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Sommerandachten 2022

Donnerstag, 07. Juli | Zufalls-Date | Rut 2, 1-23

Sommerandachten 2022

Rut 2, 1-23

Magst du romantische Filme? Nein? Dann haben wir was gemeinsam. Denn wahre Liebe gibt es nicht nach Drehbuch. Erst recht nicht, wenn Menschen (krampfhaft) ihr Liebesglück ohne Gott suchen. Die Bibel zeigt, dass Gott Liebesgeschichten für seine Kinder schreiben kann. Er lässt Personen einander zufallen, die ER füreinander bestimmt hat. Zu einem von IHM festgelegten Zeitpunkt. Paradebeispiel sind dafür der Landwirtschaftschef Boas und die ausländische Konvertitin Rut.

Diese ackert fleißig. Damit sie und ihre Schwiegermutter was zum Beißen haben. „Zufällig“ landet Rut auf Boas´ Feld. Der erkundigt sich nach der Hübschen. Ihr Arbeitsstil fällt besonders auf. Ebenso ihre Bescheidenheit und Höflichkeit. Das punktet bei Boas. Frage an die Girls: Kannst du ackern und die Arbeit sehen? Bist du bereit niedere Dienste zu tun? Denn solche Eigenschaften haben was mit innerer Attraktivität zu tun. Frage an die Boys: Wie erkundigst du dich über deine „Ausgeguckte“? Willst du erst ihr Inneres kennenlernen, bevor du ihren Körper erforschst?

Boas zeigt gegenüber den Mitarbeitern und der Außenseiterin Rut authentische Herzlichkeit. Beobachte deine/n „Ausgeguckte/n“. Wie geht die Person mit anderen in Wort und Tat um (im Jugendkreis, Schule, Freundeskreis, Familie …)? So geht sie dann auch mit dir um.

Boas sorgt auch für Ruts Schutz: Sie soll sich mit den Mägden abgeben. Die Schnitter sollen die hübsche Lady nicht belästigen. So nett ´ne täglich gepflegte Freundschaft zwischen Junge und Mädel sein kann, so kann aus einer „friend-zone“ überstürzt mehr werden, als eigentlich gewollt. Darum weiß auch Boas. Der sorgt für geordnete Verhältnisse auf seinem Grund und Boden.

Weiter gefragt: Kannst du geistliche Gespräche mit deinem Traum-Partner führen? Über Komplimente, YouTube und das Wetter lässt´s sich nett plaudern. Doch Boas labert nicht von Ackerbau und Viehzucht. Stattdessen segnet er Rut. Er gibt ihr kulinarische und geistliche Nahrung.

Das erkennt auch Noomi, als Rut von Boas berichtet. Der Clou: Boas ist ein entfernter Verwandter. Laut jüdischem Gesetz ist er als „Löser“ verpflichtet, sich um die Frauen zu kümmern.

Gott lässt seine Kinder also nicht im Stich. ER zieht die Strippen. Auch bei dir möchte er es tun. Bete also für deine/n Zukünftige/n! Noch bevor du auf Partnersuche hechtest. Prüfe, ob du und die Person Jesus in Herz und Hirn haben; ob frommes Reden mit den Taten zusammenpasst. Lass dir von Gott deine persönliche Liebesgeschichte zufallen.

Seraphine Dietrich, Görlitz

Mittwoch, 06. Juli | Wo bist du, Gott? | Rut 1, 1-22

Sommerandachten 2022

Rut 1, 1-22

Eigentlich finde ich für das, was Noomi hier erlebt, keine Worte. Nachdem sie ihre Heimat wegen einer Hungersnot verlassen musste, stirbt ihr Mann. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, sterben auch noch ihre beiden Söhne. Verwitwet und kinderlos im fremden Land, hat sie nur noch ihre beiden Schwiegertöchter. Doch auch diese beiden werden sie voraussichtlich verlassen, da Noomi keine weiteren Söhne hat.

