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Sommerandachten 2022

Donnerstag, 14. Juli | Mit voller Kraft voraus! – Doch das Ziel ward verfehlt! | Johannes 5, 41-47

Sommerandachten 2022

Johannes 5, 41-47

Vers 41: „Ich nehme nicht Ehre von Menschen; […]“ Das Thema „Ehre“, was den Menschen im Allgemeinen sehr wichtig ist, wird in diesem Vers aufgegriffen. Jesus sagt damit aus, dass es ihm egal ist, was Menschen denken. Jesus schaut überhaupt nicht einmal danach, dass er den Leuten gefällt. Jesus schaut nur auf den Willen des Vaters. Das zeigt er deutlich, als eine Menschenmenge kommt und ihm die größte aller Ehren erweisen möchte, um ihn zum Regenten, zum Oberhaupt über sich zu setzen, indem er widersteht.

Johannes 6, 15 (Luther 2017)
So auch, als Petrus mit einer menschlichen Idee kommt, die nicht in Gottes Plan hineinpasst.

Matthäus 16, 23 (Luther 1912)
Vers 42: „sondern ich kenne euch, dass ihr die Liebe Gottes nicht in euch habt. […]“
Jesus sieht in die Herzen hinein. Er spricht das Thema Liebe an und konfrontiert seine Widersacher damit, dass sie keine Liebe in ihrem Herzen tragen. Im Allgemeinen suchen Menschen besonders die Anerkennung der Leute, die sie lieben. Hier macht Jesus den umstehenden Leuten klar, dass ihnen genau das fehlt. Sie haben keine Liebe. Sie geben sich keine Mühe, Gott zu gefallen. Die Schriften durchforschen sie zwar, aber wollen damit nur größer und besser dastehen, als die anderen und Anerkennung von den Menschen erhalten.

Vers 43: „Ich bin in dem Namen meines Vaters gekommen, und ihr nehmt mich nicht auf; wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr aufnehmen. […]“
Jesus kommt im Namen des allmächtigen Gottes. Er ist von Gott. Ihn lehnen sie aber ab. Der Umgang mit Jesus offenbart die Liebe zu Gott. Ob sie vorhanden ist oder ob wir Gott ablehnen.

Vers 44: „Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmt und die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, nicht sucht? […]“
Der Glaube steht im Gegenzug zu ihrer Herzenshaltung. Es passt nicht überein, für den Applaus und die Anerkennung von den anderen Menschen zu leben und dann so zu tun, als wäre dies alles, um Gott zu gefallen. Nein, sie wollen die Ehre und Anerkennung der Mitmenschen genießen und nehmen diese, aber achten nicht auf das, was wirklich zur Ehre Gottes ist.

Vers 45: „Meint nicht, dass ich euch bei dem Vater verklagen werde; da ist (einer), der euch verklagt, Mose, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt. […]“
Im Judentum wird Mose als Überfigur angesehen, an die vielleicht gerade einmal der Stammesvater Abraham heranreicht. Sie wissen, dass Gott direkt mit Mose geredet hat. Alles, was von Mose kommt, akzeptieren sie daher als direkt von Gott kommend. In den sogenannten „Mosaischen Gesetzen“, auf die sich die Feinde und Ankläger Jesu berufen, gibt es viele Punkte, die jedoch als Anklage gegen das Handeln und Denken genau dieser Leute herangezogen werden können. Jesus klagen sie immer an, dass er am Sabbat heilt. Es gibt aber nicht nur Gesetze, die auf den Sabbat bezogen sind. Sie sagen nämlich, dass Heilung eine Arbeit ist. Und das ist am Sabbat verboten. Sie sind aber mit ihren Herzen auf dem völlig falschen Kurs. Das Gebot der Nächstenliebe gibt es nämlich schon seit Mose, und das haben die Pharisäer stets völlig außer Acht gelassen.

