Evangelist Johannes kann glauben, was einige der Jünger nicht glauben können: Der Jesus, der später am Kreuz leiden und dadurch erhöht wird, der später auch wieder zu Gott hinaufsteigen wird, ist bereits aus der göttlichen Sphäre auf diese Welt gekommen und somit Mensch geworden. Er ist nicht erst göttlich geworden, er war es schon. Schon vor seinem Kreuzestod war der menschliche Jesus zugleich ganz und gar göttlich. Hätten Jesu Worte eine Bedeutung, wenn er sie bloß als Mensch gesagt hätte (Joh 6, 63)? Dem Evangelisten ist es wichtig zu verdeutlichen, dass sich in Jesus zwei Dimensionen verbinden: Er ist Mensch und Gott gleichermaßen. Dies wirft ein anderes Licht auf seine bisherigen Taten und Worte. Seine Lebensbrotrede (Joh 6, 22-59) erhält dadurch einen noch glaubwürdigeren Charakter. Er ist das Lebensbrot, durch seine Menschwerdung kann an ihn erfahrbar (z. B. im Abendmahl) geglaubt werden. Dieser Glaube kann uns in unserer Glaubensgewissheit vollkommen satt machen (Joh 6, 51-58).


Schon im direkten Umfeld Jesu gab es Zweifel an seiner Person – Zweifel, die uns auch kommen könnten. Der Glaube kann dem Zweifel gegenüberstehen. Jesus betont im Johannesevangelium, dass der Glaube von Gott geschenkt wird (Joh 6, 65). Das heißt nicht, dass er unkonkret oder unerfahrbar ist. Gerade an der Menschwerdung Gottes in Jesus und im Kreuzesgeschehen, so der Evangelist, kann sich der Glaube konkretisieren. Im Glauben – als Geschenk Gottes verstanden – ist es Gott, der den Anfang macht. Dieser Anfang ist trotz Zweifel oder Ablehnung gegeben. Es ist für mich beruhigend zu wissen, dass wir Menschen an Gott glauben können, weil er es ermöglicht, ganz unabhängig äußerer oder innerer Dinge, die uns davon abhalten.

Wenn Du ein Gesangbuch der Evangelisch-methodistischen Kirche zur Hand hast, schlage gerne mal die Liednummer 131 auf. Hier werden einige „Ich-Bin-Worte“ Jesu aus dem Johannesevangelium aufgenommen. Erkennst Du sie?

Jonas Stolze, Münster

Mittwoch, 20. Juli | „Die JESUS-Schoki“ | Johannes 6, 52-59

Sommerandachten 2022

Johannes 6, 52-59

Stell dir vor, du isst nach einem Tag, wo du nur Beef mit Freunden und Stress mit den Eltern hattest, am Abend ein schönes Stück guter Schokolade. Mit jeder Sekunde, die das Stück in deinem Mund schmilzt, genießt du den Geschmack, und es beginnt dir besser zu gehen. Kennst du solche Momente? Ich bin ein absoluter Schokilover! Das Problem jedoch: Selbst bei dem besten Stück „Ritter Sport“ lässt das Gefühl des Glückes wieder nach. Und – zack – sind die Probleme und Sorgen wieder zurück.

JESUS sagt in den Versen was von „Fleisch essen“ und „Blut trinken“. Also: Ich esse gerne mal ein gutes Rindersteak, aber Fleisch von einem Menschen? Sorry, aber da bin ich raus. Und Blut trinken? Bruder / Schwester da muss ich aber mal ganz dringend los! Ich würde sagen, dass es den Juden da nicht anders ging. Die haben genauso wenig verstanden, was Jesus damit meint, wie wir. Im weiteren Text sagt JESUS aber, was vom „ewigen Leben“. Und das finde ich persönlich ganz spannend. Ich bin grundsätzlich ein Freund vom Leben und nicht vom Tod. Beim „ewigen Leben“ spricht Jesus von einem Leben nach dem Tod, gemeinsam mit Jesus, Gott und allen anderen Christen (aka. Der Himmel). Ein Leben ohne Sorgen, Beef mit Freunden und Stress mit Eltern. Doch, um da hin zu kommen, sagt Jesus, müssen wir ihn essen und trinken. What?