Es ist absolut verständlich, dass Noomi sich in dieser Situation allein und nicht nur von Menschen, sondern auch von Gott verlassen fühlt. Vermutlich fragt sie sich: „Herr, wo bist du? Warum hast du nicht eingegriffen?“ Vielleicht kennst auch du diese Fragen, wenn du gebetet, gehofft und geglaubt hast, aber einfach nichts passiert und deine Träume vom Leben zerplatzen …

Noomis völlige Frustration wird in der Bitte deutlich, sie von nun an nicht mehr Noomi, „die Fröhliche“, sondern Mara zu nennen, was „die Bittere“ bedeutet. Weil Namen im Alten Testament immer auch Ausdruck der Persönlichkeit waren, offenbart dieser Wunsch, dass sie in ihrem Herzen wirklich verbittert war.

Was ich an dieser Stelle dennoch bemerkenswert finde, ist, dass sie auch angesichts dieser schweren Schicksalsschläge nicht an Gottes Allmacht zweifelt (V. 21). Sie weiß, dass Gottes Wesen sich nicht verändert hat und er immer noch derselbe ist.

Römer 8, 28 verspricht uns, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen werden. Auch die Dinge, die wir nicht verstehen und die nicht mit unseren Wünschen übereinstimmen. Gott handelt nicht willkürlich, sondern kennt dich besser, als du dich selbst kennst. Weil er dich wirklich liebt und das Beste für dich möchte, kann auch ein „Nein“ am Ende für dich gut sein, auch wenn dein Herz schmerzt, und du das jetzt noch nicht sehen kannst. Glaubst du das?

Du darfst weinen und klagen und Gott sagen, was du nicht verstehst. Er hält das aus und möchte dir in deiner Not begegnen.

Gott hatte auch für Noomi einen guten Weg. Mit ihrer Schwiegertochter Ruth bekam sie eine treue Wegbegleiterin an ihre Seite gestellt, die bei ihr bleibt in dieser schweren Zeit.

Dass sich für die beiden tatsächlich alles zum Guten wendet, lesen wir in den folgenden Kapiteln.

Ruths Worte zu Noomi drücken ihre bedingungslose Treue aus: „Wo du hingehst, da will auch ich hingehen. Wo du bleibst, da bleibe ich auch.“ Könnten diese Worte nicht auch dein Vertrauen zu Gott zum Ausdruck bringen?

Damaris Hertig, Jugendkreis Aue

Dienstag, 05. Juli | Gott gibt Kraft | Richter 16, 23-31

Sommerandachten 2022

Richter 16, 23-31

Simson war ein Richter in Israel. Diese waren politische FührerInnen und auch zuständig, um Israel immer wieder zu helfen, wenn sie sich von Gott entfernt haben.

Simson selbst hatte sich auch von Gott entfernt. Er verliebte sich in philistäische Frauen – die bekannteste von ihnen war wohl Delia. Sie verriet ihn und brachte ihn in die Lage, in der er sich jetzt befand. Die PhilisterInnen legten Simson in Ketten und ließen ihn in der Mühle den Mühlstein drehen, schnitten ihm die Haare ab und stachen ihm die Augen aus.
Eines Tages feierten die PhilisterInnen ein Fest. Um der Party wohl ein bisschen Schwung zu verleihen, wollten sie Simson herbeischaffen lassen, um sich über ihn lustig zu machen. Simson witterte seine Chance: Er bat Gott ein letztes Mal um Kraft, um sich zu rächen. Gott erhörte sein Gebet und Simson stellte sich zwischen die beiden tragenden Säulen und drückte diese so weit auseinander, dass das Gebäude einstürzte. Simson tötete mehr PhilisterInnen an diesem Tag, als er sein ganzes Leben lang hatte töten können und starb selbst mit ihnen.

Ich möchte einen Aspekt aus der Geschichte herausgreifen, der mich besonders fasziniert: Im Buch der RichterInnen geht es immer wieder darum, wie das Volk Israel untreu gegenüber Gott wird und die RichterInnen das Volk wieder auf den richtigen Weg zurückbringen sollen. Simson wird jedoch selbst Gott untreu. Er bezahlt dafür eine hohe Strafe. Wir wissen nicht viel über Simsons Zeit im Gefängnis: Er musste harte Arbeit leisten, war hintergangen worden und Gott schien ihn auch verlassen zu haben. Er wandte sich wieder Gott zu und er konnte sich rächen.