3. Mose 19, 18 (Luther 2017)
Vers 46: „Denn wenn ihr Mose glaubtet, so würdet ihr mir glauben, denn er hat von mir geschrieben. […]“
Die Mosaischen Gesetze weisen auf eine begrenzte Gültigkeit hin und deuten an, dass es einen zweiten, einen neuen Bund geben wird. Das ist das Erlösungswerk Jesu am Kreuz. Durch ihn haben wir Zugang zu Gott. Er ist der Vermittler zwischen Gott und uns, quasi der Priester.

5. Mose 18 (Luther 2017)
„15 Einen Propheten wie mich wird dir der HERR, dein Gott, erwecken aus dir und aus deinen Brüdern; dem sollt ihr gehorchen. […]“
Doch leider glauben dies die Umstehenden nicht und hinterfragen die Autorität Jesu und bezeichnen ihn als Lügner und Gotteslästerer.

Vers 47:Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?“
Die umstehenden Leute / Schriftgelehrten / Feinde Jesu glauben somit nicht, was Gott angeordnet hat. Mose hat direkt Gottes Wort empfangen und auch niedergeschrieben. Dem glauben sie nicht im vollen Umfang und suchen sich nur das Beste für sich heraus. Sie sind unangenehme Menschen, die nicht zur Erbauung dienen und eben nicht ihren Nächsten lieben wie sich selbst, sondern ihren Nächsten immer versuchen zu verklagen. Seinen Nächsten zu lieben, ist laut Jesus das zweithöchste Gebot. Damit beruft er sich wieder auf Mose, also auch auf die Schriften, die sogar von den Schriftgelehrten anerkannt werden.

Matthäus 22, 36-37 (Luther 2017)
Es steht nicht: Verklage deinen Nächsten, wie du selber hoffentlich niemals angeklagt werden willst. Die Schriftgelehrten übersehen also eines der höchsten Gebote und richten ihren Blick fast nur auf den Sabbat und auf das Verzehnten aller Einnahmen. Dann tun sie noch fromm, indem sie laute Gebete sprechen und alle wissen lassen, dass sie fasten. Aber Gott durchforscht ihr Herz und sieht, dass sie es nicht für Gott tun, sondern nur um der eigenen Anerkennung, der Ehre der anderen Leute willen. Damit verklagen sie sich mit den Mosaischen Gesetzen selber.

Simon Degner, Leipzig

Mittwoch, 13. Juli | Ein gutes Zeugnis | Johannes 5, 31-40

Sommerandachten 2022

Johannes 5, 31-40

Zeugnisse … Wenn der Eine oder Andere daran denkt, kommen vielleicht schöne, lustige oder auch unschöne Erinnerungen an die Schule hoch. Auch Jesus spricht in Johannes 5, 31-40 von Zeugnissen. Aber damit meint er keine Schulzeugnisse. Vor der Bibelstelle, die wir uns genauer anschauen wollen, hatte Jesus bei den Schriftgelehrten Ärgernis erregt, weil er sagte, dass er Gottes Sohn ist. Jetzt spricht er davon, dass er Zeugen hat, die das bestätigen können.

In Israel gab es die Regel vor Gericht, dass 2 Zeugen gebraucht wurden, damit eine Sache glaubwürdig ist. Jesus argumentiert auch so, dass es unglaubwürdig wäre, wenn er sein eigener und einziger Zeuge wäre.

Trotzdem braucht Jesus aber nur einen Zeugen, um glaubwürdig zu erscheinen: Gott, seinen Vater. Durch die Werke, also die Wunder, die Jesus tut und die ihm von seinem Vater gegeben sind, bezeugt Gott, dass Jesus sein Sohn ist. Auch die Schriften (das Alte Testament), die Jesus in Vers 39 nennt, sind Gottes Wort und bezeugen Jesus in ihren Prophezeiungen. Mehr ist auch nicht nötig, um zu beweisen, dass Jesus Gottes Sohn ist.

Jesus kritisiert, dass die Menschen um ihn herum das nicht verstehen wollen. Er sagt, dass sie Gottes Stimme noch nie gehört haben – weil sie Jesus nicht glauben wollen, der das Wort Gottes verkündigt.