Vielleicht hast du schon mal davon gehört, dass JESUS am Kreuz für unsere Fehler und Sorgen gestorben ist. Wenn du jetzt denkst, dass wir JESUS wirklich essen müssen, dann kann ich dich beruhigen, das werden wir nicht tun. Also zumindest nicht physisch. Wir gehen nochmal zurück zu unserer Schoki, denn sie hilft uns, das Ganze zu verstehen. Wenn wir Schokolade essen, dann tut uns das gut (also seelisch, nicht körperlich xD), doch es dauert nicht lange, und es geht uns wieder wie vorher. Mit JESUS müssen wir es machen, wie mit der Schoki. JESUS möchte, dass es uns gut geht. Deshalb müssen wir es mit Jesus genauso machen wie mit der Schokolade. JESUS ist für uns gestorben (dich, mich, deine Freunde,…), dass es uns besser geht und wir alle unsere Probleme, Nöte, alles wo wir Schei*** gebaut haben, bei ihm ablegen können. Was für ein Liebesbeweis, oder? Und jetzt kommt die Schoki bzw. das Fleisch und Blut. Blut und Fleisch sind ein Bild dafür, dass JESUS sein ganzes Leben für uns gegeben hat. Wenn wir JESUS in uns aufnehmen, dann bekommen wir das ewige Leben. So, wie wir die Schoki in unseren Magen aufnehmen, müssen wir Jesus in unser Herz lassen! Der Unterschied jedoch zwischen Schoki und JESUS ist, dass JESUS nicht nur kurz hilft, sondern von heute weg für immer.

Hast du schon eine Entscheidung für JESUS getroffen? Ich hab es gemacht – und es war die beste Entscheidung meines Lebens!

Linus Graupner aus dem schönen Schwarzenberg im Erzgebirge :)

Dienstag, 19. Juli | Nicht Bernd, sondern Jesus das Brot | Johannes 6, 35-51

Sommerandachten 2022

Johannes 6, 35-51

Wie so oft schockt Jesus seine Zuhörer und rüttelt sie damit auch auf. Hätte er behauptet, das Brot des Lebens zu haben, dann wäre das schon eine ziemliche „Frechheit“ gewesen. Was denkst du, wer du bist? Der Oberbäcker, oder was? Du hast das Brot des Lebens? Und was ist mit all den andern? Haben die etwa nichts? Also wie kann man nur so von sich eingenommen sein.

Aber das behauptet Jesus ja gar nicht. Was er sagt ist noch viel krasser. Ich bin das Brot des Lebens, das aus dem Himmel herabgekommen ist! Geht’s noch? So haben jedenfalls viele seiner Zuhörer reagiert und ihn nicht wirklich verstanden. Jesus behauptet, dass er entscheidet, wer ewiges Leben erhält und wer nicht. Nämlich die Menschen, die zu ihm kommen und an ihn glauben. Offensichtlich hängt alles davon ab, wie deine und meine Beziehung zu Jesus ist.

Und dann deutet Jesus noch an, dass ihn unsere Rettung das Leben kosten wird. Ich werde meinen Leib hingeben, sagt er, damit ihr leben könnt. Das geschieht auch einige Tage danach. Jesus Christus erduldet den Hohn und Spott der Menschen und stirbt einen grausamen Tod, an ein Kreuz genagelt. So hat es auch schon der Prophet Jesaja vorhergesagt, dass einer für die Verfehlungen von allen sterben wird, damit sie das Leben haben (Jesaja 53).

Wenn wir das Abendmahl feiern und das Brot essen, dann erinnern wir uns an seine Worte: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wurde“. Aus unserer Perspektive heute ergibt alles viel mehr Sinn, oder? Ganz ehrlich, eigentlich steht jetzt die Frage im Raum: Hast du Hunger? Hunger nach einem Leben mit Jesus, dem Brot, das von Gott dem Vater kommt? Dann sprich doch jetzt mit einem einfachen und ehrlichen Gebet zu Jesus, und sag ihm, dass du ihn in deinem Leben brauchst. Wer zu ihm kommt, den nimmt er gerne an. Vertraue einfach darauf, dass es so ist, wie er sagt.