Es ist eher befremdliches Bild von der Gott-Mensch-Beziehung, welches hier gezeichnet wird. Simson wendet sich von Gott ab, ihm passieren furchtbare Dinge und er wendet sich Gott wieder zu, um sich zu rächen, und Gott lässt hier nicht auf sich warten.

Nun leben wir nicht mehr in der Zeit der RichterInnen. Eine Minderheit von uns weiß (leider) heute noch, wie es ist, mit dem Tod bedroht zu werden. Was bleibt also von dieser Geschichte?

Das Offensichtlichste ist wohl: Gott gibt mir Kraft. Er schenkt sie mir im genau richtigen Moment, um mit dem fertig zu werden, was mich bedroht. Auch wenn ich denke, dass ich diese Kraft eigentlich nicht verdiene, oder ich nicht die Voraussetzungen habe, um Gottes Kraft empfangen zu können: Gott ist treu.

Jede/r hat in seinem/ ihrem Leben Irrungen und Wirrungen und der Weg zu Gott ist nicht immer die gerade Autobahn mit genauen Ausschilderungen. Manchmal ist es eben auch der Weg durch ein Dickicht und man läuft permanent im Kreis. Und ein Motiv, welches sich auch durch Simsons Geschichte zieht, ist nicht die Frage, wie man mit Gott unterwegs ist, sondern ob man mit Gott unterwegs ist.

Ich für meinen Teil, wünsche dir für deinen Sommerurlaub – sowohl auf dem Waldweg als auch auf der Autobahn -, dass du Gott einlädst, dich zu begleiten. Ich bin mir sicher, er lässt sich nicht lang bitten.

Mariana Otto, Leipzig

Montag, 04. Juli | Wenn das Idol stirbt ... | Richter 16, 4-22

Sommerandachten 2022

Richter 16, 4-22

Eine Menge Testosteron, definierte Muskeln ohne ein Gramm Fett zu viel am Körper, Schönheit, soweit das Auge reicht, und ein richtiger Playboy ...!

Als Jugendlicher war ich von der Person Simson, und dessen Story in der Bibel, regelrecht begeistert. Ein Mann, der mit seinen bloßen Händen Löwen zerreißt und einen ganzen Tempel zum Einsturz bringt, beeindruckt eben einen pubertierenden 14-Jährigen.

Als ich mich jetzt einmal näher mit dieser Geschichte und der Person auseinandersetzte, bin ich regelrecht gestolpert! Mein großes Teenie-Idol Simson ist mir urplötzlich gar nicht mehr so stark vorgekommen.

Sie (Delila) sprach zu ihm: „Wie kannst du sagen: Ich liebe dich! Aber du sagst mir nicht, was du weißt. Schon dreimal hast du mich jetzt getäuscht und es mir nicht verraten: Woher kommt deine große Kraft?“ (Richter 16, 15)

Simson war nicht nur stark und schön! Er hatte allgemein eine sehr seltsame Beziehung zu verschiedenen Frauen. Schlussendlich verliebt er sich in die schöne Philisterin Delila, die ihn aber offensichtlich nur ausnutzt. Das Tragische an unserer Geschichte ist jedoch, dass Simson das hätte erkennen können, wenn er seinen vernebelten Kopf einfach mal eingeschalten hätte. Die wiederholenden Fragen und Taten von Delila sind eindeutig.

Was treibt Simson an, bei ihr zu bleiben und ihr schlussendlich das Geheimnis seiner unfassbaren Stärke anzuvertrauen – mit fatalen Folgen? War es ihr wunderschönes Aussehen? Waren es ihre Versprechungen, den besten Sex seines Lebens zu bekommen? Die größten und wildesten Partys zu erleben? Macht, Einfluss und ein gutes Image zu bekommen?
In seiner größten Rede – der Bergpredigt – spricht Jesus einmal davon, dass man sein rechtes Auge ausreißen solle, wenn es einen zur Sünde verleitet (Matthäus 5, 29). Wenn ich diesen brutalen Jesus-Satz lese, und mir im Hintergrund meine vermeintliche Helden-Story von Simson durch den Kopf schwirrt, macht dieser Satz für mich plötzlich Sinn!