Aber was hat das mit uns zu tun? Auch wir versuchen oft, vor den Menschen mit einem guten Zeugnis zu erscheinen. Manchmal tun wir Dinge nur, um vor unseren Mitmenschen gut dazustehen – um sie zu beeindrucken oder um ihre Anerkennung zu bekommen. Die Frage ist nur, ob wir durch unsere Taten glaubwürdig erscheinen. Tun wir die Dinge auch, weil wir davon überzeugt sind, dass es das richtige ist? Oder tun wir sie nur, um Aufmerksamkeit zu bekommen oder etwas wert zu sein?

Auch wir können einen glaubwürdigen Zeugen haben. Und auch wir brauchen nur diesen einen Zeugen, der uns seine Kinder nennt und uns Kraft gibt. Er will uns seine Aufmerksamkeit schenken, damit wir die von unseren Mitmenschen nicht mehr benötigen.

Davor sollten wir aber nicht unsere Augen verschließen, wie es die Menschen zur Zeit Jesu getan haben, indem sie das Wort Gottes lesen und darin studieren, aber nicht an den glauben, auf den in Gottes Wort hingewiesen wird.

Christian Wins, Erzieher und Theologiestudent aus Zwickau

Dienstag, 12. Juli | Lass dich Einnorden | Johannes 5, 19-30

Sommerandachten 2022

Johannes 5, 19-30

Als die jüdischen Behörden Jesus damit konfrontieren, dass er einen Kranken am Sabbat nicht hätte heilen dürfen, da es gegen das Gesetz verstößt, bleibt er ruhig und erzählt, dass er das nicht von sich aus getan hat, sondern dass es Gottes Wille war; dass Gott durch ihn wirkte.

Doch sie bleiben stur und so im Tunnelblick ihrer Auslegung der Gesetze, dass sie blind sind für die Wunder, die Gott durch Jesus an den Menschen tut. Dass die Nächstenliebe wichtiger ist als das starre Festhalten an Abläufen und Regeln. Es ist richtig, dass Gott den siebten Tag zur Pause angeordnet hat. Jedoch liebt er die Menschen so sehr, dass ihn ihr Leid nicht kalt lässt. Auch nicht am Sabbat.

Trotzdem klingt es beim ersten Lesen etwas komisch, mit welchen Worten Jesus sein Handeln erklärt: „Amen, ich versichere euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun; er kann nur tun, was er den Vater tun sieht. Was der Vater tut, genau das tut auch der Sohn.“ (Joh. 5, 19). Es klingt ein klein wenig nach einer Ausrede. Als würde Gott für Jesu Handeln vorgeschoben.

Aber ist das so zu verstehen? Soll es einfach heißen, dass Jesus strikt nach Gottes Vorgabe lebt, ohne eigene Vorstellungen zu haben?

Eher nicht. Es heißt nicht, dass er nicht selbst Verantwortung übernimmt oder nicht nach seinem eigenen Willen handeln kann. Jesus offenbart, indem er auf Gott zeigt, dass sein Handeln ganz nach dem Vorbild Gottes abläuft. Dass die Nächstenliebe ganz oben steht und „Gutes tun“ keine Pause kennt.

Bedeutet es nicht auch gleichzeitig, dass Jesu Handeln nicht von seinen eigenen Interessen abhängt und er ganz nach dem Willen Gottes leben kann? Dass er nicht wie wir anderen – von gesellschaftlichen Zwängen und eigenen Vorstellungen bedrängt – handelt?

Du kennst bestimmt auch solche Momente, wo unsere eigenen Interessen unser Handeln stark beeinflussen.

Es hat den Anschein, dass es bei Jesus nicht so ist und er genau weiß, wohin sein Weg führt. Eben weil er sein ganzes Leben nach Gott ausgerichtet hat. Wie ein Kompass, der in die Richtung Gott zeigt. Gott ist sein Vorbild, sein Lehrer, sein Vater, der ihm alles beibringt, worauf es ankommt. Gottes Meinung ist die Einzige, die für ihn zählt. Nicht die der hohen Gelehrten aus Israel oder die irgendeines Menschen.