Hajo Preik

Montag, 18. Juli | Nie wieder hungern? | Johannes 6, 22-34

Sommerandachten 2022

Johannes 6, 22-34

Sicherlich hast du schon einmal von der Speisung der 5000 gehört, oder? Darin ging es darum, dass Jesus allein mit fünf Broten und zwei Fischen 5000 Menschen satt gemacht hat. Am nächsten Tag war Jesus verschwunden, jedoch ist er nicht mit den Jüngern mitgegangen, die mit einem Boot wegfuhren. Deshalb machen sich die Leute nun auf die Suche nach Jesus und finden ihn anschließend am anderen Ufer. Doch Jesus entgegnet ihnen, dass sie ihn nur suchen, weil sie satt geworden sind.

Ich bin auch satt! Heutzutage findet sich ja fast immer etwas im Kühlschrank, was man noch verwerten kann. Und wenn man doch zu wenig da hat, kennt man doch unzählige Lieferdienste und Supermärkte, wo man schnellstens und meist rund um die Uhr noch etwas bekommt. Ist das nicht fast genauso, wie die Leute Jesus suchten, weil sie durch ihn satt geworden sind? Suche ich Jesus auch? Und warum suche ich ihn überhaupt?

Eigentlich habe ich von allem sogar zu viel! Oft übersättigt von Nahrung, Wissen und Freizeit, aber dennoch habe ich das Gefühl, dass mich all das nicht wirklich erfüllt und oft einfach zu viel ist. Wie finde da noch das Wesentliche?

Jesus sagt zu den Leuten, die ihn suchten: Bemüht euch nicht um vergängliche Nahrung, die ihr zum täglichen Leben braucht, sondern um Nahrung, die bleibt zum ewigen Leben. Und diese wird von Jesus selbst kommen. Diese Nahrung wird er uns selbst geben.

Was man dafür tun muss, um diese Nahrung zu bekommen? An Jesus glauben! Wie – so einfach? Ich kann nicht genau sagen, ob es manchmal in unserer Natur liegt, dem Ganzen zu misstrauen, weil es für einen zu leicht erscheint oder man es eben nicht „glauben“ kann. Den Menschen schien es da ähnlich zu gehen. Sie sagten ihm, dass sie ihm nur glauben, wenn er ihnen seine Bevollmächtigung beweisen kann.

Ich stelle mir das gerade in einer Freundschaft oder einer Beziehung vor: „Beweise mir, dass du es ernst meinst mit unserer Freundschaft!“ oder auch: „Wenn du mich wirklich liebst, dann zeig es mir!“

Was würdest du darauf für eine Antwort erhalten? Vermutlich keinen handfesten Beweis, mit dem du dich zufrieden geben würdest. Aber wie und wann merkst du dann die Liebe deiner Freunde? Man spürt sie besonders dort, wo man Zweifel und Probleme aussprechen kann und weiß, mein Gegenüber hört mir zu, hält das aus, hält mich aus!, glaubt an mich, wenn ich selbst daran scheitere. Begleitet mich in meinem Leben – ohne zu kritisieren, was in der Vergangenheit liegt. Jesus glaubt auch an dich. Er macht sogar den ersten Schritt und liebt dich bedingungslos – so wie du bist! Er hört dir zu, all deinen Erlebnissen und Erfahrungen, deinen Sorgen und Problemen – und er wird dir Brot des ewigen Lebens geben! Willst du ihm entgegengehen?

Tobias Siebert, Zwickau

Sonntag, 17. Juli | Das Leid mit dem Neid | Psalm 73

Sommerandachten 2022

Psalm 73

Mich bewegt die Klage des Psalmbeters. Er wendet sich an Gott, der sich im Guten seinem Volk und jeder und jedem Einzelnen zuwendet. Dann klagt er einseitig darüber, dass es denjenigen, denen Gott gleichgültig zu sein scheint, immer gut ginge und ihnen alles gelänge, während die Gläubigen (und vor allem er selbst) es immer schwerer hätten. Aber stimmt das?

Er sieht auf der einen Seite sein eigenes tugendhaftes, aber entbehrungsreiches Leben und auf der anderen Seite die schillernden Personen, die sich wenig um Gott zu kümmern scheinen und denen dennoch scheinbar so viel mehr gelingt. Und darüber ärgert er sich. Er ist neidisch.

Diese Situation lässt sich auch auf die heutige Zeit übertragen. Wer war noch nie zumindest ein kleines bisschen neidisch auf das Leben und den Erfolg anderer? Ich denke da zum Beispiel an die schillernden Persönlichkeiten aus der Politik und der Wirtschaft, an SchauspielerInnen oder SportlerInnen. Ihnen gelang etwas anscheinend spielend leicht, was mir wohl nie gelingen wird.