Es gibt Dinge im Leben, die mir nicht guttun, weil sie meiner Gesundheit, Psyche oder Seele schaden. Wie oft rede ich mir ein, dass ich die Kontrolle über mein Leben habe. Dass ich bestimmt keine Probleme bekomme, nur weil ich diese oder jene Grenze überschreite, hier oder dort mal nachlässig bin.

Es ist unheimlich schwer, solche Dinge in meinem Leben loszulassen. Weil ich nicht als Langweiler erscheinen will. Weil sich der Moment so gut anfühlt. Weil ich nichts verpassen will. Das heißt jetzt nicht, dass ich mir keinen Spaß erlauben darf, am besten auf alles verzichte und mich vor der „bösen dunklen Welt“ verstecken soll.

Es bedeutet eher, unterscheiden zu lernen, was gut für mich ist und was nicht. Und manchmal eben auch Dinge zu unterlassen, wenn sie sich – bei genauem Nachdenken und Erleben – als nicht so gute Idee entpuppen. Zu erkennen, dass auch mein Teenie-Idol Simson seine schwachen Seiten besitzt, und ich von diesem vieles lernen kann, wenn ich meinen oftmals vernebelten Kopf einfach auf „On Air“ und nicht auf „Durchzug“ schalte.

Toby Zucker, Mössingen, Jugendsekretär der SJK

Sonntag, 03. Juli | Sei ein Ölbaum | Psalm 52

Sommerandachten 2022

Psalm 52

Erst einmal zu den Hintergründen, wie dieser Psalm entstanden ist: Der Edomiter Doëg war ein Aufseher von den Hirten Sauls. Saul war zu dieser Zeit König von Israel. David, der diesen Psalm geschrieben hat, war zu dieser Zeit auf der Flucht vor Saul. Sauls Ziel war nämlich, David zu töten. David war nun bei dem Priester Ahimelech, der ihm Brot und eine Waffe gab (1. Sam 21, 8). Von diesem Geschehnis wusste Doëg, und verriet David an Saul. Das war Verrat! Da kann man ja wohl nachvollziehen, dass da David innerlich nur so brodelte! Also hat David wieder einen Psalm geschrieben. Übrigens schrieb er oft über das, was ihn bewegte.

Von Vers 3 bis Vers 7 kommt der Zorn Davids gegenüber Doëg zum Ausdruck! Ich denke, wir sind auch oft wie Doëg. Wir verletzen Menschen mit unseren (unüberlegten) Worten. Wir entscheiden uns für das Böse, was uns vielleicht manchmal besseres Ansehen schenkt. Eine Lüge auszusprechen, fällt leichter, als die Wahrheit zu sagen. Ich erkenne mich wieder. Du dich auch?

Aber anstatt uns auf unseren materiellen oder auch immateriellen Reichtum zu verlassen, sollen wir uns auf Gott stützen! Oft fühlen wir uns besser, wenn wir diesem weltlichen Mainstream folgen! Aber das ist nicht unsere Aufgabe als Kinder Gottes, als Jünger! Wie Vers 10 sagt, sollen wir in und durch Gott wachsen und zu einem starken Ölbaum werden.

Ein Ölbaum ist immergrün. Er ist stark und wird bis zu 10  m hoch. Seine Wurzeln sind mächtig und dringen sogar in Felsspalten. Sei ein Ölbaum und bringe Früchte für Gottes Reich!

David bringt es zum Ausdruck: Wir sind geborgen, weil Gott uns gnädig ist. Du und ich sollen unser ganzes Vertrauen auf Gott setzen!

Caro Brückner, Zwickau

Samstag, 02. Juli | „Na dann: Prost!“ | Richter 15, 1-16, 3

Sommerandachten 2022

Richter 15, 1-16, 3

Dieser Simson, dieser stärkste Mann der Welt, erlebt Gottes Wirken, Wunder und Bestätigung in seinem Leben immer wieder. Er weiß auch darum und doch bleibt sein Durst ungestillt.