Jesus verkörpert den neuen Bund zwischen Gott und jedem von uns. Er will unser Vorbild, will uns noch näher sein. Er zeigt uns, worauf es im Leben wirklich ankommt. Wir müssen lediglich zu ihm aufschauen, ihm zuhören und dann selbst aktiv werden.

Wir bekommen die Verantwortung übergeben, zu entscheiden, wie unser Handeln und unser Leben aussehen soll. Soll es durch Liebe und Gott geprägt sein oder eher durch Egoismus, Verbitterung und Missgunst? Ob wir versuchen, Freunden in Schule und Studium, Kollegen auf Arbeit oder Menschen, denen wir tagtäglich begegnen, Freude und Liebe entgegenzubringen oder nicht.

Oftmals ist das aber viel leichter gesagt als getan. Wie oft ärgere ich mich über mich selbst, wenn ich doch wieder eine patzige Antwort gebe, wenn mich jemand etwas fragt, was ich als selbsterklärend ansehe. Wie oft lasse ich mich aber auch einfach mit schlechter Laune anstecken, wenn mir jemand ohne Grund blöd kommt. Manchmal frage ich mich, warum man dann auch nach dem Motto „Wie du mir, so ich dir“ reagiert. Weil es jeder so macht? Weil es manchmal eher unseren Geschmack von Gerechtigkeit trifft? Vielleicht ... Aber vielleicht sollten wir gerade da neue Wege gehen und den Blick allein auf Jesus richten. Schlechter Laune und schlechten Absichten mit Freude, mit Liebe und mit guten Absichten entgegnen. Etwas Empathie dem anderen gegenüber zeigen. Wie oft würde das wohl die Situation retten oder zumindest in eine andere, schönere Richtung lenken? Sicher ganz oft!

Probiere es ruhig öfter aus! Versuche, das Schöne in jedem Tag zu finden, und sieh das Gute in deinen Mitmenschen und in dem was sie tun, selbst wenn es vielleicht erst einmal anders wirkt. Brich aus dem Hamsterrad des alltäglichen Grau aus. Schau auf Jesus und frage dich, was er wohltun würde.

Wichtig ist, sich von ganzem Herzen für Jesus zu entscheiden und zu versuchen, das durch sein Leben auszudrücken. Selbst wenn wir hin und wieder von dieser Richtung abkommen, so zählt hier schon allein der wahre, von Herzen kommende Wille, uns immer wieder neu auszurichten. Uns auf Jesus einzunorden. Gott sieht das ganz sicher!

Umso öfter wir es probieren, in allem das Gute zu sehen und unabhängig von der Meinung anderer zu handeln, desto öfter können wir auch etwas verändern in unserer Welt. Dabei heißt es nicht, alles durch eine rosarote Brille zu sehen.

Lasst uns immer wieder neu auf Jesus schauen und seinem Vorbild folgen. Seine Liebe unser Handeln prägen lassen!

Max Friedel, Freiberg

Montag, 11. Juli | Gott vollbringt IMMER Wunder | Johannes 5, 1-18

Sommerandachten 2022

Johannes 5, 1-18

In der heutigen Andacht soll es um Wunder und die Barmherzigkeit Gottes gehen. Denn im Bibeltext geht es um die Heilung des, seit mittlerweile 38 Jahren gelähmten Mannes am Teich Bethesda.

Zu Beginn könnt ihr euch bitte mal über folgende Fragen Gedanken machen:

- Könnt ihr euch vorstellen, dass es Heilungen und Wunder Gottes gibt?
- Habt ihr selber eine Heilung miterlebt? Wie war das?
- Glaubt ihr, dass Gott immer wirken kann, auch am Sabbat?