Aber lief im Leben dieser Menschen wirklich alles immer gut? Gelang ihnen wirklich immer alles so spielend leicht? Sicherlich nicht. Der Weg dieser schillernden Persönlichkeiten war auch oft sehr steinig und entbehrungsreich. Ihr Erfolg hatte häufig einen hohen Preis. Nur erfährt man davon wenig oder sieht das in seinem Neid kaum.

Der Psalmbeter scheint das jedenfalls nicht zu sehen. In seinem Neid erkennt er auch die guten Seiten seines eigenen Lebens nicht. Er hat seine verbitterte Meinung über diese Menschen und tröstet sich mit der angeblichen Gerechtigkeit Gottes, die jene vernichtet, die sich von Gott entfernten und diejenigen errettet, die Gott nahe sind.

Mir ist diese Vorstellung viel zu düster und schwarz-weiß. Ich empfinde keine Genugtuung in der Vernichtung Anders-Lebender. Ich erlebe Gott anders. Für mich liegt die Gerechtigkeit Gottes in der Gnade und liebenden Zuwendung jedem Menschen gegenüber. Ich freue mich über die Güte, die Gott allen Menschen auf der Erde zuteilwerden lässt, ganz egal, wie sie ihr Leben gestalten.

Niklas Tiesler

Samstag, 16. Juli | Orientierung wiederfinden | Johannes 6, 16-21

Sommerandachten 2022

Johannes 6, 16-21

„Fürchtet euch nicht!“ – dieser Satz ist in der Bibel über 100-mal zu finden. Auch im Bericht des Johannes, in dem er wohl eines der bekanntesten Wunder, welches Jesus durch seinen Spaziergang auf dem Wasser getan hat, erzählt, ist dieser Satz zu lesen.

Abgesehen davon kommt mir in seiner kurzen Erzählung unter anderem das Wort Orientierung in den Sinn. Wir Menschen orientieren uns ständig an verschiedenen Dingen. So gehen wir durch unseren Alltag und unser Leben. Wir orientieren uns am Bildungssystem und späteren möglichen Berufszweigen. Wir orientieren uns an unserem Umfeld, was auch unseren Glauben betreffen kann. Und wir orientieren uns an anderen Menschen, wobei uns manche von ihnen sogar als Vorbild dienen.

Die Jünger, die in Johannes 6, 17 in das Boot stiegen, orientierten sich Richtung Kapernaum. Sie hatten ein Ziel. Sie hatten einen Plan.

Blaise Pascal formulierte einmal: „Wenn du GOTT zum Lachen bringen willst, erzähle ihm von deinen Plänen.“

GOTT macht, wie wir sicher alle schon erfahren mussten, seine eigenen Pläne und gibt uns dafür zur rechten Zeit Orientierung – auch wenn wir uns diese oft eher wünschten.

Auch die Pläne der Jünger, die sicher mit einer entspannten Überfahrt nach Kapernaum gerechnet hatten, wurden durch einen heftigen Sturm durchkreuzt. Auch die Dunkelheit führte in diesem Fall zu Orientierungslosigkeit.
Wenn in unserem Leben unerwartet Stürme ausbrechen und es dunkel wird, wie in der Nacht auf dem See, sind wir oft genauso ängstlich und überfordert wie die Jünger.

Egal wie die Stürme in unserem Leben auch aussehen, wir hoffen auf den Moment, in dem wir unseren Fokus neu ausrichten, den Moment, in dem wir uns wieder orientieren können und Jesus langsam im Dunkeln erkennen. Auch im Dunkeln hören wir seine Stimme, die spricht: „Fürchtet euch nicht!“

Diesen Satz nicht zu vergessen und unseren Blick auf Jesus zu richten, gerade im Sturm, ist nicht einfach. Wir dürfen uns aber durch die Bibel, in der diese Worte über 100-mal festgehalten werden, erinnern lassen.