„Simson hatte großen Durst. Er betete zum HERRN: „Ich habe für Dich gekämpft und Du hast mir diesen großen Sieg geschenkt! Aber jetzt muss ich verdursten und werde doch noch diesen unbeschnittenen Heiden in die Hände fallen!“ (Vers 19)

Simson vertraut Gott – trotz all seiner Erfahrungen – nicht. Es ist wie bei Elia (1. Könige 19, 9-18). Dieser sitzt deprimiert in einer Höhle. Kurz davor hatte er die Baalspriester besiegt und jetzt fühlt er sich von Gott allein gelassen. Wobei es bei Simson wohl eher ein Vorwurf ist: „Ich mache das alles! Und Du lässt mich verdursten …“

„Ich mache das alles! Und Du machst nichts!“ Es scheint, als erwarte Simson eine Gegenleistung für sein Wirken. Die Beweggründe für sein Tun sind wohl nicht sehr selbstlos. Kennst Du das auch? Ich schon. Jahrelang war ich für Gott unterwegs und habe für ihn mein Bestes geben. Aber am Schluss landete ich im Burn-out. Meine Welt brach zusammen und Gott machte nichts. „Dabei habe ich ja fast das ganze Leben für ihn …“ Hörst Du Simson? Hörst Du vielleicht Dich?

Wenn wir etwas tun, weil wir von Gott dafür etwas erwarten, dann tun wir es nicht aus Liebe, sondern eigentlich egoistisch oder zumindest sehr Ich-bezogen. Ich glaube, Paulus meint dies, wenn er sagt „Wenn ich in den unterschiedlichsten Sprachen der Welt, ja, sogar in der Sprache der Engel reden kann, aber ich habe keine Liebe, so bin ich nur wie ein dröhnender Gong oder ein lärmendes Becken.“ (1. Korinther 13).

Ich bin überzeugt, es ist genau das, was uns innerlich unerfüllt sein lässt, unser „Durst“ bleibt immer ungestillt. Und eben diesen „Durst“ nimmt Jesus auf: Jesus sagt zu der Frau am Brunnen: „Wenn Du wüsstest, was Gott Dir geben will und wer Dich hier um Wasser bittet, würdest Du mich um das Wasser bitten, das Du wirklich zum Leben brauchst.“ (Johannes 4, 1-42)

Zu seinen Jüngern: „Ich bin das Brot des Lebens“, sagte Jesus zu ihnen, „wer zu mir kommt, wird niemals wieder hungrig sein, und wer an mich glaubt, wird nie wieder Durst haben.“ (Johannes 6, 35)

Er sagt es auch zu Dir und mir: „Wer Durst hat, der soll zu mir kommen und trinken! Wer an mich glaubt, wird erfahren, was die Heilige Schrift sagt: Von seinem Inneren wird Leben spendendes Wasser ausgehen wie ein starker Strom.“ (Johannes 7, 37-38) Simson versucht (und wir nicht auch?), mit allen möglichen Mitteln (Konsum, Leistung, Sport, Arbeit, Sex, etc.) diesen Durst zu stillen. Aber nicht durch Leistung, Kraft oder gar Waffen, sondern durch seinen Geist allein wird diese Sehnsucht gestillt. Die Begegnung von Maria, Marta und Jesus zeigt dies wunderbar auf, in Lukas 10, 38-42.

Wenn wir unerfüllt, getrieben, leer oder eben „durstig“ sind, dann kommen wir oft in einen solchen Aktivismus, der bei Simson echt krass ungut wird. Er baut auf seine Kraft und seine Siege. Aber dieses Kämpfen stillt seinen Durst nicht. Denk dann daran, Jesus ruft uns zu: „Wer zu mir kommt wird nie wieder Durst haben“.

Suche doch mal über Deine Bibel-App nach den Worten Durst, dürsten, durstig, Trinken und dann komm mit andern darüber ins Gespräch. Was denn euer „Durst“ ist, der nicht gestillt wird. Und dann, dann geh mit Deiner Sehnsucht, Deinem „Durst“ zu Gott.