Lest bitte zuerst mal folgende Bibelstelle: Johannes 5, 1-18. Nach dem ersten Lesen (Hoffnung für alle) kamen uns erst mal die folgenden drei Fragen auf:

1. Wie kommt es dazu, dass sich das Wasser überhaupt bewegt?
2. Wie oft wird das Wasser bewegt?
3.Werden immer nur ein paar Menschen geheilt? (Da der Kranke ja sagt, dass immer einer vor ihm im Wasser sei (Vers 7).)

Diese drei Fragen können mithilfe anderer Bibelübersetzungen geklärt werden. (In späteren Handschriften des griechischen Textes sind hier noch die Verse 3b und 4 eingefügt. Dort finden sich die Antworten.)

1. Das Wasser wird von einem Engel des Herrn bewegt, welcher zum See herunterkommt. (Lutherübersetzung (Vers 4))
2. Es gibt keine genaue Zeitangabe, wie oft das Wasser bewegt wird.
    - nach Luther „Denn ein Engel fuhr herab zu seiner Zeit“ (Vers 4)
    -
Elberfelder Übersetzung „Denn zu gewissen Zeiten“ (Vers 4)
3. Es wird immer der Erste, der ins bewegte Wasser steigt, geheilt. Egal, welche Krankheit er hat.

Wie ihr gerade gelesen habt, wurde ein Mann nach einer langen Krankheit von Jesus durch Gott geheilt. Der Mann selber hatte keine Hoffnung, dass er jemals in den heiligen Teich gehen könnte, ohne dass ihm einer zuvorkommt. Der Kranke sagte nicht einmal „Ja“ zu Jesus, dass er ihn heilen sollte. Jesus heilte ihn trotzdem, weil er zu uns Menschen barmherzig und liebevoll ist. Gott wusste genau in welcher Situation sich der Mann befand und kannte sein Herz. Bestimmt hatte er sich eine solche Erlösung erhofft, oder sogar dafür vor dem Tempel gebetet.

Doch wie kann es sein, dass Gott am Sabbat Jesus beauftragt, einen Kranken zu heilen? Wir glauben, dass Gott alle Fähigkeiten dazu besitzt, unabhängig vom Tag, Wunder zu vollbringen. Gott ist sich unserer Lage bewusst und kennt unseren Weg. Er tat die Heilung nicht ohne Grund, denn auch die Juden wussten nach der Heilung, dass Jesus ihn gesund gemacht hat. Ihnen gefiel die Handlung von Jesus nicht, weil der Sabbat ein heiliger Tag war, und vor allem, weil sich Jesus Gott gleichstellte.

Gebet
Danke Gott, dass du in meinem Leben so viele Wunder vollbringst. Egal, in welcher Situation ich mich gerade befinde oder welcher Tag ist. Du bist immer für mich da. Mit dir ist nichts unmöglich. Danke, dass ich auf dich und deine Barmherzigkeit vertrauen darf, egal, was ich geleistet habe. Du nimmst mich so an, wie ich bin. Du hast einen Plan für mein Leben, auch wenn ich den Sinn oft erst später erkenne. Danke für alles, was du für mich tust.

Amen

Ein Spruch, zum Ende unserer kleinen Andacht: „Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen.“ (1. Thessalonicher 5, 16-18)

Amy Claus und Simon Habermann, Mildenau

Sonntag, 10. Juli | Verlassen fühlen | Psalm 42

Sommerandachten 2022

Psalm 42

Oft bin ich traurig und weiß nicht warum. In solchen Momenten frage ich mich meist, wo Gott ist. Warum unterstützt er mich nicht? Doch ich vergesse immer wieder, wie viel ich schon geschafft habe. Ich bin mir sehr sicher, dass ich vieles nicht allein geschafft hätte. Gott hat mir schon in so vielen Situationen geholfen, ohne dass es mir in dem Moment bewusst war. Wenn es mir schlecht geht, denke ich wenig an Gott, weil ich mich zu sehr auf meine Gefühle konzentriere, doch ich vertraue Gott. Auch, wenn ich nicht immer an ihn denke.