Liedempfehlung: Samuel Harfst: „Fürchte dich nicht“

Mirjam Hermsdorf, Dresden

Freitag, 15. Juli | Was für ein Wunder! | Johannes 6, 1-15

Sommerandachten 2022

Johannes 6, 1-15

Der absolute Traum eines jeden Klimaaktivisten: Man angelt 2 Fische, backt 5 Brote, sättigt 5000 Männer und mindestens so viele Frauen und Kinder und hat noch 12 Körbe übrig. Nachhaltiger geht es nicht! Es steht zwar nicht geschrieben, wie groß die Brote und Fische waren, aber es geht eindeutig hervor, dass es viel zu wenig für alle war. Und dennoch werden alle satt – mehr noch: Es bleibt eine nicht unwesentliche Menge übrig. Um einen besseren Einblick zu erhalten, warum diese Begebenheit für uns heute wichtig und hilfreich ist, möchte ich 3 Akteure betrachten:

Der Junge
Im altgriechischen Urtext steht eindeutig, dass es ein Junge, ein Kind war, der die Nahrung zur Verfügung stellte. Es ist natürlich nicht ganz klar, inwiefern die Jünger Druck ausübten, dass er sein weniges Essen hergab. Aber so oder so hat sich das Vermögen des Jungen innerhalb kürzester Zeit vervielfacht, so stark, dass selbst abzüglich des Gegessenen von unzähligen Personen (die 200 Denar, die nicht gereicht hätten, um jedem nur ein kleines Stück zu geben, wären wohl heute ca. 12.000 €) noch 12 Körbe übrig sind. Das ist mal ein riesiges Geschäft für ihn – auch wenn es erst nach dem Gegenteil aussah.

Ich selbst habe auch oft die Erfahrung gemacht: Wer wenig hat und viel gibt, sei es an Monatsbeiträgen, Spenden, Kollekten, oder auch investierter Zeit, bekommt ein Vielfaches von Gott zurück. Wohl nicht immer in der eingezahlten Währung. Aber Gott sorgt für uns. Er freut sich an unseren Gaben und belohnt uns reich.

Die ganz hinten sitzen
Was für eine ungemütliche Lage. Man sieht von der Ferne, wie Jesus die Frechheit besitzt, in dieser riesigen Menschenmenge 5 Brote und 2 Fische herumgehen zu lassen, damit sich jeder etwas nimmt. Hauptsache, er predigt danach kurz, dass wir es dann noch schaffen, nach Hause zu rennen und die Klöße zu kochen! Vielleicht sind sogar einige gegangen, als sie das sahen. Diese Frechheit muss man sich nicht bieten lassen! Aber dann kommt in den vorderen Reihen zunehmend Begeisterung auf. Schon so viele nahmen sich, und der Korb ist weiterhin voll. Einer nimmt sich vielleicht ein ganzes Brot für sich, und trotzdem wird es nicht weniger. Und wenn man geduldig auf den Herrn vertraut, ist die Freude dann groß: Der Korb kommt beim Allerletzten an und ist immer noch voll. Wer seine Hoffnung auf den Herrn setzt, dem schenkt er überfließend ein.

Jesus
Zu guter Letzt: Jesus selbst. Er wusste von Anfang an genau, was passiert. Und damit meine ich nicht nur das große Mahl. Er schaut noch weiter. In Vers 15 schreibt Johannes, dass Jesus genau wusste: Dieses Wunder legt den Grundstein für seinen Leidensweg. Durch dieses Wunder geriet er in den Fokus der Öffentlichkeit. Alle wollen ihn als Herrscher, was die Römer zu dem weltlich gesehen logischen Schluss bringt, er bedrohe den Frieden, sodass sie ihn hinrichten. Ich glaube, wir sind uns oft nicht bewusst, was das Verhalten eines Christen in der Welt auslöst.

Wir wollen es sicher oft gar nicht wissen, denn die unbequeme Wahrheit ist: Wir ecken an. Gottes Botschaft stößt sich an der Lebensweise aller Welt, der Weg eines Christen ist schwer und schmerzhaft. Daran besteht leider kein Zweifel. Doch um den Kreis zu schließen: Auch diese Ungerechtigkeit wird Gott uns zu einem Vielfachen zurückzahlen. Ich möchte euch ermutigen, immer wieder neu eine Entscheidung für Gott zu treffen. Geduldig im Vertrauen, selbstlos und mit der großen Hoffnung: Es lohnt sich für uns!

Simon Kühlein, Gemeinde Rodewisch


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Die Andachten für die Sommerzeit 2022 wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens der jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
Die gedruckte Exemplate der Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben. Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.