Reto Nägelin. ch, Wetzikon (Schweiz)

Freitag, 01. Juli | Simsons Rätsel ist nicht zu lösen – auch nicht von uns | Richter 14, 1-20

Sommerandachten 2022

Richter 14, 1-20

Wenn ihr euch in jemanden verliebt, die oder den eure Eltern nicht akzeptieren wollen, dann findet ihr in dieser Geschichte eine gute Begründung, euch gegen eure Eltern zu behaupten: V4 „Seine Eltern konnten nicht wissen, dass der Herr seine Hand im Spiel hatte.“ Es ist nicht allein euer Wunsch, sondern Gott hat es zugelassen, dass ihr euch verliebt habt. Dem können sie schwerlich widersprechen, oder?

Dies ist nur ein Beispiel von vielen, wie diese rätselhafte Geschichte missverstanden und damit missbraucht werden könnte. Entschuldigt mir die Irreführung am Anfang meiner Deutung. In sehr unüblicher Weise versuche ich euch heute in der Andacht davor zu warnen, diese Geschichte verstehen zu wollen und auf unsere Zeit zu übertragen. Ich sage ganz offen, mir gibt diese Geschichte mehr Rätsel auf, als Antworten. Vieles an den alten Gebräuchen ist uns völlig fremd und ebenso ist es schwer, die Gewalt zu verstehen, ohne seitenlang die Hintergründe der damaligen Situation Israels zu erörtern. In einem Kommentar las ich, dass Simson erst die 30 Menschen ermordete, nachdem er von den 30 Männern auf der Feier provoziert wurde. Sie hatten zuvor seine Frau schändlich erpresst. Haben also die anderen angefangen? Und rechtfertigt das eine Vergehen ein neues Unrecht und gar Mord? Und warum gab er ihnen ein unlösbares Rätsel auf? War das nicht ebenfalls eine Provokation – also zuerst von ihm selbst?

Zur Lehre Jesu vom Frieden, der auf Feindesliebe beruht, passt es jedenfalls nicht. Auch Jesu Lebensweg der Liebe, der gehorsam bis zur letzten Konsequenz geht, ist gerade das Gegenteil von dem, was Simson tut. Er gibt sein Leben, aber zieht nicht andere mit in den Tod hinein. Wer Parallelen in Simsons und Jesu Geschichte entdeckt, möge sie bitte nicht aus dem Zusammenhang reißen und auch alle anderen Passagen erklären. Ich weigere mich, weil ich viel zu viele Missdeutungen befürchte.

Ich möchte dennoch einen Hinweis geben, warum die Simsongeschichte zur Glaubenstradition Israels gehört und damit letztlich auch zu unserer. Nur in der Königszeit unter David und Salomo war Israel vereint und konnte sich durchaus gegen Feinde zu Wehr setzen. Die Richterzeit war genau davor. Die einzelnen Stämme lebten nebeneinander und waren äußeren Angriffen eher hilflos ausgeliefert, wie z. B. durch die Philister. Die Stämme erfuhren Hilfe von Gott durch einen „Richter“. Der Titel ist eigentlich irreführend, denn mit „Richten“ hat sie wenig zu tun. „Hüter“ wäre ein passenderer Titel, denn sie halfen in der Not, führten die Stämme zusammen, um sich gemeinsam gegen Angriffe zu wehren oder waren so mächtig wie Simson. „20 Jahre war Simson Hüter in Israel“ (Ri 16, 31). Diese Aussage ganz am Ende wird wohl der Grund sein, warum Simsons Geschichte als Glaubenszeugnis erzählt wird. Diese vielen Jahre haben die Stämme Gottes Schutz vor den Philistern erfahren und dazu hatte Gott ihn berufen (Vers 4).

Die uralten Heiligen Schriften sind voll von Gottes Liebe. Da können wir ruhig ein Rätsel ungelöst stehen lassen.

Andreas Fahnert, Oranienburg, Pastor im KJW Nord


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Die Andachten für die Sommerzeit 2022 wurden von Jugendlichen, Teenagern und jungen Erwachsenen der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Deutschland verfasst.
Sie spiegeln die Breite des Glaubens und Denkens der jungen Menschen wieder. Die Verantwortung für den Inhalt liegt deshalb bei den AutorInnen.
Die gedruckte Exemplate der Andachten für die Sommerzeit werden kostenlos an die Gemeinden der EmK in Deutschland abgegeben. Sie dienen keinem kommerziellen Zweck und werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.