Der Psalm 42 thematisiert genau das. Es geht um die Ängste, die fragen: „Wo ist dein Gott?“ Nun, darauf habe ich nicht immer eine Antwort. In Vers 10 und 11 steht: „Gott, du bist doch mein einziger Halt! Warum hast du mich vergessen? Warum lässt du mich leiden unter der Gewalt meiner Feinde? Ihr Hohn dringt mir ins Herz, wenn sie Tag für Tag fragen: „Wo bleibt er denn, dein Gott?“ Diese Zeilen beschreiben meine Gefühle ziemlich gut und ich bin mir sicher, dass es auch anderen so geht. Wir fokussieren uns viel zu oft auf das Schlechte im Leben und sehen dann gar nicht das, was uns gegeben ist. Das Gefühl von Gott allein gelassen zu werden, kennen wir doch alle. Wir ignorieren die guten Faktoren in unserem Leben. Doch damit sollten wir aufhören. Ja, die negativen Sachen überwiegen oft, aber deshalb mache ich mir immer wieder die positiven Seiten meines Lebens bewusst, und es hilft. Ich kann dem nächsten Tag fröhlicher entgegenblicken.

Schreibe dir die guten Momente eines Tages auf, lass dich nicht von der Angst, sondern von Gott leiten und vertraue auf ihn. Er wird dir helfen und dich unterstützen in allem, dass du tust. Und wenn du nicht das Gefühl hast, dass er dir hilft, zweifle nicht, sondern warte ab. Er hat etwas Großes mit dir vor.

Anniques Mothes, Zwickau

Samstag, 09. Juli | O Happy Day! | Rut 4, 1-22

Sommerandachten 2022

Rut 4, 1-22

Auf einer Skala von eins bis zehn: Wie viel Geduld hast du? Rut und Noomi brauchen viel Geduld. Sie sitzen Zuhause, und müssen darauf warten, dass Boas die Sache zu einem guten Ende bringt. „Kann nach so viel Schmerz, Trauer und Sorgen wirklich noch alles gut werden?“ Beide vertrauen Boas, aber vor allem vertrauen sie auf Gott. Boas geht mit großer Klugheit vor. Er kennt die Regeln, die in Israel gelten und er ist ein Mann, dem die Dinge gelingen, weil er den geraden Weg geht. Er hat sich entschlossen, alles „ohne Schmu“ und in voller Klarheit vor den Augen der Öffentlichkeit durchzuziehen. Boas weiß, dass alle Tricks und Abkürzungen, mit denen Menschen sich durchs Leben schummeln, auf Dauer ganz zerstörerisch sind und keinen Segen bringen. Also: „Auf zum Stadttor!“

Da sitzen die Ältesten, die sind sozusagen Standesamt und Familiengericht in einem. Dort wartet er auf einen Verwandten, der dem verstorbenen Mann von Noomi nähersteht. Der muss zuerst gefragt werden. Der würde natürlich gerne den Acker haben, aber kein Acker, ohne die dazugehörige Moabiterin Rut. Ich kann mir gut vorstellen, dass Boas in diesem Augenblick doch Herzklopfen hatte. Der andere will zwar den Acker, aber nicht die Ausländerin. So wird es abgemacht und von allen bezeugt. Nun herrscht allgemeine Zufriedenheit und alle sprechen dem jungen Paar reichlich Segen zu. Später hat Noomi ihren Enkel auf dem Schoß, Obed. Durch ihn wird sie die Urgroßmutter von König David und damit eine Vorfahrin von Jesus.

Das Buch Rut macht mir Mut, weil ich Gottes roten Faden entdecke, der sich durch alle Zeiten und auch durch mein und dein Leben zieht. Er ist der Autor unseres Lebensbuches. Selbst in den Momenten wo wir im Leben vor unlösbaren Problemen stehen, wo uns Krisen nur noch schwarzsehen lassen, sagen uns Rut und Noomi: „Vertrau auf Gott! Bewahre dir in allen Schwierigkeiten deine Dankbarkeit und Gelassenheit. Denn ER sorgt für dich! Schon längst gibt es für dich einen (Er-)Löser!“

Durch Jesus werden Neuanfang, Hoffnung und Zukunft möglich. Am Ende siegt Gottes Gnade und Liebe, bei denen, die verbindlich mit Gott leben und ihm vertrauen. Das nenne ich doch mal ein „Happy End“!
Aber Moment, wir sind noch gar nicht am Ende. Gottes Plan läuft immer noch. Und auch du kannst ein Brückenbauer sein! Wie Noomi für Rut die Brücke zu Boas war, kannst du – vielleicht gerade heute – für jemand die Brücke zu Jesus werden.

Mandy Merkel, Auerbach

Freitag, 08. Juli | Gott schenkt Hoffnung in ausweglosen Situationen | Rut 3, 1-18

Sommerandachten 2022

Rut 3, 1-18

Auf dem Feld, beim Ähren sammeln, war Rut ihm begegnet, Boas. Ein Mann mit edlem Charakter, der sich großzügig zeigt und sie auf seinem Feld Ähren für sich und Noomi sammeln lässt. Es stellt sich heraus, dass Boas ein ferner Verwandter und Löser der Familie ist.

Nun nimmt die Geschichte eine hoffnungsvolle Wendung. Durch einen mitternächtlichen Besuch führt Rut Noomi’s Plan aus und erweitert ihn noch. Sie setzt ihr ganzen Vertrauen auf Gottes Handeln. Sie fordert den Schutz von Boas, als ihren Löser. Rut’s Vertrauen in Boas‘ Charakter besteht zurecht. Aber in diesem Augenblick zögert sich das „Happy End“ noch hinaus. Es gibt einen noch näherstehenden Verwandten. Doch Boas, ein Mann voller Güte und Loyalität, werde Rut heiraten, wenn der nahe Verwandte sie nicht löst.

Aber Gott hat bereits einen Plan für Rut. Boas kennt Rut’s wahren Charakter (Sprüche: 31, 10-31), kauft den Familienbesitz von Noomi und heiratet Rut.

Wie wir gelesen haben, müssen wir Hoffnung haben, um zu planen. Obwohl sie Schicksalsschläge erlitten, hielten sie fest im Glauben. Die Geschichte hatte eine hoffnungsvolle Wendung mit dem Treffen von Boas und Rut.

Und was passiert, wenn wir hoffnungsvoll sind? Wir fangen an zu planen, zu träumen, Großes für die Zukunft zu erwarten, wie Noomi und Rut.

Wir brauchen also zuerst Hoffnung in Gott. Wenn Du heute hoffnungslos bist, dann kann ich Dir sagen: Bei Gott sind wir nicht hoffnungslos verloren! Er hat die Kraft, alles zum Guten zu lenken. Und so möchte auch Gott unsere Pläne, Träume und unsere Zukunft nutzen, um sein Reich zu bauen.

Lasst uns durch diese Andacht wieder neue Hoffnung in Gott schöpfen und ganz neu anfangen, zu planen, zu träumen und dem Willen Gottes in unserem Leben Raum zu geben. Lasst uns ein Beispiel an Rut und Noomi nehmen, die das Vertrauen, die Hoffnung und den Glauben an die Treue Gottes nie verloren haben.

„Genauso nutzlos ist ein Glaube, der nicht in die Tat umgesetzt wird: Er ist tot.“ (Jakobus 2, 17)

Wir finden, dass Rut mit einem inspirierenden Beispiel vorangeht. Sie ist eine Frau mit Taten. Rut lebt nicht nur ihren treuen Glauben, sondern sie handelt auch danach. Sie braucht keine großen Worte zu sagen, da man an ihrer Art erkennt, was sie für eine Beziehung zu Gott hat.

Jannes Peter (Braunfels) und Deborah Hutfilter (Oldenburg)


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Die Andachten für die Sommerzeit 2022 wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens der jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
Die gedruckte Exemplate der Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben. Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.